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Die Steinbogenbrücke |
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Mit
den Steinbogenbrücken kommen wir zu den Bauwerken, die viele Leute als die
schönsten Brücken überhaupt ansehen. Dabei sind diese schon alt, denn bei
den Römern wurden diese Modelle in vielen Varianten gebaut und dabei gab
es sogar Lösungen mit mehreren übereinander angeordneten Brücken. Es lohnt
sich diese anzusehen und dabei auch etwas den Vorteil von solchen
Bauwerken zu erkennen, denn schlecht waren sie nicht.
Diese lassen wir vorerst weg und sehen uns die echten Steinbogenbrücken
etwas genauer an, denn nur so geben sie ihr Geheimnis preis, denn es ist
eine Lösung, die leicht im Bogen gebaut werden kann. Wie es der Namen schon verrät, werden bei diesen Brücken Steine verwendet. Dabei sind aber längst nicht bei allen Ausführungen gebrochene Steine benutzt wor-den. Es gibt Modelle, bei denen Steine aus Beton gegossen und anschliessend verbaut wurden.
Auch einfache Ziegelsteine konnten bei diesen Brücken angewendet werden,
dabei ist aber der Aufbau bei allen Brücken identisch und das ist der
Bogen und der zweite Teil der Brücke. Der Gewölbebogen dieser Brücken ist das wichtige Teil. Mit diesem werden die Kräfte nach unten in die Pfeiler abgeleitet.
Damit das geht, müssen die Steine des Bogens in einem Halbkreis angeordnet
werden. Das erfolgt auf einem Lehrgerüst, denn beim Bau ist dieses Modell
noch sehr unstabil und daher geht es nur mit dieser Hilfskonstruktion.
Denn auf diesem können die Steine einfach abgelegt und sicher gearbeitet
werden.
Lehrgerüste sind einfache Konstruktionen aus
Holz.
Sie kommen beim Bau von allen Brücken zur Anwendung bei denen Bauteile
verbunden werden müssen. Man kennt solche Lehrgerüste auch im Bau von
Fahrzeugen und dabei ist bei diesen immer die spätere Form vorgegeben.
Nach dem Bau werden diese Gerüste jedoch wieder abgebaut und daher sind
sie nicht Bestandteil der Brücken. Moderne Lösungen arbeiten mit Stahl.
So
lange der Bogen nicht geschlossen ist, ist auch keine Trag-kraft
vorhanden, denn diese entsteht erst mit dem letzten Stein, der passend
Schlussstein genannt wird. Mit diesem ist der Bogen fertig. Wirkt nun von oben eine Kraft gegen den aus Steinen aufgebaute Bogen, werden diese nach unten gedrückt und schieben sich zusammen. Dadurch erhöht sich die Stabilität, die Kraft wird dann im Bogen abgeleitet. Letztlich
wurde die Kraft in den Pfeilern in den Boden abgeführt. Wie hoch diese
Pfeiler sind, ist dabei gar nicht mehr so wichtig, wie man meinen könnte,
denn die Kraft wird senkrecht nach unten abgeführt und das erlaubt auch
Bögen.
Mit
dem Bogen ist eigentlich die Brücke bereits aufgebaut. Es werden
anschliessend noch Mauerungen vorgenommen um eine ebene Fläche für die
Fahrbahn zu erhalten. Diese kann sogar mit Öffnungen versehen sein, was
diese Brücken sehr filigran erscheinen lässt. Auch hier ist viel der
Phantasie der Erbauer geschuldet, denn jede ist leicht anders und es gibt
sogar Steinbogenbrücken, die auf beiden Seiten die üblichen Widerlager
benötigen.
In
dem Fall wird der Halbkreis nicht vollständig ausgeführt und das ist bei
niederen Bauhöhen erforderlich. Die klassische Steinbogenbrücke gibt es
daher nicht. Jede wird speziell auf den Bau abgestimmt und daher
angepasst. Das Problem dieser Brücken ist jedoch der Untergrund, denn die
Pfeiler stehen auf einem Boden, der das Bauwerk tragen muss und nun kommt
der grosse Vorteil dieser Brücken. Denn sie sind vielseitig.
