Bewegungen in einem Bahnhof

In einem Bahnhof können Fahrzeuge einfach nur herumstehen. Aber das ist ja nicht der Sinn und Zweck einer Eisenbahn. Schliesslich heisst es, dass die Bahn bewegt. Aber mit den stehenden Fahrzeugen haben wir eigentlich einen guten Anfang, denn im Bahnhof dürfen Fahrzeuge auch stehen. So überraschend das klingen mag, aber genauso ist es, denn im Bahnhof werden Fahrzeuge abgestellt und sie dürfen auch stehen bleiben. Wir erfahren noch, dass das nicht überall erlaubt ist.

Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten, wie sich Fahrzeuge in einem Bahnhof bewegen können. Damit meine ich nicht, dass sie rollen oder fliegen, sondern die Art, wie die Bewegung ausgeführt wird. Dabei können wir Fahrten, die den Bahnhof verlassen und Fahrten, die den Bahnhof nicht verlassen unterscheiden. Wobei das nicht ganz korrekt ist, aber wir sind damit auf dem richtigen Weg und nur wenige Ausnahmen bestätigen diese Regel.

Eine Bewegung, die den Bahnhof nicht verlässt, nennt man Rangierfahrt. Dabei leitet sich das Wort von französischen „ranger“ ab. Ranger bedeutet etwas in Ordnung bringen, ordnen, aufstellen, einreihen und aufräumen. Genau damit werden die Hauptaufgaben einer Rangierfahrt umschrieben. Sie hat die Aufgabe, die Fahrzeuge im Bahnhof zu verschieben, was man auch mit ordnen oder aufräumen bezeichnen kann.

Noch mag es nicht wichtig erscheinen, aber Rangierfahrten können in allen Gleisanlagen verkehren. Das heisst, eine Rangierfahrt kann zum Beispiel auch in ein Nebengleis, ein Anschlussgleis oder in eine Ablaufanlage fahren. Wie wichtig das ist, erkennen wir jetzt noch nicht, aber das ändert sich gleich, denn die zweite Art der Bewegung in einem Bahnhof kann das nicht machen. Womit wir bei den Zugfahrten angelangt wären.

Mit der Zugfahrt meint man Fahrten, die nach den Vorschriften für Züge geführt werden. So einfach und doch nichts sagend. Zugfahrten sind Fahrten, die einen Bahnhof verlassen und so von Ort zu Ort fahren. Innerhalb eines Bahnhofes gibt es eigentlich keine Zugfahrten. Wobei es in sehr grossen Bahnhöfen Ausnahmen gibt. Zufahrten dürfen nur auf Hauptgeleisen verkehren und sie werden mit einer eindeutigen Bezeichnung, die man Zugnummer nennt, versehen.

Andere Bewegungsarten gibt es in einem Bahnhof nicht. Das können Sie sich gleich hinter die Ohren schreiben. Sie können sich daher merken, eine Fahrt, die den Bahnhof nicht verlässt ist eine Rangierfahrt. Eine Fahrt, die den Bahnhof verlässt, oder in diesem ankommt, ist eine Zugfahrt. Davon gibt es Ausnahmen, die später noch erwähnt werden, oder die in grossen Bahnhöfen angewendet werden. Andere Arten der Fortbewegung gibt es nicht.

Für jede Bewegung in einem Bahnhof ist eine Fahrstrasse erforderlich. Diese Fahrstrasse ist eine für die Fahrt vorgegebene Route durch das Gleisfeld und die Weichenzonen des Bahnhofes. Eine Fahrstrasse ist nicht einfach vorhanden, sie muss für jede Fahrt neu erstellt werden. Das gilt grundsätzlich auch, wenn sich zwei Fahrten über den gleichen Weg folgen. Ausnahmen davon gibt es eigentlich nicht.

