Farben und Anschriften Bem 550

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Wenn wir nun zur Farbgebung der neuen Triebzüge kommen, dann wurde hier gegenüber den alten Triebwagen viel, aber nicht alles verändert. Geblieben war, dass der Anstrich in erster Linie zum Schutz vor Rost und Korrosion angewendet wurde. Wenn wir nun den Aufbau der Farbschichten ansehen, beginnen die ersten Veränderungen, denn hier wurde über dem bunten Decklack noch ein Schutzlack aufgetragen.

Beim Aufbau der einzelnen Lacke gab es aber erste Unterschiede. Bisher wurden dazu Acryllacke verwendet, die sehr grosse Mengen Lös-ungsmittel verwendeten.

Aus Gründen des Umwelt-schutzes verlangten die Schweizerischen Bundesbah-nen SBB jedoch, dass Lacke verwendet wurde, die auf einer Wasserbasis aufgebaut wurden und die deutlich weniger Lösungsmittel benötigten. Die speziellen Dispersionsfarben trockneten jedoch nicht mehr glänzend ab.

Zu einem Teil wurde das durch den neuen Schutzlack kompensiert. Dieser spezielle transparente Lack wurde jedoch nur aufgetragen um die Deckschicht besser vor den Auswirkungen der Grafiti zu schützen. Diese konnten so leichter entfernt werden. In den meisten Fällen reichte es, wenn man danach einfach wieder den Schutzlack erneuerte. Sie sehen, man nahm diese Schmierereien an den Zügen nicht auf die leichte Schulter.

Das farbliche Schema wurde nach den Vorgaben der Staatsbahnen gewählt. Dabei hatte sich im Regionalverkehr seit der Einführung bei den RBDe 4/4 das Schema durchgesetzt, das die Farben des Unternehmens wiedergab. Rot und Weiss wurden für die Farben des Landes verwendet. Das wurde mit einem dunklen blau ergänzt, das bei den Schildern in den Bahnhöfen verwendet wurde. So war der Zug klar der Bahngesellschaft zugeordnet.

Im Unterschied zu den erwähnten Triebwagen wurden die Seitenwände mit den Farben blau und weiss behandelt. Dabei wurde in erster Linie die Position verändert. der blaue Farbton war nun unten angebracht und etwas heller gestaltet worden. Oben wurde an der Stelle von Steingrau die Farben weiss verwendet. Es waren also leichte Anpassungen vorhanden. Die Trennlinie zwischen diesen beiden Farben verlief dabei deutlich unterhalb der Fenster.

Deutlich unterschiedlich waren die Führerkabinen. Wäh-rend beim Muster nur die Front in rot gehalten wurde, wählte man diese Farbe hier für den gesamten Bereich des Führerstandes.

Daher konnte diese sehr gut erkannt werden, was ein Merkmal dieser Züge sein sollte, denn so deutlich rot wurden die Führerstände bei den Schweizerischen Bun-desbahnen SBB bei Triebzügen nicht mehr. Es war also klar ersichtlich, dass hier spezielle Fahrzeuge vorhanden waren.

Vollständig die Farben des Musters übernommen wurde bei den Einstiegstüren. Diese leuchteten in einem knalligen gelb. Der Vorteil dieser deutlich abgesetzten Türen war die bessere Erkennbarkeit bei Leuten mit einer Sehbe-hinderung.

So sollten diese ohne Hilfe die Einstiege finden. Das führte aber dazu, dass die Triebzüge sehr bunt und daher auf-fällig wirkten. Dem Muster RBDe 4/4 hatte das schnell den Übernamen «Kolibri» eingehandelt.

Auch wenn man es nicht erkennen konnte, das Dach war in einem hellen Grauton gehalten worden. Dieser war technisch bedingt, da die Bauteile der elektrischen Ausrüstung diese Farbe hatten. Es wurde also auch auf die Funktion der Lacke geachtet und das war nicht nur beim Dach, sondern auch beim dunkelgrauen Laufwerk der Fall. Hier war dabei speziell, dass dieses optisch kaum zu erkennen war.

