Die Feststellbremse

Die Feststellbremsen sind eine Gruppe von Bremsen, die dazu gedacht sind, ein Fahrzeug direkt mechanisch zu sichern. Daher beeinflussen diese Bremsen die mechanischen Bremsen der unterschiedlichen Bauarten direkt. Der Begriff leitet sich aus der Tatsache, dass man ein Fahrzeug damit fest abstellt ab. Daher spricht man hier von einer Feststellbremse und meint damit meistens eine von der Druckluft unabhängige Bremsausrüstung.

Die mechanischen Bremsen werden bei den Feststellbremsen direkt beeinflusst und wirken daher ebenfalls mechanisch. Durch die mechanische Wirkweise der Feststellbremsen kann diese Bremse dazu genutzt werden, das Fahrzeug im Stillstand zu sichern. Dabei gibt es jedoch zwei grundlegende Varianten. Denn Feststellbremsen teilen sich in Bremsen mit veränderbarer Kraft und in solche mit einer festen Kraft auf.

Bevor ich mich hier lange mit der Einleitung befasse, beginne ich doch am besten gleich mit der Vorstellung der Feststellbremsen. Dabei gibt es unterschiedliche Lösungen, die meistens der Bauart der Bremsen angepasst, verwendet werden. Doch kommen wir nun zur Feststellbremse, die gleich diesen Namen trägt, denn bei all den unterschiedlichen Feststellbremsen gibt es tatsächlich eine Variante, die sich auch Feststellbremse nennt.

Die Feststellbremse: Wenn wir mit der Feststellbremse beginnen wollen, haben wir gleich eine Bremse, die zum Sichern der Fahrzeuge genutzt wird. Wichtig dabei ist, dass diese Bauform der Feststellbremse sehr nahe mit der später noch erwähnten Handbremse verwandt ist. Angewendet wird die Feststellbremse bei allen Varianten der Bremsen. Dabei wirkt sie bei der Klotzbremse direkt auf das Bremsgestänge.

Die Bedienelemente der Feststellbremse können jedoch nur vom Boden aus bedient werden. Sie werden seitlich am Fahrzeug angebracht und bestehenden meistens aus einem Handrad, das gedreht werden kann.

Die Feststellbremse wird daher im Uhrzeigersinn angezogen und in der Gegenrichtung gelöst. Eine Sicherung, die das ungewollte Lösen der Bremse verhindert, gibt es bei der Feststellbremse jedoch nicht.

Feststellbremsen sind sehr einfach im Aufbau und sie benötigen kaum zusätzliche Bauteile, da sie direkt bei der Bremse montiert werden kann.

Dabei wirkt die Feststellbremse auf das Bremsgestänge der Klotzbremse oder über ein Gestänge auf die Scheiben- oder Trommelbremsen. Die leichte Bauweise macht die Feststellbremse besonders bei Güterwagen beliebt, da sie die verfügbare Nutzlast kaum reduziert.

Die Feststellbremse ist eine Bremse, die mit einer veränderbaren Kraft wirkt, die aber nicht verändert werden kann. Da die Bedienelemente nur vom Boden aus bedient werden, ist eine Bedienung der Feststellbremse während der Fahrt ausgeschlossen.

Daher kann sie nur angezogen oder gelöst werden. Die Kraft ist dabei veränderlich, da sie vom Bediener abhängig ist und so nicht genau benannt werden kann.

Genau hier liegt der Nachteil der Feststellbremse. Es gibt keine Sicherung gegen unzeitiges Lösen, die Kraft kann nicht genau definiert werden und die Bedienung ist ungünstig nur vom Boden aus möglich. Daher kann man die Feststellbremse als einfachste Bauform aller Feststellbremsen bezeichnen. Da sie aber sehr häufig ist, hat sie der Gruppe dieser Bremsen den Namen gegeben, daher kam es dazu, dass alle Bremsen Feststellbremsen genannt werden können.

Die Handbremse: Die Handbremse unterscheidet sich kaum von der vorher vorgestellten Feststellbremse. Wie nahe verwandt diese beiden Bremsen sind, zeigt die Tatsache, dass man die vorher vorgestellten Feststellbremsen oft auch als Handbremse bezeichnet. Diese Ableitung kommt von der Tatsache, dass man beide Bremsen von Hand bedient und so davon ausgeht, dass es Handbremsen sind.

Im Gegensatz zu den Feststellbremsen benötigt man bei den Handbremsen etwas mehr Material. Daher ist sie etwas komplizierter im Aufbau.

Wichtig ist, dass die Handbremse vom Fahrzeug aus bedient werden kann. Daher müssen auf dem Fahrzeug auch die entsprechenden Plattformen vorhanden sein.

