Mechanische Bremsen

Wir kommen nun zu den mechanischen Bremsen. Diese finden wir nun wirklich bei jedem Fahrzeug, denn es ist die Lösung, mit der auch angehalten werden kann. Bevor wir zu den einzelnen Bauweisen kommen, müssen wir uns mit ein paar grundlegenden Hinweisen befassen. Bei den mechanischen Bremsen sind einige Punkte von der Bauweise unabhängig und diese sehen wir uns an, denn es gibt auch hier Probleme zu beachten.

Im Zusammenhang mit den mechanischen Bremsen wir oft auch von der Bremsart gesprochen. Der Begriff umschreibt den Aufbau der Bremse und dabei wird er nicht nur auf diese beschränkt.

Immer wenn es bei einer Lösung Unterschiede gibt, wird von einer Bremsart gesprochen. Daher werden wir im Verlauf dieses Artikels immer wieder auf diesen Begriff stossen, der wirklich vielseitig angewendet werden kann.

Wie bei allen anderen Bremsen besitzen mechanische Lösungen eine bestimmte Bremsleistung. Dieser Begriff umschreibt die von den Bauteilen maximal verfügbare Leistung.

Wird diese überschritten, kann es zu Schäden und damit zum Ausfall der Bremsen führen. In vielen Fällen ist gerade dieser Punkt für die schweren Unfälle verantwortlich. Daher darf die verfügbare Bremsleistung nicht überschritten werden.

Im Zusammenhang mit der Bremsleistung wird oft auch von ein-em Bremsvermögen gesprochen. Dabei wird einfach mit einem anderen Wort umschrieben, was eine Bremse leisten kann.

Nur schon durch die Tatsache, dass es hier zwei Begriffe gibt, zeigt, wie wichtig dieser Punkt bei einer Bremse wirklich ist. Egal was man mit der Bremse effektiv anstellt, das Bremsvermögen darf nicht überschritten werden.

Bei den nun folgenden mechanischen Bremsen wird oft auch der Hinweis Reibungsbremse verwendet. Damit ist auch klar erkennbar, dass diese Lösungen mit Reibung arbeiten, denn diese ist immer noch die beste Art, mit einem Fahrzeug anzuhalten und dabei spielt es nun keine Rolle, ob wir mit der Eisenbahn, oder auf der Strasse unterwegs sind, denn selbst Ihr Fahrrad besitzt eine normale Reibungsbremse.

 

Die Klotzbremse

Die Klotzbremse, also die Reibungsbremse, die mit einem Bauteil auf die Lauffläche des Rades wirkt, ist die älteste verwendete Bremse. Bereits bei den Kutschen wurde mit dieser Lösung gearbeitet. Der Grund ist der einfache Aufbau und die gute Wirkung. Durch die Reibung wird das rollende Rad behindert und so die Geschwindigkeit der Umdrehungen verringert. Als Folge verzögert das Fahrzeug auf eine tiefere Geschwindigkeit.

Die Klotzbremsen haben ihren Namen von dem dazu verwendeten Bremsklotz erhalten. Der Name kommt daher, dass zu Beginn dazu ein Klotz aus Holz verwendet worden war und das auch bei der Eisen-bahn.

Diese wurden im Lauf der Jahre besser an die Räder angepasst und dabei auch durch andere Materialien ersetzt, denn bei einem Klotz aus Holz ist die Brems-leistung nicht besonders hoch, da er durch die Reib-ung in Brand geraten kann.

Gemein ist allen Bremsklötzen, dass sie weicher sind, als das beim Rad der Fall ist. So werden sie abgenutzt und nicht das Rad. Wir haben damit ein Verschleissteil erhalten, dass immer wieder ersetzt werden muss.

Der Grund dafür ist, dass das deutlich einfacher erfolgen kann, als dies beim Rad der Fall ist. Um mit den Klötzen die Bremsleistung zu erhöhen, müssen diese vergrössert werden. Das hat jedoch zur Folge, dass sie zu schwer werden können.

