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Mechanischer Teil Bem 550 |
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Der Kasten wurde von den als Muster dienenden Zügen der TSOL
übernommen. Dabei mussten aber Anpassungen an den Einsatz auf einer
Strecke nach den Normen der
UIC
vorgenommen werden. Das betraf zum Beispiel die Berücksichtigung der auf
solchen Strecken niederen
Bahnsteigen.
Die
Bahnsteighöhe
auf der Strecke war zwischen 0 und 350 mm über der Oberkante der
Schiene
gewählt worden und dazu musste der Zug passen.
Es entstand so ein stabiler, aber trotzdem noch sehr leichter
Kasten, was wichtig war, weil wir hier ein Fahrzeug in der Leichtbauweise
haben. Die Breite des Kastens lag bei lediglich 2 674 mm und war daher
schmaler als üblich. Auch hier wurde ein einfacher Boden als Grundlage genommen und dann die beiden Seitenwände, die Führerstände und das Dach gefertigt. Die Seiten-wände der beiden Hälften waren nicht identisch ausgeführt worden.
Auf der Seite eins wurden neben den zahlreichen grossen Fenstern
eine
Einstiegstüre
unmittelbar nach den führenden
Laufwerk
vorgesehen. Auffal-lend waren die schmalen Säulen zwischen den Fen-stern
des
Triebzuges.
Bei der Seite zwei war die zuvor erwähnte Türe ebenfalls
vorhanden, jedoch wurde hier das zweit-letzte Seitenfenster gegen die
Mitte des Zuges auf-gegeben. An dessen Stelle wurde eine weitere Türe
vorgesehen, so dass hier pro Seite drei
Einstiegstüren
vorhanden waren. Das entsprach gerade einmal der Hälfte der Muster. Jedoch
sollten die hier vorgestellten
Triebzüge nicht auf einer reinen
Stadtbahn,
sondern auf einer
Nebenbahn
eingesetzt werden.
Bisher habe ich erwähnt, dass der Kasten aus zwei Teilen bestand. Auf
Grund der Länge musste ein
Gelenk vorgesehen werden. Dieses platzierte man
in der Mitte und der Aufbau war so gewählt worden, dass die Seiten
aussenglatt blieben.
Faltenbälge sorgten für einen druckdichten Durchgang,
der nahezu die Breite des Innenraumes hatte. Wie sich hier die Abstützung
gestaltete, werden wir später beim
Laufwerk erfahren.
Dass die
Front
kaum zu erkennen war, war der niedrigen Bauweise des Fahrzeuges und den
hier erforderlichen Ver-stärkungen zu verdanken, denn so wurde die
eigentliche Front des Zuges zu einem grossen Teil abgedeckt. Einstiegstüren in den Führerstand gab es nicht mehr. Da sich auch die Einstiege nicht unmittelbar hinter der Führerkabine befanden, musste das Lokomotivpersonal den Weg durch den Fahrgastraum nehmen.
Das war eine Lösung,
die bei den Schweizerischen Bun-desbahnen SBB noch bei keinem Fahrzeug
angewendet worden war. So konnte aber das bisherige Problem mit der
Zugluft behoben werden. Für die Abgabe von Doku-menten konnten die
Seitenfenster geöffnet werden. Im Gegensatz zu den Mustern der TSOL verkehrten diese Triebzüge auf Strecken, die auch von Fahrzeugen benutzt wurden, die über die Zug- und Stossvorrichtungen der UIC verfügten.
Daher musste die
Front entsprechend
geschützt werden. Das begann im Kasten, denn dort wurden die Verstärkungen
zur Ableitung der Kräfte vorgesehen. Auf der Höhe der
Stossvorrichtungen
UIC wurde zusätzlich ein auf
Zerstörungsgliedern montierter Rammbalken
aufgebaut.
Unter dem Rammbalken wurde schliesslich die
automatische Kupplung der
Bauart Sécheron eingebaut. Diese werden wir später noch näher betrachten,
denn mit dieser
Kupplung können wir die Länge des Fahrzeugs bestimmen.
