Einleitung

Privat oder Staat? Damit können wir eigentlich noch weniger anfangen, als mit der Idee eine Eisenbahn zu bauen. Was hat dieser Vergleich mit der Eisenbahn zu tun? Es ist eine grundlegende Frage, was besser ist. Aber trotzdem hat dieser Vergleich sehr viel mit der Eisenbahn zu tun, denn genau diese Frage stellte man sich seit Jahren immer wieder und eine passende Antwort gab es nie. Zu unterschiedlich waren die Meinungen und so auch die Lösungen.

Die westliche Wirtschaft funktioniert damit, dass möglichst viel privat organisiert wird. Staatliche Regeln sollen so tief wie nur möglich gehalten werden. Die Firmen stellen Arbeiter ein und lassen diese für sich arbeiten. Sie gehen in den Laden, der Ihnen Angebote unterbreitet aus denen sie das für sich passende Produkt aussuchen können. Dieses bezahlen sie schliesslich mit ihrem Geld, dass Sie in der Firma verdient haben.

Staatliche Eingriffe gibt es dort nicht, oder? Nicht in jedem Fall, denn der Staat organisiert einen Teil des Handels. So legt er zum Beispiel fest, welche Produkte immer angeboten werden müssen. Bekannt sind diese als Grundnahrungsmittel. Sozialere Staaten möchten aber möglichst viel organisieren und so das angepasste Angebot der breiten Bevölkerung übergeben. Den Firmen wird gesagt, wie viele Leute sie anstellen müssen und was sie zu produzieren haben.

Schliesslich kann dann der Arbeiter das Produkt, das er benötigt, kaufen. Eine grundsätzlich andere Lösung, die alles genau planen lässt. Der Staat übernimmt die Regelung der Wirtschaft. Wer will, kann darüber streiten, welche Lösung besser ist. Im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass der Mittelweg am besten sein könnte. Die Wirtschaft arbeitet ganz normal und verhandelt die Preise und Löhne mit den Arbeitern.

Der Staat erlässt Gesetze, die regeln, wie sich die Partner zu verhalten haben. Er regelt, lässt aber die Unternehmen an der langen Leine. So funktionieren die meisten Staaten, was aber nicht heisst, dass sie genau gleich sind. Sofern Sie sich nun fragen, was das soll, dann kann ich Ihnen versichern, in diesem grundsätzlichen wirtschaftlichen System wird sich jede Eisenbahn bewegen, denn sie sind nicht ohne Gesetze.

Wenn wir nun zur Eisenbahn kommen, erkennen wird eigentlich, dass man dabei immer vom öffentlichen Ver-kehr spricht. Was aber nun öffentlich ist, gehört dem Staat. Wieso dann diese Frage?

Einfach, weil das nicht automatisch heisst, dass die Eisen-bahn staatlich ist. Das Land kann schliesslich dem Unter-nehmen einen Auftrag erteilen, das diesen dann ausführt. Auch die Wirtschaft hat Interesse an einem funktionierten Verkehrsmittel.

Die Eisenbahn, die uns berühmt machen soll, existiert erst in unseren Köpfen. Damit ist es jetzt zwar weder eine Eisenbahn, noch ein Projekt, aber wir haben den privaten Weg eingeschlagen.

Ein paar Freunde, die sich dazu entschlossen haben, eine Eisenbahn zu bauen. Mehr existiert nicht und damit haben wir bereits festgestellt, dass wohl kaum etwas staatlich beginnt, denn es ist immer eine Person, die eine Idee hat.

Wo greift dann der Staat zu? Oder benötigen wir den staatlichen Teil gar nicht? Vom staatlichen System ab-hängig, kann gesagt werden, dass in einigen Ländern bereits jetzt eingegriffen wird.

In den Gebieten mit geringerer Regulierung, wird kaum ein Staat eingreifen. Abhängig ist das davon, wie der Staat am Projekt sein Interesse vertreten will. Nutzt es ihm, dann fügt er sich beim Projekt der neuen Eisenbahn ein.