Diese Plattformen gibt es bei Lokomotiven und Reisezugwagen, aber auch bei Güterwagen. Dort werden daher die Handbremsen angewendet.

Die Handbremse bietet gegenüber der Feststellbremse einen Vorteil. Dieser Vorteil ist sogar so gross, dass nur die Handbremse diese Möglichkeit besitzt.

Die Handbremse ist daher die einzige Feststellbremse, deren Kraft man während der Fahrt verändern kann. Wir haben somit eine veränderlich wirkende Feststellbremse erhalten.

Daher stellt die Handbremse auch den ältesten Typ dar, denn diesen Effekt nutzte man schon sehr früh.

Die ersten Züge verwendeten nur Handbremsen. So auch die Züge der Gotthardbahn, welche dazu auf jedem Wagen einen Bediensteten hatte, der auf die mit der Lokpfeife erteilten Befehle, die Handbremse anzog und wieder löste. Dieser Angestellte hatte dafür auch die passende Berufsbezeichnung erhalten, nämlich Bremser. Heute nutzt man den Effekt nur noch bei Störungen oder im Rangierdienst.

Die maximale Bremskraft ist jedoch auch bei der Handbremse nicht gegeben. Die Bremskraft ist hier, wie bei der Feststellbremse vom Bediener abhängig. Als kleine Verbesserung kann erwähnt werden, dass es Handbremsen gibt, die über eine Sicherung gegen unzeitiges Lösen besitzen. Daher ist die Handbremse etwas besser, als die Feststellbremse, jedoch bleibt die undefinierbare Bremskraft auch hier. Diese Bremse ist also nur fest, wenn man fest genug an der Kurbel oder am Handrad dreht.

Die Federspeicherbremse: Eine weitere Bauform der Feststellbremse ist die Federspeicherbremse. Sie kommt bei mechanischen Bremsen zur Anwendung, die kein eigentliches Bremsgestänge haben. Hauptsächlich daher bei den Scheibenbremsen. Sie wirken mechanisch auf die Bremsausrüstung, werden aber anders angesteuert. Zudem bieten diese Bremsen einen grossen Vorteil, den es bisher nicht gab.

Die notwendige Bremskraft wird hier mit einer speziellen Feder erzeugt. Diese Feder wird im Bremszylinder montiert und sorgt dafür, dass die Bremsbeläge angelegt werden. Die Federspeicherbremse ist daher bei fehlender Druckluft fest und kann nicht gelöst werden. Um die Feststellbremse zu lösen, benötigt man daher Druckluft. Deshalb kommen diese Bremsen neben der Eisenbahn auch bei LKW zur Anwendung.

Federspeicherbremsen bieten den Vorteil, dass sie genau definierte Bremskräfte aufbaut. Alle anderen bisher vorgestellten Feststellbremsen haben nicht genau definierbare Kräfte, da diese davon abhängt, wie stark der Bediener an der Kurbel dreht. Eine angezogene Feststellbremse kann sich auch nicht lockern und bleibt immer fest angezogen. Jedoch kann mit Hilfe der Druckluft die Federspeicherbremse reguliert werden, so dass man sie mit der normalen Bremse kombinieren kann.

Die Druckluft hebt, wie wir schon wissen, die Kraft der Feder auf und die Bremse kann gelöst werden. Nun ist aber die Kraft in der Feder gespeichert. Genau von hier lässt sich der Name Federspeicherbremse ableiten. Da ich Druckluft zum lösen benötige, kann ich eine Federspeicherbremse ohne Druckluft unmöglich lösen, das Fahrzeug muss stehen bleiben. Damit kommen wir jedoch zu einem Nachteil der Federspeicherbremse.

Um die Federspeicherbremse im Notfall manuell zu lösen, verwendet man einen Notlöseschlüssel. Dieser kann aus einem Werkzeug bestehen, aber auch nur ein Druckknopf darstellen. Entscheidend ist, dass mit dem Notlöseschlüssel die Kraft der Feder aufgehoben wird und so die Feststellbremse gelöst wird. Eine mit dem Notlöseschlüssel gelöste Federspeicherbremse kann mit Hilfe von Druckluft meistens wieder aktiviert werden und funktioniert danach wieder normal.

Damit hätten wir die Feststellbremsen schon fast erledigt. Es fehlt eigentlich nur noch die PMS. Diese kann ebenfalls als Feststellbremse verwendet werden, da im ausgeschalteten Zustand das Magnetfeld wirksam ist. Die Funktion dieser Bremse kennen wir jedoch schon, so dass wir zu den Druckluftbremsen kommen. Wir wissen ja jetzt, dass man Druckluft zum Lösen der Federspeicherbremse benötigt. Daher ist es naheliegend, dass man Druckluftbremsen verwendet.

 

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