Diese wurde mit 31 000 mm angegeben. Damit entsprach dieser
Triebwagen bei
der Länge ungefähr den alten Zügen, wenn dort auf den Zwischenwagen
verzichtet wurde. Hier sollte dieser von einem zweiten Zug übernommen
werden.
Das
wurde seitlich wegen dem
Lichtraumprofil ein-gezogen.
Die hier früher vorhandenen Rundungen waren jedoch nicht mehr vorhanden,
denn es wurde einfach eine schräge Fläche verwendet. Das war bei den
damals modernen Zügen jedoch öfters der Fall. Die dadurch leichtere
Bauweise half zudem die Kosten zu senken.
Das Dach auf der Wagenhälfte eins war nahezu frei von Aufbauten. Die auf
dem Dach montierten Bauteile der elektrischen Ausrüstung des Zuges
befanden sich daher auf der zweiten Hälfte. Die früher hier vorgesehenen
seitlichen Stege gab es jedoch nicht mehr. Es war so ein sehr einfach
aufgebauter Kasten entstanden, der durch die vielen und grossen Fenster
aus
Sicherheitsglas auffiel. Dabei konnten aber nur die Fenster beim
Führerstand geöffnet werden.
Bisher waren die
Triebzüge der
Baureihe Bem 550 einfach aufgebaut worden
und das sollte sich auch mit dem
Laufwerk nicht ändern. Nur schon ein
Blick auf die
Achsfolge zeigt das deutlich, denn hier wurde diese mit
B’2’B’ angegeben. Damit kann bereits erkannt werden, dass kein
Einzelachsantrieb verbaut worden war. Auch sonst sollte die einfache und
leichte Bauweise fortgesetzt werden. Es lohnt sich, wenn wir etwas genauer
hinsehen.
Beim
Drehgestellrahmen ging man beim Leichtbau noch einmal einen Schritt
weiter. Die beiden Längsträger zur Aufnahme der
Achsen waren nur mit zwei
Holmen verbunden worden. Der massive mittlere Träger war also
verschwunden. Wichtig war dies bei den beiden
Triebdrehgestellen und dem
dort verbauten
Antrieb. Dazu kommen wir jedoch später, denn noch müssen
wir die beiden Achsen in diesen Rahmen einbauen.
Die Räder selber waren als Monoblocrad ausgeführt worden. Diese besassen ein fest eingebautes Ver-schleissteil und waren daher leichter.
Da hier der Durchmesser zu dem noch auf 740 mm
reduziert werden konnte, war eine sehr leichte
Achse vorhanden. Im Drehgestell geführt wurden die Achsen mit den aussen liegenden Rollenlager. Diese zeichneten sich durch die geringe Wartung aus. Dank der Schmier-ung mit Fett mussten sie zudem nicht nachge-schmiert werden.
Eine
Eigenschaft die solche
Lager bei den Bahnen unverzichtbar machten. Die
geschlossenen
Rollen-lager mussten nun aber noch im
Drehgestellrahmen
gehalten werden und da kam hier eine neue Lösung zur Anwendung.
An der Stelle eine normalen
Federung, kam eine solche mit diagonal
eingebauten Gummiplatten. Diese trapezförmig eingebauten
Gummifedern
führ-ten das
Lager, erlaubten es diesem sich jedoch gegen den
Widerstand
der Gummiplatten seitlich leicht zu verschieben. Damit entstand eine
passive radiale Einstellung, was die
Räder schonte. Nachteil dieser
Federung war, dass sie ausgesprochen hart war und so nicht alle
Stösse
kompensierte.
Bevor wir das
Drehgestell unter dem Fahrzeug einbauen, müssen wir diese
passive radiale Einstellung ansehen. Diese war sehr hart eingestellt
worden und daher reichte diese nicht aus, um die Kräfte im
Gleis zu
minimieren. Um geringere Kräfte auf dem
Spurkranz zu haben, und um dessen
Abnützung zu mindern, wurde eine
Spurkranzschmierung nach den Normen der
Schweizerischen Bundesbahnen SBB eingebaut.
