Die Rauchkammer

Der Begriff Rauchkammer ist eigentlich schon fast selbst erklärend. Es ist eine Kammer für den Rauch. So leicht wie das Verständnis für den Begriff ist, so schwer ist die Funktion zu verstehen. Vom ganzen System mit der Erzeugung von Wärme in der Feuerbüchse und deren Nutzen im Kessel sind wir nun am Ziel. Dieses Ziel ist schlicht und einfach nur die Rauchkammer. Es ist sogar so, dass man auf dieses gar nicht verzichten kann.

Mit der Rauchkammer sind zum kompliziertesten Bauteil der ganzen Feueranlage gekommen. Bei einer Kammer würde man das nicht erwarten. Es sind viele Aufgaben zu übernehmen.

So müssen die Rauchgase gereinigt werden und der Ab-dampf von den Dampfmaschinen muss auch irgendwo raus. Das erfolgt ebenfalls in der Rauchkammer. Zudem benötigen wir einen Zugang und der soll die Funktion nicht behindern. Wirklich viele Aufgaben.

Beginnen wir einmal mit den Abmessungen, denn die Rauchkammer ist immer recht gross und dabei wird deren Grösse mit den Werten des Kessels erhöht. Ein grosser Kessel, hat auch eine grosse Rauchkammer zu Folge.

Das mag nun überraschen, denn eigentlich würden wir vermuten, dass der Rauch nur dem Kamin zugeführt und dort entlassen wird. Dazu braucht man keinen grossen Raum, aber einen weiteren Zug um die Brände zu lösen.

Wenn wir etwas zurück blicken, dann haben wir den Rauch und die heisse Luft über die Rauchrohrwand in die Siederohre entlassen. Weiter vorgerückt sind wir bisher noch nicht. Die schon angedeutete zweite Rauchrohrwand bildete den Abschluss des Langkessels und damit den Beginn der Rauchkammer, die in diesem Teil wirklich eine leere Kammer bildet. Das ist sogar extrem wichtig, für die Aufbereitung des Rauches aus der Feuerbüchse.

Die Rauchgase kommen mit grosser Geschwindigkeit aus den Rauchröhren. Durch die engen Leitungen, wurde die Luft arg misshandelt. Mit anderen Worten, was aus den Rohren schiesst, ist angeregt und kann so nicht in die Umwelt entlassen werden, denn das würde schlicht die Verbrennung behindern. Im Kamin als Abschluss sollte ein ruhiger Fluss erfolgen. Genau dafür sorgt nun der Raum in der Rauchkammer, die wirklich wichtig ist.

Sie müssen bedenken, dass der Sog in der Feuerbüchse so gross ist, dass kleinere Glut mitgerissen wird. Vielleicht haben Sie das schon mal beim Lager-feuer beobachtet. In den Flammen wurde die Glut angehoben.

So wie diese im Wald zu einem Brand führen kann, so kann die Glut auch die Anlagen entlang der Bahnlinie entzünden. Einfach ausgedrückt, die Schwebe-teile dürfen die Lokomotive auf keinen Fall verlassen und das erledigt die Rauchkammer.

Durch die Beschleunigung in den Rauchrohren kann diese Glut nicht aus-reichend auskühlen und glüht daher immer noch. Mit dem Eintritt in den grossen Raum der Rauchkammer werden die Rauchgase wegen dem vor-handenen Platz abgebremst.

Dieser Effekt hat nun zur Folge, dass die Glut nicht mehr gehalten werden konnte. Wie alles auf der Welt folgte sie daher der Schwerkraft und fällt auf den Boden der Rauchkammer.

Da die auf den Boden der Rauchkammer fallende Glut, dort einfach erlöscht, wird sie Lösche genannt. Mit zunehmender Dauer des Betriebes lagert sich immer mehr Lösche ab. Auf diesen Anstieg der Lösche kann der Heizer nur wenigen Einfluss nehmen, denn das sind thermische Effekte. Jedoch hat diese Lösche auch einen Nachteil, denn sie verringert das Volumen und damit kann die Funktion der Kammer schlicht ausfallen.

Damit die Lösche entfernt werden kann, muss ein Zugang vorhanden sein, denn sie kommt nur mit Hilfe des Lokomotivpersonals aus der Rauchkammer. Einfach gesagt, die Lösche wird mit einer Schaufel in die Schlackengrube befördert. Eine unangenehme Situation, da man dazu im Rauch mit dem enthaltenen Kohlenmonoxyd arbeiten mussten. Das war besonders dann der Fall, wenn in der Feuerbüchse noch ein Feuer vorhanden war, denn so lange es brannte, entstand Rauch.