Sie müssen sich das so vorstellen, dass man von einem bestimmten Punkt einen fest vorgegeben Weg an ein klar definiertes Ziel vorgibt. Das Ziel muss daher bei der Anforderung der Fahrstrasse genannt werden. Sie fahren mit Ihrem Wagen ja auch über die Strassen zum Supermarkt und nicht durch den Garten des Nachbarn. Der Weg ist durch die Bauverordnung in ihrer Wohngemeinde vorgegeben und muss eingehalten werden. Nur sind auf der Strasse Folgefahrten möglich.

Fahrstrassen werden in den ältesten Stellwerken nur durch das Stellen der Weichen erzeugt. Ein Stellwerk, das keine Rückmeldung hat, arbeitet zum Beispiel so. Modernere Anlagen mit Gleisbild oder Computer unterschieden die Fahrstrassen sogar nach der Art der Bewegung. Wichtig ist aber, dass eine Fahrstrasse durch umstellen der Weichen erstellt wird. Wie das die Fahrt erfährt, dass sie fahren darf, ist abhängig von der Ausrüstung des Bahnhofes.

Die Fahrtstellung eines Signals ist die Bestätigung, dass eine Fahrstrasse vollständig eingestellt ist und sich die Fahrt im Bahnhof bewegen darf. Je nach Art der Fahrstrasse und Ausrüstung des Bahnhofes kommen unterschiedliche Signale zur Anwendung. Diese wollen wir hier nicht genauer ansehen, da sie an anderer Stelle erläutert werden. Uns reicht jetzt, dass ein Signal die Bestätigung für die vorhandene Fahrstrasse ist.

Ohne diese Fahrtstellung gibt es keine Bewegung in einem Bahnhof. Das heisst, eine umgelegte Weiche reicht nicht, um eine Lokomotive fahren zu lassen. Es muss die Fahrtstellung des Signals abgewartet werden. Sind keine Signale vorhanden, wird die Zustimmung zur Fahrt mündlich oder mit optischen und akustischen Signalen erteilt. Oft kommt hier der Funk oder das Telefon zur Anwendung. Das wird auch angewendet, wenn wegen einer Störung keine Fahrtstellung möglich ist.

Bewegungen, die in einem Bahnhof losgefahren sind, fahren immer bis an ihr Ziel. Es sei denn, die Fahrt wird vor einem Signal angehalten, das keine Fahrtstellung hat. Ist kein solches Signal vorhanden gilt die Zustimmung ohne gegenteilige Information immer bis zum Ziel. Am Ziel muss die Fahrt anhalten, weil sie schliesslich da ist, wo sie hin will. Sie fahren auch nicht am Supermarkt vorbei, wenn Sie dorthin wollen.

 Der Punkt, wo die Bewegung endet, nennt man Halteort. Es ist der in der Anforderung genannt Ort im Gleisfeld. Dieser kann zum Beispiel durch ein Signal vorgegeben sein, denn vor dem Signal ist mit der Fahrt anzuhalten, es sei denn, es ist eine Zustimmung vorhanden, oder das Signal ist in einer Fahrtstellung. Man spricht hier von einem Halteort, weil der Standort der Spitze der Fahrt genau bekannt ist.

Von einem Halteplatz spricht man, wenn die Fahrt am Zielort, das ein Gleis ist, angekommen ist. Die ehemalige Fahrt ist an einem bestimmten Platz. Das können Sie bei sich zu Hause gut beobachten. Der Bereich vor der Garage ist der Halteplatz für den Wagen Ihrer Frau. Der Halteort ist das geschlossene Tor, denn dort muss angehalten werden. Wenn das Ihre Frau ab und zu missachtet, ist der Wagen defekt. Das gibt es auch bei der Eisenbahn und kommt dort vermutlich so selten vor, wie bei Ihrer Frau.

Nun wird es aber Zeit, dass wir die Bewegungsarten etwas genauer ansehen. Beginnen werden wir mit den Rangierfahrten. Wir bewegen uns deshalb innerhalb eines Bahnhofes.

