Die Güterzüge

Nachdem wir uns mit den Reisezügen den Weg vom Internationalen Zug bis zum speziellen Zug gesucht haben, beginnen wir bei den Güterzügen wieder mit den internationalen Zügen. Wir befolgen daher den gleichen Weg, wie wir das schon bei den Reisezügen getan haben. Doch zuerst betrachten wir ein paar allgemeine Hinweise zu den Güterzügen, denn diese bieten viel mehr, als Sie vermutlich ahnen.

Der Güterzug ist ein Zug, der zur Beförderung von Güterwagen und deren Ladung bestimmt ist. Seine Wagen führen die Güter aus der Welt von einem Ort an das andere Ende der Welt. Das kann durchaus mit einem einzigen Zug um die halbe Welt sein. Oder was meinen Sie von einem Güterzug, der von Wladiwostok nach St-Petersburg fährt. Es ist einer der längsten Zugläufe der Welt und er wird von einem Güterzug gefahren.

Im Gegensatz zu den bisher behandelten Reisezügen, benötigen die Güterzüge zusätzliche Papiere. Diese Papiere enthalten Angaben über die geladenen Güter und eine Liste, die angibt, wo im Zug gefährliche Güter eingereiht sind und was für Stoffe es sind. In diesen Zugpapieren sind aber auch die benötigten Zolldokumente enthalten. Je nach Zug können die Papiere nur wenige Blätter enthalten, oder aber es sind umfangreiche Pakete.

Zugpapiere sind immer auf der Zuglokomotive deponiert. So ist klar, wo diese zu finden sind. Der Lokführer benötigt in der Regel nur ein einziges Blatt von den übergebenen Papieren. Trotzdem übernimmt er die gesamten Dokumente und platziert sie auf der Lokomotive. Muss die Lokomotive ausnahmsweise oder planmässig gewechselt werden, sind die Lokführer verantwortlich, dass die Papiere auf die neue Zuglokomotive gelangen. Ohne diese Zugpapiere, fährt kein Güterzug.

Doch nun genug mit der Papierflut. Wir wollen uns mit den Güterzügen befassen und nicht über Papiere und Dokumente sprechen. Die Güterzüge machen bei den Nummern eine grosse Zahl aus. Von den rund 100'000 möglichen Nummern gehören rund 60'000 den Güterzügen. So ist klar, dass 60% aller Züge eigentlich Güterzüge sind. Güterzüge müssen in einem Bahnhof nicht zwingend an einen Bahnsteig fahren.

 

Internationale Güterzüge

Es dauerte relativ lange, bis es zu den ersten internationalen Güterzügen kam. Damit solche Züge überhaupt möglich wurden, mussten die Strecken der einzelnen Länder und Bahngesellschaften miteinander verbunden werden. Das war nicht immer einfach, denn die Grenzen verlaufen oft entlang von Flüssen oder mitten durch Seen. Auch einen Gebirgskamm konnte man nicht leicht überwinden, so dass anfänglich kein internationaler Verkehr bestand.

Der Rhein und somit die Grenze zu Deutschland wurde erst 1859 für die Züge aus der Schweiz befahrbar. Am 18. August 1859 befuhr der erste Zug die Rheinbrücke zwischen Koblenz und Waldshut. Bis dahin war man auf die Schiffe auf dem Rhein angewiesen. Im Lauf der Jahre wurden jedoch neue Strecken, wie zum Beispiel die Gotthardbahn, gebaut. So haben sich die internationalen Güterzüge jedoch weiter entwickelt.

Internationale Güterzüge werden über lange Distanzen geführt und sie kommen selten in kleinen Bahnhöfen an. Ziele der internationalen Güterzüge sind die grossen Rangierbahnhöfe. Wie klein aber auch die Fahrt eines internationalen Güterzuges sein kann, zeigt die Tatsache, dass ein Zug von Basel badischer Bahnhof nach Basel SBB RB bereits ein Internationaler Güterzug ist. Der Zug muss also nur eine Grenze überqueren um als internationaler Zug zu gelten.