Erneut stellt sich die Frage nach dem dafür und dawider. Bedenken wir, dass der Staat durchaus sagen kann, er organisiere die Eisenbahn grundsätzlich. Er stellt die Eisenbahn dem Land zur Verfügung und diese kann der Mensch nutzen, der das will. Der Staat verkauft dem Volk eine Dienstleitung, für die er, wie Sie, ein Entgelt will. Das bezahlen Sie, wenn sie die Eisenbahn benützen. Vermutlich bemerkten Sie es nicht einmal, aber es gibt nun keinen Unterschied mehr.

Es stellen sich uns aber einige neue Fragen. Was benötigen wir für eine Eisenbahn, und wie sind übliche Eisenbahnen denn organisiert? Gibt es eine richtige Lösung? Kann man überhaupt privat eine Eisenbahn bauen?

Fragen über Fragen, die beantwortet werden müs-sen. Es sind grundlegende Fragen. Fragen, die ge-stellt werden, bevor man eine Eisenbahn baut. Wer kann uns bei diesen Fragen helfen? Wo finden wir die richtigen Antworten?

Damit wir etwas konkreter werden können, benö-tigen wir erstmals ein paar allgemeine Informa-tionen zum Thema Eisenbahn. Wir haben schliess-lich keine Ahnung, was es heisst, eine Eisenbahn zu bauen.

Die Antworten auf unsere Fragen finden wir in der Geschichte der vorhandenen Bahnen. Wir schauen uns an, was dort wie erledigt wurde. Wir spio-nieren, statt dass wir denken. So lernen wir aus deren Fehler und können es besser lösen.

Schlimmer ist, dass wir nicht wissen, wie sie den genau heissen soll, unsere neue Eisenbahn. Wir haben zwar berühmte Vorbilder, kennen sie aber nur dem Namen nach. Ist es überhaupt zulässig einfach ein Namen zu wählen, oder ist klar vorgegeben, dass wir dazu die Namen der Ortschaften verwenden müssen. Diese Frage muss beantwortet werden, denn erst wenn wir das wissen, handeln wir richtig und finden den passenden Namen.

In einem Land wie der schweizerischen Eidgenossenschaft kommt noch ein weiterer Punkt hinzu. Das Land besitzt vier Sprachregionen und damit stellt sich die Frage, nach deren Anwendung. Eisenbahnen verbinden Regionen und in diesen kann in einer anderen Sprache gesprochen werden. Auch wenn ich hier als Beispiel die Schweiz verwendete, auch in anderen Ländern besteht dieses Problem und das müssen wir lösen.

Mit anderen Worten, bevor wir unsere Bahn in Angriff nehmen können, müs-sen wir uns ein paar Gedanken zu den bestehenden Eisenbahnen machen.

Sie sollen uns mit ihrer Geschichte hel-fen und Antworten liefern. Vielleicht gelingt es uns dann, die geplante Eisenbahn zu benennen und sie wie geplant zu bauen.

Wenn es auch nur virtuell sein wird, wir wollen seriös arbeiten, denn wer scheitert schon gerne beim Start mit seinem Vorhanden?

In der Geschichte wären wir zwar nicht die ersten, die schon bei der Planung versagen. Eisenbahnen in aller Welt wurden immer wieder geplant und kamen nie zur Ausführung.

Sie verschwanden in den Schubladen und gingen vergessen. Bis jemand die Idee wieder aufgreifen sollte. Genau das machte ich bei dieser Seite.

Doch dazu später, denn zuerst wollen wir erfahren, wie die Eisenbahn ent-standen ist.

Da wir wirklich mit den geringsten Grundlagen arbeiten, beginnen wir beim Anfang. Spurgebundene Verkehrswege gab es bereits bei den Römern, wo die von Pferden gezogenen Wagen in Spurrillen geführt waren. Auch in anderen Bereichen gab es später ähnliche Lösungen mit Rillen in der normalen Fahrbahn. Direkt mit den heute vorhandenen Eisenbahnen vergleichen geht nicht, denn heute verkehrt man auf speziellen Verkehrswegen.

Wie war das noch mal, die Eisenbahn wurde in England erfunden und breitete sich dann über die ganze Welt aus? War das wirklich so oder hat einfach jemand ein wunderbares Märchen geschrieben? Ein Märchen, wie unser Projekt eins sein könnte? Doch irgendwoher muss die Eisenbahn doch gekommen sein, denn heute haben wir sie und wir wollen sie bauen. Suchen wir daher die Geburtsstunde der Eisenbahn. Wann auch immer die war.

