Schutz der Reisenden

Vielleicht ist der Titel etwas irreführend. Muss man denn Reisende wirklich schützen? Dienen nicht die meisten Massnahmen zum Schutz der Reisenden? Sie sehen, für Diskussionen ist gesorgt. Oder muss man gar die Eisenbahn vor den Reisenden schützen? Egal wie, aber hier soll es um den Schutz von Personen gehen und damit sollte man nicht spassen. Daher gehen wir ernst an den Schutz der Reisenden.

Ich will hier ein paar Massnahmen auflisten, die Sie als Reisenden vor den Gefahren der Eisenbahn schützen und zwar so, dass Sie davon kaum etwas mitbekommen. Gerade die nicht entdeckten Schutzmassnahmen sind die besten, denn wenn man sie nicht erkennen kann, kann man auch nicht versuchen, diese Schutzmassnahmen zu umgehen. Gerade der Reisende ist überraschend kreativ, wenn es darum geht, getroffene Schutzmassnahmen zu umgehen.

Andere Schutzmassnahmen haben Sie vielleicht erkannt und sich gefragt, warum denn diese überhaupt eingeführt wurden. Das ist einfach, denn man muss die Reisenden vor sich selber schützen. Viele Kunden sind sich den Gefahren gar nicht bewusst und bringen sich so ungewollt in kritische Situationen. Gerade dieser Gefahr muss man sich annehmen, denn unbedachte Leute befinden sich plötzlich an Orten, wo sie nicht hingehören.

Wie auch, denn sie haben mit der Eisenbahn gar nichts am Hut und müssen diese nur benutzen, weil ein Polizist gefunden hat, dass sie auf den Ausweis und den schicken Sportwagen verzichten müssen. Kennen Sie das? Dann steigen Sie notgedrungen auf die Bahn um und kommen plötzlich mit den Gefahren der Eisenbahn in Kontakt. Ist logisch, denn Sie wissen schliesslich nicht, wo es gefährlich ist und wo nicht.

Erst einmal kennen sich die Leute nicht aus. Das heisst, der Reisende muss sich orientieren und so läuft er Gefahr, plötzlich in einen gefährlichen Bereich zu gelangen, ohne dass er das beabsichtigte. Das muss man verhindern. Die Bahnen benutzen dazu einfache Anlagen, die der Kunde benutzt. Er hat zur Orientierung Hinweise und Bezeichnungen, mit denen er etwas anfangen kann. So ist schon ein grosser Punkt aufgedeckt.

Schutz beim Bahnhof

Beginnen werde ich bei der Vorstellung der Schutzmassnahmen bei den Bahnhöfen. Die Bahnhöfe treffen Sie als Reisender als erstes an und so begeben Sie sich dort in den gefährlichen Bereich. Natürlich gelten die hier anhand des Bahnhofes vorgestellten Massnahmen auch auf der Strecke und in anderen Bereichen der Eisenbahn. Es ist Ihnen verboten, den Gleisbereich zu betreten, denn selbst die Lokführer dürfen das eigentlich nicht.

Der schienenfreie Zugang: Eine solche Massnahme zur Sicherheit der Reisenden ist der schienenfreie Zugang. Das heisst, die Reisenden können den Bereich zu den Zügen ohne das überqueren der Geleise erreichen. In den meisten Anlagen heisst das, dass Sie durch einen unterirdischen Zugang zu den Zügen kommen. Andere Anlagen benutzen dazu Brücken. Entscheidend ist, dass Sie dazu keine Geleise übertreten müssen. Denn die Eisenbahn ist nur im Bereich der Geleise gefährlich.

Fehlt ein solcher Zugang, müssen Sie die Geleise überqueren, wenn Sie zum Zug kommen wollen. Solche Bahnhöfe gibt es immer noch und es halten dort auch viele Reisezüge.

