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Betriebseinsatz BFe 4/4 II |
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Die Auslieferung der
Triebwagen BFe 4/4 II war auf die Einschaltung der
Fahrleitung vorgesehen. Diese war für den 27. September 1956 vorgesehen
und der Verkehr musste mit dem nur wenige Wochen vorher ausgelieferten
ersten Triebwagen aufgenommen werden. Die Zeit für eine saubere
Inbetriebsetzung fehlte schlicht und so wurde der nagelneue Zug nach der
Instruktion des
Lokomotivpersonals auf die Strecke geschickt.
Ohne
ausreichende betriebliche Erfahrung war schnell klar, dass dies nicht gut
ausgehen würde. Doch im Direk-torium sah man das oft anders und hier sollte
sich das rächen. Bei der Planung der beiden Exoten sah man das Depot in Genève für den betrieblich bedingten Unterhalt vor. Dort sollten auch Reparaturen in grösserem Umfang ausgeführt werden.
Für die
Revisionen waren die
Hauptwerkstätten zuständig. Das war bis ins Jahr 1975 jene in Yverdon.
Danach wur-den die beiden
Triebwagen wie alle anderen Artgenossen der
Hauptwerkstätte in Zürich übergeben. Eine lange Rei-se geschleppt. So glücklich sollten die Hauptwerkstätten über die beiden Exoten nicht gewesen sein. Während sich Yverdon mit neuen Modellen plagen musste, war in Zürich schon bekannt, wie die Züge waren.
Während eine
Hauptwerkstätte
glücklich war, musste sich die andere auf neue Arbeit einstellen. Wer die
Umbauten gelesen hat, der weiss, dass es zwei
Triebwagen waren, die oft in
die Hauptwerkstätte reisen mussten. Am Schluss durch die halbe Schweiz.
Beim neuen Fahrzeug gab es früh erste Probleme. Diese konnten noch durch
das
Depot behoben werden. Jedoch bedeutete das, dass die
Regionalzüge von
der bisher eingesetzten Am 4/4 geführt werden mussten. Es wurde also
dringend ein zweiter Zug benötigt und dieser liess bis in den März 1957
auf sich warten. Damit war das Problem vom Tisch und es lohnt sich, wenn
wir uns nun die eingesetzten Züge genauer ansehen.
Wie im Vorfeld geplant, wurden vier
Leichtstahlwagen aus dem Bestand für
den Verkehr mit
Gleichstrom angepasst. Dazu mussten andere
Heizkörper
eingebaut werden und schon war der Wagen bereit. So kamen die Wagen mit
den Nummern 5302 bis 5305 in den Raum Genève. Dass es sich bei den vier
Wagen um die ältesten Ihres Typs handelte, war zwar nicht optimal, aber
durchdacht. Die Exoten sollten immer am Rand angeordnet werden.
In jedem
Pendelzug wurde einer der vier
Leichtstahlwagen eingereiht. Damit
waren nur zwei Wagen benötigt worden. Mit den anderen beiden Wagen wurde
ein Ersatzzug gestellt. Die beiden Wagen mit einem
Güterwagen der
Bauart K
als Ersatz für das fehlende
Gepäckabteil, blieben daher zusammen in einem
Gleis abgestellt und sie rückten bei Bedarf aus. Wir werden noch erfahren,
dass dieser spezielle Zug keine Standschäden bekommen sollte.
Der Ersatzzug war also von Beginn an geplant. Das war klar, denn der
ausgesprochen knappe Bestand, führte unweigerlich dazu, dass es zu
Ausfällen kam. Dabei standen nicht die Schäden im Vordergrund, sondern der
reguläre Unterhalt, der einen Zug für mehrere Wochen aus dem Verkehr nahm.
Revisionen dauern länger, besonders dann, wenn die
Drehgestelle nicht
ausgewechselt werden konnten. In dem Fall musste der
Ersatzzug
einspringen.
Der zweite Zug war vormittags im
Unterhalt und über-nahm den Verkehr am Nachmittag. Dabei bestand die Ar-beit
ausschliesslich aus
Regionalzügen nach La Plaine. Andere Strecken in der
Schweiz konnten ja wegen dem
Gleichstrom nicht befahren werden.
Das wirkte sich nicht gerade positiv auf die Kilometerleistung aus. Die
Tagesleistung eines Zuges erreichte gerade einmal 180 Kilometer. Im
Vergleich zu anderen
Baureihen war das nur ein Bruchteil. Jedoch muss man
auch sehen, die Fahrzeuge waren sehr speziell und wirklich nur an diese
Strecke gebunden und diese war nicht besonders lang. Da kann man keine
Kilometer abspulen und daher täuschen die tiefen Zahlen etwas.
Mit den kaum erprobten
Triebwagen BFe 4/4 II gab es von Beginn an grosse
Probleme. Dabei bildeten die
Fahrmotoren ein Problem, denn diese erlitten
oft Schäden, weil sie zu heiss wurden. Die Reparatur dauert in dem Fall
länger und so wurden die Umläufe geändert. Wenn das auch nicht mehr
möglich war, ging dann der
Ersatzzug auf die Reise nach La Plaine. Noch
war dazu die
Diesellokomotive
Am 4/4 in der Westschweiz verblieben.