 

Die Rauchkammertür

Die Rauchkammertür ist das prominenteste Teil der ganzen Dampflokomotive. Der Grund ist simpel, denn sie bildet schlicht die Front und ist daher ausgesprochen gut zu erkennen. Zumindest dann, wenn man die wenigen exotischen Aufbauten im Lokomotivbau ausblendet. Auch hier gilt daher, dass die Regel durch die Ausnahmen bestätigt wird. Dabei ist die Aufgabe klar, denn wie jede andere Türe ist sie dazu da geöffnet zu werden.

Ich habe auf dem Bild bewusst eine einfachere Rauchkam-mertür genommen. Dabei fällt auf, dass sie die runde Form des Kessels übernommen hatte. So klar, wie Sie meinen ist das nicht.

Es gab durchaus auch Lokomotiven, die mit eckigen Türen versehen wurden. Eine kleine Gemeinheit des Erbauers an das Personal, dass die Kammer reinigen musste. Sie sehen, auch früher war man beim Bau nicht vor diesen Gemein-heiten geschützt.

Hier kann der Zugang nicht gross genug sein. Er wird zur Entfernung der Lösche benötigt und diese lagerte sich freundlicherweise immer bei der Rauchrohrwand ab. Mit anderen Worten, das Personal musste in die Rauchkammer steigen um an das Material zu kommen.

Mit einer grossen Türe ging das deutlich besser und auch die Lösche konnte mit der Schaufel einfacher aus dem Raum befördert werden. Im Gegensatz zur Feuerbüchse hatte man hier den Platz.

Um überhaupt in die Rauchkammer zu gelangen, musste diese zuerst geöffnet werden. Dazu musste man im Bereich des Stossbalkens auf die Lokomotive klettern.

Sie werden vermutlich nicht überrascht sein, wenn ich erwähne, dass das bei manchem Modell nur mit einer abenteuerlichen Kletterpartie möglich wurde. Oft behalf man sich dann einer Leiter, die irgendwo in einem Depot aufgetrieben werden konnte.

Einfache senkrecht auf der Plattform aufgestellte Stangen sollten helfen. Da man sich mit einem kräftigen Griff an diesen Stangen festhalten konnte, wurden sie als Griffstangen bezeichnet. Sie sollten sich auch an anderen Orten durchsetzen und so haben wir auch hier wieder einen sehr allgemeinen Begriff erhalten. Wenn Sie irgendwo eine Stange sehen, wo man sich festhalten kann, haben wir eine Griffstange.

Mit Hilfe von Leitern und Griffstangen gelangte der Mitarbeiter mit dem Werkzeug vor die Türe zur Rauchkammer. Diese war wie auf dem Bild zu erkennen ist, mit seitlichen Riegeln ver-sehen.

Dabei gab es aber auch noch Lösungen, die mittig ein Handrad, oder einen Griff hatten, um die Verriegelung zu öffnen. Oft blieben dabei aber die seitlichen Riegel und damit stellt sich die Frage, warum man diese Türe so massiv verschloss.

Wichtig waren die Riegel, denn die Rauchkammertüre durfte sich auf keinen Fall von selber öffnen. Diese wurde wirklich nur geöffnet, wenn die Lösche entfernt werden musste.

Ging sie jedoch während der Fahrt auf, drang der Fahrtwind in die Kammer. Dadurch kam es zu einem kräftigen Gegendruck zu den Rauchgasen.

Diese stauten sich in den Rauchrohren und wurden wieder in die Feuerbüchse gedrängt. Sie konnten dort sogar dazu führen, dass das Feuer aus ging und grosse Mengen Kohlenmonoxyd entstanden.

Auch wenn die Türe für den Unterhalt geöffnet wurde, gut für die Verbrennung war das nicht. Der sonst vorhandene natürliche Sog fiel weg und damit sammelte sich der beissende Rauch in der Rauchkammer. Das war genau dort, wo die Lösche abgelagert wurde. Mit anderen Worten, man musste die schwere Arbeit mitten im Rauch ausführen. Wirklich an die Arbeiter dachte damals wohl niemand, denn es war ungesunde Arbeit.