Die
Spurkranzschmierung der
Bauart SBB sprüht mit der Hilfe von
Druckluft
ein zähes
Schmiermittel auf die Stelle mit der Ausrundung zum
Spurkranz.
Diese
Schmierung erfolgt zudem stossweise, damit nicht zu viel geschmiert
wird. Diese Ausrundung war die stark belastete Stelle beim Spurkranz. So
konnte die Reibung zur
Schiene sehr gut vermindert werden. Für den
Triebwagen hatte das die Auswirkung, dass er nach der
Zugreihe R verkehren
durfte.
Bisher waren die
Drehgestelle mit kleinen Unterschieden identisch
aufgebaut worden. Wenn wir diese nun unter das Fahrzeug stellen, dann
beginnen die grossen Unterschiede. So hatten wir zwei
Triebdrehgestelle
und ein
Laufdrehgestell. Letzteres wurde in der Mitte des Zuges eingebaut.
Dieses werden wir uns ansehen, bevor wird dann bei den beiden anderen
Modellen noch den
Antrieb für die
Achsen einbauen.
Das
Laufdrehgestell war zwischen den beiden Hälften mit dem
Gelenk
eingebaut worden. Es handelte sich daher um ein
Jakobsdrehgestell, dass
sich immer im halben Winkeln zum Kasten ausrichtet. Damit war es immer
optimal im
Gleis, was die Spurführung verbesserte. Da die
Primärfeder sehr
hart eingestellt wurde, mussten die
Sekundärfeder verbessert werden. Daher
wurde hier eine sehr gut arbeitende
Luftfeder eingebaut.
Mit der zentral eingebauten
Luftfeder, konnten auch beim
Jakobsdrehgestell
die Bauteile und damit das Gewicht deutlich verringert werden. seitliche
Abstützungen verhinderten, dass sich der Kasten zu sehr zur Seite neigen
konnte. Vielmehr war beim
Laufdrehgestell nicht vorhanden, das führte
dazu, dass dieses auch im regulären Unterhalt kaum Arbeiten verursachen
sollte und das war betrieblich sehr wichtig.
Der
Fahrmotor eines
Drehgestells wurde in dessen Mitte in Längsrichtung eingebaut. Die
Rotorwelle wurde dabei auf beiden Seiten aus dem Motor geführt und die
Welle zu den beiden angetriebenen
Achsen geführt. Um das Drehmoment auf die quer zu Welle eingebaute Achse zu bringen, wurde ein Winkelgetriebe benötigt. Dieses änderte mit den Kegelrädern die Richtung des Drehmoments auf die Achse.
Dabei fand hier jedoch nicht nur
eine Änderung der Richtung statt, denn es wurde auch die Drehzahl der
Ach-sen an jene des Motors angepasst. Daher war auch bei diesem
Getriebe
eine feste
Übersetzung von
1 :
5.51 vor-handen. Das so auf die Achse übertragene Drehmoment wurde im Triebrad mit Hilfe der Haftreibung zwischen Lauffläche und Schiene in Zugkraft umgewandelt. Diese wurde dann über die Gummifederung auf den Rahmen übertragen.
Dort
verbanden sich dann die Kräfte der beiden
Achsen. Bevor wir nun aber
weiter dem Kraftfluss folgen können, müssen wir die beiden
Drehgestelle
unter dem Kasten im Bereich zwischen dem
Führerstand und der Türe
einbauen.
Wegen dem hier verbauten Motor, konnte die zentrale
Luftfederung des zuvor
vorgestellten
Laufdrehgestells nicht verbaut werden. Daher wurden hier
zwei seitlich auf den Längsträgern aufgebaute
Luftfedern eingebaut. Diese
Lösung war zwar nicht ganz so leicht, erlaubte aber eine seitlich grosse
Stabilität für den Wagenkasten. Dank diesem Aufbau war auch hier ein sehr
gut abgefedertes und leicht gebautes Fahrzeug entstanden.