Man geht davon aus, dass die moderne Eisenbahn, die wir heute kennen, beim legendären Rennen von Rainhill entstanden sei. Sie haben es richtig gelesen, es soll ein Rennen gewesen sein.

Allgemein bringt man Eisenbahnen nicht mit Rennen zusammen. Es gibt Autorennen, Pferderennen und Radrennen. Zugsrennen finden wir jedoch keine. Zumindest dann, wenn wir jenes von Rainhill nicht behandeln wür-den.

Tatsächlich hat dort eine Lokomotive mit dem Namen Rocket den Durch-bruch geschafft. Das klingt schnell und daher sehen wir etwas genauer hin. Vor dem Start mussten viele Teilnehmer qualifiziert werden.

Der Grund war, dass man die neue Lokomotive mit «eingebauten» Pferden betreiben wollte. Selbst Menschen nahm man dafür. Daher kann man sich leicht vorstellen, dass das Feld der Teilnehmer sehr überschaubar war.

Somit kann gesagt werden, dass es 1829 zur ersten Eisenbahn nach heutigem Muster kam. Nur, wie war das schon wieder? Ein Rennen? Waren die verrückt? Oder wie würde das Obelix ausdrücken, die Spinnen die Engländer.

Richtig ist, es war ein Rennen. Gewonnen hatte übrigens das Gefährt, das letztlich am Ziel angekommen ist. Schnell war man nicht, man war froh, dass es funktionierte. Die erwähnte Rocket wurde daher berühmt.

Die meisten beim Rennen vorgeschlagenen und zugelassenen Fahrzeuge versagten ihren Dienst, so dass das System der Rocket übernommen wurde und so als Startsignal der modernen Eisenbahn gewichtet werden konnte. Das, obwohl noch nichts darauf hin deutete, dass sich das System durchsetzen könnte. Man hatte nur ein Rennen gewonnen, das wohl sehr spannend war, weil sich immer wieder ein Teilnehmer verabschiedete.

Nur, wer will schon seine Gedanken an England verlieren? Wir nicht, denn wir wollen eine Eisenbahn in der Schweiz bauen und dann soll uns auch die Geschichte der Eisen-bahn in diesem Land interessieren.

Nur, das geht eben nicht ohne die Bahnen in England. Doch dazu werden wir später noch kommen. Jetzt soll es reichen, dass die Eisenbahnen in der Schweiz und in England verwandt sind und dies sogar näher als man ver-muten könnte.

Die Schweiz war nicht unter den ersten Nationen, die eine Eisenbahn hatten. Nach den Erfolgen in England war jedoch ein regelrechtes Fieber ausgebrochen. Jedes Land wollte eine Eisenbahn. Länder wie Frankreich oder Deutschland waren da schneller.

Gründe für diese Verzögerungen in der Schweiz finden sich im Gefüge des Staates. Die helvetische Republik kannte viele kleine eigene Staaten, da war nicht an ein Bahnprojekt zu denken, denn es fehlte ein wichtiges Teil.

Die ausländischen Bahnprojekte näherten sich aber den Grenzen von allen Seiten her. Nur, den Schritt in die hoheitliche Region eines helvetischen Staates war anfänglich nicht geplant. Schliesslich war es an den französischen Bahnen, die den Schritt in die helvetische Republik wagten. Am 15. Juni 1844 erreichte somit der erste Zug den innerhalb der Stadtmauern errichtete Bahnhof von Basel. Es gab die erste Eisenbahn, auch wenn sie nicht helvetisch war.

Der erste Bahnhof erregte natürlich viel Aufsehen und die Eisenbahn wurde in der Schweiz doch noch zu einem Thema. Es sollte schliesslich die Aufgabe der Finanzmetropole Zürich sein, das Zeitalter der Eisenbahn in der Schweiz einzuläuten. Vermutlich ahnte damals noch niemand, dass mit diesen ersten Schritten der Grundstein für eine Nation von Bahnfahrern gelegt wurde. Kein Land fährt heute mehr Eisenbahn als die Schweiz.

 

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