Dabei gilt das für die schweizerischen Bundes-bahnen SBB genauso, wie für alle anderen Bahnen in der Schweiz. Man kann einfach nicht jeden Bahnhof immer auf dem aktuellsten Stand halten.

Sie gehen dabei einfach über die Geleise und schauen dabei weder nach links oder nach rechts. Warum tun Sie das?

Als Kind haben Sie doch gelernt, dass man nach rechts, links und wieder nach rechts schauen soll, bevor man die Strasse überquert. Auf dem Bahnhof laufen Sie ohne lange zu überlegen einfach über die Geleise.

Es ist das normalste der Welt und niemand denk daran, dass es auch noch Züge gibt. Dagegen müsste ich aber energisch protestieren, denn die meisten Unfälle mit Reisenden passieren genau aus diesem Grund.

Mit Hilfe von schienenfreien Zugängen hat man das Problem etwas entschärft. Immer weniger Bahnhöfe sind nicht damit ausgerüstet. Das heisst, Sie werden durch bauliche Massnahmen vor den Gefahren der Eisenbahn geschützt. Bei einem mit schienenfreien Zugängen ausgerüsteten Bahnhof haben Sie das vermutlich gar nicht bemerkt, weil es für Sie selbstverständlich war. Oder gehören Sie zu der Gruppe Idioten, die trotzdem einfach über die Geleise latschen?

Dabei fragte ich mich immer wieder, warum das von den Leuten gemacht wird. Letztlich kam ich zum Entschluss, dass die Leute blind, taub und hirnlos sein müssen. So wird über das Geleise gelatscht und ein Hinweis, dass man das nicht machen soll, mit unflätigen Bemerkung abgetan. Doch nun meine Frage, verstehen Sie das Symbol oder eine der vier Sprachen nicht? Das Schild unten ist wohl zu deutlich.

Normalerweise stellt man Ihnen bei einem Bahnhof mit schienenfreiem Zugang eine Unterführung zur Verfügung. Genau dort, stehen diese Schilder im Bereich der Geleise.

Das ist kein Hinweis, dass man es trotzdem machen soll. Daher können die Leute nur blöd sein, denn das Symbol ist deutlich und eine der vier Sprachen sollte man schon ein wenig verstehen. Doch betrachten wir nun diese Unterführungen etwas genauer.

Die Unterführung ist ein sicherer Weg, um unter den Bahngeleisen oder den Strassen hindurch auf die andere Seite dieses Verkehrsweges zu gelangen.

Diese künstlichen Tunnel sind hell beleuchtet und oft grosszügig ausgelegt worden. Damit soll Ihnen die Angst vor einem dunklen Bereich genommen werden. Oft gibt es in Unterführungen keine versteckten oder dunklen Ecken. So gelten die Unterführungen auf den Bahnhöfen als sehr sicher.

Alternativ zu Unterführungen werden auch Überführungen verwendet. Hier führt der Weg über den Verkehrsweg und verhindert so, dass man mit dem Verkehr auf der Strasse oder der Schiene in Konflikt kommen kann. Im Gegensatz zu den Unterführungen geht man hier über eine Brücke und bleibt somit unter dem freien Himmel. Damit umgeht man die Angst vor der dunklen Höhle, die bei Unterführungen immer wieder für Probleme sorgt.

Der Zugang zur Unterführung, oder zur Überführung, erfolgt meistens mit Treppen, Fahrstühlen oder Rampen. Oft sind die Anlagen so ausgelegt, dass die Leute geradewegs zum Zugang geleitet werden. Meistens ist neben der Treppe immer noch ein Fahrstuhl oder eine Rampe vorhanden. So können auch gehbehinderte Leute einfach zur Unter- oder Überführung gelangen. Achten Sie sich doch einmal und nehmen Sie die Über- oder Unterführung.

