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Verschleisslose Bremsen |
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Wenn
wir mit den verschleisslosen Bremsen beginnen, dann aus dem einfachen
Grund, weil diese in der Natur nicht so selten anzutreffen ist, als man
meinen könnte. Gerade in diesem Bereich wollen wir in das Thema eintreten.
Dazu komme ich zu einem sehr einfachen Fahrzeug. Es ist das Fahrrad.
Vielleicht benutzen Sie dieses um zur Arbeit zu kommen, oder aber sie
fahren damit einfach zum Vergnügen durch das Land.
Das
bemerken Sie, wenn sie auf ebenem Grund gegen den Wind fahren müssen.
Daher wirkt die normale Atemluft bereits als Bremse. Diesen nor-malen
Effekt nennt man Luftwiderstand. Kommt nun eine Steigung, muss dazu auch noch der Hangabtrieb überwunden werden. Sie müssen nun kräftiger in die Pedalen treten. Sobald sie damit aufhören, wirkt die Schwerkraft und zieht das Fahrrad nach unten.
Wir
haben eine natürliche Abbremsung erhalten, die jedoch nur in einer
Fahrrichtung funktioniert und auch sonst viele Mängel hat, denn die Kraft
wirkt so lange, bis wir unten angekommen sind. In einem Fahrzeug kann man nun aber diesen Hangabtrieb nutzen. Man verringert die Zugkraft und so tritt eine Verzögerung auf, die ohne weitere Massnahmen zur Verminderung der Geschwindig-keit führt.
Was
die Natur mit ihren Effekten abbremst, müssen wir nicht mit technischen
Massnahmen ausgleichen. Mit anderen Worten, wir können in dem Fall gratis
bremsen, was natürlich ein grosser Vorteil im Betrieb ist.
Sollten Sie sich fragen, was denn der Hangabtrieb hier zu suchen hat, dann
kann ich erwähnen, dass bei den Zügen auf der Gotthardstrecke bei
Bergfahrt der Hangabtrieb so stark war, dass diese ohne Probleme so stark
verzögerten, dass sie die durch die Signale vorgegebenen Bremswege ohne
Schwierigkeiten einhalten konnten. Auf der Talfahrt wirkt der Hangabtrieb
auch als zusätzliche Beschleunigung und daher müssen andere Systeme
benutzt werden.
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Dampfmaschine |
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Eigentlich
sind die Anwendungen der Bremsen nicht von der Art des
Antriebes abhängig.
Eine Ausnahme bilden da die verschleisslosen Bremsen. Der Grund liegt in
der Tatsache, dass hier verschiedene Lösungen umgesetzt werden konnten.
Bedingt durch die zeitliche Abfolge beginne ich bei den Formen der
Antriebe mit den alten
Dampfmaschinen. Bereits bei diesen gab es eine
Lösung für verschleisslose Bremsen und sie wurde angewendet.
Was wäre nun, wenn man im durch
die Bewegung kleiner werdenden Raum statt den Dampf auszustossen, diesen
dort belässt und verdichtet. Der Lauf des
Kolben würde so gehemmt werden,
was einer Bremsung gleich kommt. Bei der Gegendruckbremse arbeitete die Dampfmaschine gegen einen Widerstand im Zylinder. So wird deren Lauf gehemmt und die Lokomotive beginnt zu verzögern. Nach der Umsteuerung wurde dann der Dampf in die Umwelt entlassen.
Man musste nur die Ansteuerung des
Zylinders umstellen
und daher gab es Anpassungen bei den Stellungen der Steuerung, die bei den
entsprechenden Modellen auf Brem-sen gestellt wurde. Mit dieser oft auch als Staudruckbremse bezeichneten Lösung wurde im Zylinder jedoch nicht Dampf genommen, dieser hatte einen zu hohen Druck und hätte bei einer Verdichtung die Zylinder sprengen können.
Um die
Verzögerung mit der Gegendruckbremse zu bekommen musste anders gearbeitet
werden. Dabei war das im
Tender mitgeführte Wasser ein weiterer Kandidat.
Das Problem hier war die Auskühlung der
Zylinder.
Wurde jedoch
das heisse Kesselwasser in den
Zylinder gelassen, konnte mit dieser Bremse
gearbeitet werden. Das in den Zylinder gefüllte Wasser verdampfte wegen
dem Druckabfall und verlor viel vom vorhandenen Druck. Dieser wurde nun
durch den
Kolben erhöht und der Lauf der
Dampfmaschine behindert. Vor der
Umsteuerung wurde der Dampf ganz normal ins
Blasrohr gelassen und er
gelangte so über den
Kamin ins Freie.
Dabei funktioniert diese
Bremse optimal bei Lös-ungen, die mit zwei
Dampfmaschinen arbeiten. Bei
mehr Maschinen konnten gerade im
Verbund nur geringe Kräfte erzeugt
werden.
