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Beleuchtung, Steuerung und Bedienung Bem 550 |
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Ein Punkt konnte auch hier nicht geändert werden. Ein Fahrzeug
benötigt ein Netz, das ohne die
Spannung
in der
Fahrleitung
funktionierte. Dieses
Bordnetz
für die
Beleuchtung
und Steuerung wurde hier nach den neusten Punkten aufgebaut. Jedoch blieb
der Punkt bestehen, dass eine eigene Versorgung eingebaut werden musste
und nun können wie die letzten Zweifel ausräumen, denn das Muster war für
Nahverkehre
gebaut worden.
Das hatte direkte Auswirkungen auf die Wahl der
Spann-ung
für die Steuerung. Diese wurde nicht mit den bei den Bahnen üblichen 36
Volt
aufgebaut, sondern die Spannung wurde auf 24 Volt und so auf den Wert der
Busse redu-ziert. Auswirkungen hatte diese Änderung auf die Behälter. Hier konnten nicht die üblichen Behälter benutzt werden. Es kamen daher die genormten Bauweisen der Strasse zur Anwendung. Diese hatten eine Spannung von zwölf Volt und zwei in Reihe geschaltete Behälter ergaben die verlangten Werte von 24 Volt.
Dabei hatten diese
Bleibatterien
eine
Kapazität
von 210 Ah erhalten. Das sorgte dafür, dass nicht lange ohne
Spann-ung
der
Fahrleitung
gearbeitet werden konnte.
Wurde der
Triebzug
mit Hilfe der Steuerung in Betrieb genommen, übernahm der
BUR
die Versorgung der Steuerung und wegen der leicht höheren
Spannung
auch die Ladung der
Batterien.
So konnten die
Bleibatterien
geschont werden und das ging sogar so weit, dass beim Wechsel der
Fahrrichtung eine
Parkstellung
vorhanden war. Mit dieser wurde der remisierte Zug auch abgestellt. Er
wurde «parkiert» und wir haben Begriffe der Strasse.
Diese
Parkstellung
sorgte dafür, dass die
Beleuchtung
des Zuges nicht direkt an der
Batterie
angeschlossen wurde. Lediglich die Lampen für die Anzeigen im
Führerstand
waren beim ausgeschalteten Zug verfügbar. Alle anderen Lampen wurden
jedoch zum Schutz der Batterien anders aufgebaut und daher müssen wir
diesen Punkt etwas genauer ansehen. Dabei war es wichtig, den Verbrauch zu
reduzieren, wenn der Zug ausgeschaltet wurde.
Jetzt waren nur noch wenige Lampen vorhanden. Es wurde also nicht dunkel, aber die Helligkeit war nur noch für den geordneten Ausstieg ausreichend. Lesen ging nicht mehr. Das galt teilweise auch für die Dienstbeleuchtung. Diese wurde mit den damals auf der Strasse verwendeten Halogenlamp verwirklicht.
Auch bei anderen
Baureihen
fand damals dieser Stritt statt. Hier wurden jedoch spezielle eher kleine
Lampen verbaut. Diese reichten aber dank dem vorhandenen
Fernlicht
auch für die Eisenbahn aus. Jedoch war auch hier die Herkunft nicht zu
verleugnen und das galt auch für die Position.
Wenn wir mit den beiden unteren Lampen auf gleicher Höhe beginnen,
erkennen wir das gut. Diese wurden bei den Bahnen über den
Puffern
eingebaut. Hier gab es diese nicht, aber für die Höhe können wir den
Rammbalken nehmen. Die beiden Lampen befanden sich darunter und waren ganz
nach aussen verlegt worden. Die runden Leuchten konnten weisse, aber auch
rote
Signalbilder
zeigen. Eine separate Lampe für rot gab es hier nicht.
Die obere mittlere Lampe wurde verkleinert und über dem
Frontfenster
eingebaut. Dabei kamen hier jedoch zwei Lampen zur Anwendung. Diese hatten
entweder ein weisses, oder ein rotes Glas. Es war daher mit diesen Lampen
möglich, sämtliche in der Schweiz erforderlichen
Signalbilder
zu zeigen. Ein Punkt, den auch die TSOL benötigte und hier nicht so
wichtig war, denn in der Schweiz wurde oft nur das Bild des
Rangierdienstes
gezeigt.