Die Abklärungen ergaben, dass die
Kühlung nicht optimal arbeitete. Fuhr
der Zug los, wurden grosse
Ströme benötigt. bei der anfänglich geringen
Geschwindigkeit reichte die Kühlung nicht. Das war jedoch bekannt und so
wurde die Angelegenheit so ausgelegt, dass bei schneller Fahrt mit
geringen Strömen die Abkühlung erfolgen konnte. An den Einsatz hatte dabei
jedoch niemand gedacht, denn dieser passte schlicht nicht zur Kühlung.
Die Belastung der
Fahrmotoren
war nun auch wieder hoch. Während dem Stillstand war auch die
Ventilation
nicht verfügbar und so wurde nur schlecht gekühlt. Lang konnte das nicht
gut gehen und so verabschiedete sich dann ein Motor. Das Problem war wirklich sehr gross, denn es kam immer wieder vor, dass zwei Züge abgestellt werden mussten. Das Depot Genève konnte dabei auch Arbeiten einer Hauptwerkstätte übernehmen.
Wenn es dann in einer
Nachtschicht nicht gelang ein
Triebwagen wieder flott zu kriegen. Musste
der
Ersatzzug los und das war damit verbunden, dass der
Fahrplan nicht
eingehalten werden konnte. Die
Lokomotive musste umsetzen.
Auch wenn es nicht optimal lief, der
Dienstplan bleib sehr beständig. Der
Grund war, dass man so wirklich mehr als einen halben Tag für die
Reparatur hatte und das
Depot Genève wurde mit den Jahren auch besser. Nur
die vielen
Nachtschichten waren nicht optimal. Die Not liess aber keine
andere Lösung zu und so blieb bis 1966 alles so wie es war. Danach sollte
das Depot etwas entlastet werden und daher erfolgte eine Umstellung.
Wenn wir in jenen Jahren eine Veränderung erwähnen wollen, dann sind dies
sicher die neuen Betriebsnummern, die um eine Stelle erweitert wurden.
Auch aus dem anfänglich noch als BFe 4/4 II bezeichneten
Triebwagen wurde
im Lauf der Jahre der BDe 4/4 II. Davon betroffen waren aber auch andere
Modelle im Bestand, die über ein
Gepäckabteil verfügten. Auf den Einsatz
hatte das aber keine Auswirkungen gehabt.
Dieser wurde wirklich nur
ausgereiht, wenn er in den Unterhalt musste. Der Zug verkehrte dann in
gekürzter Version, denn niemand wollte den
Ersatzzug antasten, denn dieser
musste immer wieder kurzfristig ausrücken und da konnte man nicht noch
einen Wagen suchen.
Ab dem
Fahrplanwechsel 1967 wurden neue
Dienstpläne erstellt. Ein
Triebwagen war der ganze Tag im Einsatz. Mit der zweiten Einheit wurde die
Reserve gestellt, oder aber die immer noch notwendigen Reparaturen
durchgeführt. So hatte man den ganzen Tag einen
Pendelzug im
Depot und der
Zeitdruck war etwas reduziert worden. Die
Nachtschichten waren aber immer
noch erforderlich, denn die Motoren waren immer noch nicht standfest.
Es war klar, dass so kaum ein geordneter Betrieb möglich war. Daher blieb
der Ersatzzug formiert. Dieser wurde nun mit der neuen
Lokomotive
Ae 4/6
III bespannt. Diese konnte die Wagen heizen und das war im Winter wichtig.
Jedoch waren die Wendezeiten damit nicht zu halten, denn diese waren auf
einen
Pendelzug ausgelegt worden. Der Ersatzzug konnte daher den
Fahrplan
nicht mehr einhalten, was nicht gut war.
Auch wenn die
Lokomotive mehr
Leistung hatte und mit dem kurzen Zug
schnell beschleunigen konnte. Der Zeitverlust beim Wechsel der
Fahrrichtung konnte auf dem kurzen Weg nicht mehr eingeholt werden. Hinzu
kam, dass die Lokomotive nicht vom
Steuerwagen aus bedient werden konnte.
So musste eine andere Lösung gefunden werden und die war auch nicht gerade
optimal, denn Fahrzeuge für
Gleichstrom gab es nicht sehr viele.
Jetzt
half die kurze Strecke, denn der Zug kam dank der guten Be-schleunigung nur
wenig verspätet an. Der Wechsel der Fahrrichtung war sogar noch schneller,
als das beim
Triebwagen der Fall war. Wirtschaftlich war das jedoch nicht. So wurden zwei Lokomotiven für drei Wagen benötigt und dabei musste erst noch auf beiden ein Lokführer eingesetzt werden. So richtig funktionieren wollte es einfach nicht.