Eingebaut
wurde diese Gegendruckbremse bei den ersten Dampflokomotiven der
Gotthardbahn. Sie funktionierte ausgesprochen gut und dort machte man auch
die Erfahrungen mit den Lösungen im
Verbund. Sie sehen, man hatte 1882
durchaus grossen Respekt vor den langen Gefällen, denn gerade die
Leventina sollte für jede Bremse eine Herausforderung sein. Die
Gegendruckbremse war eine wirksame und gute Lösung.
Bei
Bergbahnen mit
Zahnstangen, sind Gegendruckbremsen auch heute noch bei den
Dampflokomotiven vorhanden. Sie funktionieren gut und zeigen, dass man
auch bei den Bahnen der
Dampfzeit darauf bedacht war, möglichst ohne
Verschleiss die Geschwindigkeit zu halten. Da in diesem Betrieb kaum ein
Auspuffschlag vorhanden ist, meint man die Dampflokomotive sei während dem
Betrieb der Bremse im Leerlauf unterwegs.
Wenn wir nun
bei der Gegendruckbremse mit dem alternativen Begriff arbeiten, dann haben
wir auch eine Lösung erhalten, die als gute Überleitung auf die Fahrzeuge
mit
Verbrennungsmotoren dient. Wobei dort die Staudruckbremse jedoch nur
bei den schweren LKW verwendet wurde. Bei den Bahnen in der Schweiz kam
sie jedoch nur bei
Dampfmaschinen zur Anwendung und daher wurde sie auch
in diesem Bereich vorgestellt.
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Verbrennungsmotor |
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Bei
Verbrennungsmotoren wird die Bewegung mit einem
Zylinder erzeugt. Damit
kommt die Lösung mit der Staudruckbremse in den Fokus. Jedoch wird die
Bremsung nun nicht mit erzeugten Dampf hergestellt. Vielmehr wurde bei
dieser Lösung der Abfluss der
Abgase
behindert und so der Motor verzögert.
Da nun ein leicht anderes Prinzip vorhanden ist, wird in diesem Bereich
auch nicht oft von Staudruckbremse gesprochen.
So können die
Abgase nicht mehr ungehindert ent-weichen. In
der Folge wurde der Lauf des
Kolbens gehemmt und der Motor verzögert.
Durch die Lös-ung konnten gute Bremswirkungen erreicht wer-den. Mit Motoren, die über eine grössere Leistung funk-tionieren, konnte die Motorbremse jedoch nicht mehr wirksam arbeiten. Die Kraft der ausgestos-senen Abgase war so gross, dass die Klappe auf-gedrückt wurde.
Damit fiel die
Bremskraft
aus, was nicht gewünscht war. Umgekehrt konnte bei geringer
Leistung ein
Motor mit der Bremse «abgewürgt» werden. Daher wurden diese Motorbremsen
mit einer weiteren Lösung ergänzt.
Mit Getriebebremsen kann auch eine
verschleisslose Bremse erzeugt werden. Dabei werden jedoch in den meisten
Fällen schaltbare Lösungen verwendet. Bei
Getrieben an
Verbrennungsmotoren
ist eine natürliche Hemmung vorhanden. Diese wird mit unterschiedlichen
Gängen ausgeglichen. Nur wenn Sie hochschalten, können Sie auch schneller
fahren. Wichtig auf der Flucht vor dem Auto mit blauen Lichtern.
Durch die Wahl der passenden Ganges kann mit
dem Motor eine Hemmung erreicht werden, mit der man die Talfahrt ohne
weitere Bremsen bewältigen kann. Jedoch muss dazu das Tempo verringert
werden und daher ist auch diese Lösung bei schweren Fahrzeugen nicht
optimal. Um diese trotzdem mit geringem Verschleiss zu verzögern, wurde
mit einer weiteren Bremse gearbeitet und die war so gut, dass sie auch bei
der Eisenbahn verbaut wird.
Die Bremse funktioniert nur in diesem Fall, denn es wird mit Magnetfeldern
gearbeitet und diese sorgen letztlich für die Verzögerung. Bei
Kunststoffen, oder anderen Materialen können diese nicht erzeugt werden. Bei dieser Bremse wird das Magnetfeld mit Hilfe elektrischer Energie erzeugt. Durch die Bewegung des Metalls gegenüber dem Magnetfeld, werden in diesem die Feldlinien des Magnete so verschoben, dass sie verwirbelt werden.
Dieser
Effekt mit den magnetischen
Strömen ergänzt, ergibt dann die
Wirbelstrombremse. Doch was sorgt nun für die Verzögerung, denn
verwirbelte Magnet-felder sind schön, aber damit bremsen?
Klar, denn
die Wirbel sorgen dafür, dass die
Schiene, oder die Welle verzögert
werden. Die Feldlinien streben immer einen geordneten Zustand an und daher
wurden die davoneilenden Magnetfelder mit aller Kraft wieder zum Magnet
gezogen. Je nach Stärke des Magnetfeldes, konnten so hohe Bremskräfte
erreicht werden. Daher gab es auch regulierbare Lösungen bei den
Wirbelstrombremsen und das war bisher nur schwer möglich.