Der
Triebzug
musste auch diese
Signalbilder
zeigen kön-nen. Daher konnten die beiden unteren Lampen auch weiss
blinken. Das war wichtig, da es sich dabei um das
Warnsignal
handelte, das in Frankreich angewendet wur-de. Die Steuerung selber war von der Firma ABB entwickelt worden. Es wurde hier die Lösung MICAS-S2 verwendet. Diese teilte sich in zwei Bereiche auf. Das war ein Fahr-zeugleitgerät (FLG) und ein Antriebsleitgerät (ALG).
Diese Rechner wurden auf dem Prinzip des
Fahrzeug-datenbusses
aufgebaut. Wir sehen uns nun aber die beiden Geräte kurz an, denn diese
hatten nur einen Teil der Steuerung zu übernehmen. Ich beginne mit dem
FLG. Mit dem FLG wurden die vom Lokführer erteilten Befehle behandelt. Es war also das System, das für die Bedienung erforderlich war. Die Umsetzung der Befehle wurden daher vom Fahrzeugrechner übernommen.
Nur so waren die Funktionen der hier verbauten
Umrichtertechnik
auch möglich. Der Lokführer gab die gewünschte Funktion vor und das FLG
steuerte anschliessend das Bauteil so, dass der gewollte Effekt entstand.
Ein wichtiger Teil des FLG war der
Bremsrechner.
Dieser setzte die Befehle für die Verzögerung um. Der Lokführer verlangte
diese und der Rechner übernahm die Aufgabe. So wurde zuerst die
elektrische
Bremse aktiviert und nur wenn diese nicht für die verlangte
Verzögerung ausreichte, wurde auch die direkte
EP-Bremse
dazu genommen. Nur kurz vor dem Stillstand wurde rein pneumatisch gebremst
und so ein präziser Halt ermöglicht.
Es war also ein
Führerbremsventil
vorhanden, das jedoch nicht so arbeitete, wie dies gewohnt war. Eine
Lösung, die zum Beispiel auch bei der
Baureihe
Re 450 der Schweizerischen
Bundesbahnen SBB an-gewendet wurde. Mit dem ALG wurden die korrekten Reglungen des Antriebes vorgenommen. Hier war aber auch die von der Steuerung her bekannte Überwachung ange-ordnet worden.
Diese war wegen der verbauten Technik so kompli-ziert geworden,
dass es dem Personal auf dem Zug nicht mehr möglich war, jeden Bereich
korrekt zu behandeln. Damit das jedoch möglich war, wurde ein
Diagnosesystem
eingebaut, das mit einer
Ent-pannungstaste
versehen war.
Die Störung konnte vom Lokführer also nur mit der
Entpannungstaste
behoben werden. Wurde diese betätigt, nahm das ALG die Schaltungen vor.
Bestanden im Betrieb deswegen Beschränkungen wurde das mit einer einfachen
Anzeige gelöst. Für die genaue Diagnose war aber kein
Bildschirm
vorhanden. In diesem Fall musste ein tragbarer Computer angeschlossen
werden. Mit dem entsprechenden Programm waren die Daten auslesbar.
Neben diesen Funktionen übernahm der
Fahrzeugrechner
auch die Aufgaben der Überwachung des
Lokomotivpersonals.
Um die Verfügbarkeit des Lokführers, der alleine arbeitete zu überwachen,
war eine
Sicherheitssteuerung
verbaut worden. Bei dieser handelte es sich um die Lösung Asega. Diese
arbeitete mit dem Schnell- und dem
Langsamgang.
Es gab in diesem Punkt keinen Unterschied zu den anderen
Baureihen
in der Schweiz.
Die
Zugsicherung
war daher nach den Normen der SNCF aufgebaut worden und dabei kamen zwei
Systeme zur Anwendung. Die Lösung «Krokodil» entsprach dabei der Lösung
nach
Integra-Signum. Ebenfalls eingebaut worden war das in Frankreich verwendete System KVB. Dieses war eine weitere Entwicklung. Mit diesem System konnten auch Bremskurven überwacht werden. Eine Lösung, die mit dem in der Schweiz verwendeten System ZUB 121 vergleichbar war.
Jedoch waren die Systeme der SNCF nicht mit den bei den
Schweizerischen Bundesbahnen SBB ver-wendeten Systemen kompatibel. Das war
aber schon bei der Reihe BDe 4/4 II so.