Doch, so sehr sich die Eisenbahnen bemühen, die Unterführungen und Überführungen werden nicht von allen Reisenden benutzt. Viele Leute laufen trotzdem über die Geleise. Sie riskieren ihr Leben, ohne sich der Gefahr bewusst zu sein. Sie sehen, es ist absolut unmöglich den Reisenden vor seinem Leichtsinn zu beschützen. Über- oder Unterführungen werden nicht zum Spass gebaut, diese sind zu benutzen, ob es Ihnen nun in den Kram passt oder nicht.

Das oben abgebildete Schild haben Sie sicher schon einmal in einem Bahnhof oder sogar auf der Strecke gesehen. Warum überschreiten Sie dann trotzdem das Gleis? Es steht doch in vier Sprachen, dass das verboten und gefährlich ist. Können wirklich so viele Leute nicht lesen? Aber auch das Verbotsschild soll darauf hinweisen. Ach so, ich verstehe, Sie sind alt genug und können die Gefahr selber abschätzen. Können Sie das wirklich?

Züge nähern sich sehr schnell und können von den Leuten nur schwer eingeschätzt werden. Zudem, sind Züge in einem Bahnhof mit vollem Tempo unterwegs, es gibt kein Ausserorts bei der Eisenbahn. Wie schnell ein Zug sein kann, will ich Ihnen mit einem Beispiel aufzeigen. Ein Zug der mit 140 km/h durch einen Bahnhof fährt, legt in der Sekunde rund 39 Meter zurück. Das heisst, er benötigt nur wenige Sekunden um an einem Bahnsteig vorbei zu fahren.

Die Sicherheitslinie: Wenn ich davon ausgehe, dass alle Leser dieser Seite schon einmal auf der Strasse unterwegs waren, kann ich mir die Erklärung der Sicherheitslinie ersparen. Diese durchgezogene weisse Linie darf nicht überfahren werden und trennt die beiden Fahrspuren. Ach, Sie wussten das nicht und fahren deshalb jetzt mit der Eisenbahn? Dann muss ich die Sicherheitslinie doch noch erklären.

Die weisse Linie auf der Strasse darf nicht überfahren werden und die weisse Linie auf dem Bahnsteig? Genau, diese darf eigentlich auch nicht übertreten werden.

Sie soll verhindern, dass die Reisenden zu nahe an der Bahnsteigkante auf den Zug warten. Doch warum darf man nicht am Rand des Bahnsteiges warten, schliesslich ist es doch am Abgrund so schön? Ganz einfach, weil zwischen der Linie und dem Gleis der gefährliche Bereich liegt.

Diese Linie ist keine Zierde und sie ist zu beachten. Die Linien sind zudem mit speziellen Massnahmen ausgerüstet, die auch von sehbehinderten Menschen erkannt werden.

Gerade dort erkennen Sie das Blindenleitsystem ganz gut. Zudem gibt es spezielle Piktogramme, die Sie auch darauf hinweisen. Trotzdem ignorieren Sie diese Linie immer wieder und bringen sich so in Gefahr, denn durch-fahrende Züge sind gefährlich.

Ein Balanceakt auf der Perronkante ist viel spannender als auf der Linie. Wenn dann noch der Zug gefahren kommt, ist der Reiz natürlich noch grösser. Ach so, Sie mussten Ihren Führerausweis abgeben, weil der Polizist gemeint hat, Sie sollen auf der Linie gehen und nun machen Sie das nicht mehr. Da kann aber die Linie eigentlich nichts dafür, Sie sollten sich vielleicht etwas mit der Frage Alkohol und fahren befassen.

Bleiben Sie so lange, bis der Zug, den Sie benutzen wollen angehalten hat, hinter der Linie und Sie können sich noch ein paar Jahre an Ihrem Leben erfreuen.

Die weisse Linie begrenzt den Bereich, wo Sie von einem Zug, durch den Sog oder wegen einem Bauteil mitgeschleift werden können. Sie glauben nicht, wie stark der Luftstrom entlang eines Zuges sein kann. Daher immer auf der sicheren Seite warten, denn sonst bekommen Sie es zu hören.