Der Rangierbetrieb: Die Rangierfahrten in einem Bahnhof werden unter einem eigenen Begriff zusammengefasst. Es ist der Rangierbetrieb oder Rangierdienst, der ausgeführt wird. Die Arbeit mit Rangierfahrten, ist daher ein wichtiger Bereich bei der Eisenbahn. Der Rangierbetrieb nimmt eine eigene Rolle ein. Um Züge zu erhalten, müssen diese mit Hilfe der Rangierfahrten, formiert werden.

Beim Rangierdienst werden die Fahrzeuge auf unterschiedlichste Weise verschoben. Die Fahrzeuge können mit der Schwerkraft bewegt werden, oder aber von einer Lokomotive gezogen oder geschoben werden. Man kann Fahrzeuge auch stehen lassen. Damit ergibt sich im Rangierdienst eine Vielzahl von Bewegungsarten. Deshalb gelten für den Rangierdienst eigens geschaffene Vorschriften. Diese Vorschriften nennen auch den Bereich wo rangiert werden darf.

Üblicherweise wird beim Rangierdienst mit einer Rangierfahrt rangiert. Diese Rangierfahrten verkehren auf speziellen Rangierfahrstrassen. Bei diesen Fahrstrassen gelten geringere Sicherheitsvorschriften. So wird ein belegtes Gleis nicht erfasst und die Rangierfahrstrasse kann auch in Nebengeleise gestellt werden. Wichtig ist, dass bei Rangierfahrstrasse ein Abschnitt immer belegt sein kann.

Auf einer Rangierfahrstrasse verkehrt jedoch immer nur eine Rangierfahrt. Diese Rangierfahrt wird normalerweise einfach als Rangierbewegung bezeichnet. Sie bekommt jedoch spezielle Bezeichnungen, wenn es sich um eine besondere Bewegungsart handelt. Diese nicht alltäglichen Fahrten sollte man kennen, wenn man sich im Rangierdienst bewegen will und wenn man seine Kenntnisse darüber zeigen will.

Dabei ist die Zustellfahrt noch die alltäglichste Rangierbewegung. Eine ganze normale Rangierfahrt, wird bei der Zustellfahrt eingesetzt. Die Fahrzeuge werden jedoch den Bahnhof verlassen und in ein Anschlussgleis oder eine Anschlussgruppe gestellt. Dort wird die Rangierfahrt dann vom Rangierteam des Werks übernommen. Die Rangiertruppe des Bahnhofs hat denen die Wagen zugestellt.

Die Zustellfahrt gilt für den Bahnhof als beendet, wenn diese im Anschlussgleis ist. Die Rangierfahrt im Anschlussgleis erfolgt ohne Mitwirkung des Stellwerks und gehört nicht zum Bahnhof. Daher verlässt hier die Rangierfahrt den Bahnhof, obwohl das eigentlich gar nicht gibt. Nur Züge verlassen den Bahnhof. Ein Anschlussgleis ist ein Nebengleis und so können dort keine Züge verkehren, also erledigt man das mit einem Rangiertriebfahrzeug und der Zustellfahrt.

Betrachten wir die speziellen Bewegungsarten in einem Bahnhof, dann fällt uns auf, dass diese normalerweise mit einer Lokomotive bewegt werden.

 

Das ist der normale Betrieb im Rangierdienst. Es gibt jedoch Rangierbewegungen, die auch ohne diese Lokomotive ausgeführt werden können.

Diese erhalten dadurch eine spezielle Bezeichnung, die klar erkennen lässt, um was für eine Rangierbewegung es sich handelt.

Eine Rangierfahrt, bei der die Wagen ohne Lokomotive bewegt werden, nennt man Stoss. Dieser Stoss erfolgt nach einem bestimmten Muster.

So werden die Wagen mit Hilfe einer Lokomotive beschleunigt. Die Lokomotive hält nach der Beschleunigung an und die Wagen laufen ohne Lokomotive weiter. Die Geschwindigkeit des Stosses kann unterschiedlich sein und richtet sich nach der Distanz, die zurückgelegt werden muss.