Der Transitgüterzug: Beginnen wir mit den Güterzug, der ein Land ohne weitere Behandlung durchquert. Diese Güterzüge werden an der Grenze übernommen und an der anderen Grenze wieder an die nächste Bahn übergeben. Innerhalb des Landes verändert sich der Zug jedoch nicht. So können Zollformalitäten vereinfacht werden und der Zug erhält eine kürzere Fahrzeit, was letztlich dem Kunden zu Gute kommt.

Wurden früher bei solchen Zügen an der Grenze die jeweiligen Lokomotiven ausgewechselt, verkehren mittlerweile die Lokomotiven auch über die Grenzen. Das beschleunigt den Transport noch mehr, so dass die Güter schneller befördert werden können. Doch damit wir diese Züge besser kennen lernen, sollten wir uns ein paar solcher Züge ansehen und dabei der Grund für die Beschleunigung ansehen.

Berüchtigt waren die Transitgüterzüge mit Hühnern. Diese gehörten zu den Internationen Zügen und verkehrten durch die Schweiz nur im Transit. In diesen Zügen wurden einige Wagen mit lebenden Hühnern mitgeführten. Die in den Wagen eingepferchten Tiere stanken dabei zum Himmel, so dass die Hühnerzüge beim Personal nicht besonders beliebt waren. Heute gibt es diese Transporte zum Glück so nicht mehr, da sie mit den Tierschutzvorschriften nicht vereinbar wären.

Getreide ist ein Grundnahrungsmittel, das überall auf der Welt verzehrt wird. Da nun aber die Regionen, wo das Getreide angebaut wird, nicht mit den Regionen, wo es verarbeitet wird, übereinstimmen, muss Getreide transportiert werden. So werden damit oft ganze Züge formiert und diese durch ein Land transportiert. Damit trägt die Eisenbahn zur Versorgung der einzelnen Länder mit Nahrungsmittel bei.

Wie beim Getreide liegen die Kohlevorkommen auch nicht immer dort, wo man die Kohle auch benötigt. Viel Kohle wird bei der Stahlindustrie benötigt, da aber die Stahlvorkommen nicht an der gleichen Stelle liegen, wie die Kohlevorkommen, muss man die Kohle oder das Eisenerz transportieren.

So entstehen grosse Mengen an Kohle, die durch Europa transportiert werden muss. Daher formiert man ganze Kohlezüge. Die klassischen Transgüterzüge entstanden so.

Der Tonerdezug, der die Schweiz durchquert ist auch ein Zug des internationalen Verkehrs und er unterscheidet sich nur bei seiner Ladung von den Kohle- oder Getreidezügen.

Dabei wird die Tonerde zur Herstellung von keramischen Produkten, wie Fliesen oder Tassen verwendet. Da sich aber die Manufakturen in Ländern mit geringeren Löhnen angesiedelt haben, muss die Tonerde zugeführt werden. Es entstehen Transitgüterzüge.

Speziell an diesem Zug ist sein hohes Gewicht, denn mit mehr als 3'000 Tonnen gehört er zu den schwersten Zügen der Schweiz.

Normalerweise dürfen Züge in der Schweiz nicht schwerer als 2'500 Tonnen sein. Dieser Zug verkehrt von Basel nach Domodossola. Jetzt mit vereinfachter Betriebsabwicklung, dank dem Lötschberg-Basistunnel. Es hat aber beim Gewicht Konkurrenz aus dem nationalen Bereich bekommen. Zu diesen Zügen kommen wir später noch, denn ich will Ihnen noch einen Transitgüterzug vorstellen.

