Die Steuerwagen zum BFe 4/4 II

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Die beiden zu den Triebwagen passenden Steuerwagen waren nach dem gleichen Stil aufgebaut worden. Das betraf den Kasten und die Laufwerke. Lediglich bei den Brems wurde eine Lösung verwendet, die für Personenwagen ausgelegt worden war. Die nun geringeren Kräfte waren aber eine direkte Folge davon, dass dieser Steuerwagen leichter war als das Triebfahrzeug und daher durfte auch nicht so stark gebremst werden.

Geändert wurde nun aber die Ausrichtung. Das hatte zur Folge, dass der Führerstand neu beim Wagenende zwei angeordnet wurde.

Bei der Anordnung der Türen wurde jedoch deutlich er-kennbar, dass als Muster die Leichtstahlwagen genommen wurden. So wurde die vordere Türe an den Drittelspunkt verschoben. Der hintere Einstieg war wie beim Triebwagen nach dem Führerstand angeordnet worden. Die Breite der Einstiege war auch hier unter-schiedlich.

Die beiden Fahrzeuge wurden bei der Auslieferung als ABt bezeichnet und es wurden die Nummern 981 und 982 vergeben. Die bisher noch vorhandenen Hinweise zu den Achsen und dem Personenübergang entfielen jedoch. Die Bahnanschriften wurden jedoch nach der Lösung der Triebwagen ausgeführt. So stand auch hier an den Seiten CFF SBB. Man konnte also auch hier erkennen, dass die Fahrzeuge im Raum Genève eingesetzt wurden.

Wenn wir nun den Innenraum ansehen, dann betreten wir den Steuerwagen über den Personenübergang. Bei diesem hatten wir den Triebwagen verlassen und daher folgen wir nun der Fortsetzung. Nach dem Durchgang erreichte man einen kleinen Raum.

Dieser hatte auf der linken Seite eine Sitzbank für zwei Personen und gegenüber das WC des Steuerwagens. Da danach gleich eine weitere geschlossene Trennwand folgte, was das auch die «Knutschecke».

Es war ein verträumtes Abteil, wo man sich ungestört aufhalten konnten. Bei den Reisezügen wurde damals das WC wirklich nur im Notfall benutzt, denn mit der Bauweise freier Schienenblick war es am Hinterteil doch etwas zugig.

Auch die Kabine wirkte nicht so einladend. Die Sitzbank war jedoch bei frisch verliebten Personen sehr willkommen, denn da konnte man sich un-gestört dem neuen Schatz zuwenden.

Durch eine weitere Schiebetüre gelangte man in das erste Abteil dieses Fahrzeuges. Es war ein Bereich, der den Reisenden mit einem Fahrschein in zweiter Wagenklasse zugänglich war. Die Farbe der Sitzpolster war nach jenen des Triebwagen gewählt worden.

Da hier nicht geraucht werden durfte, waren die Sitzbänke im einem grünen Bezug versehen worden. Die weitere Ausstattung entsprach jedoch den bekannten Leichtstahlwagen.

Eine weitere Schiebetüre brachte dann den Reisenden auf die erste Plattform mit den seitlichen Einstiegen. Dieser hatte die gleiche Breite, wie der hintere Einstieg bei den Triebwagen.

Er war also nicht genau nach den Leichtstahlwagen aufgebaut worden, die noch eine trennende Säule hatten. Jedoch war so sehr gut zu erkennen, dass diese besonderen Fahrzeuge ausschliesslich mit den zuvor vorge-stellten Triebwagen eingesetzt wurden.

Wer nun den Steuerwagen verlassen wollte, konnte die Türe mit der Klinke öffnen. Das ging jedoch nur, wenn der Lokführer nicht den Schliessbefehl aktiviert hatte. In dem Fall konnte die Türe zwar geöffnet werden, es war jedoch ein grosser Aufwand bei der Kraft erforderlich. Wer es schaffte musste aber klar wissen, dass die Türe sofort wieder zuknallte. Es war also keine ratsame Idee gegen die Druckluft den Kampf zu eröffnen.

