Das Rahmenlaufwerk

Bevor wir mit der Betrachtung der Laufwerke beginnen, muss ich die bunte Leiste unter diesem Text erklären. Wir unterscheiden auf den folgenden Seiten, Bauteile und Hinweise, die es nicht bei allen Lokomotiven gab. Diese Leiste soll Ihnen bei der Orientierung etwas helfen. Wenn ein Teil bei einer Lokomotive nicht verwendet wurde, dann wird diese in der Leiste fehlen. Sie sehen so gleich, wo man diese Lösungen eines Problems anwendete.

 

Dampflokomotive Elektrolokomotive Diesellokomotive

 

Kommen wir nun zu den Rahmenlaufwerken. Ein Begriff, der sich auf die Bauweise der Achsbefestigungen konzentriert. Diese Lösung wurde schon bei den ersten Lokomotiven verwendet. Daher lohnt es sich, wenn wir uns um dieses Laufwerk kümmern und dabei einen genauen Blick auf dessen Bauweise werfen. So verstehen wir, wie es zum Rahmenlaufwerk gekommen ist, denn das war eigentlich kein Zufall und nur logisch.

Damit wir das etwas besser verstehen, müssen wir auf die Strasse ausweichen. Auf der Strasse gab es vor der Eisenbahn Fahrwerke für den Transport von Waren.

Diese Fuhrwerke hatten unter der Ladebrücke eine feste stabile Konstruktion, die man Rahmen nannte. Diese Konstruktion übernahm man für die Lokomotiven.

Auf der Strasse konnten sich diese Rahmen halten und sie werden auch heute noch beim Lastentransport verwendet.

Der Rahmen, oder in unserem Fall der Lokomotivrahmen, ist ein starres Bauteil, das dem Fahrzeug die notwendige Stabilität bietet.

Dieser Rahmen, den man in anderen Bereichen auch Chassis nennt, nimmt auch die Achsen auf. Unterschiede zur Strasse und denn dort verkehrenden LKW gibt es dabei jedoch nicht mehr.

Wir haben daher ein Bauteil, das klar ein Vorteil für Fahrzeuge bietet. Bei den Bahnen, wie auch auf der Strasse.

Dabei setzte sich im Lauf der Jahre eine bestimmte Bauweise durch. Hier muss aber erwähnt werden, dass man sich im Strassenverkehr etwas von diesem Baustil abwendete. Die dort verwendeten Bauweisen werden jedoch nicht erwähnt und wir kommen nun zum Rahmen einer Lokomotive. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir in der Schweiz oder sonst irgendwo auf der Welt auf den Rahmen blicken, denn überall wurde er so gebaut.

Der Barrenrahmen: Der bei den Lokomotiven verwendete Rahmen war ein Barrenrahmen. Vielleicht kennen Sie das Sportgerät Barren. Wenn nicht, erkläre ich es kurz. Beim Barren gibt es zwei längs verlaufende Holme, die auf Stützen stehen. Gerade die zwei parallel verlaufenden Home gaben dem Barrenrahmen seinen Namen. Damit man jedoch die Kräfte besser aufnehmen konnte, wurden kräftige Bauteile verwendet.

Der Barrenrahmen wurde aus einzelnen Stahlblechen und Profilen gefertigt. Diese waren je nach Gewicht der Lokomotive dicker oder dünner ausgeführt worden. Ergänzt wurden diese Stahlbleche in den meisten Fällen durch quer eingebaute Stahlguss-Teile.

Damit konnte man die parallele Führung der beiden Hauptträger sicherstellen. Daher können wir sagen, dass die Hauptträger beim Barrenrahmen parallel verlaufen.

Verbunden wurden diese Einzelteile des Barrenrahmens mit Nieten. Die Nieten wurden verwendet, weil man die elektrische Schweisstechnik noch nicht kannte. Mit den Nieten wurde das Bauteil sehr stabil, hatte aber noch eine gewisse Flexibilität.

Die Barrenrahmen wurden später jedoch verschweisst und so fielen die Nieten weg. Wichtig war, dass man ein stabiles Bauteil schaffen konnte, denn das war der Grund für den Barrenrahmen.

In diesem Rahmen wurden die einzelnen Achsen montiert. Unterschiede zwischen Lokomotiven mit elektrischen oder mit einem anderen Antrieb gab es nicht mehr. Der Barrenrahmen einer Lokomotive unterschied sich nicht. Das Bauteil war bei allen Lokomotiven identisch und wurde früher genietet und später geschweisst. Der Barrenrahmen war aber ein Rahmen, der mit den geänderten Antrieben nicht mehr verfolgt werden konnte.

Der Rahmen war somit ein einfaches Mittel um ein stabiles Fahrzeug zu erhalten. Besonders bei Fahrzeugen, die schwere Lasten tragen müssen, ist eine gute Verteilung der Kräfte wichtig.

Gerade beim Rahmen konnte man diese gut verteilen und so ausgeglichen auf die Achsen übertragen. Das verhinderte, dass es im Fahrzeug zu Kräften kommen konnte, die eine Entlastung einer Achse zur Folge hätte.

Die Einfachheit der Rahmenbauweise hatte aber auch Nachteile. Da sich die Achsen in einem starren Rahmen nur seitlich verstellen konnten, wurden mit zunehmender Länge der Rahmen, die auf das Gleis wirkenden Kräfte grösser.

Diesem Problem versuchten die Konstrukteure mit allen Mitteln entgegen zu wirken. Jedoch war es nur möglich, die Achsen seitlich verschiebbar zu gestalten. Eine radiale Einstellung der Achsen, war im Rahmen nicht mehr möglich.

Zudem bestand immer wieder die Gefahr, dass der Rahmen verzogen werden konnte. Dadurch hätte sich die Verteilung der Lasten verändert, die Lokomotive hätte unterschiedliche Achslasten erhalten und hätte somit entgleisen können. Trotzdem konnte sich der Rahmen überraschend lange halten, denn die Gefahr von verzogenen Rahmen war bei der Eisenbahn gering. Nur eben, mit den höheren Leistungen musste man andere Lösungen suchen.

Schliesslich erreichte man bereits bei den Dampflokomotiven kurz nach 1900 vier bis fünf Triebachsen in einem Rahmen. Das musste zudem noch durch die engen Kurven am Gotthard passen. Ein Widerspruch in sich. Trotzdem hatte man keine andere Wahl, es sei den man Griff in die Trickkiste und baute spezielle Rahmen für einzelne Achsen. Die Drehgestelle waren geboren. Man wusste sogar, dass mit der Steigerung der Leistung nur noch diese Drehgestelle verwendet werden konnten.

 

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