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Erregung der eletrischen Bremse |
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Die
Ansteuerung der elektrischen Bremse ist ein Kapitel für sich. Dabei sind
je nach Lösung und Motoren andere Erregungen vorhanden. Ob es sich um eine
Bauweise mit oder ohne
Widerständen
handelt, ist gar nicht mehr so wichtig. Bei nahezu allen Lösungen wurde im
Lauf der Jahre verbessert und das führte dazu, dass wir genau hinsehen
müssen, denn es ist wirklich ein spannendes Thema, bei dem viele Wunder
entstehen können.
Zum
Glück gibt es davon nur zwei Lösungen, die zu einem guten Teil sich selber
erklären und dabei beginne ich mit der häufiger angewendeten Lösung mit
einer fremden Quelle für die Erregung der
Fahrmotoren. Bei der Fremderregung werden die Fahrmotoren durch eine externe Quelle so angeregt, dass sie als Generatoren zu arbeiten beginnen. Diese Erregung bestimmt letztlich, was für eine Spannung in den Fahrmotoren entsteht. Jedoch
noch nicht, wie diese genutzt wird. Als Quellen können
Batterien,
Transformatoren
und andere Lösungen verwendet werden. Es musste einfach eine ausreichend
hohe
Spannung
vorhanden sein. Alternativ zur Fremderregung wird die Selbsterregung verwendet. In dem Fall sorgen die Fahrmotoren selber für die notwendige Erregung. Das kann mit einer andere Quelle angeregt erfolgen. Oft aber ist es auch der Bauart der Motoren zu verdan-ken, dass eine Selbsterregung vorhanden ist. Gerade bei langen Talfahrten mit gleichbleibenden Gefällen sind sie ein guter Grund für die leichte Lösung mit der Selbsterregung.
Da
wir nun die beiden Arten bei der Erregung kennen gelernt haben, kommen wir
nun zu den Motoren. Dabei werden diese mit
Drehstrom,
Gleichstrom
und auch mit
Wechselstrom
betrieben. Jeder dieser drei Motoren verlangt nach einer anderen Lösung
für die elektrische Bremse und dabei beginnen wir mit einer Lösung, bei
der die Selbsterregung angewendet wird und diese sogar eine sehr gute
Regelung der Kräfte erlaubt. |
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Drehstrommotor |
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Eine
elektrische Bremse mit einem
Drehstrommotor
zu bekommen ist schlicht ein Kinderspiel. Zusätzliche Bauteile werden
eigentlich nicht benötigt, denn die Motoren arbeiten grundsätzlich mit der
Selbsterregung. Die erzeugte Energie kann dabei in
Widerständen
in Wärme umgewandelt, oder an andere Verbraucher und somit an die
Fahrleitung
abgegeben werden. Zudem ist diese Lösung sogar noch regulierbar aufgebaut
worden.
Durch seinen Aufbau als
Asynchronmotor
wechselt der
Drehstrommotor
automatisch in den generatorischen Betrieb, wenn seine Drehzahl höher ist,
als die vom
Drehfeld
vorgegebene. Fachlich spricht man davon dass der Motor kippt und Energie
an das Netz abgibt. Das ist bei jedem so aufgebauten Motor der Fall und
dabei kann damit sogar die volle
Leistung
abgegeben werden, denn diese wird nicht durch andere Baugruppen
beschränkt.
Die
erste Anwendung der elektrischen Bremse ist daher bereits mit dem ersten
so betriebenen Zug im Jahre 1908 vorhanden. Bei den
Fahrmotoren
in Anlagen mit
Wechselspannung
wird einfach die Umwandlung in umgekehrter Richtung betrieben. In dem Fall
ist also eine Nutzstrombremse vorhanden. Wenn jedoch mit
Gleichstrom
gefahren wird, muss eine Widerstandbremse vorhanden sein. Sie sehen, es
können hier auch Kombinationen verbaut werden.
Wegen dem einfachen Aufbau ist hier kaum etwas über die Erregung zu sagen.
Diese erfolgt als Selbsterregung und wie schon bei der Wirbelstrombremse
arbeiten wir mit Magnetfeldern. Dieses
Drehfeld
wird durch die
Frequenz
und die Anzahl Pole bestimmt und der
Kurzschlussläufer
eilt diesem Drehfeld nach. Daher auch der Name
Asynchronmotor.
Überholt nun der
Rotor
das Magnetfeld, werden die Feldlinien wieder in die geordnete Lage
gezogen.
Damit das einfach erfolgt, werden diese automatisch umgedreht und der
Rotor
mit seinem Magnet induziert nun in den
Stator
ein
Drehfeld.
Ist an diesem eine Last vorhanden, kann damit gebremst werden. Ohne diese
bewirkte diese Umkehrung schlicht keinen grossen Effekt, das ist bei
Wegfall der Verbraucher diese elektrische Bremse nicht mehr nutzbar und
das gilt nun wirklich bei allen Nutzstrombremsen, die zudem bei
Gleichstrom
nicht gehen.
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Gleichstrommotor |
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Auch
wenn wir nun beim
Gleichstrommotor
sind, einige Punkte betreffen auch den
Wechselstrom.
