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Technischer Aufbau Bem 550 |
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Auch bei diesen
Triebzügen wurde die
Druckluft für viele Aufgaben
übernommen. Daher musste die entsprechende Anlage verbaut werden. Die
grossen Unterschiede gab es hier jedoch nicht, denn auch wenn bisher
leicht gebaut wurde, hier ging das nicht so leicht, viele Baugruppen waren
jedoch nicht so schwer. Die grosse Ausnahme fand sich gleich bei der
erforderlichen Erzeugung, denn dazu musste normale Luft komprimiert
werden.
Die Einheiten mussten bekanntlich keine langen und
schweren
Güterüge führen und auch Zusatzwagen waren nicht vorgesehen.
Daher konnte man ein Modell einbauen, das eine geringere
Schöpfleistung
hatte, als das üblich war. So konnte zumindest etwas Gewicht eingespart
werden. Eingebaut wurde der Rotationskompressor unter dem Fahrzeug. Dort war die Anlage mit den üblichen Silentblöcken aufgehängt worden. Diese und das Stück Schlauch in der Leitung sorgten dafür, dass die vom Kompressor entstehenden Vibrationen nicht auf den Kasten übertragen wurden.
Ausser
dem akustischen Geräusch, war daher vom Gerät keine Auswirkungen für die
Reisenden vorhanden. Das war aber bei
Triebzügen üblich. Die vom Kompressor durch den Unterdruck in der Zuleitung be-zogene Luft wurde in einem Filter gereinigt. Dieser Filter war wichtig, damit sich nicht aus Versehen ein Insekt, oder Schmutz in die Leitung verirren konnte.
Nicht nur, dass die kleinen Tiere die Behandlung nicht überlebten,
sie verstopften wie der Schmutz auch
Ventile und das durfte nicht
passieren. In einem System für
Druckluft sollte es keine anderen
Gegenstände geben.
Ein einfaches Gitter reichte hier jedoch nicht aus. Da der
Kompressor
unter dem Fahrzeug verbaut wurde, war der Ansaugstutzen in einem stark
verschmutzen Bereich angeordnet worden. Aus diesem Grund wurde das Gitter
mit entsprechenden
Filtermatten versehen. Diese nahmen den Staub auf und
mussten daher im Unterhalt regelmässig ausgewechselt werden. Das war aber
nicht so schlimm, wie eine Verstopfung in den Leitungen.
Durch den
Druckabfall
kondensierte die Feuch-tigkeit in der Luft und es
wurde Wasser ausge-schieden. Dieses hatte in einem System für
Druckluft
nichts zu suchen, denn im Winter konnte das Eis zu grossen Problemen
führen. Hinzu kommt noch, dass Flüssigkeiten nicht komprimiert werden
können. Daher war es schon immer wichtig, dass diese aus den Leitungen
entfernt wird.
Anstelle der früheren
Wasserabscheider, kamen nun
Lufttrockner
zum Einbau.
Diese entzogen der Luft die Feuchtigkeit und schied diese ins Gleisbett
aus. Das war so effizient, dass die nun sehr trockene Luft wieder
angefeuchtet werden musste. Dazu wurde ein
Luftöler benutzt. Dieser gab
eine geringe Menge der speziellen Flüssigkeit ab. Von der trockenen Luft
aufgenommen, entstand so optimal aufbereitete
Druckluft, die verwendet
werden konnte.
Nach der Aufbereitung der
Druckluft passierte diese das
Überdruckventil.
Dieses war, wie das mittlerweile üblich war, auf einen Wert von zehn
bar
eingestellt worden. Da hier der
Luftdruck durch die Steuerung überwacht
wurde, war es eigentlich nicht nötig, aber auch elektronische Systeme
können Fehler haben und nur das
Ventil sorgte dafür, dass die Leitungen
nicht platzen konnten. Daher war ein Verzicht nicht möglich.
Der Luftbehälter selber bildete das Vo-lumen, das benötigt wurde, wenn kurzzeitig ein hoher Verbrauch bei der Druckluft vorhanden war.
Auch das war bei solchen Anlagen üblich und daher können
wir hier er-kennen, dass kaum etwas vereinfacht werden konnte. Das ändert sich mit der angeschlos-senen Leitung. Richtig, es war nur noch eine Leitung vorhanden.
Genau genommen war das die mit dem
Luftdruck im
Kessel arbeitende
Speiseleitung. Die bei älteren
Baureihen noch erwähnte
Apparateleitung war schon seit einigen Jahren nicht vorhanden und hier
hätte sie auch nur zu einem unnötigen Gewicht geführt. Bei einem
Leichtbau, wird auch an solchen Orten immer wieder gespart.