Schutz vor Leichtsinn –> Unmöglich: Gerade die bis jetzt von mir vorgestellten und beschriebenen Sicherheitsmassnahmen der Eisenbahnen haben nur einen Zweck. Sie sollen Sie vor der Gefahr des Verkehrs beschützen.

Doch, vor Ihrem leichtsinnigen Verhalten kann man Sie unmöglich schützen. Sie latschen einfach über das Gleis, ohne sich um den Verkehr zu kümmern. Ist ja egal, der Zug hat ja Bremsen. Doch seit den Bremsen wissen wir, dass ein Zug nicht sofort anhalten kann.

Wer einen so deutlichen Hinweis, wie auf dem Bild ignoriert, macht das bewusst und mit Vorsatz. Mehr, als Sie davon zu überzeugen, dass Sie nicht über die Geleise gehen sollen, kann man nicht.

Warum aber missachten Sie solche Hinweise immer wieder und bringen sich so in höchste Lebens-gefahr. Der Zug ist wie das Tier in der Urzeit, er will ihnen an die Haut und sie fressen. Daher halten Sie genug Abstand und Sie können sich noch lange an Ihrem Leben erfreuen.

Wer springt schon freiwillig ohne Seil ab einer Brücke? Niemand, denn das kann man ja nicht überleben. Warum halten Sie dann beim Bahnhof keinen angemessenen Abstand?

Gut, wenn Sie sich das Leben nehmen wollen, dann empfehle ich Ihnen die Brücke und nicht das Bahngleis. Warum? Einfach, weil die Eisenbahn nicht für solche Zwecke gebaut wurde und die hohe Brücke ist viel sicherer als ein Zug, der bremsen kann.

Die Eisenbahn ist kein Spielplatz für kleine und klein gebliebene Kinder. Hirnlose Personen sollten zudem einen weiten Bogen um die Anlagen der Eisenbahn machen. Mutproben sind mitunter das dümmste, das von der Menschheit je erfunden wurde. Wer hat den Mut, Nein zu sagen? Genau, dieser Mut ist der richtige Weg, alles andere ist nur blödsinnig und dümmer als dumm. Die Lokführer werden es Ihnen danken.

Niemand, der sich an die von den Eisenbahnen geschaffenen Schutzmassnahmen hält, muss sich vor dem Lokführer fürchten. Kein lautes Pfeifen ertönt und Sie können weiterhin in aller Ruhe den Klängen Ihrer Lieblingsband zuhören. Leichtsinn wird aber nicht akzeptiert und auch ein Selbstmord auf der Bahn endet in weit mehr als der Hälfte aller Fälle bei der Polizei und kostet Ihnen oder Ihren Angehörigen sehr viel Geld.

Schutz bei den Fahrzeugen

Nachdem wir nun die Schutzmassnahmen bei den Bahnhöfen kennen gelernt haben, kommen wir zu den Fahrzeugen. Auch die Fahrzeuge wurden mit entsprechenden Einrichtungen versehen, um Sie vor den Gefahren der Eisenbahn abzuhalten, sich unnötig in Gefahr zu begeben, oder um Sie lautstark vor der Gefahr des fahrenden Zuges zu warnen. Beginnen werde ich mit der Warnvorrichtung, denn die wird verwendet, wenn Sie sich nicht an die Schutzmassnahmen der Bahnhöfe halten.

Die Lokpfeife: Mit Hilfe der Lokpfeife ist es dem Lokführer möglich, Sie und andere Leute im Gefahrenbereich zu warnen und deutlich darauf hinzuweisen, dass Sie gefälligst auf der anderen Seite der weissen Linie warten sollen. Die Pfeifen der Lokomotiven sind nicht in jedem Land gleich und die Signalpfeife der schweizerischen Bundesbahnen SBB ist bekannt. Sie erkennen schon am Klang, dass das ein Zug sein muss.