Schneller musste nicht gefahren werden, da die Strecke, auf denen
diese
Triebzüge ver-kehren sollten, nicht schneller befahren werden konnte.
Es war also ein optimal abge-stimmtes Fahrzeug vorhanden. Im Alltag der Eisenbahn können immer wieder Gegenstände auf die Schienen gelangen. Das kann Laub sein, das vom Wind verweht wurde, aber auch grössere Teile, die ins Gleis rutschen konnten.
Daher musste das
Laufwerk
vor diesen Gefahren geschützt werden. Dazu verbaute man am
Drehgestell
selber einfache und leichte
Schienenräumer. Da hier kaum mit hohen
Schnee-massen gerechnet werden musste, passte diese Lösung. Damit kommen wir wieder zum vorher abgebrochenen Kraftfluss. Die mit der Adhäsion erzeugten Zugkräfte konnten nicht auf die übliche Art auf den Kasten übertragen werden. So verhinderte der Fahrmotor einen zentralen Drehzapfen.
Die Führung in den
Luftfedern konnte nicht genutzt werden.
Daher wurde die Kraft mit einfachen Druck- und
Zugstangen auf das Fahrzeug
übertragen. Eine Lösung, die von den
Lokomotiven stammte. Nicht vom Fahrzeug benötigte Zugkraft wurde vollumfänglich in Beschleunigung umge-wandelt. Dabei waren die an den beiden Enden montierten automatischen Kupplungen nicht dazu vorgesehen, zusätzliche Wagen mitzuführen.
Es gab daher keine
Anhängelast. Das war jedoch bei den
Triebzügen schon immer so und die
Kapazität wurde einfach mit dem
Mitführen einer zweiten, oder gar dritten Einheit ge-steigert.
Mit dem Kraftfluss haben wir den Kasten aufgebaut und diesen auf das
Drehgestell abgestützt. Der ausgesprochen leichte Aufbau sollte sich auch
auf die Masse niederschlagen. Es wird Zeit, dass wir den
Triebzug
vermessen, denn dabei werden wir Unterschiede erkennen. Die Länge mit
31 000 mm und die Breite von 2 674 mm haben wir bereits kennen gelernt.
Dabei fällt die Breite auf, denn diese lag im Bereich schmalspuriger Züge.
Das war eine direkte Folge der Übernahme des Musters der TSOL, die dank
diesen Abmessungen einen Betrieb als
Stadtbahn aufziehen konnte. Hier
musste die Lücke zu den
Bahnsteigen aufgefüllt werden. Wie das gelöst
wurde, werden wir später noch ansehen. Vielmehr möchte ich die Verteilung
der
Drehgestelle ansehen, denn diese waren mit dem Drehpunkt 4 000 hinter
der
Front eingebaut worden. Das ging jedoch nur wegen der
Kupplung.
Es wird nun Zeit, dass wir die Höhe ansehen. Auch wenn wir noch nicht alle
Bauteile betrachtet haben, kann diese ganz gut bestimmt werden. Der Grund
sind die hier verbauten
Luftfedern, denn diese können in der Höhe leicht
eingestellt werden. Was bei unterschiedlich abgenützten
Rädern immer
wieder vorgenommen werden musste, denn nur so stand das Fahrzeug auch
gerade auf den
Schienen und das war wichtig.
Mit einer normalen Höhe des Daches von 3 396 mm über der
Schienenoberkante, war das Fahrzeug vergleichsweise nieder aufgebaut
worden. Im Vergleich mit den bisher auf der Strecke eingesetzten alten
Leichtstahlwagen, waren die neuen Züge um rund 300 mm tiefer. Die
Differenz entstand dabei im Bereich des
Laufwerkes, dass ein tiefen
Fussboden erlaubte. Doch noch ist unser
Triebzug aus blankem Stahl
aufgebaut worden.
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