Der Autozug transportiert die Autos vom Herstellerwerk zum Verbraucher oder einem Importeur. Dabei kommen ganze Züge zum Einsatz. Die Autozüge bestehen dabei auch aus unterschiedlichen Autotransportwagen. Denn die Hersteller fertigen ja auch grössere Autos. Sie können sich das etwa so vorstellen, dass Ihr italienischer Wagen mit einem Autozug transportiert wurde. Ach, Sie haben einen flachen roten Wagen mit einem Pferdchen auf der Haube. Auch diese Autos werden mit der Bahn transportiert, wobei es dann nur einzelne Wagen sind.

Ihnen ist sicher aufgefallen, dass diese Züge aus einheitlich gebildeten Kompositionen bestehen. Der Grund liegt in den Gütern, die gesammelt werden und in solchen Zügen durch Europa verkehren. Es gibt natürlich auch im internationalen Verkehr Züge, die bunt gemischt sind und so eher dem klassischen Güterzug entsprechen. Sie werden aber immer seltener, denn es gibt eine gute Ablösung dafür und diese wollen wir uns nun genauer ansehen.

Der UKV Güterzug: Der Titel dieser Züge ist so lange, dass ich ihn in der stark abgekürzten Version geschrieben habe. Hier der ganze Titel: „Internationale Güterzüge des unbegleiteten kombinierten Verkehrs. Klassierung gemäss UIC Fiche 419.2“. Wenn Sie nun ausser Bahnhof nichts mehr verstehen, befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Dabei versteht man die internationalen Güterzüge noch schnell, aber dann wird es schon schwieriger.

Züge des unbegleiteten kombinierten Verkehrs sind Züge, die nicht direkt mit Gütern beladen werden. Hier werden spezielle Behälter, die Container, oder Wechselbehälter genannt werden, zwischen Strasse und Schiene gewechselt.

Man kombiniert bei diesen Verkehren, beziehungsweise Güterzügen, die beiden Verkehrsträger Strasse und Schiene. Daher spricht man vom kombinierten Verkehr. Die Behälter werden dabei nicht durch Personal begleitet und so sind es unbegleitete Züge.

Man spricht bei der Eisenbahn von Ladeeinheiten und nicht von Container, Wechselbehälter oder Auflieger. Das heisst, man unterscheidet nicht zwischen einem Auflieger und einer Blechkiste.

Es sind Ladeeinheiten und viele davon gehören in die Kategorie der Blechkisten an. Eine Ladeeinheit ist 20 Fuss lang. Behälter mit grösserer Länge gelten als doppelte Ladeeinheiten. Achten Sie sich mal bei so einem Zug auf die unterschiedlichen Ladeeinheiten.

Die UKV-Güterzüge werden oft als Containerzüge bezeichnet. Diese Güterzüge enthalten Container, die zum Beispiel in Rotterdam vom Schiff auf den Bahnwagen verladen werden.

Danach fahren die Wagen mit einem Zug durch halb Europa und enden in Italien, wo der Container auf einen Lastwagen umgeladen wird. Auf so einem Containerzug haben so gut 40 – 50 Container platz. Das hängt auch von deren Grösse ab. Genauer bestimmt wird das durch die Ladeeinheiten.

Es sind die Containerzüge, die dem normalen Güterzug das Leben erschweren, denn die flexiblen und leicht umschlagbaren Kisten sind zu gut. Es kommen auch Ladeeinheiten auf solchen Zügen vor, die nicht den geltenden Normen für Container entsprechen. Diese gehören, wie die Auflieger zum kombinierten Transport dazu. Daher spricht man richtigerweise von einem UKV-Güterzug und nicht von einem Containerzug.

Der BKV-Güterzug: Nachdem wir uns mit den Internationalen Güterzügen des unbegleiteten kombinierten Verkehrs. Klassierung gemäss UIC Fiche 419.2 befasst haben, kommen wir nun zum begleiteten kombinierten Verkehr. Die hier verwendeten Ladeeinheiten bestehen aus kompletten LKW, die auf die Eisenbahn verladen werden. Man spricht hier oft auch von Huckepack. Daher lohnt es sich, wenn wir auch den BKV-Verkehr ansehen.