Diese
Speiseleitung wurde zu den Verbrauchern auf dem Fahrzeug und zu den
beiden
automatischen Kupplungen geführt. So konnte diese Leitung auch über
die
Kupplung befüllt werden. War das wegen einem fehlenden zweiten
Triebzug auch nicht möglich, gab es noch einen kleinen
Hilfsluftkompressor. Dieser wurde von der Steuerung angetrieben und er
erzeugte nur die
Druckluft, die zum Einschalten des Fahrzeuges benötigt
wurde.
Bauteile die für den Betrieb einen stabilen
Luftdruck benötigten, wurden
auch hier angeschlossen. Damit dort der Wert nicht schwanken konnte, war
in der Zuleitung ein einfaches
Druckreduzierventil
eingebaut worden. Die
etwas grössere Anzahl
Ventile war leichter, als eine entsprechende durch
das Fahrzeug geführte Leitung. Sie sehen, wo man konnte, sparte man beim
Gewicht, denn die Zügen sollen leicht werden.
Auch hier wurde die
Druckluft in erster Linie für die
Bremsen eingebaut.
Jedoch wurde die verdichtete Luft auch für einige Funktionen genutzt.
Diese müssen wir uns auch ansehen. Dabei gehören die
Sandstreueinrichtungen, die
Spurkranzschmierung und die
Einstiegstüren zu
den üblichen Verbrauchern und diese waren zum Teil so gelöst worden, weil
die Schweizerischen Bundesbahnen SBB das so verlangten. Das galt in erster
Linie für die Türen.
Genauer ansehen werden wir
diese Bauteile, wenn wir uns die elektrische Ausrüstung des
Triebzuges
genauer ansehen werden. Doch nun zu einem geänderten Verbraucher. Die auf dem Fahrzeug vorhandene akustische Signaleinrichtung wurde eben-falls mit Druckluft betrieben. Hier wurde jedoch nicht mehr die in der Schweiz übliche Lokpfeife verbaut.
Da die Züge eine Strecke nach
französischen Normen befahren sollten, wurden die
Triebzüge mit dem von
der SNCF verlangten Zweiklanghorn versehen. Damals wurden diese Hörner
noch nicht elektrisch, sondern mit
Druckluft angesteuert. Wir kommen damit zu den Druckluftbremsen. Hier kam es zu den älteren Fahrzeugen zu einer Änderung. Es wurden die zwei üblichen Systeme nach den Normen der UIC verbaut, aber die Nutzung derselben war geändert worden.
Auch jetzt beginnen wir die Betrachtung mit der etwas einfacher
aufgebauten
direkten Bremse. Diese durfte jedoch nicht mehr als
Rangierbremse
bezeich-net werden, da sie deutlich wichtiger geworden war.
Die
direkte Bremse konnte zwar immer noch als
Rangierbremse genutzt
werden. Sie war jedoch auch dazu vorhanden um mit dem
Triebzug an der
gewünschten Stelle anzuhalten. Da aber auch die Steuerung diese
Bremse als
EP-Bremse
benutzte, war sie ausgesprochen wichtig, denn die üblichen
Bremsungen wurde mit dieser Bremse ausgeführt. Trotzdem war auch noch ein
zweites
Bremssystem
auf dem Fahrzeug eingebaut worden.
Auch das
mehrlösige
Steuerventil war vorhanden. Dieses konnte die Einstell-ungen für
die
Personenzugsbremse
und für die ergänzende
R-Bremse
ge-nerieren. Damit
hatte es sich aber mit den gemeinsamen Punkten. Die automatische Bremse wurde nur als Sicherheitsbremse vorgesehen. Sie konnte auch aktiviert werden, denn die Steuerung ausgefallen war.
Für die
normalen im Betrieb vorkom-menden
Bremsungen
war die
automa-tische Bremse
jedoch nicht mehr vor-gesehen. Wichtig war das aber, wenn der Zug
geschleppt wurde und die
Bremsen über die übliche
Hauptleitung
gesteuert
wurden. Jedoch funktionierte in dem Fall das
Steuerventil nicht korrekt.
Wegen der beim
Steuerventil nötigen Ansteuerung ab Fahrzeug, konnten die
Bremsen bei
Schleppfahrt nicht ansprechen. Damit das Fahrzeug aber
trotzdem angehalten werden konnte, war eine
Nachbremse eingebaut worden.
