Anstrich und Anschriften

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Eigentlich könnte man sich der Hinweis auf den Anstrich bei den in der Schweiz eingesetzten Dampflokomotiven ersparen. Es gilt allgemein die Theorie, dass alle identisch angestrichen wurden. Das dies nicht stimmt, bewiesen die vielen anderen Baureihen, die oft sehr bunt daherkamen. Bei der Reihe E 3/3 handelte es sich jedoch um eine Rangierlokomotive. Diese gelten als schlicht eingefärbt und so stellt sich die Frage, stimmte das auch hier?

Auch wenn der Anstrich oft als optische Massnahme an-gesehen wird, die Aufgabe war umfangreicher. Lokomotiv-en wurden eigentlich nur eingefärbt, um das Metall zu schützen. Gerade Stahl neigte sehr schnell zur Bildung von Rost.

Dieser sah nicht nur unschön aus, sondern er beeinträch-tigte die Stabilität des Fahrzeuges. Daher war ein Schutz für das Metall eine wichtige Angelegenheit. Das wusste man bereits um 1900 und man versuchte optimale Massnahmen.

Wenn auch nicht die heute bekannten Lösungen bekannt waren, die Erbauer von Triebfahrzeugen waren um 1900 bei der Ausarbeit von Anstrichen schon sehr gut.

So hatten sich neue Farben ergeben, die nicht mehr so stark mit dem Rauch der vor den Zügen eingesetzten Lokomotiv-en reagierten.

Auch der Aufbau des Anstriches wurde immer wieder ver-bessert und so kamen neu auch Lösungen zur Anwendung, die lange einen guten Schutz boten. Bei der Baureihe E 3/3 kam der damals in der Schweiz übliche zweischichtige Anstrich zur Anwendung.

Auf dem Metall wurde zuerst eine als Grundierung bezeichnete Schicht verwendet. Diese hatte die Aufgabe, sich mit dem Metall zu verbinden und füllte dabei kleine unebenen Stellen aus. Das führte dazu, dass ein optimaler Schutz für das Metall entstand. Je besser diese Grundierung ausgeführt wurde, desto länger dauerte es, bis sich Rost bildete.

Auf der Grundierung wurde schliesslich der Decklack aufgetragen. Dieser war mit Pigmenten versehen und er ergab die Farbe der Lokomotive. Bei der Baureihe E 3/3 orientierten sich die Schweizerischen Bundesbahnen SBB damals nicht an den Farben, die bei der SCB für die Muster verwendet wurden. Damit entstand ein Anstrich, der in vielen Punkten den anderen Dampflokomotiven entsprach. Jedoch sollte hier auch eine Vereinfachung erfolgen.

Sie müssen wissen, dass die Privatbahnen bei den Farben recht bunt waren. Mit der Gründung der Schweizerischen Bundesbahnen SBB mussten diese mit der Zeit auch einheitlich aussehen.

Aus diesem Grund wurde von der neuen Staatsbahn für die Lokomotiven eine neue Farbe erwählt. Zu-dem sollte dieser Anstrich deutlich weniger Ver-zierungen aufweisen.

Bei den Staatsbahnen wollte man sich eher schlicht geben. Die Bundesbahnen waren so bekannt, dass kaum Werbung nötig war.

Alle Bereiche wurden deshalb mit einer schwarzen Farbe behandelt. Ausnahmen davon gab es nur in den Bereichen, die nicht behandelt werden konnten, oder mussten.

Daher lohnt es sich, wenn wir etwas genauer hinsehen. Dabei fällt sicherlich ein wichtiger Punkt bei der Konstruktion auf. Der Kessel wurde im Gegensatz zu den Baureihen für die Strecke nicht mit Glanzblech verkleidet. Aus diesem Grund musste auch hier mit Farbe gearbeitet werden.

Es muss hier erwähnt werden, dass dieses Glanzblech in vielen Farben schimmern konnte. Diesen Effekt nutzte man damals auch. Jedoch war dieses auch Russenblech genannte Metall teuer. Eine Lokomotive für den Rangierdienst sollte jedoch nicht bunt schimmern, wie ein Pfau, sondern schlicht und einfach daherkommen. Das damit auch Kosten eingespart werden konnten, war natürlich der grosse Vorteil. Dumm dabei war, dass die Maschine gut aussah.

Diese Massnahme führte jedoch dazu, dass die Rangierlokomotiven nicht so schillernd waren, wie das zum Beispiel bei der Baureihe A 3/5 der Fall gewesen ist. Aufblinken konnten hier jedoch die Triebstangen. Diese mussten bei der Baureihe E 3/3 nicht so kräftig ausgeführt werden. Das führte dazu, dass sie einfacher gestaltet wurden und es daher keine Bereiche gab, die mit Farbe behandelt wurden. Bei der geringen Grösse fiel der Antrieb daher ins Auge.

Auch nicht mit Farbe verhandelt wurden die Bandagen. Radreifen waren einem Verschleiss ausgesetzt und durch die verbauten Bremsen wurden sie zudem erwärmt. Die damals verwendeten Farben konnten so beschädigt werden.

Da hier jedoch hochwertige Stähle mit einer sehr hohen Güte verwendet wurden, waren sie auch nicht so anfällig auf Rost. Aus diesem Grund waren auch sie blank und der metallische Glanz war zu sehen.