Die Rola gehört zur Sorte der BKV-Güterzüge. Diese aus speziellen und sehr niedrig gebauten Niederflurwagen formierten Züge können von Lastwagen wie eine Strasse befahren werden. Daher steht die Abkürzung Rola für rollende Landstrasse. Für die Fahrer der LKW, werden hinter den Lokomotiven spezielle Reisezugwagen mitgeführt. Dort können die Fahrer schlafen und so ihr Fahrzeug begleiten. Daher spricht man hier vom begleiteten kombinierten Verkehr.

Die rollende Landstrasse ist dabei aber nur eine Übergangslösung, denn der Transport von Ladeeinheiten im unbegleiteten kombinierten Verkehr ist viel besser, da das mitgeführte tote Gewicht viel kleiner ist. Trotzdem halten sich die Rola sehr lange im Fahrplan und sie verkehren immer öfters auch in anderen Ländern. Der Vorteil besteht auch für die Fahrer, die auf der Fahrt schlafen und so ausruhen können.

Eine spezielle Form der Rola, sind die SIM-Züge. SIM ist eine Abkürzung von Simplon Intermodal. Diese Züge werden aus normalem Rollmaterial der Rola formiert, erlauben aber auch den Verlad Lastwagen mit 4 Metern Eckhöhe. In der Regel könnten nur LKW mit einer Eckhöhe von 3.85 Meter transportiert werden. Diese Erhöhung war aber nur möglich, weil die Achse über den Lötschberg und durch den Simplon entsprechende ausgebaut wurde.

Diese Züge, konnten bis zur Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels nur dank einer Slalomfahrt über die Bergstrecke verkehren. Damit man klar wusste, welcher Zug nun nach den Bedingungen der SIM-Züge verkehrt, vergab man diesen Zügen spezielle Zugnummern. So war gesichert, dass der Zug nur auf dem dazu hergerichteten Gleis verkehren konnte. Zur Sicherheit musste der Lokomotivführer jedoch vor der Fahrt in diese Abschnitte eine Anmeldung als SIM-Zug tätigen.

Die Versorgungszüge: Internationale Züge durchqueren nicht nur ein Land, sondern dienen auch der Versorgung dieses Landes. Lebensmittel oder andere Produkte werden so in ein Land transportiert. Daher nennt man diese Züge, die der Versorgung eines Landes dienen, auch Versorgungszüge. Diese Versorgungszüge hatten in der Schweiz, wo es keinen Hafen zum Meer gibt, besondere Bedeutung.

Die speziellen Versorgungszüge der Schweiz entstanden in einer Zeit, wo der internationale Verkehr nur sehr schleppend abgewickelt werden konnte. Für die Schweiz bestand die Möglichkeit des Transports mit dem Schiff über den Rhein nicht mehr. Der Rhein war durch die kriegerischen Handlungen blockiert und so die Schweiz vom Hafen Rotterdam abgeschnitten. Die einzige Lösung war dabei die Eisenbahn, die auch an anderen Orten in die Schweiz einreisen konnte.

So verkehrten im zweiten Weltkrieg von Frankreich aus Güterzüge mit wichtigen Gütern in die Schweiz. Diese Güter versorgten das Land mit dringend benötigten Lebensmittel und Betriebsstoffen. Gezogen wurden diese Versorgungszüge zum Teil auf dem ganzen Weg von schweizerischen Lokomotiven. Die Not ist verschwunden, geblieben sind aber die Versorgungszüge, die heute aus allen Seiten ins Land kommen und so die Abhängigkeit vom Rhein reduzieren.

Zu den Versorgungszügen gehören die Ölzüge, die zwischen den Raffinerien im Ausland und den grossen Tanklagern in der Schweiz verkehren. Es gibt kaum einen Grenzübergang zur Schweiz über den kein Ölzug in das Land, wo dieser Rohstoff nicht vorkommt, verkehrt. Selbst die beschwerliche Fahrt über den Gotthard wird mit den Ölzügen unternommen. Gerade die Versorgung mit Öl und Treibstoffen ist für die Schweiz lebenswichtig geworden, so dass man mittlerweile auch Pipelines nutzt.

