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Fahrgastraum Bem 550 |
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Wenn wir nun mit dem
Fahrgastraum der
Baureihe Bem 550 beginnen, dann
müssen wir auch hier zuerst in diesen gelangen. Dazu waren auf jeder Seite
drei Türen vorhanden. Gegenüber dem Muster der TSOL ergab das eine
Halbierung der Anzahl Einstiege. Diese konnte wegen dem Einsatz im
üblichen
Regionalverkehr und nicht als
Stadtbahn verkraftet werden. Jedoch
gab es bei den Türen noch eine spezielle Situation.
Wenn sich
die einzelne Türe auf der einen Seite im Wagenteil eins be-fand, traf man
diese auf der anderen Seite in der Hälfte zwei an. Eine Verteilung, die
durchaus selten war, die aber neue Möglichkeiten bei der Anordnung der
Sitzplätze bot. Bevor wir diese ansehen können, müssen wir zuerst in das
Fahrzeug gelangen und dazu benutzen wir eine der Türen.
Es wurden bei diesen
Triebzügen die bei den Schweizerischen Bundesbahnen
SBB schon verwendeten Aussenschwingtüren verbaut. Das war ein Unterschied
zum Muster der TSOL. Der Vorteil dieser
Einstiegstüren war, dass diese
viel weniger zu Störungen neigten und hier durchaus baugleiche Modelle
verbaut werden konnten. Die wichtigsten Teile waren identisch.
Unterschiedlich war hingegen das Türblatt, das an das Fahrzeug angepasst
werden konnte.
Wenn wir schon bei den Türblättern sind, dann haben wir bei der Farbgebung
bereits erfahren, dass diese aussen gelb behandelt wurden. An dieser Farbe
änderte sich im Innenraum nichts, denn auch hier wurde diese Farbe
verwendet. Der Vorteil bestand auch hier für die sehbehinderten Fahrgäste,
die so leichter den nächsten Ausgang finden konnten. Auch das entsprach
den Lösungen, die mit den RBDe 4/4 eingeführt wurden.
Die Türen waren mit Lichtschranken versehen worden. Diese verhinderte,
dass sich die
Einstiegstüre schliessen konnte, wenn sich noch Leute dort
befanden. War die Lichtschranke jedoch frei, konnte sich die Türe
schliessen. Da auch jetzt nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich
Leute dazwischen befanden, wurde in den Dichtungen ein doppelter
Einklemmschutz verbaut. Bemerkten diese ein Hindernis, öffnete die Türe
wieder.
Wichtig ist das auch für uns, denn wir wollen ja
den inneren Bereich ansehen und daher öffnen wir mit einen Druckschalter
die bisher noch verschlossene und die war jetzt noch weit vom
Bahnsteig
entfernt. Öffnete sich die Türe, klappt an deren unterer Rand auch ein Trittbrett ab. Dieses war so breit, dass es die Lücke zwischen dem Fahrzeug und dem Bahnsteig auf-füllte.
Da dieses Trittbrett im geschlossenen Zustand einen
Teil der Türe bildete, konnte nur eingestiegen werden, wenn auch der
Klapptritt zur Verfügung stand. So war der Weg in das Fahrzeug frei und
wir können einsteigen. Das kann durchaus wörtlich genommen werden.
Es konnte kein ebenerdiger Einstieg verwirklicht wer-den. Das war bei den
Mustern der TSOL der Fall, aber dort hatte man auch die dazu passenden
Bahnsteige. Auf der Strecke im Raum Genève war das nicht der Fall. Da es
aber nur zwei Stufen gab, war es nicht schwer in das Fahrzeug zu gelangen.
Wer damals einen Rollstuhl benutzen musste, hatte es bei Reisen mit der
Bahn noch schwer. Das entsprechende Gesetz kam erst später.
Der Innenraum war nach den Regeln der Fahrzeuge für die TSOL aufgebaut
worden. Der Unterschied bestand jedoch darin, dass hier eine leicht
grössere Anzahl bei den Sitzplätzen vorhanden war. Ermöglicht wurde das
durch die Reduktion der Anzahl
Einstiegstüren. Aber auch hier zeigte sich
ein sehr offener Raum, der einen Blick durch das komplette Fahrzeug
erlaubte. So sollte die Verteilung der Leute verbessert werden.