Wurden an Stelle der Bremsklötze Bremssohlen verwendet, änderte sich beim Aufbau wenig. Mit den Bremssohlen konnte aber das Gewicht der Bauteile verringert werden.

Zudem verbesserte sich bei Anwendung von meh-reren Sohlen die Bremswirkung. Daher haben Brems-sohlen gegenüber den Klotzbremsen einen sehr gros-sen Vorteil. Nahezu überall, wo Klotzbremsen be-nutzt werden, sind heute diese Bremssohlen im Ein-satz.

Wenn wir nun zu den Eisenbahnen kommen, dann bestand das Problem bei den alten Bremsklötzen, dass diese aus Grauguss erstellt wurden. In Folge der Reibung ergaben sich Probleme, die wir später bei den Nachteilen dieser Bremse noch ansehen werden. Jedoch führten diese auch zu einer aufgerauten Oberfläche beim Rad und das hatte ein lautes Fahrgeräusch zu Folge. Es mussten also andere Materialen benutzt werden, die das Rad besser schützten.

Eine erste Verbesserung waren die Kunststoffbrems-sohlen. Diese bestanden aus einem speziellen Kunst-stoff. Da dieser andere Werte bei der Reibung hatte, musste die Kraft angepasst werden.

Das Problem dieser Bremsklötze war zudem, dass sie nicht über die gleich gute Bremsleistung verfügten und daher nur in speziellen Fällen verwendet werden konnten. Es musste eine andere Lösung für hohe Leistungen her.

Mit Kompositbremssohlen konnte man die mit den älteren Lösungen aus Kunststoff vorhandenen Pro-bleme beheben. Auch wenn hier ein anderer Begriff verwendet wird, es sind ebenfalls Kunststoffbrems-sohlen, die einfach nach einem anderen Prinzip aufgebaut wurden.

Die damit erreichten Leistungen lagen nahezu bei den Bremsklötzen aus Grauguss. Daher konnten sie schlicht als Ersatz benutzt werden und die schonten die Laufflächen.

Wenn wir nun den Putzklotz ansehen, dann haben wir eine spezielle Anwendung der Klotzbremse erhalten. Diese Bremssohle aus Kunststoff wird nicht für die normale Bremsung benötigt.

Mit der von diesem erzeugten Reibung auf dem Rad, wird dort eine allenfalls vorhandene Verschmutzung entfernt. Putzklötze werden daher nie alleine ange-wendet, jedoch gehören sie vom Aufbau her klar zu den Klotzbremsen.

Egal mit was für Bremsklötzen gearbeitet wird, sie benötigen eine Einrichtung, in die sie eingebaut werden können und die dafür sorgt, dass die Kraft auch auf die Klötze übertragen werden konnte. Schon bei den Kutschen drückte niemand mehr den Klotz von Hand gegen das Rad, denn mit einem einfachen Hebel, konnte die Kraft sogar noch vergrössert werden. Meistens werden jedoch Bremsgestänge verwendet, die wir ansehen müssen.

Bremsgestänge: Ein wichtiges Bauteil bei der Klotzbremse ist das Bremsgestänge. Dank diesem Gestänge werden die vom eigentlichen Bedienelement übertragenen Beweg-ungen so umgewandelt, dass letztlich bei den Brems-klötzen eine Bremsung ausgeführt wurde.

Je nach Aufbau der Bremsen kann so ein Bremsgestänge komplizierter sein. Bei Automobilen zum Beispiel ist der Hebel nicht direkt mit der Bremse, sondern mit einem Drahtseil verbunden.

Bei den Bremsgestängen der Eisenbahn ist das Bremsdrei-eck ein wichtiges Bauteil. Dank diesem Bauteil, das  sei-nen Namen von der Form her erhalten hat, kann mit der Bewegung eine Umlenkung vorgenommen werden.