Bei hydrodynamischen Bremsen wird nach dem Prinzip der
Wirbelstrombremse gearbeitet. In dem Fall werden jedoch Flüssigkeiten so
gegen die rotierenden Teilen gepresst, dass diese verzögert wird. Um
jedoch den Druck in der Flüssigkeit, aufbauen zu können, muss die
Antriebsleistung vorhanden sein. Damit sind die hydrodynamischen Bremsen
nicht so wirtschaftlich, sie werden aber trotzdem oft angewendet.
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Elektroantriebe |
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Bei elektrischen
Antrieben wurde für die verschleisslose
Bremse sogar ein eigener Begriff eingeführt. Bei diesen Systemen sprich
man von einer elektrischen Bremse und wie es der Name schon vermuten
lässt, man verzögert mit elektrischer Energie. Erzeugt wird diese durch
spezielle Schaltungen in den Motoren. Diese können vom Aufbau her durchaus
auch als
Generatoren arbeiten und diesen Effekt nutzt man.
Das macht sie ausgesprochen
wirtschaftlich und dabei erst noch zuverlässig. Damit jedoch die
Bremswirkung erfol-gen kann, muss am Motor eine Belastung vorhanden sein.
Nur so kann ein Stromfluss entstehen und der Motor mit Magnetfeldern
verzögert werden. Bei der Lösung, wo die Ströme der elektrischen Bremse dazu genutzt werden, andere Fahrzeuge anzutreiben nennt man Nutzstrombremse. Das lange Wort wird oft mit Nutzbremse abgekürzt.
Die von den Motoren erzeugten
Ströme
treiben einen anderen Motor an und können so genutzt werden. Im
Zusammenhang mit den Nutzstrombremsen wird oft auch von
Rekuperationsbremse gesprochen. Das Fremdwort Rekuperation umschreibt den
gleichen Effekt. Bei der Nutzbremsung wird der von den Motoren erzeugte und als Bremsstrom bezeichnete Strom in der Regel in die Fahrleitung abgegeben.
Dabei muss die erzeugte
Spannung
zu jener
der
Fahr-leitung passen und diese muss die benötigten Verbraucher auch
anbieten können. Fehlen diese, kann die Nutzstrombremse nicht mehr benutzt
werden. In kleinen Netzen und bei wenig Betrieb kann das durchaus
vorkommen.
Bei der Widerstandbremse ist das Problem mit dem Nutzer in der
Fahrleitung
nicht mehr vorhanden. Hier kann die
Spannung sogar frei gewählt werden,
denn die von den Motoren erzeugte Energie wird in normalen
Widerständen in
Wärme umgewandelt. Der Name kommt daher von den hier benötigten und oft
auf dem Dach montierten Widerständen. Da die Energie in Wärme umgewandelt
wird, ist diese Bremse nicht so wirtschaftlich.
Gerade bei den Bremswiderständen wird daher auf eine
optimale Anordnung geachtet. Zudem müssen diese
Widerstände gekühlt
werden, da sie sonst ver-brennen können. Oft wird dazu der Fahrtwind
ge-nommen und daher konnte nicht angehalten werden. Bei allen elektrischen Bremsen ist das Problem vor-handen, dass damit nicht bis zum Stillstand gebremst werden kann. Das ist jedoch bei sehr wenigen verschleisslosen Bremsen der Fall.
Jedoch werden solche Bremsen oft dort
angewen-det, wo eine längere Zeit verzögert werden muss. Damit sind wir
wieder beim Hangabtrieb, der nun auch noch verzögert werden muss. Daher
sind verschleisslose Bremsen wirklich sehr sinnvoll.
Egal, wie
diese Bremsen angesteuert werden, gilt zu sagen, dass die Lösungen bei den
Dampfmaschinen und bei den
Verbrennungsmotoren im Aufbau sehr leicht sind.
Eine drehbare Klappe im
Auspuff kann ohne grossen Aufwand erstellt werden.
Hinzu kommt, dass diese Lösungen im Laufe der Jahre nicht mehr verbessert
wurden. Die Gegendruckbremse wurde bei ersten Problemen einfach aufgegeben
und nicht nach einer neuen Lösung gesucht.
Anders ist
das bei den elektrischen Bremsen. Diese sollten immer höhere
Leistungen
erbringen. Besonders die Nutzstrombremsen zeigten, dass sie extrem
wirtschaftlich betrieben werden können. Da wirkten auch nicht die
Widerstände beschränkend, sondern es war ein Problem bei der Erregung der
Fahrmotoren. Ein Thema, das so spannend ist, dass wir uns diesem nicht
verschliessen können, denn nun wird es richtig erregend.
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