Man darf nicht alle Fahrzeuge in dieser Art bewegen. So sind Reisezugwagen, die mit Leuten besetzt sind, verboten. Auch darf man gegen Zugsfahrstrassen keinen Stoss ausführen. Der Grund ist einfach, denn diese Rangierfahrt kann nur schwer gebremst und angehalten werden. Daher gilt der Stoss als eine gefährliche Bewegungsart. Er kommt nur noch zur Anwendung, wenn eine andere Möglichkeit nicht mehr besteht.

Eine alternative Bewegungsart im Rangierdienst ist daher das Spill. Man schreibt es wirklich mit doppelten l. Beim Spill werden die Fahrzeuge mit Hilfe eines Seils bewegt. Dieses Seil zieht mit einer Winde die Wagen oder auch Triebfahrzeuge über kurze Distanzen. Da diese Bewegungsart grosse Gefahren hat, ist die Geschwindigkeit sehr tief und die Fahrzeuge bewegen sich nur in Schrittgeschwindigkeit.

Damit haben wir aussergewöhnliche Rangierfahrten kennen gelernt. Es gibt aber noch weitere besondere Rangierfahrten, die jedoch nur im Bereich von Ablaufanlagen verwendet werden. Diese Ablaufanlagen sind so gut, dass man auch die Bewegungsarten Stoss und Spill verzichten kann. Daher lohnt es sich sicher, wenn wir nun auch die Bewegungen in Ablaufanlagen betrachten. Da diese Fahrten speziell sind, gebe ich ihnen einen eigenen Abschnitt.

Der Verschubdienst: Verkehren Rangierfahrten im Bereich von Ablaufanlagen, bekommen Sie spezielle Bezeichnungen. Man arbeitet dabei im Verschubdienst. Diese Rangierbewegungen erfolgen nach eigenen Vorschriften und sie können nur bedingt mit den üblichen Rangierfahrten verglichen werden. Jedoch gelten Fahrten im Verschubdienst als Rangierbewegungen. Der Grund ist einfach, sie verlassen den Bahnhof nicht.

Da Ablaufanlagen nur in einer Richtung betrieben werden können, folgen wir dem logischen Ablauf der Anlage. Das führt dazu, dass wir in der Ankunftsgruppe beginnen und uns dann bis in die Richtungsgeleise bewegen. Beginnen wir deshalb damit, dass der Zug angekommen ist und soweit vorbereitet wurde, dass der Einsatz beginnen kann. Das heisst, die Verschublokomotive ist an die Wagen angefahren und der Rechner von modernen Anlagen hat die Lokomotive übernommen.

Die Rangierfahrt bis zum Ablaufberg nennt man Verschub. Die Wagen werden mit der Lokomotive langsam gegen den Berg geschoben. Speziell hier ist, dass diese Fahrten ihre Zustimmung entweder über Signale oder vom Rechner des Stellwerks erhalten. Die Geschwindigkeiten der Fahrten betragen in dem Moment, wo der Zug zerlegt wird noch 2 – 5 km/h. Da die Fahrt nach Möglichkeit nicht mehr anhalten sollten, fährt man langsam. Damit ist die beste Leistungsfähigkeit erreicht.

Auf Höhe der Gleiskuppe löst sich der entkuppelte Wagen und beginnt mit Hilfe der Schwerkraft an Geschwindigkeit zu gewinnen. Er wird nun zum Ablauf. Dieser Ablauf der Wagen gab übrigens der Ablaufanlage ihren Namen, denn der Ablaufberg hat nur die Aufgabe, diesen Ablauf zu ermöglichen. Während dem Ablauf ist der Wagen alleine unterwegs und wird nur durch die Anlage und deren Gleisbremsen geregelt.