Wichtig dabei ist, dass bei
Gleichstrom
die
Spannung
nicht beliebig in die
Fahrleitung
gespeist werden kann. Ist dort die
Nennspannung
erreicht, fällt die elektrische Bremse aus. Das führte dazu, dass bei
diesen Motoren traditionell auf die Widerstandsbremse gesetzt wurde.
Spannend wir aber deren Entwicklung und eine Besonderheit.
Damit bei einem Motor für
Wechselstrom
eine elektrische Bremse mit
Gleichstrom
entsteht, muss dessen Erregung einfach mit
Gleichspannung
erfolgen. Hier erfolgt die Erregung mit einfachen Mitteln. Das kann zum Beispiel ein dafür vorgesehener Transformator sein. Aber auch eine Erregung ab den Batterien ist kein Problem.
Bei
der Lösung mit einem
Transformator
arbeitet man mit
Wechselstrom.
Jedoch kann dort auch ein
Gleichrichter
zugeschaltet werden und wir haben eine Lösung, die mit
Gleichstrom
arbeitet. Dabei gibt es bei der Erregung kaum eine Beschrän-kung der
Leistung. Die zusätzlichen Bauteile erhöhen jedoch das Gewicht des Fahrzeuges. So bilden die montierten Widerstände ein grosser Anteil. Hinzu kommt noch die Erregung und daher wurde die Spannung dafür meistens ab den Batterien genommen. Diese waren schon vorhanden und sie konnten ohne weiteres Gewicht genutzt werden. Bei Motoren mit Gleichstrom muss daher für die elektrische Bremse ein höheres Gewicht angenommen werden.
Bei
Bahnen mit Widerstandsbremsen ist die
Leistung
durch die Anzahl der auf dem Dach montierten
Widerstände
beschränkt. Die einfache Erregung mit
Gleichstrom
ist in der Lage deutlich höhere Kräfte zu erzeugen, als jene mit
Wechselstrom,
wo der Widerstand immer neu aufgebaut wurde. Daher wurde bei Gleichstrom
kaum eine weitere Entwicklung vorgenommen, denn die Lösung war nicht so
schlecht, wie man meinen könnte.
In
diesem speziellen Zustand wir alleine durch die Motoren die
Geschwindigkeit gehalten. Am Ende eines Gefälles schaltet die Bremse
automatisch wie-der aus. Das erfolgt auch, wenn angehalten werden muss.
Danach begann das Spiel erneut. Selbsterregte Widerstandsbremsen bei Fahrmotoren für Gleichstrom sind nicht so selten. Bergbahnen nutzen diese Lösung für die Talfahrten. Der Grund für diese Lösung findet sich in Tatsache, dass diese selbsterregten Widerstandsbremsen von der Fahrleitung gänzlich unabhängig arbeiten.
Die
Bremskraft bleibt in jedem Fall erhalten und das ist ein grosser Vorteil,
wenn es steil nach unten geht, denn dort muss schnell gebremst werden.
Ein
Beispiel waren die alten
Triebwagen
der
Pilatusbahn,
die auf der Talfahrt sogar die Bügel senkten, denn bei der
Fahrleitung
für
Gleichstrom
musste auf
Widerstände
gearbeitet werden. Jedoch stellt sich die Frage, warum bei Gleichstrom
nicht mit Nutzstrombremsen gearbeitet werden konnte. Besonders dann, wenn
die Netze die
Spannung
aufnehmen konnten. Die Pilatusbahn hätte so die bergwärts fahrenden Züge
versorgen können.
Als
Folge der einfachen Erregung der
Fahrmotoren,
kann von diesen keine reine
Spannung
abgegeben werden. Je nach eingestellter Stufe wurde eine andere Spannung
abgegeben und daher war diese nicht immer zur
Fahrleitung
passend. Daher musste auf
Widerstände
gearbeitet werden. Bei Nutzstrombremsen ist die stabile Spannung das
grosse Problem, das gelöst werden musste. Damit kommen wir aber zum
Wechselstrom. |
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Wechselstrommotor |
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Bisher waren die Erregungen eigentlich nur eine Einleitung. Viele Bahnen
in der Schweiz arbeiten mit einer
Fahrleitung
mit
Wechselstrom
und den dazu passenden Motoren. Auch bei diesen sollte eine elektrische
Bremse umgesetzt werden und wie bei den Anlagen für
Gleichstrom
boten sich auch hier die Widerstandsbremsen an. Jedoch wurde schon früh
auf Lösungen mit Nutzstrombremsen gesetzt und diese immer wieder
verbessert.
Wenn
wir nun die Erregung der elektrischen Bremse bei
Wechselstrom
ansehen, dann erkennen wir, dass die erste Lösung mit einer
Nutzstrombremse schon 1919 bei der späteren Baureihe
Ce 6/8
II vorhanden war. Wenn wir uns nun damit befassen, dann müssen wir uns
zuerst mit einem Mann befassen, dessen Werk deutlich grösser war, als die
nach ihm benannte Schaltung bei der elektrischen Nutzbremse. Ich stelle
Ihnen daher Herrn Hans Behn-Eschenburg vor.