Wurde diese Plattform wieder durch die nächste Schiebetüre verlassen, folgte das Abteil in der zweiten Wagenklasse für Raucher. Dieses war gegenüber jenem für die nicht rauchenden Fahrgäste um eine Sitzreihe erweitert worden. So stand also auf diesem Fahrzeug den Rauchern mehr Platz zur Verfügung. Das war eine Folge des Aufbaus, der ja nicht einem normalen Wagen entsprach und weil hier noch ein Abteil in der ersten Wagenklasse folgen sollte.

Bevor wir aber zur ersten Wagenklasse kommen, müssen wir uns noch die zusätzliche Sitzreihe an-sehen, denn diese war nicht normal aufbaut worden.

Wegen der nächsten Türe, die direkt in das Abteil der ersten Wagenklasse führte, musste diese seitlich ver-schoben werden.

Das führte dazu dass hier ein Sitzplatz weniger vor-handen war, denn auch die Türe war etwas breiter, als das üblich war. So gab es in diesem Abteil 29 Sitzplätze.

Insgesamt waren also für die Fahrgäste der zweiten Wagenklasse 55 Sitzplätze vorhanden. Das wurde er-reicht, weil die beiden Sitze neben dem WC auch dieser Wagenklasse zugeschlagen wurden.

Sowohl bei der Ausleuchtung, als auch bei der Lüftung und der Heizung gab es natürlich keine Unterschiede zum Triebwagen, denn der Steuerwagen hatte zwar die Zugsammelschiene, aber auch ein eigenes Bord-netz erhalten.

Bevor wir dieses Bordnetz genauer ansehen, schauen wir noch in der ersten Wagenklasse vorbei. Die Türe öffnete dabei gegen die zweite Wagenklasse und hier fanden sich nur zwei Sitzreihen.

Wegen den breiteren Sitzbänken waren also nur zwölf Sitzplätze vorhanden. Diese waren, wie das auch bei den Leichtstahlwagen der Fall war, weicher gepolstert worden und die Tischchen konnten ausgezogen und so vergrössert werden.

Der grösste Unterschied betraf jedoch die Gepäckträger. Diese wurden in diesem Abteil an der Wand entlang geführt und waren nicht mehr quer zur Fahrrichtung eingebaut worden. Reisende in der ersten Wagenklasse schienen daher weniger Gepäck mitzuführen, als das jene in der zweiten Wagenklasse machten. Aber auch hier waren die Einheitswagen der Schweizerischen Bundesbahnen SBB sehr gut zu erkennen.

Das Abteil für die Fahrgäste mit Fahrscheinen in der ersten Wagenklasse war nur für Leute vorgesehen, die nicht rauchten. Entsprechende Rei-sende die Rauchen wollten, mussten daher im benachbarten Abteil platz nehmen.

Dieses musste auch passiert werden, weil es nur beim vorderen Ende des Wagens ein WC gab. Eine Einbusse beim Komfort, der aber wegen dem Aufbau des Steuerwagens in Kauf genommen werden musste.

Wenn wir auch dieses Abteil durch die Schiebetüre verlassen, folgte die zweite Plattform mit den beiden seitlichen Einstiegstüren. Auch hier war der Weg in den Führerstand frei und es gab die Sitzbank neben dem Lokführer.

Wegen dem anschliessenden Abteil durften diese aber nur von Reisenden benutzt werden, die einen Fahrschein in der ersten Wagenklasse gelöst hatten. Somit gab es insgesamt 14 Sitzplätze.

Wir haben den Wagen begangen, denn die Türe in der Front war auch hier nur dem Personal vorbehalten. Soweit gab es also keinen Unte-rschied zum Triebwagen.

Das galt auch bei der Heizung, denn der Wagen wurde über die Zugs-heizung versorgt. Hier betraf das auch die Heizungen im Führerstand, denn der Steuerwagen hatte keine Hilfsbetriebe erhalten und daher fehlte auch die Umformergruppe für die Ladung der Batterien.

Die Bleibatterien des Steuerwagens waren auch verdoppelt worden. So konnte mehr Kapazität genutzt werden. Bei der Anzahl der Verbraucher gab es jedoch keinen Unterschied. Wurde der Zug ab dem Steuerwagen bedient, musste dieser teilweise für die Versorgung der Steuerung aufkommen. Daher mussten auch diese Batterien geladen werden und das erfolgte mit der Lösung, die auch bei den Zwischenwagen verwendet wurde.

