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Funktion Steuerventil |
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Kommen wir zum Steuerventil. Wie wir schon erfahren haben, gibt es solche
für die
Lokomotiven und solche für Wagen. Da sich diese sowohl
in der Funktion als auch vom Aufbau her, nicht unterscheiden, sehen wir
ein Muster an. Die bereits beim Bremsventil verwendeten Stellung machte
auch das Steuerventil mit. Daher beginnen wir hier mit der Bremse, die
zuerst betriebsbereit gemacht werden musste. Das
Ventil
wird gefüllt.
Der
rote Anteil ist der Luftvorrat, der für den Brems-zylinder benötigt wird.
Jetzt in der Stellung Füllen und Lösen befindet sich im Teil des
Zylinder
keine Luft, daher ist der Teil weiss. Die von der Hauptleitung kommende Druckluft kann durch die geöffneten Ventile fünf und sechs ungehindert zu den Vorratsbehältern strömen. Damit steigt dort der Luftdruck auf den Wert von fünf bar an.
Durch die gleichzeitige Füllung wird keine
Druckluft
zum Bremszylinder geführt. Die Bremse des Fahrzeuges ist nun los. So lange
hier der Druck nicht ausgeglichen ist, kann die Hauptleitung nicht auf dem
Druck gehalten werden. In dieser Lösestellung ist der Bremszylinder auch mit der Umwelt verbunden. Auch wenn sich dort noch ein Druck aufbauen könnte, er glich sich mit der Umgebung aus.
Wir
haben daher in der Lösestellung schlicht einen entleerten Bremszylinder
und das wird wichtig, wenn wir uns den anderen Stellung zuwenden, denn
immer wenn der Bremszylinder ohne Überdruck ist, spricht man von der
Lösestellung.
Wenn Sie die Grafik genau angesehen haben, dann erkennen Sie auch die im
Zylinder
vorhandene Rückholfeder. Ansonsten besteht ein Steuerventil aus
Federn,
Kammern und Membranen. All diese könnten einen Defekt erleiden, daher kann
mit den Schalter drei das Steuerventil von der Hauptleitung getrennt
werden. Damit aber die Bremse löst, muss das Ventil und die Behälter
entleert werden. Wie das geht, erfahren wir später.
Die
im Steuerbehälter gelb enthaltene Luft drückt nun den Stössel gegen die
Kraft der
Feder
und der in der Haupt-leitung verbliebebenen Luft nach oben. Das führt nun
dazu, dass
Druckluft
aus dem Hilfsluftbehälter in den Bremszylinder strömt. Die Bremsung setzt ein und die Stärke hängt direkt von der Hauptleitung ab. Sobald sich die Verhältnisse der Druckluft zwischen der Hauptleitung blau und dem Steuer-behälter gelb in der Kammer ausgeglichen haben, wird die Zuleitung vom Hilfsluftbehälter zum Bremszylinder unter-brochen.
Die
grüne Luft im Bremszylinder ist somit gefangen. Wir haben die
Abschlussstellung erhalten, die Bremse wirkte und das Fahrzeug verzögerte.
Allenfalls vorhandenen Verluste in der Hauptleitung, wer-den wieder
ausgeglichen, da etwas Luft vom Hilfsluft-behälter in den Bremszylinder
gelassen wurde. Auch dort konnten Verluste ausgeglichen werden. Auf die
Spielereien mit einer zweiten Bremsstufe, oder der Güterzugsbremse
verzichten wir. Die langsamere Wirkung der Bremse bei
Güterwagen wird
einfach nur mit kleineren Bohrungen und damit weniger Durchfluss erzeugt.
Allenfalls mit
Schnellbremsbeschleuniger versehene Steuerventile arbeiten auf die gleiche
weise. Sinkt jedoch die Hauptleitung in einer hohen Geschwindigkeit ab,
öffnete sich der Schnellbremsbeschleuniger. Die blaue Hauptleitung
entleerte sich augenblicklich. Dieses
Ventil
blieb geöffnet, bis der
Luftdruck
in der Hauptleitung null
bar
erreicht hat. Die vorher beim Bremsventil erwähnte Übersteuerung führt zur
Schnellbremse.