Dank den auf beiden Seiten vorhandenen
grossen Fenster gelangte auch sehr viel Licht in den Innenraum. Die
dunk-len von Liebespaaren geschätzten Ecken, waren endgültig verschwunden.
Viele Leute fühlten sich in einem solchen Abteil auch viel sicherer. Die Fenster waren fest eingebaut und sie konnten nur im oberen Bereich geöffnet werden. Hier waren ausklapp-bare Bereiche vorhanden, die etwas frische Luft in das Fahrzeug führen konnte.
Ein Aufbau, der damals auch
bei der
Baureihe
RBDe 4/4 vorhanden war. Einzig die Grösse der hochfesten
Schei-ben war hier so verändert worden, dass sehr viel natür-liches Licht in
die Abteile gelangte und man mehr von der Strecke sah.
Der Innenraum war nach den Regeln der TSOL aufgebaut worden. Die Wände
waren, wie die Decke weiss gestri-chen worden. Das wurde mit dem hellgrauen
Boden aus einem Hartbelag noch unterstützt. Auch hier dominierten daher
die hellen Farben, was weiter zum angenehmen Innenraum beitrug. Es war
wirklich sehr freundlich und auch sehr hell. So war der spezielle
Triebzug
für den regionalen
Nahverkehr, wo damals eher funktionale Lösungen
umgesetzt wurden.
Wenn wir weiter durch den Innenraum blicken, dann fallen die vielen
Haltestangen auf. Speziell ist eine in Längsrichtung an der Decke
angebrachte Stange. Diese war eher von den Bussen her bekannt. Einzig die
dort vorhandenen Armschlaufen waren hier nicht vorhanden. Bei einem Zug
waren die Kräfte auf stehende Reisende nicht so gross, daher konnte man
diese Schlaufen weglassen. Wir haben aber sehr viele Stehplätze erhalten.
Diese
wurde sonst wirklich nur im extremen
Nahverkehr, wie Strassen- und
Stadtbahnen verwendet. Hier war daher klar ersichtlich, dass es sich
beim Muster um ein Modell handelte, das in diesem Bereich eingesetzt
wurde. Die Sitzschalen, die dank den Gestellen mit dem Kasten verbunden wurden, waren aus Kunststoff aufgebaut worden. Dieser besass die notwendige Festigkeit und das Material konnte vor der Verarbeitung eingefärbt werden.
So musste keine farbliche Behandlung mehr vorgenommen werden und der
hellgrüne Sitz war farbecht. Sie ahnen es vermutlich, die hier verwendeten
Farben wurden von den Zügen der TSOL übernommen. Man sah sich in einem
sol-chen Zug.
Bei den in den Sitzschalen eingelassenen Sitzpolster gab es Unterschiede.
Zwar waren diese vom Aufbau her nach den neuen Regeln gebaut worden, aber
sie bekamen andere Farben. Wie damals bei Nahverkehrsbetrieben üblich,
waren die Sitze recht hart gepolstert worden. Die Leute reisten nur kurze
Strecken und da konnte man diese Lösung umsetzen. Die weichen Sofas waren
noch ein Relikt, das an uralte Zeiten erinnerte.
Wurde bei den Modellen der TSOL noch ein heller Stoff verwendet,
entschieden sich die Schweizerischen Bundesbahnen SBB für einen dunkeln
gemusterten Bezug. Dieser Stoff war für Sitze entwickelt worden und er war
schnittfest. Da er in ähnlicher Weise auch bei anderen
Baureihen verwendet
wurde, konnte so der Bezug ohne spezielle Farben vorgenommen werden.
Trotzdem sollte der Innenraum dieser Züge eher kalt und funktional wirken.
Es war wirklich ein
Triebzug
gebaut worden, der für sehr kurze Strecken ausgelegt war. Die ganze
Strecke war so mit einem schweren Koffer kaum zu bereisen. Wichtig bei Triebzügen waren immer wieder die Anzahl der Reisenden, die in einem solchen Fahrzeug mitge-nommen werden konnten.
Das war eine Massnahme,
die sich auf die
Bremsen und auch auf die
Federung auswirkte. Zu dicht
gedrängte Leute war für diese auch nicht angenehm. Wir müssen uns daher
die Platzzahl ansehen und dabei sind zwei Arten vorhanden, die auch ein
Hinweis für das Muster waren, denn bei Bahnen war das neu.
