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Bauteile der Druckluftbremse |
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Druckluftbremsen benötigen bestimmte Bauteile. Diese sind zum Teil auch
bei der Vakuumbremse vorhanden. Jedoch gehen wir auf diese teilweise nicht
mehr weiter ein, denn die Bauteile waren oft nur mit einer anderen
Funktionsweise versehen worden. Auf einige Bauteile konnte sogar
verzichtet werden. Es erwartet uns ein spannendes und umfangreiches
Kapitel, denn die Vielzahl der Bauteile kann gross sein und es gab sogar
Varianten.
Wichtig ist, dass diese Leitungen eine Verbindung der Bauteile bilden. Spe-zielle Absperrhähne werden hier nicht erwähnt werden. Es
gibt wichtigere Bauteile, die wir ansehen müssen. So stellt sich die
Fra-ge, wie mit
Druckluft
eine mechani-sche Bewegung erzeugt wird. Zudem haben wir bei der automa-tischen Bremse erfahren, dass bei die-ser eine Bremsung erfolgt, wenn der Luftdruck gesenkt wird.
Damit eine Kraft erzeugt werden kann, müssen Bauteile aus dem Druckabfall
eine Erhöhung machen. Hier sind wir aber bei den Unterschieden zur
Vakuumbremse, denn die
Ventile
müssen die Umwandlung nicht vornehmen. Später erfahren wir, wie das genau
geht, denn wir wollen ja alles wissen.
Alle diese Bereich können wir vergessen, wenn die
Druckluft
gar nicht in das System kommt. Wir können getrost annehmen, dass das
Lokomotivpersonal
dazu nicht einfach in die Leitung pusten muss. Bremsen benötigten genaue
Kräfte, die nur mit ebenso genauen
Luftdrücken
erzeugt werden. Ohne jemanden verunglimpfen zu wollen, die Lungen der
Lokführer reichen dazu nicht aus. Auch wenn diese nicht rauchen, oder
Krank sind, es reicht nicht.
Die Versorgung der
Druckluftbremsen erfolgt ab dem Systemen für
Druckluft.
Um diese zu schalten, wird ein Bremsventilhahn verbaut. Dieser wird oft
auch als BV-Hahn bezeichnet und dabei handelt es sich einfach nur um einen
Schalter für Druckluft und der hier vorhandene
Luftdruck
hängt vom System der
Lokomotive ab.
Wie der Name aber schon vermittelt, der Hahn, ist für ein Bremsventil
gedacht.
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Oft
werden schlicht alle
Ventile,
die bei einer Bremse vorhanden sind als Bremsventil bezeichnet. Fachlich
korrekt wird mit dem Bremsventil aber das Bauteil bezeichnet, das die
Druckluftbremsen versorgt. Die Aufgabe kann dabei je nach verbauter Bremse
sehr unterschiedlich beschaffen sein. Jedoch ist bei allen Ventilen ein
Punkt wichtig, denn die müssen die von der Bremse vorgesehenen Drücke
erzeugen können.
Auch wenn andere
Bauarten
verwendet werden, das
Ventil
der Vakuumbremse macht genau das gleiche, wie jenes der Hauptleitung, denn
es verbindet die Leitung schlicht nur mit der Aussenluft. Die Strömung ist
dabei einfach anders. Bevor Sie nun reklamieren. Sämtliche auf der Welt ent-wickelten Bremsventile kann ich hier nicht vorstellen. Das würde dazu führen, dass der Umfang leicht gesprengt würde.
Zudem besteht natürlich immer die Gefahr, dass eine Lösung, die von 100
Jahren bei der kleinsten Bahn von einen kleinen Land vergessen ging. Die
hier vorgestellten Bremsventile sind nur eine Auswahl der Modelle, die in
der Schweiz verbaut wurden.