Diese Farbgebung war gut gegen den bei Dampflokomotiven vorhandenen Russ, den Kohlestaub und das immer wieder entweichende Pech geschützt. In der Folge wirkten die Maschinen auch nach längerem Einsatz noch ansprechend. Das führte dazu, dass diese Farbgebung auch bei den anderen durch die Schweizerischen Bundesbahnen SBB beschafften Baureihen, wie bei der Baureihe C 5/6 angewendet wurde. Aus diesem Grund entstand auch die Theorie, dass alle schwarz waren.

Es war ein Trugschluss, denn bei den Privatbahnen war man bunt. Die Staatsbahnen suchten jedoch nach einem Anstrich, der den Lokomotiven ein gutes Aussehen über längere Zeit erlaubte. Der Grund dafür war verblüffend, denn Dampflokomotiven in der Schweiz wurden schlicht nicht gewaschen. So wurden auch die bunten Modelle schnell schwarz vor Pech. Mit dem neuen Anstrich besserte sich diese Situation jedoch markant.

Wer bei den Dampflokomotiven der Schweizerischen Bundesbahnen SBB nach einem Hinweis auf den Besitzer achten will, ist an der falschen Adresse. Die Staatsbahnen erachteten es nicht als gegeben, die Lokomotiven mit Bahnanschriften zu versehen. Das war eigentlich kein Problem, wären da nicht die grossen Verzögerungen bei der Verstaatlichung der Gotthardbahn gewesen. Probleme gab es daher erst, als diese Maschinen nach Normen der SBB beschaff-te.

Daher beschränkten sich die Anschriften des Besitzers auf die Betriebsnummern. Diese waren wichtig, da nur so jede einzelne Lokomotive erkannt werden konnte. Aus diesem Grund wurde diese Nummer auf allen vier Seiten angebracht.

Wir beginnen bei der Front. An der Türe zur Rauchkam-mer wurde ein aus Messing gegossenes Schild montiert. Die vertieften Stellen wurden mit schwarzer Farbe be-handelt und daher war die Nummer gut zu erkennen.

Bei den beiden Seiten wurde die Nummer des Fahrzeuges mit grossen Ziffern aus Messingguss gebildet. Diese montierte man im Bereich zwischen den Einstiegen und dem Wasserkasten.

Dabei waren die Ziffern so gross, dass sie für die vier-stellige Nummer nahezu die komplette Länge der Wand benötigten. Aus diesem Grund fiel diese Anschrift sehr gut auf. Ein Merkmal das bei dieser Baureihe sehr gut zu erkennen war.

Jedoch muss erwähnt werden, dass die hier verwendeten Ziffern den anderen Modellen entsprachen. Durch die Tatsache, dass die Wand in diesem Bereich sehr kurz war und durch die vierstelligen Betriebsnummern dieser Lokomotiven, wirkten die Ziffern deutlich grösser, als sie effektiv waren. Normale Zahlen an einer kleinen Lokomotive wirken automatisch deutlich grösser. Die Baureihe E 3/3 war dafür ein gutes Beispiel.

Bleibt nur noch die rückseitige Nummer. Diese wurde an der Rückwand unmittelbar oberhalb der Kante zum unteren Bereich angebracht. Ausgerichtet wurde sie mittig und daher entstand eine Symmetrie. Auch hier wurden die einzelnen Ziffern verwendet. So können wir feststellen, dass bei diesen Maschinen eigentlich nur ein Nummernschild vorhanden war. Die einzelnen Ziffern erlaubten es jedoch, schnell neue Nummern zu vergeben.

Auch wenn die Schweizerischen Bundesbahnen SBB hier auf die Anschriften ihrer Abkürzung verzichtete, der Hersteller war nicht so bescheiden. Unter der seitlichen Nummer wurden daher die Herstellerschilder montiert.

Diese wurden vom Aufbau her so gestaltet, wie das bei der vorderen Nummer der Fall war. Auch die SLM verwendete daher den erwähnten Messingguss. Befestigt wurden die Schilder jedoch mit Schrauben.

Selbst bei den Schriften selber war die SLM nicht unbedingt bescheiden. Daher wurde der komplette Firmenname aufge-führt und mit dem Sitz Winterthur ergänzt.

Jedoch gab es bei diesem Schild auch eine wichtige In-formation, denn man fand noch den Platz für die Erwähnung der Fabrikationsnummer. Aus diesem Grund konnten die Herstellerschilder der Baureihe nicht ausgewechselt wer-den, denn damit wurde auch der Rahmen definiert. 

Technische Anschriften fehlten ebenso, wie ein Hinweis zur Baureihe. Das war damals bei den Lokomotiven der Schweizerischen Bundesbahnen SBB durchaus üblich. Die wichtigen Angaben wurden in einem Verzeichnis geführt und daher konnte man auf die Anschriften verzichten. Jedoch brachten die Staatsbahnen unmittelbar nach der Übernahme jeder Lokomotive noch einen Hinweis zur späteren Zuteilung der Maschine an.

In der vorderen oberen Ecke wurde die Kreisplakette angebracht. Damals wurden die Triebfahrzeuge noch den Kreisen zugeteilt. Daher war diese Plakette auch der Hinweis, wo sich das Fahrzeug bewegt. Bei der Baureihe E 3/3 kamen die Ziffern eins bis fünf zur Anwendung. Dabei beschränkten sich die Modelle für den Kreis 5 auf die höheren Nummern, da die Gotthardbahn erst 1909 verstaatlicht werden konnte. Daher kamen auch erst jetzt diese Modelle.

 

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