Hervorragend erkannt werden konnte jedoch der Rammbalken. Da angenommen wurde, dass dieser immer wieder mit den Puffern in Berührung kommen konnte, wurde er schlicht schwarz gehalten. So waren die Spuren der bei den Puffern verwendeten Fette nicht so leicht zu erkennen. Ein Punkt, der dafür sorgte, dass dieses Bauteil in der sonst roten Front ausgesprochen gut zu erkennen war und auch zum Erscheinungsbild beitrug.

Wenn wir nun zu den Anschriften kommen, können wir nicht so einfach von den üblichen Bahnan-schriften sprechen. Die umfangreichen Anschriften wurden in erster Linie an den Seiten angebracht. Dabei wählte man immer die längste Seitenwand.

Durch den Aufbau bei den Türen führte das dazu, dass immer der rechte Teil mit den Anschriften versehen wurde. Bevor wir diese jedoch ansehen, nehmen wir jene vor, die an allen vier Seiten vorhanden war.

Die Fronten und die Bereiche unmittelbar hinter den Führerständen haben eine stilistisches Logo aus den Buchstaben RER erhalten. Bei den nicht vollständig ausgebildeten Buchstaben wurde das vordere R gespiegelt dargestellt.

So entstand ein symmetrisches Logo. Die Abkürzung stand für Réseau Express Régional. Diese französische Bezeichnung wurde bei Zügen angebracht, die so eingesetzt wurden, wie dies bei uns bei den S-Bahnen der Fall war.

Somit kommen wir zu den Anschriften auf der Seite. Auch hier wurden Logos und Schriften verwendet. Links stand das Logo der TPG. Die Nahverkehrsgesellschaft der Stadt Genève hatte sich an den Zügen beteiligt und war daher angeschrieben worden. Auf der rechten Seite dieser Wand befand sich schliesslich das bekannte Logo der Schweizerischen Bundesbahnen SBB. Die hier übliche Anschrift mit den Abkürzungen wurde auf CFF gekürzt.

Die Bahnanschriften mussten zur Seite weichen, damit dazwischen der Hinweis «Evoluons ensemble!» angebracht werden konnte. Während die Bahnen auf dem blauen Grund ihre üblichen Lösungen verwendeten, war dieser Schriftzug, wie das Logo für die RER in einer weissen Farbe gehalten worden. Der Hinweis sollte die beiden Gesellschaften in Verbindung bringen, die so den Verkehr auf der Strecke neu belebten.

Kommen wir zu den technischen Anschriften. Diese waren umfangreicher ausgefallen und sie wurden nach dem neusten Schema der UIC angeschrieben.

Neben den üblichen Betriebsnummern fanden sich hier Hin-weise zum Aufbau, zu den Bremsen, aber auch zur Aus-rüstung.

Ein Feld war zudem aufgeführt worden, um die Daten der Revisionen anzubringen. Auf jeden Punkt dieser Anschriften wollen wir jedoch nicht eingehen.

Genauer ansehen will ich aber die Bezeichnung und die Betriebsnummern. Diese wurden nach den neusten Normen der Schweizerischen Bundesbahnen SBB vorgenommen.

Die bisher hier erforderliche Bezeichnung Bem 4/6 wurde nur noch auf die Buchstaben reduziert. Die bisher im Bruch auch vorhandene Achsfolge entfiel und dafür kam die neue Betriebsnummer aus sechs Stellen, die mit einer zusätzlichen Kontrollziffer ergänzt wurden.

Auch wenn ich dafür das Muster Bem 550 001-2 nehme. Die Nummern dieser Züge wurde nach der damals als logisch angesehenen Reihenfolge genommen. Man begann daher mit der Ziffer null. Das sollte bei den Systemen mit EDV eine leichtere Verarbeitung ermöglichen. Die Nummern 000 bis 004 verschleiern daher etwas, dass es fünf Züge waren. Nicht viele Baureihen waren davon betroffen. Die Bem 550 gehörten jedoch dazu.

Die Hinweise für die Reisenden wurden auch nicht mehr in der üblichen Art ausgeführt. Hier kamen die neuen Piktogramme, die den entsprechenden Hinweis in einem kleinen Bildchen zeigten. Der Vorteil dieser Lösung war, dass diese unabhängig der Sprache erkannt werden konnte. Ein rot durchgestrichene Zigarette erkennt jeder als Rauchverbot. Das war hier wichtig, weil im ganzen Zug nicht geraucht werden durfte.

 

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