Regulierbremsventil:
Ich beginne mit der einfachsten Lösung für ein Bremsventil. Es ist das
Regulierbremsventil aus dem Hause Westinghouse. Es wird mit einem
Handrad
bedient und dabei wird bei dieser Ausführung der Druck in der Leitung
erhöht, wenn dieses im Uhrzeigersinn verdreht wird. Damit wird es nun
erstmals kompliziert, denn nicht alle Leute wissen mit der Angabe, wie das
Ventil
verdreht wird.
Sofern Sie der Generation angehören, die nicht
mehr wissen, wie eine analoge Uhr aussieht ist es schwer den Uhrzeigersinn
zu verstehen. Mit dem Wort wird umschrieben, wie sich die Zeiger auf
dieser Uhr bewegen. Um das zu verstehen, müssen wir zuerst einen
Kreis
zeichnen. An dessen oberen Rand malen wir einen Strich. Wenn Sie nun mit
dem Stift nach rechts davon abweichen, erfolgt das im Uhrzeigersinn.
Abstufungen sind nicht vorhanden und maximal ist mit diesem Bremsventil
ein
Luftdruck
in der Leitung von 3.5
bar
möglich und davon gibt es wirklich keine Ab-weichungen, denn dieser Wert
ist durch Westinghouse festgelegt worden. Rangierbremsventil: Das Rangierbremsventil RD 1 löste auf den Lokomotiven und Triebwagen der Schweiz das Regu-lierbremsventil von Westinghouse ab. Das Ventil wurde von der Firma Oerlikon Bremsen entwickelt. Es
ist auch für die direkte Bremse vorgesehen worden. Je-doch ergaben sich
damit eine andere Bedienung und auch andere Drücke. Daher müssen wir das
Ventil
etwas ge-nauer unter die Lupe nehmen. Bedient wird das Rangierbremsventil mit einem Hebel. Auch hier erfolgt der Anstieg des Luftdruckes durch verdrehen des Griff gegen den Uhrzeigersinn.
Ebenso wenig ist eine Abstufung vorhanden. Soweit entspricht das
Ventil
jenem von Westinghouse, jedoch ist es mit dem Rangierbremsventil möglich
einen maximalen Druck von 3.9
bar
in der Leitung zu erzeugen. Wir haben damit eine Steigerung bei der
Bremskraft erhalten.
Andere hier nicht weiter vorgestellte Bremsventile für die direkte Bremse
arbeiten nach dem gleichen Prinzip. Die Unterschiede bestehen nur in der
Bedienung und das wird sich mit den Modellen für die automatische Bremse
nicht ändern. Die direkte Bremse ist daher im Aufbau sehr einfach, sie
kann jedoch nie als Sicherheitsbremse genommen werden, denn die von den
Ventilen
gelieferte Luft kann ohne Wirkung entweichen.
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Mit
dem Führerbremsventil kommen wir zu einem Bereich, der einigen das Herz
höher schlagen lässt. So lange wir bei einem Bremsventil sind und dieses
nicht mit «mein Bremsventil» ansprechen, ist die Welt in Ordnung. Benannt
wurde dieses zu einer Zeit, wo es niemanden störte, wenn man den Lokführer
einfach zu Führer abkürzte. Noch wusste man nicht, dass damit der Titel
eines Monsters entstand.
Wieso wir diese selber ansehen, ist klar, denn im Lauf der Jahre wurde die
Westinghousebremse der Anfangs-zeit immer wichtiger und das soll doch
gewürdigt werden. Hier gab es im Lauf der Jahre immer neue Lösungen. Westinghouse W4: Beginnen will ich die Betrachtung der Führerbremsven-tile mit dem W4 von Westinghouse. Es war schlicht das erste in der Schweiz verwendete Ventil. Damit
kam bereits eine verbesserte Version nach Europa. Dabei hatte dieses
Ventil
bereits einige Punkte, die wir ansehen müssen. Es werden nun Begriffe
kommen, die später noch näher betrachtet werden, denn jedes Ventil bot
bestimmte Werte an.