Diese sprach nur an, wenn die
Schnellbremse aktiviert wurde und der Druck
in der
Hauptleitung unter einen Wert von 3.5
bar sank. Diese Lösung war
bisher nur für Kleinfahrzeuge vorgesehen und wurde nun auch hier verbaut.
Jede
Achse war mit einer
Wellenbremsscheibe versehen worden. Wegen dem
Aufbau des
Antriebes konnten auch hier diese
Scheibenbremsen verbaut
werden. Der Verzicht auf zusätzliche
Bremsscheiben war aber eine direkte
Folge des extremen Leichtbaus. Trotzdem müssen wir uns nun mit der
Bremsrechnung beschäftigen, denn diese wurde auch bei diesen
Triebzügen
mit der
automatischen Bremse und nicht mit der
direkten Bremse ausgeführt.
Mit den
Scheibenbremsen konnte
ein
Bremsgewicht von 64 Tonnen erreicht werden. In dem Fall erreichte der
Zug ein
Bremsverhältnis von 142 Prozent. Das war viel, da aber keine
Anpassung auf Grund der Beladung erfolgte, waren mindestens 105 %
vorhanden. Im Vergleich mit anderen Baureihen der Schweizerischen Bundesbahnen SBB war das eher ein geringer Wert. Je-doch waren diese Fahrzeuge für den Einsatz auf der Strecke zwischen Genève Cornavin und La Plaine gebaut worden.
Dort galten für die Bestimmung der erlaubten Ge-schwindigkeiten die
Vorschriften von Frankreich und daher konnte der Abschnitt normal befahren
werden. Mehr
Bremskraft erachtete man daher nicht als sinnvoll.
Wirklich gut meinte man es mit der
Feststellbremse. Diese wurde dazu
genutzt, um den
Triebzug ohne Personal abzustellen. Damit das ohne
Einschränkungen erfolgen konnte, waren sämtliche
Achsen mit
Federspeicherbremsen versehen worden. Diese bremsten das Fahrzeug mit
Hilfe der Kraft einer
Feder und daher war sie von der
Druckluft
unabhängig. Das hatte direkte Auswirkungen auf die
Stillhaltebremsgewichte,
denn diese wurden mit 45 Tonnen angeben.
In den normalen Fällen können wir bereits die technischen Bereiche
abschliessen, denn diese waren hier wirklich einfach aufgebaut worden, was
den Unterhalt deutlich erleichterte. Jedoch hatten diese
Triebzüge noch
einen Hilfsantrieb und diesen müssen wir auch noch ansehen, denn er war in
der Bezeichnung aufgeführt worden. Wie das dort aufgeführte m vermittelt,
handelte es sich bei diesem
Antrieb um einen
Dieselmotor.
Wer nun aber einen für die Eisenbahnen typischen
Dieselmotor erwartet, muss enttäuscht werden. Selbst damalige LKW
verfügten über Modelle, die mehr leisten konnten. Nur, das sagt nicht so
viel aus, wie die 88 kW, die von den Herstellern angegeben wurden. Sie werden es ahnen, es ging auch hier um das Gewicht und zudem um den damit geplanten Einsatz. Ein kleiner Dieselmotor, wie er durchaus auch in einem Auto verbaut werden konnte, benötigte auch nicht so viele Vorräte.
Ein kleiner
Tank
genügte um den benötigten
Treibstoff
mitzuführen und die
Kühlung erfolgte durch die Steuerung des
Dieselmotors. Es war daher ein
eigenes System, das nur bei Bedarf aktiviert wurde. Mit dieser Leistung konnten jedoch keine grossen Geschwindigkeiten erreicht werden. Vielmehr sollte es mit diesem Notfahraggregat nur möglich sein, sich in einem Depot ohne passende Fahrleitung mit ei-gener Kraft zu bewegen.
Das war hier wichtig, da das
Depot Genève nur mit
Wechselstrom
angefahren werden konnte. Die
Baureihe Bem 550 benötigte dank diesem
Dieselmotor keine fremde Hilfe um in den Unterhalt zu kommen.
Damit mit diesem
Dieselmotor die normalen
Antriebe genutzt werden konnten,
wurde an der
Kurbelwelle
ein
Generator angeschlossen. Dieser war für
Drehstrom mit einer
Spannung von 3x500
Volt ausgelegt worden und er lief
mit stabilen Werten, denn dieser Drehstrom wurde nicht direkt zu den
Motoren geführt, sondern mit dem nachgeschalteten
Gleichrichter verbunden.
So konnte der
Triebzug mit der normalen Regelung gefahren werden.
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