Somit wird es Zeit, dass wir diese Rauchkammertüre wieder schliessen. Das ging dank dem Scharnier bei allen Lokomotiven noch einfach. Sie müssen bedenken, dass wir hier eine massive und damit schwere Stahltüre haben. Diese würde man nicht so einfach anheben. Es war schon schwer genug, denn das Scharnier klemmte. Da die Rauchkammer aber regelmässig geöffnet wurde, konnte das verhindert werden und ein Tropfen Öl kann wunder bewirken.

Nachdem die Rauchkammertüre geschlossen wurde, kamen die Riegel ins Spiel. Diese wurden geschlossen und mit kräf-tigen Schlägen so stark verklemmt, dass sie auf keinen Fall von selber aufgehen konnten.

Nur so war gesichert, dass sich diese Türe nicht ungewollt öffnete. Sie sehen, es war wirklich sehr wichtig, dass man diesen Zugang richtig verschloss, denn nur so konnte die Verbrennung der Kohle optimal erfolgen.

Bei der Erscheinung gab es zwischen den einzelnen Rauch-kammertüren deutlich erkennbare Unterschiede. So liefen einige im Spitz zu und andere waren flach ausgeführt worden.

Dabei hatte der Aufbau auf die Funktion schlicht keine Wirk-ung, denn die Rauchkammertüre musste geschlossen sein und da spielt es keine Rolle, wie diese aussieht. Man kann hier bereits von einem ersten Design an Lokomotiven spre-chen, denn mehr war es nicht.

Die spitz zulaufenden Rauchkammertüren waren oft bei schnelleren Modellen vorhanden. Auch wenn man nun er-warten könnte, dass diese Spitze an der Front aus aero-dynamischen Gründen einen Vorteil bringen konnte, war dem nicht so.

Jedoch wirkte die Lokomotive damit deutlich schneller, denn man hatte eine Pfeilspitze. Wie gesagt, es war egal, wie die Türe genau aufgebaut war, sie musste während dem Betrieb zu bleiben. Die Türe wurde wirklich nur in einem Depot für den Unterhalt geöffnet, denn dazu gehörte auch, dass man die Rauchrohre mit Druckluft ausblasen musste.

Da wir die Rauchkammer jedoch geöffnet haben, können wir uns darin umsehen und dabei fällt schnell auf, dass es zahlreiche Einbauten gab, die sich alle um den Kamin angeordnet hatten. Diese wollen wir uns nun ansehen, denn es wird Zeit, dass der Rauch aus der Kammer kommt und das ging nur über den darauf montierten Kamin mit seinen zahlreichen Zusätzen. Ein wirklich spannendes Thema. So leicht hatte es der Rauch gar nicht.

Der Kamin

Es gibt in nicht, den einzig richtigen Kamin. Je nach Land und Schreibweise ist das Teil entweder sächlich, oder männlich. Kamin ist nicht Kamin und das kann sogar bestätigt werden. Auch wenn wir davon nur den kleinen Teil sehen, der auf der Rauchkammer steht. Diese Verlängerung hatte nur die Aufgabe die Rauchgase in ausreichender Höhe zu entlassen. Wie an anderen Orte auch, fand man die wahren Werte im Inneren.

Wir haben schon erfahren, dass es extrem wichtig war, dass die Glut aus der weit ent-fernten Feuerbüchse nicht aus der Lokomotive gelangt. Die grosse Rauchkammer, die dafür sorgte, dass die Lösche auf den Boden fiel, war nur ein Teil davon.

Es war auch noch ein letzter Schutz vor dem Ausgang und somit beim Kamin vorhanden. So sollte dort noch die letzte Glut aufnehmen und so schadlos am Boden verglühen können. Nur der Aschekasten sollte eine kleine Gefahr darstellen, denn der Kamin war schlimmer.

Sie sehen, es war wirklich ein grosser Aufwand betrieben worden um die Glut im Fahrzeug zu halten. Dabei spielte es sogar eine Rolle, was für ein Brennstoff bei der Verbrennung angewendet wurde.

Bei einer Feuerung mit Öl konnte man auf den ganzen Mist verzichten, denn wo es kein Ma-terial gibt, kann es auch keine Glut geben, die für Ärger sorgt. Kohlen und Holz waren da schon schlimmer und gerade das Holz sorgte für viel Ärger.

Der Grund ist, dass Holz in feinere Asche zerfällt, damit wird auch die Glut feiner. Die deutlich kleinere Glut fiel in der Rauchkammer nicht so schnell auf den Boden und gelangte damit ohne Massnahmen durch den Kamin in die Umwelt.