Diese hat zur Folge, dass die Bremsklötze von beiden Seiten in einer Art Zangenbewegung bewegt werden. Dank dieser Umlenkung ist es möglich auf beiden Seiten eines Rades eine Klotzbremse zu verbauen.

Werden an einem Bremsgestänge leichtere Bremssohlen montiert, wird ein Sohlenhalter für die Montage benötigt. Dieser erlaubt es die einzelnen Bremssohlen zu tauschen, ohne dass dabei das Gestänge gelöst werden muss.

Je nach Aufbau des Sohlenhalters können auch mehrere Bremssohlen gehalten werden. Einfach gesagt ist es eine Halterung für die Sohlen und daher auch der dazu pas-sende Namen.

Mit dem Bremsdreieck und dem Sohlenhalter haben wir zwei wichtige Bauteile in einem Bremsgestänge kennen gelernt. Jedoch besteht noch ein Problem, denn durch die Reibung werden die Bremssohlen abgenützt. Das hat zur Folge, dass der Weg immer grösser wird. Mit zunehmender Abnützung verschlechtert sich die Wirkung der Bremse. Damit das ausgeglichen werden kann, muss das Bremsgestänge verstellt werden.

Bremsgestängesteller sind eine Einrichtung, mit der das Gestänge ohne dieses gross zu verändern, angepasst werden kann. Man verstellt dieses Bauteil und die Klötze sind wieder näher am Rad. So kann eine nahezu gleichbleibende Wirkung bei der Bremse erreicht werden. Gerade bei der hier vorgestellten Klotzbremse sind diese Bremsgestängesteller eine gute Einrichtung um die Bremsen einzustellen.

In der etwas kürzeren Schreibweise wird der Bremsgestängesteller einfach nur als Gestängesteller bezeichnet. Egal wie man sie genau nennt, es gibt verschiedene Lösungen. Bei einem manuellen Modell muss die Anpassung in einer Werkstatt vorgenommen werden. Hier konnte es also durchaus passieren, dass eine schlechtere Bremswirkung vorhanden war. Manuelle Bremsgestängesteller sind aber nahezu verschwunden.

An ihre Stelle traten die automatischen Gestängesteller. Diese wiederum teilen sich in zwei Modelle auf. Bei der einfacheren Ausführung erfolgt keine Anpassung bei einem veränderten Gewicht. Solche werden bei Lokomotiven verwendet. Wagen mit unterschiedlichen Gewichten haben jedoch Bremsgestängesteller, die je nach der Position des Bremsklotzes zum Rad die gleiche Bremskraft zu Folge hatten. Bei beiden gilt aber, dass sie manuell gelöst werden.

Nachteile der Klotzbremse: Wie so oft, auch die gute Klotzbremse hat Nachteile. Besonders bei den Lösungen mit den Bremssohlen aus Grauguss ergaben sich grosse Probleme, die mit den neuen Sohlen etwas gemildert werden konnten. Durch die hohen Kräfte bei der Bremsung, wird der Bremsklotz wegen der Reibung abgetragen. Zudem entsteht eine grosse Wärme. In der Folge lösen sich immer wieder glühend heisse Teile.

Diese glühend heissen Splitter nennt man Brems-funke. Der Name kommt davon, dass die heissen Teile in der Nacht wie Funken aussehen. Wie das Sprichwort besagt, ein kleiner Funke kann eine Feuerbrunst erzeugen.

Das ist schnell der Fall, wenn das Fahrzeug aus einem grossen Teil aus Holz aufgebaut worden war. Ergänzt mit dem Schmutz und Schmiermitteln, kann schnell ein Feuer entstehen.

Mit Funkenschutzblechen wird wirksam verhindert, dass die Bremsfunken zu einem Brand führen können. Sie werden beim Fahrzeug um das Rad angebracht und so werden die Funken vom Boden des Fahrzeuges abgehalten.