Das
führt nun dazu, dass der Stössel nach unten gezogen wurde. Die im
Bremszylinder enthaltene Luft wird ins freie Entlassen und das erfolgt so
lange, bis der Ausgleich den Stössel hebt. Erst bei dem Zeitpunkt, wo sich das Ventil sechs auch öffnet, wird die Bremse vollständig gelöst. Da dies nicht bei fünf bar der Fall ist, wird dieser Zeitpunkt als Löse-grenze bezeichnet.
Diese liegt ungefähr bei einem Druck von 4.7
bar
in der Hauptleitung. Mit dieser Lösegrenze wird gespielt, wenn nach der
Reguliermethode gefahren wurde. Die Haupt-leitung wurde je nach Bedarf bis
zur Lösegrenze ange-hoben.
Ist
die Bremskraft immer noch zu stark, wird die Haupt-leitung nur kurz noch
weiter erhöht. Das führt dazu, dass einige Steuerventile auslösen und die
Bremskraft verringert wird. Eine Fahrweise, die vom Personal sehr viel
Erfahrung verlangt, denn wer zu lange wartet, muss mit den verbliebenen
Bremsen kräftiger arbeiten. Das hat zur Folge, dass die Bremskräfte nicht
gleichmässig im Zug verteilt werden und auch sonst kann es Probleme geben.
Da
während der Bremsung der Hilfsluftbehälter nur gefüllt wurde, wenn jener
der Hauptleitung höher war, konnte sich die Bremse mit der Zeit
erschöpfen. Bei den eher trägen Zügen ist das kein so grosses Problem,
aber bei der Strasse. Daher wird bei der Zweikreisbremse der
Hilfsluftbehälter ab der
Speiseleitung
gefüllt. Das ist auch bei der druckluftbetriebenen Vakuumbremse der Fall.
Hier wird das
Ventil
mit dem Vakuum betrieben.
Das
hat zur Folge, dass die Bremse gelöst wurde, obwohl das nicht der Fall
sein sollte. Solche Störungen sind durchaus möglich und bei einem defekten
Steuerventil, muss die Druckluftbremse ausgeschaltet werden. Mit dem Ausschalthahn drei wird die Zuleitung zum Steuerventil ausgeschaltet. Mehr passiert jedoch nicht, denn die Leitung wird nicht entleert. Es ist also ein einfacher Hahn, der über einen speziellen Griff verfügt und so leicht zu erkennen ist.
Auch seine Position ist genormt, denn waagerecht ist immer die Anzeige,
dass die Bremse ausgeschaltet wurde. Das ist bei Störungen, aber auch
anhand der Vorschriften der Fall.
Mit dem Lösezug muss das Steuerventil entleert
werden. Speziell dabei ist, dass dieser Lösezug nicht das ganze
Ventil
entleert. Es wird nur die Luft aus dem Steuerbehälter gelb abgelassen.
Dadurch öffnet sich das Ventil sechs und auch diese Leitung entleert sich.
Da nun aber keine
Druckluft
mehr vorhanden ist, sorgt die
Feder
beim Regulierkolben acht dafür, dass der Stössel so gestellt wurde, dass
die Druckluft auch dort entweichen konnte.
Wer
nun bei der Vorstellung des Steuerventils aufmerksam war, der hat
vermutlich bereits bemerkt, dass der Hilfsluftbehälter nicht entleert
wurde. Allenfalls hier vorhandene Verluste spielten keine Rolle mehr, denn
die anderen Leitungen und Kammern waren entleert und so konnte die
Druckluft
nur noch ins Freie entlassen werden. Jedoch musste der Lösezug geöffnet
sein, bis sämtliche Druckluft aus dem
Ventil
entweichen konnte.
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