Daher werden Steinbogenbrücken sehr oft auch als Vorbrücken bei den
be-reits bekannten Stahlfachwerkbrücken verwendet. Deren Widerlager wird
in dem Fall in einem dazu angepassten Pfeiler umgesetzt. Viele Modelle mit
gros-sen Stützweiten arbeiten so. Die Gefahren bei diesen Brücken besteht eigentlich nur beim Bogen. Ist dieser zu nahe an der Fahrbahn, kann diese auch Kräfte erzeugen, die den Halbkreis verschieben. In dem Fall verliert dieser die Stabilität und es kann zum Einsturz kommen.
Daher können hier nicht immer so filigrane Bauwerke erstellt werden, wie
man das wünscht. Und das führt zu massiv aussehenden Ausführungen von
die-sen Brücken.
Ein
grosses Problem bei den Steinbogenbrücken ist jedoch, dass sie keine
grossen Stützweiten erlauben. Je weiter sich die Pfeiler entfernen, wie
schwerer wird es den Bogen stabil zu halten. Es werden also immer mehrere
Pfeiler benötigt und bei breiten Flüssen müssen diese in das Wasser
gestellt werden. Daher werden dort dann die Stahlfachwerkbrücken
verwendet. Sie sehen, man kann also die
Bauarten
auch mit diesen Steinbogenbrücken kombinieren.
Eine einmal erstellte und gut gebaute Steinbogenbrücke ist ausgesprochen
lang lebig. Viel hängt hier von den verwendeten Steinen ab. Sind diese
kräftig, kann über viele Jahre ohne Sanierung gearbeitet werden. Das
Problem sind hier, wenn Steine durch die Kräfte brechen, denn in dem Fall
können sie die Festigkeit gefährden. Alleine das führt dazu, dass auch bei
diesen Brücken immer wieder arbeiten zur
Sicherung
des Bauwerks ausgeführt werden.
Denn
diese können sehr leicht erkannt werden. Sie haben schlicht Stützweiten,
die mit einer klassischen Ausführung nicht erreicht werden können. Doch
nun zu den drei von mir ausgewähnten Brücken, in dieser Bauweise. Die Schäflibachbrücke: Vermutlich fragen sich die meisten Leute, was denn das für eine Brücke ist. Sie ist schlicht unbekannt und trotzdem hält sie einen einsamen Rekord in der Schweiz.
Die
Brücke über den Schäflibach befindet sich zwischen den
Bahnhöfen von
Schlieren und Dietikon. Von der heute vierspurigen Brücke ist jedoch ein
Teil die grosse Sen-sation. Bevor wir jedoch dazu kommen, sehen wird das
Bauwerk an. Der Schäflibach ist ein kleines Gewässer, das zwischen den beiden Bahnhöfen in die Limmat fliesst. Das reichte aber, dass an dieser Stelle eine lediglich 4.7 Meter lange Brücke gebaut werden musste.
Mit
dieser Stützweite kann sie nun wirklich nicht trum-pfen, denn es gibt
heute einfache Wegquerungen, die länger gebaut werden mussten. Das
besondere dieser einzigartigen Steinbogenbrücke ist also an anderer Stelle
zu suchen.
In
Betrieb genommen wurde die Brücke am 09. August 1847 mit der Eröffnung der
Spanischbrötlibahn.
Selbst heute fahren die Züge immer noch über dieses Bauwerk, das im Lauf
der Jahre immer mehr erweitert werden musste. Damit ist der älteste Teil
dieser kleinen Brücke die älteste sich noch im regulären Betrieb
befindliche Brücke einer Eisenbahn. Das ist jedoch nicht schwer, begann
doch an diesem Tag die Geschichte in der Schweiz.
Deutlich
jüngere Stahlbrücken mussten weichen um neuen Lösun-gen Platz zu machen.
Alleine das reicht, um die Schäflibach-brücke mit einer der kürzesten
Stützweiten in diesem Artikel aufzunehmen. Es geht nicht immer um die
Grösse, sondern um die Ausdauer. Der Landwasserviadukt: Man muss die Brücke über den Fluss Landwasser nicht gross vorstellen. Sie ist weltbekannt und das auch zurecht. Sie liegt an der Strecke zwischen Filisur und Tiefenkastel an der Albulabahn.
Die
wegen der lateinischen Region Viadukt genannte Steinbogen-brücke besitzt
insgesamt sechs Öffnungen von 20 Meter. Das sind bei solchen Brücken
durchaus übliche Masse. Damit wird eine Länge von 121 Metern erreicht.