Solche Funkenschutzbleche, sind bei allen mit einer Klotzbremse versehenen Fahrzeugen vorhanden und nur schon das zeigt, wie gefährlich diese Brems-funken effektiv sein können.

Schutzbleche, wie das vorgestellte Funkenschutz-blech, sind überall anzutreffen. Bei einem Fahrrad gibt es sie, damit sich Ihre schönen Hosen nicht in der Kette verfangen.

Andere Schutzbleche schützen Sie vor Schmutz und bei der hier vorgestellten Klotzbremse vor einem Feuer. Daher sind solche Schutzbleche immer wieder zu sehen. Sie sollten sich das nächste Mal fragen, was dieses einfache Blech für eine Funktion hat.

Wenn sich der Bremsfunke irgendwo ablegt, wird er zum Bremsstaub. Gerade bei den Klötzen aus Grauguss, ist der Bremsstaub immer noch glühend heiss. Das kann zu einer Gefahr für den Menschen werden und auch für Lacke, denn der Staub brennt sich darin ein. Auch hier sind die neuen Kompositbremsklötze etwas besser, auch wenn dort Material abgetragen wird, es ist kein Metall und kann daher nicht glühen.

 

 

Die Bandbremse

Kommen wir nun zur Bandbremse. Es ist eine spezielle Bremse, die auf ähnliche Weise arbeitet, wie das schon bei der Klotzbremse der Fall ist. Bei der nun vorgestellten Bandbremse wird ein Band verwendet. Um diese Bremse etwas besser zu versehen, müssen wir an anderen Orten nach dieser Bremse suchen und dabei ist das gar nicht so einfach, denn mit der Bandbremse haben wir wirklich eine spezielle Lösungen bekommen.

Um das Prinzip der Bandbremse etwas besser zu ver-stehen, nehmen wir eine schnell drehende Welle. Diese muss gestoppt werden. Würden wir mit den Händen und damit mit einfachen Bremsklötzen arbeiten, würde es Brandblasen geben.

Die benötigte Bremsleistung ist also zu hoch. Mit ge-ringerer Kraft könnte diese eingehalten werden, aber die Welle nicht innert nützlicher Frist angehalten werden. Es muss eine andere Lösung her.

Die alten zu klein gewordenen Hosen und in erster Linie deren Gürtel werden nun spannend. Der aus Leder bestehende Gürtel legen wir um die Welle und ziehen mit aller Kraft.

Durch die nun entstehende Reibung wird der Gürtel zwar warm, aber die Welle verzögert und kommt in den Stillstand.

Wir haben damit bereits unsere erste einfache Brand-bremse erhalten. Das Original arbeitet nach dem gleichen Prinzip, auch wenn nicht der Gürtel herhalten muss.

Bei einem Fahrzeug kann dazu aber nicht das Rad benutzt werden, man kann also das Band nicht um die Lauffläche legen. Mit einer eigenen Scheibe ginge das, und diese kann je nach verlangter Leistung unterschiedlich beschaffen sein, denn beim Aufbau wurde diese Trommel an das Band angepasst und dieses Band, das der Bremse ihren Namen gab, müssen wir uns ansehen. Auch wenn von einem Band gesprochen wurde, es ist eigentlich keines.

Das Bremsband, also der Reifen, der um diese Trommel gelegt wird, besteht aus einem Material, das für die Bremswirkung wichtig ist und einem Träger aus Stahl und dieser wird wie ein Band um diese Trommel gelegt und daher wird von der Bandbremse gesprochen. Je nach Anwendung, kann daher auch das Bremsband unterschiedlich beschaffen sein. Wichtig dabei ist einfach, dass die Scheibe zu den Bändern passt, den nur so funktioniert die Bremse.

Mit einer Einrichtung wird nun dieses Band gegen die Trommel gezogen. Das geht genau so, wie beim Gürtel. Durch diese Kraft wird rund um die Welle die Bremskraft angesetzt.