Wo sie dann für den grossen Auftritt sorgen kann, denn so wurde weit in die Welt geblasen. Daher musste die Sache im Bereich des Kamins angepasst werden. Man konnte das deutlich an den vorhandenen Verbreiterungen erkennen.

Der Funkenfänger: Die Antwort der Ingenieure war der Funkenfänger. Durch diesen mussten die Rauchgase, bevor sie ins Freie gelangen konnten. Es war der letzte Punkt, bei dem sich die Glut noch verfangen konnte und so nicht ins Freie gelangte. Es ist wirklich so, dass nur bei einem Defekt Glut über den Kamin in die Umwelt gelangte. In den meisten Fällen war der Aschekasten der Täter und nicht der ausgetretene Rauch.

Hauptbestandteil des Funkenfängers auf Dampflokomotiven war das Funken-schutzgitter beim Kamin. Dabei handelte es sich einfach nur um ein fein-maschiges Gitter.

Die Rauchgase konnten dieses ohne grosse Probleme passieren, die grösseren Teile der Glut verfingen sich jedoch in den feinen Maschen und wurden so aufgehalten. Sie konnten anschliessend ebenfalls auf den Boden der Rauch-kammer fallen und dort ausglühen.

Je feiner die Maschen beim Funkenschutzgitter sind, desto geringere Teilchen konnten aufgehalten werden. Bahnen, die in besonders trockenen Regionen verkehrten, setzt auf der feine Maschen.

Diese boten aber auch den Rauchgasen etwas Widerstand, damit trotzdem gut gearbeitet werden konnte, wurde neben dem üblichen Funkenfänger im Kamin noch ein weiteres Funkenschutzgitter eingebaut. So sollte wirklich nichts passieren.

Daher ist die in Filmen immer wieder Funken speiende Dampflokomotive schlicht nur ein Trick. Alleine der Funkenfänger, verhinderte das auf wirksame Weise. Was im Film gut aussieht, ist für die Natur entlang der Strecke schlicht das Todesurteil. Ein Brand wäre unausweichlich. Sie sehen, oft entsprechen Filme in keine Weise dem reellen Aufbau von Fahrzeugen. Für die Leute bieten diese einfach zu wenig Spektakel und daher hilft man nach.

So war der Rauch nun frei von Schwebeteilen und konnte ungehindert ins Freie gelangen. Die Gefahr, dass im Rauch mitgeführte Glut einen Brand entlang der Lokomotive entfachen konnten, war so gemindert worden. Jedoch hatte auch das Gitter seine Nachteile. Durch die Behinderung trat schlicht kein aus-reichender Sog ein. Damit müssen wir uns etwas mit den thermischen Effekten bei den Feuern von Dampflokomotiven befassen.

Alleine durch die Differenz der Höhe zwischen dem Eintritt der Luft beim unter der Lokomotive montier-ten Aschekasten zum Kamin auf der Rauchkam-mer entsteht dazwischen eine natürliche Sogwirk-ung.

Wird nun das Feuer ange-facht, kann der Rauch nur den vorgesehenen Weg nehmen. Jedoch sind diese Differenzen so gering, das die Luftströmung nicht ausreicht um das Feuer wirklich in gang zu bringen. Es brennt, aber auch nicht mehr.

Die Anfachlanze haben wir bereits kennen gelernt. Mit dieser wird der natürliche Effekt verstärkt und das Feuer angefacht. So gut diese auch war, sie war an das Depot gebunden und mit der eingehängten Lanze konnte nicht gefahren werden. Wurde sie jedoch entfernt, fiel der Sog in sich zusammen und das Feuer drohte zu erlöschen. So richtig Schwung in die Produktion von Dampf sollte so nicht kommen. Jedoch haben wir gerade diesen Dampf.

Die Blasrohre: Im Zugang zum Kamin wurden zur Anfachung des Feuers Blasrohre montiert. Diese können Sie sich wie eine in den Kamin gerichtete Düse vorstellen. Mit dem unter sich unter Druck befindlichen Dampf konnte man mit der Richtung im Kamin einen stärkeren Luftzug erzeugen. Das führte dazu, dass in der Rauchkammer ein Unterdruck entstand. Mit durch die Glut zuströmender Luft, wurde der Ausgleich angestrebt.