Da Ölzüge aus einheitlichen Wagen bestehen, bezeichnet man sie als Ganzzug. Der Begriff Ganzzug kennzeichnet einen Zug, der vom ersten bis zum letzten Wagen gleich ist. Die Ölzüge sind schwere Ganzzüge, die bis zu 1'800 Tonnen schwer sein können. Dabei kommen im ganzen Zug die gleichen Wagen zur Anwendung. Ganzzüge können mit geänderten Vorschriften verkehren, da die Einschränkungen, die durch unterschiedliche Ladung bedingt sind, nicht bestehen.

Besonders viele dieser Ölzüge, die als Ganzzug formiert wurden, können zwischen dem Rheinhafen Birsfelden und dem Tanklager in der Nähe von Glattbrugg beobachtet werden. Dabei wird in den Zügen der Treibstoff für die Flugzeuge des Flughafen Zürich-Kloten transportiert. Gerade der grosse internationale Flughafen benötigt viel Treibstoff, so dass dieser von allen Seiten hingeführt wird. Dazu eignet sich die Eisenbahn, mit ihren schweren Zügen. Womit wir jedoch zu den nationalen Zügen kommen.

 

Ferngüterzüge

Die Ferngüterzüge sind die Güterzüge mit langem Fahrweg innerhalb der Schweiz. Sie verbinden die grossen Rangierbahnhöfe miteinander. Dabei kommen auf diesen Verbindungen Züge mit unterschiedlichen Wagen zum Einsatz. So entstehen lange, bunt gemischte Züge, die durch das Land fahren. Die Ziele dieser Züge kennt man nicht immer ganz genau, jedoch enden solche Züge meistens in den Rangierbahnhöfen, die überall verstreut angelegt wurden.

Ferngüterzüge verkehren auf der Transitachse zwischen Basel und Chiasso oder umgekehrt. Sie übernehmen oft auch Transporte des internationalen Verkehrs.

Es überrascht, aber gerade diese Züge gehören zu den schwersten Zügen in der Schweiz. Der Grund dafür ist, dass die Wagen in den Rangierbahnhöfen gesammelt werden können.

Damit lassen sich wirtschaftliche Züge bilden. Die Folge sind lange und schwere Züge, die bei den Ferngüterzügen eingesetzt werden.

Die bunt zusammengewürfelte Last dieser Züge zeichnet sich durch unterschiedliche Fahrzeuge und unterschiedliche Lasten aus.

Daher kann es im Zug zu unterschiedlichen Kräften kommen. Damit man diese Kräfte eingrenzen kann, werden für diese Züge spezielle Vorschriften angewendet.

Dadurch können diese langen Züge ohne Probleme geführt werden. Sie sollten sich einmal auf diese Züge des Fernverkehrs achten.

Spezielle Ferngüterzüge verkehren auch mit Massengütern und fahren so auf den entsprechenden Fahrwegen. Schauen wir uns ein paar Ferngüterzüge an. Dabei beginne ich dort, wo wir bei den internationalen Güterzügen aufgehört haben. Die Ölzüge verkehren als Ganzzüge, die aus einheitlichem Material bestehen. Solche Züge gibt es auch im Fernverkehr und Sie nennen Sie vermutlich Blockzüge. Doch nun zu den Ganzzügen des nationalen Verkehrs.

Der Blockzug: Ferngüterzüge könnte man als Blockzüge bezeichnen. Ach, Sie haben gedacht, das seien Züge, die aus lauter gleichen Wagen bestehen. Ich meine aber, dass ein Blockzug ein Zug ist, der aus mehreren Blöcken Wagen gebildet wird. Sie sehen, der Begriff Blockzug kann irreführend sein, deshalb verwendet man fachlich den Begriff Ganzzug. Doch da der Begriff Blockzug geläufig ist, verwendete ich ihn hier.