Soweit haben wir hier eine normale Steinbogenbrücke erhalten, die bei der
Höhe von anderen geschlagen wird. Trotzdem ist sie besonders, weil es eine
der wenigen Brücken ist, die in einer nahezu senkrechten Felswand endet
und die Strecke daher direkt in einen Tunnel übergeht. Alleine das ist
nicht so bekannt bei dieser Brücke wie der Verlauf, denn die Strecke
verläuft hier in einem Bogen mit 100 Meter Radius und das ist eng.
Gerade der Radius der Strecke zeigt, dass diese Steinbogenbrücken auch in
Bögen verbaut werden können. Dabei sind jedoch die einzelnen Bögen aus
statischen Gründen gerade, aber sie stehen in einem deutlich erkennbaren
Winkel zu einander. An dieser Stelle konnte wegen der Kurve schlicht keine
andere Lösung verbaut werden und so entstand das Viadukt, das so schön in
der Landschaft liegt, dass es harmonisch wirkt.
Dank der letztlich erfolgten Sanierung, kann sich diese Brücke noch lange
halten und auch die Gerüste werden heute anderes gebaut, so dass die alten
Auflagen abgebaut wurden. Wir haben wirklich eine wunderbare Brücke
erhalten. Die Meienreussbrücke: Kommen wir zur Meienreussbrücke. Ge-nauer behandeln wir die mittlere Meienreussbrücke. Sie befindet sich an der berühmten Gotthardstrecke oberhalb des Bahnhofs Wassen.
Es
ist die mittlere der drei über die Schlucht führenden Brücke und sie kann
von der Kirche von Wassen sehr gut eingesehen werden. Entstanden ist diese
Brücke erst 1976, als eine grosse Sanierung anstand. Beim Umbau wurde die alte und zu schwache Stahlfachwerk-brücke von 1882 ersetzt. Bereits damals war klar, dass als Material Beton verwendet werden sollte und das galt auch bei dieser Brücke.
So
wurde mit diesem Werkstoff der Hauptbogen mit einer Stützweite von 56
Metern aus Beton gegossen. Vermutlich wegen der bekannten Sicht von der
Kirche wurde dieser Träger mit Natursteinen verkleidet, so dass wir
optisch eine Steinbogenbrücke haben.
Mit
einer echten Steinbogenbrücke, wäre diese Stützweite nur sehr schwer
möglich gewesen. Daher machte man diesen Schritt und letztlich entstand so
eine gute Brücke, die allgemein als Steinbogenbrücke angesehen wird. Da
man den Kern aus Beton nicht mehr erkennt, ist die Täuschung gelungen.
Damit haben wir hier eine unechte Steinbogenbrücke erhalten. Eine
ausgesprochen seltene Lösung, die nur hier möglich war.
Gerade bei den in der Schweiz zahl-reichen Sanierungen mit zu schwa-chen
Stahlfachwerkbrücken wurde mit dieser Lösung gearbeitet. Zumindest an
einigen Orten war dieser Kunstgriff aber nicht so gut zu erkennen. Ich könnte nun die Liste mit den Stein-bogenbrücken beliebig erweitern. Es sind die Brücken, die man allgemein als solche wahrnehmen. Wenn Sie mit offenen Augen durch die Welt gehen, werden Sie auch viele niedrig gebaute Steinbogenbrücken finden.
Sicherlich ein gutes Beispiel dafür ist die Brücke über die Reuss. Also
die letzte, die sich unmittelbar vor der Stelle befindet, wo der Fluss in
die Aare fliesst und somit endet.
Sie
ist unmittelbar vor der Stadt Brugg, die sogar eine Steinbogenbrücke in
ihrem Wappen führt. Das auch deshalb, weil die Brücke der Römer so gebaut
worden war. Es lohnt sich, wenn wir auch ausserhalb der Eisenbahn nach
diesen Brücken Ausschau halten. Es lohnt sich auch eine Reise ins Tessin,
wo es solche Steinbogenbrücken ohne aufgefüllten Zwischenraum gibt, Damit
sind wir aber wirklich bei den ganzen Alten Modellen angelangt.
Es
wird Zeit, dass wir moderner werden und der Werkstoff, der heute viel
benutzt wird ist Beton. Damit war anzunehmen, dass er auch beim Bau von
Brücken zur Anwendung kommt. Wir erinnern uns, dass der Steinbogenviadukt
über die Kander bei Frutigen aus Steinen aufgebaut wurde, die mit Beton
gegossen wurden und das bereits im Jahre 1913, so modern wie wir meinen,
ist dieser Werkstoff womöglich gar nicht.
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