Allfällig in diesem Bereich montierte Signale werden dunkel geschaltet, denn der Ablauf ist die einzige Rangierbewegung, die ohne eine Fahrtstellung und somit ohne Zustimmung verkehrt. Die Wagen, die nicht angehalten werden können, würden schliesslich auch nicht anhalten. Verkehrt die Verschublokomotive im Bereich des Ablaufs, ist der Betrieb zu unterbrechen und die Signale erhalten wieder ihre Gültigkeit.

Damit sind wir schon am Ende der Fahrt über den Ablaufberg. Die Wagen in den Richtungsgleisen werden anschliessend wieder als ganz normale Rangierbewegung ausgeführt. Wir haben nun auch die Rangierbewegungen kennen gelernt. Jedoch spielen wir ja nicht und die Wagen aus der Ablaufanlage müssen ihre Ziele erreichen. Damit verlassen sie den Bahnhof und wir kommen zu den Zugfahrten, den Rangierfahrten verlassen ja den Bahnhof nicht mehr.

Die Zugfahrt: Für die Zugfahrt gelten weitreichende Vorschriften. Das beginnt damit, dass Zugfahrten nur auf Hauptgleisen verkehren dürfen. Der Wechsel von einer Rangierfahrt in eine Zugfahrt ist dabei ohne einen Halt möglich, jedoch darf eine Zugfahrt nicht ohne Halt in eine Rangierfahrt wechseln. Genau hier finden wir den Grund, warum Zugfahrten aus Nebengleisen abfahren, aber nicht einfahren können.

Zugfahrten verlassen in der Regel den Bahnhof. Nur, Sie wissen ja, dass es keine Regeln ohne Ausnahmen gibt.

In grossen Anlagen, wo mehrere Bahnhöfe zu einem einzigen grossen Bahnhof vereint wurden, können Zugfahrten von einem Punkt zum anderen erfolgen.

Die Zugfahrt verkehrt dann zwar innerhalb des Bahnhofes, befolgt jedoch die Vorschriften der Zugfahrten.

Da das viel aufwendiger ist, wendet man meisten Rangierfahrten an.

Im Rangierbahnhof Basel gab es eine Kombination der Vorschriften. Dort wurden die Signale der Zugfahrten auch für Rangierfahrten gestellt.

So konnten sich diese schneller von einem Gleisfeld zum anderen verschieben.

Durch die neuen schärferen Vorschriften ist diese Fahrweise nicht mehr vorgesehen. Das heisst, auch wenn diese Fahrweise verwendet würde, die Rangierfahrt dürfte nicht schneller verkehren, da es sich um eine Rangierfahrt handelt.

Für Zugfahrten werden Zugsfahrstrassen verwendet. Diese Fahrstrassen haben einen wesentlich höheren Sicherheitsstandard, wie Rangierfahrstrassen. Der Grund für die Vorschriften ist, dass Zugfahrten mit wesentlich höheren Geschwindigkeiten verkehren können. Sie können dabei nicht mehr innert nützlicher Frist anhalten. Daher muss gesichert sein, dass die Zugfahrt nicht gefährdet wird.

Dabei baut die Zugsfahrstrasse in den meisten Bahnhöfen auf Rangierfahrstrassen auf. Ist die Bedingung erfüllt, schaltet sich die Zugsfahrstrasse zu und die Zugfahrt darf stattfinden. Es kommen für die Zugfahrt zur Unterscheidung andere Signale zum Einsatz. Aber das Stellwerk arbeitet mit diesem Aufbau bei der Sicherheit. Bei Störungen kann eine Zugfahrt daher auch auf einer Rangierfahrstrasse verkehren. Nur sind dann spezielle Vorschriften zu beachten.

Verlässt die Zugfahrt, wie das vorgesehen ist, den Bahnhof, spricht man von einer Ausfahrt. Vergleichen Sie das doch einmal mit den Autostrassen und Autobahnen. Dort fahren die Autos ganz normal in einer Richtung. Wenn Sie diese Strasse verlassen wollen, benutzen Sie die Ausfahrt. Steht dort sogar an der entsprechenden Tafel. Der Zug fährt aus dem Bahnhof aus und daher macht er eine Ausfahrt.