Kieszüge sind Ganzzüge des Fernverkehrs. Die einheitlichen Wagen werden in einem der grossen Kieswerke mit Sand, Split oder Kies beladen. Die Ziele dieser Kieszüge sind die grossen Betonwerke überall in der Schweiz. Dort werden die Züge komplett entladen und anschliessend wieder ins Kieswerk geführt, wo man die Wagen erneut laden kann. Daher sind Kieszüge selten in den Rangierbahnhöfen anzutreffen, denn die Wagen bleiben zusammen.

Die Kieszüge wurden zu der Zeit der Autobahnen bekannt. Die oft alten Lokomotiven fuhren mit den Kieszügen zu den Baustellen, wo die Wagen entladen wurden. Gerade der Bau von Fernverkehrsstrassen oder grossen Bahnbauten, benötigt viele Kieszüge. Diese Züge verkehren, ähnlich einem Shuttle zwischen den Be- und Entladestellen. Dabei erfolgt die Rückführung zum Kieswerk als Leermaterialzug.

Solche leeren Züge nennt man Leermaterialzüge. Diese besitzen leere Wagen, die nach dem Entlad wieder zurück zum Verladeort fahren. Besonders spezielle für solche Transporte hergerichtete Wagen verkehren immer wieder in einem Leermaterialzug. Leermaterialzüge können im Land selber und international verkehren, es hängt hier wirklich von verwendeten Wagen ab. Letztlich gibt es sogar bei Reisezügen solche Leermaterialzüge.

Der Aushub von grossen Baustellen wird meistens entgegen der Kieszüge transportiert. Mit dem Material werden die Kiesgruben wieder mit Erdreich aufgefüllt. Man nennt diese Züge daher treffend Aushubzüge. Das kommt daher, dass die ersten Züge mit diesem Ladegut normale Erde aus einer Grossbaustelle transportierten und so die Entsorgung des Aushubes übernahmen. So gesehen wurde ein passender Name für diese Züge gefunden.

Später waren solche Aushubzüge auch von den grossen Tunnelbaustellen der NEAT unterwegs. Das dabei verladene Aushubmaterial konnte jedoch nicht mit dem ursprünglichen Material der Aushubzüge verglichen werden.

So könnte man diese Züge auch als Kieszüge bezeichnen. Da es sich dabei aber um Ausbruchmaterial handelt, sind auch diese Züge im Grunde Aushubzüge und dienen der Entsorgung des Materials.

Abschliessend will ich die Blockzüge des Fernverkehrs mit den Rügenzügen. Rübenzüge sind saisonal verkehrende Ganzzüge, die mit Zuckerrüben beladen werden.

Die Verladeorte sind an unterschiedlichen Bahnhöfen. Dort werden die Wagen beladen und dann von einer Lokomotive gesammelt. Der Ganzzug wird damit immer schwerer und länger. Dabei entstehen mitunter die schwersten Züge des Landes.

Die Rübenzüge verkehren schliesslich zu einer der grossen Zuckerfabriken. Dort werden die Rüben mit Hilfe von Wasser aus den Wagen gewaschen und der Produktion zugeführt.

Die leeren Wagen werden dann wieder den Verladestellen zugeführt, oder aber, sie werden in der Fabrik mit Abfallprodukten, die als Nahrungsmittel für Tiere verwendet werden, beladen. Diese Wagen verkehren dann an die Bahnhöfe, wo die Abnehmer die Ladung entladen.

Auffällig an den Rübenzügen ist deren saisonaler Einsatz. Die im Sommer gewachsenen und im Herbst geernteten Rüben können nur im Winter transportiert werden. Der in dieser Zeit aus den Rüben gewonnene Zucker muss für den Rest des Jahres ausreichen. Daher erfolgt im Winter ein intensiver Verkehr mit diesen Zügen. Damit werden die Lager der Fabriken aufgefüllt und so die Versorgung des Landes mit Zucker sichergestellt.