Die
Triebzüge
der
Baureihe
Bem 550 waren auch mit einer
Vielfachsteuerung
versehen worden. Die dazu erforderlichen Signale wurden über den
Zug-datenbus
und die
automatische Kupplung
auf das nächste Fahrzeug übertragen. Dabei war das System so ausgelegt
worden, dass bis zu drei Einheiten gekuppelt werden konnten. Das war
ebenfalls von der TSOL übernommen worden. Hier war jedoch betrieblich nur
eine
Doppeltraktion
vorhanden.
Wegen der
Vielfachsteuerung
mussten die Züge selber noch mehr von der Steuerung überwacht werden. Dazu
war hier ein Schleuder- und
Gleitschutz
nach den Regeln der Schweiz aufgebaut worden. Das System passte die
Bremskraft
dabei automatisch der vorhandenen
Adhäsion
an. Bei der Beschleunigung wurde einfach die
Zugkraft
reduziert. Eine Lösung mit einem
Bremsklotz
zur Reinigung der
Laufflächen
war jedoch nicht vorhanden.
Der Lokführer konnte sich aber auf einem zweitgemässen
Führerstuhl
setzen. Der Beine fanden in einer Nische platz. Dort war auch das
Pedal
für die
Sicherheits-steuerung
der
Triebzüge
vorhanden und es wurde nach unten gedrückt. Der Führertisch selber war vereinfacht aufgebaut worden und hier war nun die Herkunft nicht mehr zu verleugnen, denn der Zug wurde schlicht im Stil einer Strassenbahn betrieben.
Die Anzeigen vor dem Lokführer waren tief angeordnet worden und
bestanden aus Tasten und analogen Anzeigen. Diese gaben Hinweise über den
Schaltzustand und auch über die verbauten Türen. Dabei wurden alle Türen
ange-zeigt.
Für die Bedienung und damit für den Aufbau der Zug- und
Bremskraft
war auf der rechten Seite ein
Fahrschalter
und ein
Wendeschalter
verbaut worden. Wurde der Fahrschalter nach vorne geschoben, ging das nur,
wenn die Fahrrichtung eingestellt war. In dem Fall baute der
Triebzug
die
Zugkraft
auf und deren Höhe war von der Stellung des Hebels abhängig. Je weiter
nach vorne geschoben wurde, desto mehr Zugkraft war verfügbar.
Bei einer
Bremsung
wurde der Griff einfach nach hinten gezogen. Die Steuerung baute nun die
Bremskraft
auf. Welche
Bremse
dabei verwendet wurde, konnte der Lokführer nicht beeinflussen. Dies
regelte die Steuerung und diese sorgte auch dafür, dass bei
Geschwindigkeiten unter 30 km/h nur noch die
direkte Bremse
wirksam war. So konnte mit dem
Fahrschalter
der
Halteort
sehr genau angefahren werden. Im
Rangierdienst
wurde nur pneumatisch gebremst.
Mit diesem konnten also auch die Gespräche mit der Leuten in der
Schweiz vorgenommen werden. Ein Punkt, der besonders wichtig war, wenn der
Zug im
Bahnhof
von Genève Cornavin ins
Depot
überstellt werden musste. Auf der befahrenen Strecke war jedoch nur der Funk der SNCF vorhanden. Daher wurde das Gerät so aufgebaut, dass auch die analogen Frequenzen für Frankreich vorhanden waren. Der Funk war also in zwei Ländern vorhanden.
Die Steuerung war jedoch so aufgebaut worden, dass das Gerät immer
mit den Lösungen der SNCF aufgestartet wurde. Die Lös-ungen der Schweiz
waren daher nur noch im Hintergrund vor-handen. Wir können daher feststellen, bei diesen Triebzügen wurde die Bedienung sehr einfach aufgebaut und viele Aufgaben wurden durch Rechner übernommen.
Damals war das noch eine recht neue Technik, jedoch sollte sich
dieser Aufbau auch in Zukunft durchsetzen. Der Grund war die Technik mit
dem
Stromrichter,
denn dieser verlangte ein
Dia-gnosesystem
und damit einen Rechner, daher wurden auch die anderen Funktion so gelöst.
Auf einen eigenen Abschnitt mit den Änderungen und Umbauten können
wir jedoch verzichten. Die
Triebzüge
entstanden aus bereits vorhandenen Modellen und wurde nicht gross
verändert. Daher war die Technik erprobt, was den Aufwand verringerte und
so kam es zu keinen grossen Umbauten. Das war auch wegen der kurzen
Einsatzzeit so, doch damit stellt sich auch gleich die Frage nach dem
Betriebseinsatz der Strecke mit
Gleichstrom.
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