Damit können sehr hohe Bremskräfte vorgesehen werden, denn alleine durch die extrem grosse Reibfläche des Bandes, kann diese Bandbremse eine sehr hohe Brems-leistung erzeugen. Damit ist sie ideal geeignet um hohe Gewichte schnell zu verzögern.

Der grosse Vorteil der Bandbremse ist auch gleich deren Nachteil. Die hier möglichen Bremskräfte sind so hoch, dass diese mit der Adhäsion nicht aufgenommen werden können.

Auch bei sehr gutem Zustand der Schienen, das Rad würde unweigerlich blockieren. Das ist nicht gewünscht und daher kann die Bandbremse schlicht nicht benutzt wer-den. Bei der Eisenbahn sollten sich auch bei der Bremsung die Räder drehen und das ist wichtig.

Da die Bremse hier vorgestellt wird, muss sie wohl angewendet werden. Es gibt durchaus Lösungen, bei denen die Bandbremse Ihre grosse Leistung erbringen kann. Dazu muss einfach verhindert werden, dass die Räder blockieren können. Bei einer Bahn mit Zahnrad ist das nicht möglich, denn dieses kann in der Zahnstange nicht ins rutschen geraten. Die Bremskräfte können auf hohe Werte gehoben werden und das geht nur mit der Bandbremse.

Gerade bei Bahnen mit Zahnstange kommt zum Gewicht noch eine grosse Kraft des Hangabtriebes dazu. Daher muss die Bremse extrem grosse Kräfte aufbringen. Alleine mit dieser Bandbremse kann auch in diesen Fällen auf eine kurze Distanz angehalten werden. Hier wird also nicht nur gekleckert, sondern hier wird geklotzt, denn die Bandbremsen bringen wirklich alles zum stehen und damit sind sie schlicht der Spitzenreiter.

Die Scheibenbremse

Wenn wir nun die Scheibenbremsen ansehen, dann kommen wir zu einer Lösung, die nahezu überall angewendet wird. Bei den Automobilen sind solche Bremsen verbaut worden und selbst bei Fahrrädern gibt es Modelle, die über eine solche Lösung verfügen. Dabei arbeiten Scheibenbremse immer mit einem sich drehenden Bauteil. Eine lineare Ausführung ist auch möglich, jedoch wird diese sehr selten und nicht bei den Bahnen angewendet.

Zentrales Bauteil der Scheibenbremse ist die sich dre-hende Bremsscheibe. Diese ist speziell aufgebaut wor-den und ist nicht als geschlossene Scheibe gehalten. Es sind in einer Bremsscheibe auch Löcher und eine Teilung vorhanden.

Diese sind für die Kühlung wichtig, denn die Scheiben-bremse besitzt eine eigene Kühlung und so kann sie hohe Leistungen aufnehmen. Dabei strömt die Luft über mittige Lamellen zu den Scheiben.

Um die nun rotierende Scheibe zu verzögern, werden die Beläge seitlich an diese Scheibe gepresst. Das führt dazu, dass aus Stahl aufgebaute Bremsscheiben glänzen.

Ihre machen das nicht, dann haben sie wohl Brems-scheiben, die aus Kohlefasern aufgebaut wurden. Mit diesen können noch höhere Leistungen erzeugt werden. Nur mit der Bandbremse können auch sie es nicht aufnehmen, denn das Rad solle ja nicht blockieren.

Gebremst wird mit speziellen Bremsbelägen. Wie bei den Bremssohlen kommen hier Sintermetalle zur An-wendung und diese werden in speziellen Haltern einge-baut. Bei den Bremsbelägen der Scheibenbremse spricht man jedoch nicht von einem Sohlenhalter, denn durch den Aufbau der Scheibenbremse wird eine andere Lösung für die Umsetzung der Bremskraft verwendet, denn die Sohlen wirken hier seitlich auf die Scheibe.