Die Lokpfeife ist ein auf der Lokomotive eingebauten akustisches Warnsignal und es wird durch den Lokführer nur im Notfall oder auf Auftrag bedient. Durch ein Ventil wird dabei Druckluft in die Pfeife geleitet und dort an einer Kante verwirbelt.

Je nach Luftstrom ertönt ein tieferer oder höherer Klang. Bei den Dampf-lokomotiven benutzt man statt der Druckluft den Dampf aus dem Kessel, so dass eine solche Lokomotive viel lauter sein kann.

Da man feststellte, dass die Lokpfeife bei hohen Geschwindigkeiten nicht gut zu hören ist, verwendete man bei neuen und schnellen Fahrzeugen Makro-phone.

Im Gegensatz zur Pfeife wird die Luft bei einem Makrophon elektrisch in Schwingung versetzt und so der Ton erzeugt. Dadurch kann das Makrophon mit einem elektrischen Signal angesteuert werden, was die Sicherheit bei der Versorgung verbessert.

Das Signal warnt Sie vor der Gefahr des heranfahrenden Zuges und gibt Ihnen so die Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen. Eines sollten Sie bei der Pfeife bedenken.

Der Lokführer pfeift damit nicht dem hübschen Mädchen im Minirock hinterher, sondern versucht verzweifelt Sie davon zu überzeugen endlich hinter die weisse Linie zu treten. Entfliehen Sie deshalb beim erklingen der Lokpfeife Ihren Träumen und achten Sie auf Ihre Sicherheit.

Fällt die Lokpfeife oder das Makrophon wegen einer Störung aus, kann die Lokomotive nicht mehr normal eingesetzt werden. Die Warnung vor den Gefahren des herannahenden Zuges ist nun nicht mehr möglich und so muss der Zug vor einer gefährdeten Person anhalten können. Daher gilt in einem solchen Fall, dass der Zug die Geschwindigkeit massiv reduzieren muss. Solche Lokomotiven werden schnell repariert, weil ein normaler Betrieb nicht mehr möglich ist.

Die Fischhaut: Nachdem wir vorher die Warneinrichtungen kennen gelernt haben, kommen wir zur Ausrüstung der Fahrzeuge. Gerade Reisezüge müssen gut vor dem Leichtsinn der Leute geschützt werden. Immer wieder versuchen verspätet eintreffende Leute in der letzten Verzweiflung auf den Zug zu springen. Das ist jedoch gefährlich, denn der beschleunigende Zug hält nicht so schnell an. Was kann wohl so wichtig sein, dass man dazu sein Leben riskiert?

Früher hatte man zur Überwachung des ausfahr-enden Zuges noch Personal auf den Bahnhöfen. Dieses machte Sie dann ziemlich deutlich darauf Aufmerksam, dass das keine gute Idee war. Verständnis finden Sie dafür nicht.

Moderne Züge wurden jedoch entsprechend gebaut und erhielten daher eine Einrichtung, die allgemein als Fischhaut benannt wurde. Korrekt spricht man jedoch von einer aussenglatten Bauweise.

Bei dieser aussenglatten Bauweise gibt es entlang des Zuges keine Griffstangen und auch keine zu-gänglichen Trittbretter mehr. Letztere werden ent-weder bei geschlossener Türe hochgeklappt oder eingezogen.

Daher erscheint die Aussenseite des Fahrzeuges glatt, wie die Haut eines Fisches. Die Leute rutschen übertrieben ausgedrückt an den Wänden ab, wie die Fische aus der Hand. So kam es zur Bezeichnung Fischhaut.

Dank der aussenglatten Bauweise konnten die bisher immer wieder vorkommenden Freiluft-fahrten, gänzlich eliminiert werden. Da die Leute bei diesen Fahrzeugen nirgends mehr stehen können und auch keinen Halt an einer Griffstange finden, geben Sie das Unterfangen schnell auf. Die Fischhaut hat ihren Zweck erfüllt, denn die Leute können sich so nicht mehr in Gefahr bringen. Doch warum ist das denn so gefährlich?