Am vorderen Drehgestell wurde ein Achsgenerator montiert. Dieser begann mit der Ladung und der Versorgung, wenn gefahren wurde. Dabei musste aber eine höhere Geschwindigkeit gefahren wer-den.

Hier war das kein Problem, da schnell die ent-sprechenden Werte erreicht wurden und sich die Batterien wieder erholen konnten. Damit haben wir auch die Steuerung abgeschlossen, denn die Bedien-ung entsprach dem Triebwagen.

Bei den Steuerwagen gab es auch Veränderungen. Dabei können diese aber schnell behandelt werden, denn die Anpassungen beim Führerstand wurden nach dem Muster des Triebwagens vorgenommen.

Das ist auch nicht weiter überraschend, denn es gab ja nur diese und daher blieben auch sie die ganze Zeit auf der Strecke mit der Fahrleitung für Gleichstrom. Eine Umschaltung für andere Trieb-wagen gab es daher nicht.

Bereits 1961 erfolgte die erste Anpassung. Mit der Vergabe von neuen Nummern bei den Fahrzeugen der Schweizerischen Bundesbahnen SBB, mussten auch die beiden Steuerwagen geändert werden. Während die Bezeichnung blieb, bekamen sie die Nummern 1801 und 1802 und diese sollten ein paar Jahre bestehen bleiben, denn diese Fahrzeug wurden erst spät auf die neuen Nummern nach den Regeln der UIC umgestellt.

Im Jahre 1976 kam es zum ersten Umbau, wenn man diesen als solchen bezeichnen kann. Auf der befahrenden Strecke wurde die erste Wagenklasse aufgehoben. Davon waren auch andere Strecken im Regionalverkehr betroffen. In der Folge wurden die Sitzplätze für die Reisenden mit Fahrscheinen in der zweiten Wagenklasse benutzt werden. Der Anteil der Sitzplätze für Reisende die nicht rauchten stieg daher um 14 Sitze an.

Das Abteil selber wurde jedoch nicht verändert. Die Bestuhlung blieb und bei den Sitzen wurden nur die weissen Tücher bei dem Kopfstützen entfernt.

Es gab nun auf dem neu als Bt bezeichneten Steuerwagen Sitzplätze mit unterschiedlichem Komfort, aber nur noch eine Wagenklasse. Es handelte sich daher um eine rein formelle Aktion, die nur wenige Arbeiten am Fahrzeug umfasste. Neben den entfernten Tüchern war das die Anschrift.

Während sich die Triebwagen nicht so sehr bewährten, konnten die Steuerwagen ohne grössere Anpassungen verwendet werden. Die beim Triebwagen vorgenommen Veränderungen im Führerstand für die Ansteuerung der elektrischen Bremse gab es auch hier. Damit sind aber noch nicht beim Schluss, denn es gab noch eine Anpassung, die bei den Triebwagen nicht so grosse Veränderungen zur Folge hatten, denn es gab neue Nummern.

Die Steuerwagen wurden 1984 mit den Nummern nach den Regeln der UIC versehen. Aus den Bt mit den Nummern 1801 und 1802 wurden die Bt 50 85 29-07 901 und 902. Ich habe die Kontrollziffer weggelassen, da diese nur eine geringe Auswirkung hatte. Da nun die Anschriften erneuert werden mussten, führte man auch die Anschrift mit Logo auf rotem Grund und den Abkürzungen in allen drei befahrenen Landessprachen ein.

Wir haben nun die Betrachtung der Baureihe BFe 4/4 II und den dazu gebauten neuen Steuerwagen abgeschlossen. Diese Fahrzeuge übernahmen den Verkehr auf der Strecke von Genève Cornavin nach La Plaine. Wenn Sie nun diesen kennen lernen möchten, dann klicken Sie einfach hier und kommen dazu. Wer jedoch auch die Nachfolger ansehen möchte kann einfach unten auf weiter klicken, denn dann kommen Sie zu den Bem 550.

 

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