Scheibenbremsen verwenden eine Bremszange. Wie bei jeder Zange wird dank dieser der Bremsbelag gegen die Bremsscheibe gedrückt. Damit wird diese an der freien Drehung gehindert und das Fahrzeug verzögert. Da die Bremsbeläge nicht so stark abgenutzt werden und dank der Bremszange nur ein kurzer Weg vorhanden ist, kann auf Gestängesteller verzichtet werden, denn dieses gibt es hier eigentlich nicht mehr.

Durch den Aufbau der Bremszange kann nicht er-kannt werden, ob die Bremse angezogen, oder gelöst wurde. Damit das möglich wird, werden dazu Bremsanzeigen benutzt. Diese können an einer beliebigen Stelle eingebaut werden.

Angesteuert werden diese Bremsanzeigen je nach Aufbau der Bremssteuerung auf andere Weise. Wie genau die Lösung bei einem Fahrzeug ausschaut, muss der Erbauer wissen, denn die Anzeige ist wichtig.

Bremsanzeigen enthalten zwei oder drei Stellung. Wird im Schauglas ein grünes Feld gezeigt, ist die Bremse los. Bei einer roten Anzeige mit schwarzem Punkt ist sie angezogen. Das können alle Anzeigen.

Jene mit drei Stellungen haben noch eine weisse Fläche mit schwarzem Kreuz. In dem Fall gilt die Anzeige als gestört und darf nicht beachtet werden. Dank den Symbolen Kreuz und Punkt, können auch Leute mit gestörtem Farbsinn die Anzeige erkennen.

In der Regel werden Wellenbremsscheiben verbaut. Wie es der Name schon sagt, sie werden auf einer Welle eingebaut. In der Regel ist das schlicht die Achse. Diese Lösung erlaubt, das optimal aufgebaut Bremsscheiben verbaut werden können. Diese Scheibenbremsen sind dank dem freien Raum auf der Welle mit einer sehr guten Bremsleistung versehen worden. Sie benötigen jedoch viel Platz, der oft fehlt.

Als Alternative zu den Wellenbremsscheibe werden oft auch Radscheibenbremsen verbaut. Diese sind für den Betrachter gut zu erkennen, denn die Bremsscheibe wird am Radkörper befestigt. Die Zange greift von beiden Seiten des Rades zu. Der Nachteil dieser Lösung ist die schlechtere Kühlung, daher sind hier nicht die gleichen Bremsleistungen möglich. Jedoch sind diese hier so hoch, dass das kaum eine Rolle spielt.

 

Die Trommelbremse

Stellen wir uns einmal vor, wir würden die klassische Klotzbremse mit der Scheibenbremse verbinden. Das Ergebnis würde Trommelbremse heissen. Doch beginnen wir auch bei dieser Bremse am Anfang und nicht unbedingt bei der Eisenbahn. Trommelbremsen sind bei den Fahrzeugen des Strasse sehr verbreitet und dabei sind sie gar nicht so schlecht wie man meinen könnte, denn bei LKW, sind sie kaum wegzudenken.

Bei der Trommelbremse wird der Bremsbelag stirn-seitig gegen die Trommel gepresst. Das ist von der Klotzbremse übernommen worden, denn diese Lös-ung kann auch bei bescheidenem Platz benutzt werden.

Die Breite beschränkt sich auf diese Trommel. Sie ist das Herzstück dieser Bremse und daher sollten wir einen genaueren Blick auf dieses Bauteil, das der Trommelbremse den besonderen Namen ge-geben hat, werfen.

Die Bremstrommel ist das entscheidende Bauteil. Wobei ein Bauteil alleine reicht eigentlich gar nicht, denn bei der Bremstrommel werden zwei Lösungen verwendet. Wichtig dabei ist aber die Kühlung der Trommel.