Cargo-Express-Züge: Für Sie eher unbekannt sind die Cargo-Express-Züge. Die kennen Sie vermutlich noch unter der alten Bezeichnung Schnellgutzug. Die neue Bezeichnung änderte jedoch nichts an den Zügen, daher können Sie diese beruhigt noch Schnellgutzüge nennen. Trotzdem sollten wir es nicht unterlassen, uns diese Wagen anzusehen und uns so in die wunderbare Welt der Schnellgutzüge zu begeben.

Diese Cargo-Express-Züge sind aber für Sie und das Land von sehr hoher Wichtigkeit. Ohne diese Züge könnten Sie im Laden nicht mehr alle Produkte kaufen, die Sie wünschen. Die Cargo-Express-Züge sind die Züge der Grossverteiler und sie dienen der Versorgung eines Landesteils oder einer Region mit den notwendigen Lebensmitteln. Daher nennt man diese Züge oft auch ganz genau Lebensmittelzüge, wobei das nur bedingt passt.

Lebensmittelzüge dienen dem Transport von Lebensmitteln. Das können Früchte, Gemüse oder andere Produkte des täglichen Verbrauchs sein. Die Lebensmittelzüge werden ausschliesslich als Cargo-Express-Züge geführt. Wobei ein solcher Schnellgutzug auch andere Produkte mitführen kann, denn auch andere Produkte, die schnell am Ziel ankommen müssen, werden damit transportiert. Sie sollten sich einmal auf die Cargo-Express-Züge achten.

Diese Schnellgutzüge verkehren nicht über die grossen Rangierbahnhöfe, sondern haben ihre eigenen Umschlagzentren, wo die Wagen neu formiert werden. Jedoch kommen in den Cargo-Express-Zügen immer mehr auch Ladeeinheiten des kombinierten Verkehrs zum Einsatz. So können diese Behälter mit Lebensmitteln, gleich mit dem LKW in den Laden transportiert werden. So werden die Produkte noch schneller transportiert.

Schnellgutzüge sind im Fahrplan bevorzugte Züge. Das heisst, ein Schnellgutzug hat vor einem Regionalzug den Vortritt und auch Internationale Reisezüge müssen wegen solchen Cargo-Express-Zügen schon einmal abbremsen. Nicht zu denken, wenn die Lebensmittel zu spät ankommen und am Morgen der Laden leer ist, wenn Sie einkaufen wollen. Was machen Sie, wenn um acht Uhr das frische Gemüse fehlen würde? Genau und deshalb verwendet man Schnellgutzüge.

Die Postzüge: Die Post, also der Transport von Briefen und Paketen, geniesst bei den Eisenbahnen einen besonderen Status. So wurden die der Post gehörenden Wagen vor Jahren noch mit den Reisezügen befördert. Die Post kam so sehr schnell ans Ziel. Heute werden spezielle Postzüge formiert, die sogar schneller sind, als viele Reisezüge des Fernverkehrs. Daher sollten wir die Postzüge etwas genauer ansehen.

Die Postzüge sind die Züge, die Ihre Briefe und Ihre lang ersehnten Pakete befördern. Anfänglich wurden diese Züge mit speziellen Postwagen, die mit Personal besetzt waren, geführt.

Diese Zeiten sind längst vorbei, denn auch die Post setzt auf neue Container, die einen schnellen Umlad erlauben. Der klassische mit einem Mitarbeiter besetzte Postwagen ist mittlerweile verschwunden. Die Ladeeinheiten des kombinierten Verkehrs sind einfach zu gut.

Für Postzüge gelten spezielle Vorschriften, denn das Bahnpersonal darf die Wagen nicht betreten, da diese Züge unter das Postgeheimnis fallen und dieses eingehalten werden muss.

Daher werden die Wagen von der Post verladen und die Eisenbahnen übernehmen nur den Transport der Wagen. Damit jedoch die Post fristgerecht im Briefkasten Ihrer Wohnung liegt, müssen die Züge speziell behandelt werden.