Sie werden es mir vielleicht nicht glauben, aber die Ausfahrt einer Zugfahrt ist nicht so einfach, wie man meinen könnte. Es sind mehrere Bestimmungen zu befolgen und die Fahrt muss vor einem Signal für Zugfahrten starten. Die Fahrt bis zu diesem Signal kann aus einer Gleisgruppe erfolgen und auch als Rangierfahrt ausgeführt werden. In dem Moment, wo die Fahrt auf die Zugsfahrstrasse trifft, wird sie zur Zugfahrt.

Bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof beschleunigt der Zug auf Geschwindigkeiten, die weit über jenen der Rangierfahrten liegen. Deshalb muss man im Bahnhof besonders auf Zugfahrten achten. Die Geschwindigkeiten der Zugfahrten richten sich nach den Angaben der Strecke und des Bahnhofes. Daher sind viele Vorschriften vorhanden, die nur regeln, wie die Fahrt geführt werden muss, wir begnügen uns jetzt mit der Tatsache, eine Zugfahrt verlässt den Bahnhof mit einer Ausfahrt.

Kommt eine Zugfahrt in einem Bahnhof an, spricht man von einer Einfahrt. Der Zug fährt nun in den Bahnhof hinein, und kommt dort an. Begeben wir uns wieder zu den Autobahnen und Autostrassen, die Sie kennen. Auch dort benutzen Sie eine Einfahrt um auf diese schnelle Strasse zu kommen. Die Züge fahren jedoch im Bahnhof ein. Die Autobahn ist daher eigentlich der Bahnhof der Strasse. 

Einfahrende Zugsfahrstrassen enden immer vor einem Signal, das für Zugfahrten gilt. Ausnahmen gibt es fast keine. Daher können Zugfahrten nur auf Hauptgleise einfahren. Die Einfahrt in ein Nebengleis ist mit einer Zugfahrt nicht möglich. Mit dem Halt im Bahnhof endet jedoch die Zugfahrt und kann zur Rangierfahrt werden. Erfolgt eine erneute Zustimmung zur Zugfahrt, fährt die Zugfahrt nach diesen Vorschriften weiter.

Geleise, die von einer einfahrenden Zugsfahrstrasse befahren werden, sind frei von Fahrzeugen. Ist dies nicht möglich, wird das mit speziellen Signalen oder Vorschriften geregelt. Diese speziellen Vorschriften kommen auch zur Anwendung, wenn eine Zugfahrt nicht vor einem Signal für Züge zum Halten kommt. Daher können Sie sich merken, ohne gegenteilige Information verkehren Zugfahrten immer auf ein Signal für Zugfahrten und die Geleise dorthin sind frei.

Soll die Zugfahrt nicht zum stehen kommen, kann sie ohne den Halt zu vollziehen gleich wieder ausfahren. Eine Einfahrt mit anschliessender Ausfahrt nennt man deshalb einfach Durchfahrt. Ist diese im Fahrplan erlaubt, erfolgt diese Durchfahrt automatisch, wenn die Signale dies zulassen. Wenn der Fahrplan aber einen Halt verlangt, wird der Zug angehalten und frisch beschleunigt. Auch hier gibt es Ausnahmen, die wir noch nicht behandeln werden.

Nachdem wir nun wissen, was ein Bahnhof ist, wie es mit diesen Weichen funktioniert und wie die Bewegungen heissen, wird es nun Zeit den Bahnhof als solches zu verlassen. Wir machen es aber noch nicht wie die Züge, denn wir bleiben in der Region eines Bahnhofes. Denn einem Bahnhof können andere Bereiche der Eisenbahn angeschlossen sein, die wir nun betrachten wollen. Beginnen werden wir mit dem Bereich, der am meisten Einfluss auf den Bahnhof hat.

 

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