Das Feuer wurde also zusätzlich angefacht. Jedoch stellt sich dabei nur die Frage, woher der Dampf stammt, der diesen Effekt erzeugen sollte, denn sinnlos solchen dafür verbrauchen wollte man auch wieder nicht. Ein guter Kandidat waren daher die Dampfmaschinen. Deren Abdampf konnte ja zu den Blasrohren geführt werden und so das Feuer anfachen. Eine gute Idee, die jedoch eine grosse Menge Wasser benötigt.

Besonders in sehr trockenen Gegenden, musste man auf den Vorrat beim Wasser achten und daher wur-de dort der Abdampf anderweitig benutzt und so wieder zu Wasser umgewandelt. Das konnte dann wieder für die Produktion des Dampfes benutzt werden.

Die Lokomotive wurde nun wirtschaftlicher, aber das Feuer konnte nicht mehr angefacht werden. Das war auch der Fall, wenn die Dampfmaschinen nicht liefen und es so kein Abdampf gab.

Die Lösung ist der Hilfsbläser. Dabei handelte es sich um eine Düse, die in den Kamin gerichtet wur-de. Betrieben wurde diese mit Frischdampf aus dem Kessel.

Man benötigt zwar Dampf aus der Produktion, aber der Hilfsbläser war eine gute Alternative, wenn die Dampfmaschinen nicht liefen.

Bei den Modellen mit der Rückführung des Dampfes, musste der Hilfsbläser dauerhaft die Aufgabe der Blasrohre übernehmen.

Damit wurde der Hilfsbläser zu einem wichtigen Bauteil, obwohl es der Name nicht vermuten lässt. Die meisten Dampflokomotiven nutzen den Abdampf der Dampfmaschinen und schicken diesen über die Blasrohre in den Kamin. Im Gegensatz zum Hilfsbläser wird nun die Anfachung stossweise erfolgen. Daher konnte man es einer Lokomotive ansehen, ob der Abdampf genutzt wurde, oder ob der Hilfsbläser aktiviert worden war.

Sowohl mit Blasrohr, als auch mit Hilfsbläser haben wir eine gute Ausnutzung des Dampfes. Jedoch ist ein Problem noch nicht gelöst. Wenn die Lokomotive im Freien stand und der Hilfsbläser nicht mit der vollen Leistung arbeitete, konnte Regen in die Rauchkammer gelangen. Dieses Wasser auf dem Boden reagierte mit der Lösche und das so entstehende Produkt war schlicht hart wie Beton. Daher wurde der Kamin mit einem Dach versehen.

Der Kamindeckel: Der als Kamindeckel bezeichnete Hut für den Kamin sollte verhindern, dass Wasser in die Rauchkammer gelangen konnte. Mit einer ein-fachen Stellstange konnte das Personal das Blech verdrehen und so auf den Auslass verschieben.

Damit wurde der Regen von der Rauchkammer ferngehalten und das Problem mit der verklebten Lösche trat nicht mehr auf. Eine gute Idee, die aber die Feuerung behinderte.

So lange die Glut mit leicht geöffnetem Hilfsbläser gerade so am Leben gehalten wurde, war der Kamindeckel kein Problem.

Er schloss den Ausgang nicht so dicht ab, dass kein Rauch entweichen konnte. Wurde nun aber die Feuerung aktiviert, verhinderte der Kamindeckel, dass genug Rauch entweichen konnte. Daher musste dieser vorgängig geöffnet werden. Wer unaufmerksam war, der konnte so sein Wunder erleben.

Mit den Jahren verschwanden die Kamindeckel jedoch. Nicht dass man die Probleme mit der Lösche in kauf nehmen wollte. Der damit erzielte Vorteil war schlicht zu gering. Mit anderen Massnahmen in der Rauchkammer verhinderte man, dass das Wasser mit der Lösche in Kontakt geraten konnte. Zudem wurden auch Hilfsbläser optimiert, so dass Wasser kaum eindringen konnte. Im Betrieb mussten man bei starkem Regen auch damit rechnen.

Sie sehen, nicht alle Massnahmen, die bei der Erzeugung des Dampfes umgesetzt wurden, konnten sich auch durchsetzen. Dazu gehört sicher der erwähnte Exot, aber auch der Kamindeckel, der nicht verschlossen wurde, wenn die Lokomotive bei einem Gewitter am Bahnsteig stand und auf die Weiterfahrt wartete. Warum sollte dann der Kamin abgedeckt werden, wenn zuvor die Lösche bei Starkregen aus der Kammer befördert wurde?

 

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