Oft
kam noch hinzu, dass ausgerechnet die
Lokomotive
Ae 4/6
III nicht mehr
wollte, dann musste die
Rangierlokomotive alleine für die Fahrt sorgen.
Mit geschleppter Lokomotive war das keine einfache Sache.
Als sich dann auch noch die Ae 4/6
III verabschiedete, musste der
Ersatzzug ab sofort mit zwei
Rangierlokomotiven bespannt werden.
Alternativ kam auch eine Bm 4/4 an den Zug. Schneller wurde es nicht und
was das grössere Problem war, in den Wagen wurde es im Winter bitterkalt.
Der Grund war, dass keine der
Lokomotiven über eine
Zugsheizung verfügte.
Es musste eine Lösung her und diese führte zu einem neuen exotischen
Fahrzeug.
Wie vor Jahren sollte ein
Heizwagen mitgeführt werden. Dieser war jedoch
nicht vorhanden und so musste man das Fahrzeug herrichten. Da der
mitgeführte Wagen des
Güterverkehrs immer wieder aus der Reserve bezogen
wurde, stand er nicht zur Verfügung. Jedoch hatte man ja nur zwei
Leichtstahlwagen für die
Pendelzüge, die wurden auch nicht häufiger
ausgereiht, als das bei den anderen so formierten Einheiten der Fall war.
Das
oft mit einem grünen
Speisewagen verwech-selte Fahrzeug, behob des Problem
mit den kalten Wagen im Winter. Auf anderen Strecken eingesetzt werden
konnte er nun aber nicht mehr, aber das galt für alle vier Wagen.
Dieser
Heizwagen stand ab 1977 zur Verfügung und der
Ersatzzug sollte
immer wieder zum Einsatz kommen, die
Baureihe BDe 4/4 II war immer noch
nicht stabil unterwegs. Durch den Verzicht auf die
elektrische
Bremse
besserte sich der Einsatz zwar, aber gut war es immer noch nicht. Das
Problem konnte nur mit mehr Zügen gelöst werden. Diese hatte man nicht und
daher wurde dieser Einsatz so über Jahren gehalten, denn Änderungen gab es
nicht mehr.
Mit zunehmendem Alter konnten die Fahrzeuge nicht mehr den Leuten
zugemutet werden. Die vier
Leichtstahlwagen waren noch vor dem zweiten
Weltkrieg gebaut worden und es waren ab 1990 bald noch die einzigen dieser
Bauart, die planmässig eingesetzt wurden. Es war also klar, es musste ein
Ersatz beschafft werden und das sollte so schnell als möglich erfolgen.
Diesmal wollte man aber die Probleme besser lösen.
So kam es, dass 1992 eine Bestellung für fünf
Triebzüge der
Baureihe Bem
550 erfolgte. Noch wurden sie als Bem 4/6 geführt. Da aber bei der
Auslieferung die neue Bezeichnung eingeführt wurde, bleibe ich bei dieser,
denn es war nun klar, die alten BDe 4/4 II sollten in den nächsten Jahren
verschwinden und damit auch die vier
Leichtstahlwagen. Eine dringend
erforderliche Erneuerung des Bestandes auf dieser Strecke.
Dabei waren
die
Trieb-wagen nicht so alt, aber die
Leichtstahlwagen waren es. Die
Anpassung von
Einheitswagen ging nicht und daher sollte auch das Ende der
Trieb- und
Steuerwagen erfolgen. Doch noch mussten die neuen
Triebzüge
gebaut werden und das sollte ein paar Jahre dauern.
1994 begannen dann die Fahrten zur
Inbetriebsetzung der
Baureihe Bem 550.
Diese musste zwar nicht gross erprobt werden, das sie ja von den TSOL
Zügen angeleitet wurden. Die neue Technik dieser Einheiten machte jedoch
noch Einstellungen erforderlich und daher konnte noch nicht nach
Fahrplan
gefahren werden. Es war aber nur noch eine Frage der Zeit, denn die neuen
Einheiten folgten in kurzer Zeit und sie funktionierten.
Mit der Betriebsübernahme durch die Bem 550 wurden die alten Züge
arbeitslos. Sie wurden daher im Dezember 1994 im Raum Genève abgestellt.
Noch wartete man bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB mit der
Ausrangierung. Ob man den neuen Zügen noch nicht restlos traute, war nicht
klar, aber Einsätze für die BDe 4/4 II und den
Ersatzzug gab es nicht
mehr. Dieser wurde daher aufgelöst und die Wagen abgebrochen.
Das erfolgte mit den Trieb- und
Steuerwagen im Jahren 1995. Im Februar
wurde der erste Zuge dem Schrotthändler übergeben. Der zweite
Pendelzug
sollte noch eine Schonfrist bekommen. Lange dauerte diese auch nicht, denn
im Oktober 1995 war es auch um den zweiten Zug geschehen. Weder von den
Triebwagen, noch von den vier
Leichtstahlwagen und den beiden Steuerwagen
blieb ein Fahrzeug für die Nachwelt erhalten.
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