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Farben und Anschriften |
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Bei der Farbgebung der
Lokomotive
stellt sich uns eigentlich nur eine Frage. Das Fahrzeug gehörte der BBC
und seit der Maschine der Reihe Ae
8/14 wissen wir, dass das dazu führen kann, dass an dem Fahrzeug die
Farben der Herstellers verwendet werden konnten. Bei der BBC und damit bei
diesem Fahrzeug war man jedoch mehr an die Vorgaben der
Staatsbahnen
gebunden und so kamen deren Vorstellungen zur Anwendung.
Hinzu kam noch, dass unter-schiedliche Metalle vorhan-den waren und dies auch zu einer Korrosion beim sonst gut geschützten Aluminium führen konnte.
Aus diesem Grund wurde hier mit mehreren Farbschichten gearbeitet. Bevor
diese jedoch aufgetragen wurde, füllte die SLM, die für den Anstrich
verantwortlich war, noch mit Spachtel bearbeitete Bereiche auf.
Das war bei
Lokomotiven
durchaus üblich, denn auch mit diesem Material konnte ein guter Schutz vor
der Oxidation geschaffen werden. Aus diesem Grund gingen die Erbauer nicht
gerade sparsam damit um. Ein Punkt, der jedoch auch seine Probleme hatte.
Neben der Farbe hatte die Spachtelmasse als Füller ein Gewicht, das nicht
vernachlässigt werden durfte. Neben der Dicke der Schichten, war dafür
auch die Grösse des Fahrzeuges verantwortlich.
Unmittelbar auf den Metallen und dem geschliffenen Spachtel aufgetragen
wurde eine Grundierung. Diese Schicht war so aufgebaut worden, dass sie
sich sehr gut mit den Metallen verband. Zudem bildete sie eine
geschlossene Abdeckung, so dass der Schutz vor Oxidation gewährleistet
war. Das Problem mit der Korrosion wurde verhindert, da die einzelnen
Metalle getrennt eingefärbt wurden und so zwischen den Metallen Farbe
vorhanden war.
Mit der zweiten Farbschicht wurden dann die Pigmente nach den Angaben der
Schweizerischen Bundesbahnen SBB der Farbe beigemengt. Die hier
verwendeten Farben führten nach dem Abtrocknen dafür, dass eine Farbgebung
entstand die hoch glänzend war. Das war damals üblich und wurde auch bei
anderen
Baureihen
so ausgeführt. Im Betrieb war der Glanz aber schnell wieder verschwunden,
was aber kein Problem war.
Die hier vorhandene thermische Belastung durch die
Bremsen
und die dabei vorhandene Abnützung hät-ten zu Problemen geführt. Sie
sehen, dass auch hier von der üblichen Praxis keine Ausnahmen gemacht
wurden. Es bleibt noch zu erwähnen, dass im Bereich des Laufwerks einige Punkte mit roter Farbe behandelt wurden. Es waren jedoch jene Zonen, bei denen eine Handlung durch das Personal vorgenommen werden musste.
Für uns bedeutet das jedoch, dass wir die einzigen hier vorhandenen
Farbtupfer kennen gelernt haben. Auch hier galt, dass wir eine zur
Lokomotive
passende schlichte Farbgebung erhalten haben, die auch beim Kasten
vorhanden war.
Der Kasten, also die Seitenwände und die beiden
Führerstände
wurden mit einem dunkelgrünen Farbton eingefärbt. Diese Farbe wurde bei
den Schweizerischen Bundesbahnen SBB in diesem Bereich seit Jahren
verwendet. Ausnahmen davon gab es damals nur bei den
Roten Pfeilen und bei der
Lokomotive
Ae 8/14 mit der
Nummer 11852, die jedoch nach dem Muster der MFO gefärbt wurde und nicht
den Vorstellungen der
Staatsbahnen
entsprach.
Auch hier gab es eine farbliche Abweichung. Diese beschränkten sich jedoch
nur auf die
Griffstangen.
Wurden diese bisher mit schwarzer Farbe behandelt, gab es nun eine
Änderung. Vor dem Einbau wurden diese Stangen nicht mehr eingefärbt,
sondern galvanisch verchromt. Das führte dazu, dass diese mit den
silbernen Glanz auf der sonst dunklen Farbe sehr gut zu erkennen waren.
Eine Lösung, die in Zukunft weiter verfolgt werden sollte.
Auch bei der hier vorgestellten
Lokomotive
sollte das der Fall sein, obwohl hier der Abrieb von der
Fahrleitung
nicht vorhanden war. Die Abdunklung er-folgte auch hier.
Nachdem wir nun die
Lokomotive
eingefärbt haben, kommen wir zu den am Fahrzeug angebrachten Anschriften.