Wer sich an einem Zug in einem Akt der letzten Verzweiflung aussen festhält, muss wohl einen sehr wichtigen Auftrag haben. Warum sonst sollte er in den sicheren Tod springen? Auf der Fahrt rupft der Fahrtwind kräftig, denn so ein Zug ist schnell einmal mit mehr als 100 km/h unterwegs. Irgendwann schwinden dann die Kräfte und man fällt vom Zug. Die Landung bei so hoher Geschwindigkeit endet mit tödlichen Verletzungen. Nichts, aber auch gar nichts, kann so wichtig sein.

Der Einklemmschutz: Eine weitere Einrichtung zum Schutz der Reisenden vor waghalsigen Aktionen, ist der Einklemmschutz. Diese Einrichtung verhindert, dass ein Gegenstand oder eine Person zwischen den Flügeln der Türe eingeklemmt werden kann. Stellen die Sensoren einen Widerstand fest, wird die Steuerung der Türe so beeinflusst, dass sich diese wieder öffnet. So kann sich der Gegenstand oder die Person befreien.

Der Einklemmschutz ist besonders bei sich automatisch schliessenden Türen wichtig. Diese Türen schliessen ohne, dass dieser Vorgang von einer Person überwacht wird. Die automatische Schliessung der Türe hat heute meistens einen technischen Grund. Die eingestellte Temperatur im Fahrzeug geht durch die offene Türe verloren. Diese muss man dann mit viel Energie ergänzen. Daher werden die Türen nach einer gewissen Zeit automatisch geschlossen.

Da Sie aber wieder einmal zu spät dran sind, wollen Sie noch schnell durch die Türe in den Wagen huschen, denn schliesslich geht es beim Termin um alles oder nichts. Leider haben Sie sich etwas verschätzt und werden in der Türe eingeklemmt. Ohne Einklemmschutz würden Sie nun vom Zug mitgeschleift und das endet natürlich für Sie tödlich und nicht für den Zug. Bei den modernen Reisezugwagen ist daher ein Einklemmschutz vorhanden.

Meistens wird der Einklemmschutz der Türe noch mit weiteren Massnahmen ergänzt, so dass die Türe nicht schliesst, so lange sich Personen im Eingangsbereich aufhalten. Solche zusätzlichen Massnahmen können Lichtschranken sein. Nun ist aber der Mensch ein intelligentes Lebewesen, denn er kann ja seinen Kaugummi in die Lichtschranke stecken. Das ist lustig, denn der Zug steht dann noch in hundert Jahren an der gleichen Stelle und Sie müssen nicht an der blöden Sitzung teilnehmen.

Ist ja kein Problem, Sie kommen ja nicht nach Hause. Der Lokführer hat Arbeitszeit und wird irgendwann durch einen Kollegen abgelöst. Die leidtragende Person sind somit Sie, die dafür verantwortlich ist. Da überraschend viele Leute so blöd waren und das tatsächlich auch gemacht haben, musste man eine Umgehung der Lichtschranke einbauen. Dabei werden alle Sicherheitseinrichtungen überbrückt und nur der Einklemmschutz ist noch aktiv.

Sind die Türen geschlossen wird abgefahren. Wenn der Zug hält, weil Sie erbost die Hände verworfen haben, dann sollten Sie unendlich dankbar sein, denn der Lokführer hat Ihnen einen grossen Dienst erwiesen. Sie waren zu spät und der Zug war abgefahren, der zusätzliche Halt ergibt eine Verspätung. Diese Verspätung wird dem Lokführer vom Lohn abgezogen. Würden Sie das dann freundlicherweise vergüten? Eben, deshalb sollten Sie einfach nur dankbar sein, denn das nächste Mal fährt der Zug ab.

 

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