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Druckluft und Bremsen |
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Bevor Sie nun wütend in die Tasten hauen,
der Titel ist schlicht falsch. Jedoch entspricht er so den anderen
Baureihen, was uns auch gleich zum Thema bringt. Der Fehler ist bei der
Druckluft
zu finden. In den Jahren, als die beiden hier vorgestellten Maschinen in
Betrieb genommen wurden, war bei den Bahnen das Thema mit der Druckluft
noch nicht vorhanden. Doch damit stellt sich auch die Frage nach dem
warum.
In Europa war sie noch nicht im Ein-satz, denn es musste zuerst eine Bahngesellschaft geben, die mit der Lösung von eingesetzten Bremsern ein Problem bekommen sollte. Diese war damals jedoch gerade damit
beschäftigt die
Triebfahrzeuge
für die neue Strecke zu beschaffen und daher fehlte die
Druckluft. Andere Funktionen, die später bei den elektrischen Lokomotiven mit Druck-luft gelöst wurden, wurden allgemein auf den Dampfmaschinen mit Dampf betrieben. Viele solche Bereiche gab es auf den beiden
hier vorgestellten
Rangierlokomotiven
jedoch nicht, denn es war ja eine einfach aufgebaute Baureihe, die nach
dem Grundsatz Hauptsache billig gebaut wurde. Trotzdem gab es ein Bauteil
auf das nicht so einfach verzichtet werden konnte. Es war die
Lokpfeife,
die als akustisches Signalmittel vorhanden sein musste. Diese sonst auf
dem Dach des
Führerhauses
montierte
Pfeife,
fand hier den Platz beim
Dampfdom.
Mit einer aus dem Führerhaus geführten Stange konnte das
Ventil
geöffnet werden. Durch den nun ausströmenden Dampf wurde die Pfeife
angeregt und das akustische Signal entstand. Dieses konnte mit der
Zugkraft
an der Stange sogar geregelt werden. Speziell waren die beiden kleinen
Lokomotiven
in diesem Punkt jedoch schon. Weil der Druck im
Kessel
erhöht werden konnte, stand auch ein höherer Wert bei der
Pfeife
zur Verfügung. Das führte dazu, dass diese beiden Maschinen eine besonders
hohe Lautstärke erzeugen konnten. Es machte fast den Anschein, als müsste
sie sich mit der lauten Stimme Gehör verschaffen, weil sie sonst leicht
übersehen werden konnte.
Da die Bedienung der
Bremsen
dem Lokführer vorbehalten war, musste deren Bedienung im
Führerhaus
eingebaut werden. Dabei kamen jedoch nicht die bei den reinen mechanischen
Bremsen üblichen Kurbeln zur Anwendung. Für die Bedienung der Bremse war ein Exterhebel vor-handen. Dieser verfügte über eine definierte Stellung für den gelösten Zustand der Bremsen. Wollte der Bediener eine Bremsung einleiten, musste er den Exterhebel aus dieser Position nehmen und nur umlegen. Das am Hebel angebrachte Gewicht sorgte
dafür, dass eine geringe
Bremskraft
erzeugt wurde. Um diese zu verstärken musste der Hebel einfach nach unten
gezogen werden. Der Vorteil dieser Lösung bestand darin, dass mit dem Exterhebel eine Bremsung viel schneller in ausreichender Kraft eingeleitet werden konnte, als das bei den sonst üblichen Spindelbremsen der Fall war. Sie sehen, die
Lokomotiven
wurden in erster Linie für den
Rangierdienst
vorgesehen. Bei Zügen war jedoch die feine Regulierbarkeit gewünscht und
diese konnte nur mit der
Spindelbremse
erzeugt werden. Mit dem
Exterhebel
wurde ein
Bremsgestänge
verbunden und bewegt. Dieses führte unter dem
Führerhaus
zur dort eingebauten
Triebachse
und war so ausgelegt worden, dass eine
Bremszange
entstand. Zudem war im Gestänge auch noch ein manuell zu verstellenden
Gestängesteller
eingebaut worden. So konnte die Abnützung der
Bremsklötze
in einer Werkstatt eingestellt werden. Daher verlangte die
Bremse
nach einem regelmässigen Unterhalt.
Dabei bestanden die
Bremsklötze,
wie bei anderen neueren
Lokomotiven
aus Grauguss. Dank dem Ma-terial waren die Beläge weicher und sie wurden
an Stelle der
Bandage
abgenützt. Der Abrieb bei der
Bremsung
fiel als
Bremsstaub
an. Ein Gestänge, das die Bewegung des Exterhebels auf die vordere Triebachse übertragen hätte, gab es jedoch nicht. Das war bei Dampflokomotiven durch-aus üblich und führte zu keinen Problemen. Der Grund ist, dass hier die beiden
Achsen
mit der
Kuppelstange
fest verbunden waren. Die
Bremskraft
wirkte daher auf beide Achsen. Lediglich die Brems-kraft verringerte sich
damit, aber die war damals nicht sehr hoch. Um die Lokomotive im Stillstand gegen ungewolltes entlaufen zu sichern. Wurde einfach der Exterhebel in die Bremsstellung verbracht. Das am Griff vorhandene Gewicht sorgte nun dafür, dass die Bremsklötze gegen die Lauffläche gepresst wurden und sich das Rad so nicht drehen konnte. Eine Lösung, die aber nur in den flachen
Bahnhöfen
ausreichend war, jedoch nicht in den steilen
Rampen
der
Bergstrecke. Damit können wir den mechanischen Teil der
Loko-motive
abschliessen. Sollten Sie die sonst üblichen
Sander
vermisst haben, dann nicht, weil ich diese unterschlagen habe. Auf solche
zusätzlichen Einrichtungen wurde verzichtet, weil sie zusätzliche Kosten
verursacht hätten. Die Baureihe A I war wirklich eine sehr billig
konstruierte
Rangierlokomotive,
die deshalb auf viele vorteilhafte Baugruppen verzichten musste.
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