Diese ist hier sehr wichtig und nur dank dieser kön-nen die Bremskräfte auch aufgenommen werden. Um dieses Prinzip zu verstehen, müssen wir diese beiden Lösungen schnell ansehen.

Bei Fahrzeugen der Strasse werden Trommel-bremsen verwendet, bei denen sich die Brems-beläge innen befinden. Die Trommel ist wie eine Glocke darum angeordnet worden. Mit etwas Phantasie kann hier der Vergleich mit dem Musikinstrument Trommel angestellt werden. Auf jeden Fall hatte diese Idee der Erbauer, der dieser Bremse diesen besonderen Namen verpasste. Wir erkennen nun auch, dass sie für die Strasse gebaut wurde.

Wird nun gebremst, erzeugen die Bremssohlen eine grosse Wärme, diese wird von der Trommel aufgenommen und abgeleitet. Dank dieser Kühlung konnten die Kräfte gegenüber der Klotzbremse gesteigert werden. Besonders bei schweren Fahrzeugen war das ein grosser Vorteil, da wir mit geringer Grösse eine einfache und gute Bremse bekommen haben. Gerade die hohen Leistungen machen diese Trommelbremse auch bei den Bahnen interessant.

Verbaut wurden Trommelbremsen in Güterwagen, denn diese Bremse hatte auch ein Problem und das war, dass sie nicht so gut für hohe Geschwindigkeiten geeignet war.

Daher wurden bei den Automobilen immer die dafür geeigneten Scheibenbremsen benutzt und die Trommelbremse kam bei LKW zum Einbau, die bekanntlich etwas langsamer unterwegs sind. Zumindest ist das in der Regel so und die Ausnahmen bestätigen diese oft.

Die eigentliche Trommelbremse ist nicht so gut zu erkennen. Auf der Achse wird diese analog zur Bremsscheibe aufgebaut. Je-doch wirken hier die Bremsbeläge von der Stirnseite auf diese Trommel.

Dank den eingebauten Belüftungen kann im Metall die Wärme optimal abgeleitet werden. So haben wir auch hier die hohe Leistung dieser Bremse erhalten. Eigentlich eine ideal zur Eisen-bahn passende Bremse, die aber selten verbaut wurde.

Vorteil gegenüber der Klotzbremse war, dass bei der Trommel-bremse, die Lauffläche nicht aufgeraut wurde. Damit hatten diese Bremsen den gleichen Vorteil, wie die Scheibenbremsen.

Diese war jedoch bei den schnellen Reisezugwagen deutlich im Vorteil. Bei den Güterwagen hatte sie aber den gleichen Nachteil, wie die hier vorgestellte Trommelbremse, denn diese bedeuteten zusätzliches Gewicht, das nicht der Ladung zugeschlagen werden konnte.

Mit der Einführung der Kompositbremssohlen konnte der Nachteil der leichten Lösung mit Bremsklötzen verbessert werden. Diese rauen die Lauffläche nicht mehr auf und sie waren leicht. Damit war aber die Trommelbremse im Nachteil und nach wenigen Modellen wurde sie einfach wegen dem hohen Gewicht nicht mehr weiter verbaut. Durchsetzen konnte sich diese Bremse bei den Eisenbahnen im Gegensatz zur Strasse nicht.

Die Magnetschienenbremse

Mit der Magnetschienenbremse kommen wir zu einer speziellen mechanischen Bremse, die zudem nicht auf die Achse wirkt. Vom Prinzip her kann diese Bremse leicht mit der Wirbelstrombremse in der linearen Bauweise verglichen werden. Jedoch gibt es einen kleinen Unterschied, denn der Balken mit dem Magneten wir hier mit grosser Kraft auf die Schiene gedrückt und so ist auch eine geringe mechanische Wirkung vorhanden.

Die elektrisch aktivierten Magnete der Bremse erzeugen in der Schiene ebenfalls ein starkes Magnetfeld. Durch die Bewegung entstehen die gleichen Effekte, wie sie schon bei der Wirbelstrombremse in der linearen Bauweise verwendet wurde.