Total waren im
Triebzug 134 Sitzplätze vorhanden. Diese konnten mit einem
Fahrschein für die zweite
Wagenklasse genutzt werden. Damals war man bei
den Bahnen davon überzeugt, dass die erste Wagenklasse im
Regionalverkehr
nicht mehr benötigt würde. Daher sah man diese hier gar nicht erst vor.
Wer sich einen solchen Fahrschein löste, gab für die Fahrt mit diesem
Triebzug unnötiges Geld aus, denn das Abteil gab es nicht.
Auf den kurzen Strecken einer
Stadtbahn waren Stehplätze durchaus üblich.
Wer nun von einer
Haltestelle zur nächsten fuhr, setzte sich nicht hin. Im
Regionalverkehr der Bahnen waren die hier vorhandenen 79 Stehplätze jedoch
ein Novum, denn hier dauerte eine Fahrt oft etwas länger und da wollte man
sich setzen. So gesehen passte der
Triebzug eigentlich nicht auf die
Strecke. Das ist aber ein Trugschluss und wir müssen genauer hinsehen.
Daher mussten die Leute nun stehen. Das war dank der im Fahrzeug
verbauten
Griffstang aber nicht so schwer, wie bei älteren
Baureihen.
Daher war das Fahrzeug gar nicht so schlecht auf die Strecke abgestimmt
worden. Wir haben bereits erfahren, dass am Tag eine helle freundliche Ausleuchtung vorhanden war. Damit die Leute in der Nacht und auch in Tunnel nicht im dunklen Abteil sitzen mussten, war auch noch eine künstliche Beleuch-tung vorhanden.
Die
war auch am Tag eingeschaltet.
Daher stellte sie einen grossen Verbraucher dar, denn die üblichen
Glühbirnen benötigen für die Ausbeute von Licht sehr viel Energie, die in
Wärme verwandelt wird. Daher wurden die Lampen hier aus Leuchtstoffröhren aufgebaut. Diese hatten mittlerweile den Ruf von kaltem Licht verloren. Trotzdem wirkten sie optisch nicht an-sprechend.
Daher wurden diese Lampen in speziellen
Gehäusen mon-tiert. Die waren so aufgebaut worden, dass ein Streulicht
entstand. Das wirkte sich nicht nur Positiv auf die Ausleuchtung aus. Im
Fahrzeug entstand ein helles, aber eher unangenehmes Licht.
Mit einigen Sitzen und etwas Licht, war es längst nicht mehr getan. Die
Einrichtungen für die
Lüftung und die
Heizung werden wir später noch
ansehen. Wie bei den Bahnen üblich, waren auch diese Triebzüge mit einer
Notbremse versehen worden. Die entsprechend markierten Griffe waren
überall im
Fahrgastraum verteilt worden und sie konnten bei einer Störung
benutzt werden. Eine Möglichkeit diese
Bremse zu überbrücken gab es damals
nicht.
Längst wünschten die Reisenden auch, dass sie über das Ziel der Fahrt,
aber auch die nächsten Halte informiert wurden. Das war früher die Aufgabe
des
Zugführers. Da dieser hier fehlte, musste auf dem
Triebzug ein
Anzeige- und Ansagesystem verbaut werden. Dieses war so ausgelegt worden,
dass einige Funktionen automatisch ausgelöst wurden. Das galt für die
Haltestellen, deren Distanz bekannt war und so berücksichtigt wurde.
Auch wenn die Ansagen im Zug automatisch ausgelöst wurden, es war dem
Lokführer auch möglich, die Durchsagen manuell zu tätigen. Doch damit
nicht genug, es wurden am Fahrzeug auch Anschriften vorgenommen und diese
wurden gegenüber der
Baureihe
RBDe 4/4 verändert. Hatte man sich dort noch
für
Rollbandanzeigen entschieden, wurde hier eine Lösung gewählt, die eine
Anzeige mit einer Matrix erlaubte.
Diese Lösung war nicht so sehr auf Störungen anfällig und sie konnte
schnell an neue
Verbindungen angepasst werden. Jedoch hatte diese Matrix
den Nachteil, dass sie nur eine Farbe darstellen konnte. Die sonst
verwendete farbliche Unterteilung der Zugsgattungen war daher nicht mehr
möglich. Der Einsatz sah aber keine so grossen Wechsel vor, daher musste
die Anschrift nicht so oft geändert werden. Es war aber der Stand der
Technik.
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