Wie bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB seit Jahren üblich, wurden
keine Bahnanschriften angebracht. Hier kam zu dieser Praxis noch hinzu,
dass bei dieser Lokomotive die BBC der Besitzer war. Jedoch verzichtete
auch dieser Hersteller auf einen auffälligen Hinweis zu den besonderen
Besitzverhältnissen.
Die
Lokomotive
der Reihe Am 4/6 war eine Lokomotive der
Staatsbahnen,
zumindest optisch galt das. Insbesondere bei den Anschriften waren viele
technische Hinweise vorhanden, die das Fahrzeug für das Personal erkennbar
machten. Dazu gehörte bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB jedoch nur
der Anstrich und die Nummer des Fahrzeuges. Letztere wollen wir uns nun
genauer ansehen, denn dort wurde ein neuer Ansatz gewählt.
Kommen wir zur Nummer der
Lokomotive.
Diese wurde von den
Staatsbahnen
vergeben und sie lautete 1101. Sie wurde auf allen Seiten der Maschine mit
einzelnen verchromten Ziffern angeschrieben. Während bei den beiden
Fronten
die Mitte gewählt wurde, war das auf den beiden Seiten nicht der Fall.
Hier wurde die Nummer der Lokomotive auf der rechten Seite des grossen
Gitters angebracht. Obwohl hier die Mitte verfügbar war, wurde dieser
Bereich gewählt.
Die Reihe Am 4/6 als
Versuchsträger
gebaut, sollte also auch bei den Orten der Beschriftungen und bei deren
Ausführung neue Ideen umsetzen. Hier war es nicht so schlimm wenn es nicht
klappte. Obwohl es sich hier um ein Fahrzeug handelte, das rechtlich der BBC gehörte, beschränkte man sich auf die üblichen Herstellerschilder. Dazu wurde ein Schild benutzt, das aus einem Gussteil erstellt wurde.
Die BBC ging zudem so weit, dass man sich mit der SLM auf ein gemeinsames
Herstellerschild einigen konnte. Eine Lösung, die damals durchaus üblich
war, die aber in Zukunft nicht immer so ausgeführt wurde.
Montiert wurden diese Herstellerschilder nur an der Seite und dort
orientierte man sich ebenfalls am grossen
Lüftungsgitter.
Dabei nutzte man nun für dieses mit Schrauben befestigte Schild die
gegenüberliegende Seite zur Nummer. Es war also nicht die Praxis
angewendet worden, dass diese Schilder unter der Nummer der Fahrzeuges
angebracht wurden. Der Grund hier war simpel, denn dafür war schlicht der
Platz nicht vorhanden.
Technische Anschriften, wie Hinweise zu den
Bremsen
und zum Gewicht, waren jedoch nicht vorhanden. Damals wurde bei den
Triebfahrzeugen
auf diese Angaben verzichtet. Diese wichtigen Angaben wurden in einem
Verzeichnis aufgeführt, das dem Personal abgegeben wurde. Sie sehen, dass
auch das Fahrzeug der BBC durchaus in den Verzeichnissen der
Schweizerischen Bundesbahnen SBB aufgeführt wurde, da diese den Betrieb
übernahmen.
Das System der Schweiz war seinerzeit nicht auf Modelle ausgelegt worden,
die eine so besondere Antriebsart hatten. Das kleine m war eigentlich für
Dieselmotoren
vorgesehen. Da die
Gasturbine
ebenfalls mit
Treibstoffen
be-trieben wurde, schlug man sie den
Diesellokomotiven
zu. Diesen Motor gab es hier sogar, aber er wurde nicht als übliche Antriebs-einheit verwendet. Vielmehr war dazu die Gasturbine vorhanden, die jedoch vom System der Schweiz schlicht nicht berücksichtigt wurde.
Wir können daher annehmen, dass die letztlich gewählte Bezeichnung Am 4/6
eher einem Kompromiss, als einer logischen Ideen entsprochen hatte. Nur
schon dieser Punkt zeigt deutlich, wie speziell dieses besondere Fahrzeug
wirklich war. Jedoch wurde die Nummer des Führerstandes mit speziellen Schildern ange-schrieben. Diese wurden an den beiden Türen und an der Front angebracht. Wobei sie bei der Front unter der Nummer des Fahrzeugen anschrieben wurde.
Eine Besonderheit, denn in der Regel erfolgte damals bei den
Führerständen
an der
Front
keine Anschrift. Die hier vorgestellte
Lokomotive
sollte auch in diesem Punkt sehr besonders sein. Sehr speziell war das Depotschild. Die Lokomotive wurde nicht in den offiziellen Zuteilungen der Schweizerischen Bundesbahnen SBB geführt. Daher konnte auch kein Depot benannt werden. Das Schild mit den entsprechenden Hinweisen sollte also erst angebracht werden, wenn die Maschine in den Besitz der Staatsbahnen überging. Da das bei der Auslieferung und auch in den ersten Jahren danach nicht erfolgte, fehlt das Depotschild.
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