Der Begriff Magenschienenbremse kam daher, dass diese schon verbaut wurden, als sich die Wirbelstrombremsen als Weiterentwicklung zeigten. Da es kaum erkennbare Unterschiede gab, blieb es beim Begriff Magnetscheinenbremse.

Magnetschienenbremsen besitzen eine sehr hohe Bremskraft und der mechanische Verschleiss ist nur gering. Jedoch entsteht durch die Reibung auch etwas Wärme, die aber von der Bremse aufgenommen werden kann. Ob nun bei einem Fahrzeug die Magnetschienenbremse, oder die Wirbelstrombremse in der linearen Ausführung verbaut wird, spielt eigentlich keine Rolle, denn beide werden nur als zusätzliche Bremse verbaut.

Bei der Magnetschienenbremse gibt es im Aufbau zwei Lösungen. Insbesondere bei Strassenbahnen werden tief aufgehängte Lösungen benutzt. Diese hängen knapp über der Schiene und müssen daher nicht so stark abgesenkt werden. Diese Absenkung erfolgt jedoch bei allen Varianten mit Druckluft und daher mit einer recht hohen Kraft. Die tief aufgebauten Lösungen erzeugen beim Einsatz ein deutlich geringeres Geräusch.

Werden jedoch höhere Geschwindigkeiten gefahren, kann es bei tiefer Aufhängung zu Schlägen gegen das Bauteil kommen. Daher werden in diesem Fall die hoch aufgehängten Magnetschienenbremsen verwendet. Sie erzeugen bei der Anwendung jedoch ein klar hörbares Geräusch und sind daher auch ein Anzeichen, dass mit dieser sehr guten Zusatzbremse gearbeitet wird. Auf die Wirkung hat diese Aufhängung jedoch kaum Einfluss.

Eine spezielle Form der Magnetschienenbremse ist die PMS. Sie fragen sich nun, warum ich die Abkürzung nehme. Der Begriff Permanentmagnetschienenbremse ist nur wirklich nicht so leicht zu lesen.

Daher bleibe ich auch weiterhin bei der PMS, die eine sehr oft verwendete Abkürzung für das kaum lesbare Wort-gebilde ist, dass sich die Entwickler einfallen liessen. Wichtig ist hier, dass wir eine andere Wirkweise erhalten haben.

Verbaut wurde die PMS nur bei den Baureihen Re 460 und Re 465. Sie konnte sich nicht durchsetzen, weil sich andere Lösungen für die Festhaltebremse ergaben. Diese werden wir im Anschluss näher ansehen. Dabei wirkt die PMS auch während der Fahrt und wird dann zu einer Magnetschienenbremse, wie wir sie schon kennen gelernt haben. Ansehen müssen wir nur die Wirkweise, denn wie es der Name schon sagt, haben wir permanente Magnete.

Wird die PMS abgesenkt wirken die Magnete und das erfolgt alleine durch die Schwerkraft. Auch ohne weitere Versorgung ist die Magnetschienenbremse aktiv und daher kann sie immer wirken. Damit kann nun eine Feststellbremse erreicht werden, die immer besser wirkte, wie schneller sich das Fahrzeug bewegte. Im Stillstand waren nur die Kräfte des Magneten vorhanden und diese reichten aus, dass sich nichts bewegte.

Um die PMS zu lösen, muss aber das Magnetfeld deaktiviert werden. Dazu wird es abgedreht und dazu sind hydraulische Lösungen erforderlich. Wegen dieser sehr aufwendigen Lösung, konnten sich die PMS nicht weiter durchsetzen. Bei den Bahnen werden in erster Linie Magnetschienenbremsen verbaut und für die auch benötigte Feststellbremse werden andere Lösungen verbaut. Die PMS war im Aufbau einfach zu kompliziert.

 

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