Postzüge gelten, wie die Lebensmittelzüge, als Schlüsselzüge. Diese Züge sind mit bestimmenden Bedingungen verbunden und an den Fahrplan gebunden.

Schlüsselzüge müssen pünktlich am Ziel ankommen. Die Transportbedingungen dieser Züge schreiben das vor, denn sonst wird die Beförderung nicht bezahlt. Das heisst aber auch, dass notfalls ein Schlüsselzug vor einem internationalen Reisezug verkehrt und diesen so etwas einbremst. Schlimm ist das nicht, denn die Züge fahren fast so schnell wie die Reisezüge.

Werden Schlüsselzüge verspätet, werden Bussen erhoben und so die entstehenden Kosten verrechnet. Sie sehen also, es gibt Güterzüge, die eine hohe Priorität haben. Gerade im Konflikt mit dem Nahverkehr merkt man den Schlüsselzug schnell nicht mehr, denn der leichte und schnelle Zug ist schnell über alle Berge und wird nicht mehr gesehen. Zumal er meistens in der Nacht verkehrt. Doch kommen wir nun zum Güterzug des Nahverkehrs.

 

Nahgüterzüge

Die Nahgüterzüge sind regional gebundene Züge. Sie bedienen den kleinen Landbahnhof und holen dort den Güterwagen vom Schuppen ab. Mit diesen Wagen fahren die Nahgüterzüge dann in einen grossen Rangierbahnhof, wo die Wagen in den Fernverkehr eingeschleust werden. Nahgüterzüge sind deshalb die Züge, die auch auf Nebenlinien verkehren und so die an diesen Strecken angesiedelte Industrie bedienen. Soweit zur Romantik des legendären Nahgüterzüge.

Die Realität dieser Nahgüterzüge sieht aber ganz anders aus. Die leichten Züge, die oft mit viel Personal geführt werden müssen, sind alles andere als wirtschaftlich zu betreiben.

Die Bahnen versuchen daher immer wieder die Nahgüterzüge aus dem Fahrplan zu streichen. Daher sollten wir uns diese Nahgüterzüge genauer ansehen, denn schnell könnten sie ein generelles Opfer des kombinierten Verkehrs sein. Die Ladeeinheiten des kombinierten Verkehrs sind einfach zu gut.

In der Schweiz werden solche Nahgüterzüge auch Stücker genannt. Der Begriff entstand aus den einzelnen Stücken, die zu einem Zug formiert werden.

Der Stücker hat aber heute einen ganz anderen Charakter erhalten, denn der langsame und träge Zug ist einem sehr flexiblen mit modernen Lokomotiven geführten Zug  gewichen. In Regionen mit viel Güterverkehr kommen aber auch heute noch die grossen kräftigen Lokomotiven des Güterverkehrs zum Einsatz.

Eigentlich ist die Bezeichnung Traktorgüterzug für die kleinen Lokomotiven vor den Nahgüterzügen nicht korrekt. Es sind Züge, die mit Triebfahrzeugen des Rangierdienstes geführt werden. Speziell daran ist, dass sie langsamer verkehren und mit weniger Personal bedient werden können. Früher wurden hier eben die bekannten Traktoren verwendet. Diese Zeiten sind aber vorbei und bei den Zügen kommen andere Lokomotiven zum Einsatz, die noch rationeller betrieben werden können.

Der moderne Nahgüterzug wird oft mit einer leichten Maschine bespannt. Diese reicht durchaus um den Zug zu ziehen. Dabei kann der Lokführer die Lokomotiven mit einer Fernsteuerung auch ausserhalb der Lokomotive bedienen. Daher reduzierte man das Personal auf das absolute Minimum. Diese Züge können daher auch ganz andere Aufgaben übernehmen. Diese Züge sind noch die letzte Hoffnung für schwach mit Güterverkehr bedachte Gebiete.

 

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