Hans Behn-Eschenburg wurde am 10. Januar
1864 in Zürich geboren. Der Physiker trat 1892 in die Maschinenfabrik
Oerlikon MFO ein und wurde dort zum Generaldirektor ernannt. Es war jener
Mann, der massgeblich zu den Bahnen mit
Wechselstrom
beigetragen hatte. Er verstarb am 18. Mai 1938 in Küsnacht ZH und
hinterliess uns ein System für die modernen Eisenbahnen und zudem die
erste elektrische Bremse für Wechselstrom.
Die Schaltung der elektrischen Bremse nach
Bahn-Eschenburg war eine Sensation, auch wenn sie nicht mit den heutigen
Lösungen mithalten konnte. Bei der Schaltung wurde für die Erregung das
Feld des Ankers mit einer zusätzlichen
Spule
geschwächt und so der
Stator als
Erregung geschaltet. Dabei ist das wichtige Bauteil die als
Bremsdrosselspule bezeichnete Schaltung und diese müssen wir ansehen.
Bei der Bremsdrosselspule handelte es sich
um eine normale
Drosselspule.
Durch das Magnetfeld in der
Spule
wird ein Induktiver
Widerstand
erzeugt und so die
Spannung
verändert. Wird diese für die Bremsung benötigt, spricht man von einer
Bremsdrosselspule. Diese hat bei ansprechender
Leistung
ein sehr hohes Gewicht und das war einer der grossen Nachteile dieser
elektrischen Bremse der ersten Stunde.
Dabei waren jedoch wegen dem Gewicht der
Spulen
nur geringe Bremskräfte möglich. Zudem arbeitete der Motor nicht sehr
genau, so dass ein grosser Teil der
Leistung
als Blindleistung abgegeben wurde und daher musste nachge-bessert werden. In erster Linie ging es bei der Nachbesserung um eine bessere Bremskraft und eine bessere Ausnützung. Die grössere Kraft wäre mit kräftigeren Bremsdrosselspulen möglich gewesen, aber das hätte ein zu hohes Gewicht zur Folge gehabt.
Zudem blieb der sehr hohe Anteil bei der Blindleistung. Daher kam die Idee
auf, dass man für die elektrische Bremse einfach eine Erregermaschine
vorsieht. So müsste nur diese fremderregt werden. Bei der Erregermotorschaltung, die als Weiterentwicklung gilt, wurde für den elektrischen Bremsbetrieb einer der vorhandenen Fahrmotoren auf die gewohnte Weise fremderregt.
Die
von diesem dadurch erzeugte elektrische Bremskraft wurde nicht an die
Fahrleitung
abgegeben, sondern zur Erregung der anderen
Fahrmotoren
genutzt. Diese konnten dadurch eine deutlich höhere
Leistung
an die Fahrleitung abgeben. In der Folge wurde die Bremskraft verstärkt.
So
gut diese Erregermotorschaltung auch war, der Anteil an der Blindleistung
war immer noch hoch und diese musste von der
Fahrleitung
übertragen werden. Da einer der
Fahrmotoren
als Erregermaschine für die anderen Motoren genutzt wurde, konnte diese
Schaltung nur funktionieren, wenn alle Fahrmotoren benutzt werden konnten.
Nachteilig war, dass mit zunehmender Geschwindigkeit die Bremskraft
deutlich abnahm.
Je nach der Abweichung des eingestellten Soll-wertes vom Istwert, greift diese Regelung ein und korrigiert die Stromwerte bei der elektrischen Bremse.
Wir
haben daher eine Erregung, die immer noch mit einem Erregermotor arbeitet,
aber die Kraft regel-te. Dank dieser Ankerstromregelung konnten die Bremskräfte im gesamten Bereich der Geschwindig-keit gehalten werden. Die bei der älteren Erregermotorschaltung noch vorhandene Spitze im unteren Bereich der Geschwindigkeit war verschwunden.
Wegen der hohen
Leistung
der
Lokomotive
konnten so in diesem Bereich auch die maximalen Kräfte auf den
Puffern
eingehalten werden. Wir haben eine Lösung mit hoher Leistung.
Wegen den für die Ankerstromregelung benötigten
Gleichspannungen
mussten übliche
Kondensatoren
verbaut werden. Wird der elektrische Bremsbetrieb beendet, werden diese
entladen. Letztlich sind sie aber der grosse Unterschied zur der üblichen
Erregermotorschaltung und sie sind auch für eine gefährliche Störung mit
der elektrischen Bremse verantwortlich. Die wie so oft, bauten sich
Probleme ein, die man nicht erklären kann.
Bei
Anwendung der elektrischen Bremse kann es dazu kommen, dass bei
Aktivierung der
Gleichspannungen
die Bremskraft zugeschaltet wird, ohne dass eine
Fahrstufe
eingesetzt wurde. In diesem Fall regelt die Steuerung die Bremskraft so,
dass die gesamte
Leistung
der
Lokomotive
abgegeben wird. Um die Störung zu beheben, müssen die
Trennhüpfer
wieder geöffnet werden. Danach kann die Bremse jedoch normal benutzt
werden.
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