Mit dieser Lösung sprach man von einem ungeregelten Ventil, auch wenn das nicht bei allen so zu verstehen sein wird. Den Grund werden wir in der nächsten Stellung bei diesem Bremsventil kennen lernen. Bei der Stellung «Fahren» wurde der Wert in der Hauptleitung auf den Druck von fünf bar gehalten. Es war mit dieser Stellung möglich die Bremsen zu lösen, jedoch dauerte das deutlich länger.
In
der Leitung war nun der Regeldruck vorhanden und dieser wurde gehalten.
Damit war eine Regelung vorhanden, jedoch auch nur hier, denn es war
schlicht die einzige Stellung, die es erlaubte den
Luftdruck
aufrecht zu halten. Um mit dem W4 eine Bremsung einzuleiten, musste dieses in die Stellung «Bremsen» verbracht werden. Das Führerbremsventil verband nun die Hauptleitung mit der Umwelt. Bei der Druckluftbremse wurde die Luft abgelassen.
Bei
der Vakuumbremse jedoch in die Leitung gelassen. Das erfolgt so lange bis
die Leitung entleert wurde, oder mit dem Bremsventil eine andere Stellung
gewählt wurde. Diese wurde mit «Abschluss» bezeichnet.
Genau diese Stellung «Abschluss» ist nun der Grund, warum hier von einem
nicht geregelten
Ventil
gesprochen wurde. Weil die
Verbindung
unterbrochen wurde, wird der eingestellte
Luftdruck
nicht gehalten. Allenfalls vorhandene Verluste werden also nicht mehr
ausge-glichen. Durch diese konnte also die Leitung immer noch komplett
entleert werden. Warum das so wichtig ist, erkennen wir erst bei den
anderen
Ventilen.
Die
letzte Stellung war die «Schnellbremse» und diese war mit einem Anschlag
versehen. Wurde diese eingestellt, wurde die Hauptleitung über eine
grössere Öffnung entleert. Damit kann die schon erwähnte
Durchschlagsgeschwindigkeit erhöht werden. Das ist auch der Grund, warum
dieser Name gewählt wurde. Hier wurde die Leitung schlicht komplett
entleert und auch hier konnte ein Abbruch nur mit der Stellung «Abschluss»
erfolgen.
Daher wurde bei der
Baureihe
Ae 4/6
die Version C eingebaut. Dieses Führerbremsventil verlangte jedoch eine
gänzlich andere Bedienung. Stellen Sie sich vor, die
Pedale
in Ihrem Wagen wären anders positioniert worden. Im Gegensatz zum Modell W4 hatte das Bremsventil der Bauart Knorr fest vorgegebene Bremsstufen. Bei denen waren in der Hauptleitung bestimmte Drücke vorhanden. Diese
wurden auch gehalten, wenn es in der Leitung Verluste aus-zugleichen gab.
Geblieben war jedoch die Stellung «Fahren», die ebenfalls den
Luftdruck
auf fünf
bar
begrenzte und diesen halten konnte. Soweit war das
Ventil
nun geregelt. Bei diesem Ventil war jedoch im Bediengriff eine Klinke vorhanden. Daher wurde das Führerbremsventil Knorr C oft auch als Klinken-ventil bezeichnet.
Diese Klinke war dazu vorgesehen, in der Hauptleitung einen Füll-stoss zu
erzeugen. Benötigt wurde dieser um die Bremsen eines Zuges vor den Einsatz
korrekt zu füllen und der Füllstoss war begrenzt worden. Damit haben wir
hier ein geregeltes
Ventil
er-halten. Nachteil des Klinkenventils war aber gerade die Klinke. Wurde diese gedrückt, ergab es einen Füllstoss. Das erfolgte unabhängig der Stellung und somit auch, wenn gebremst wurde.
Unerfahrenes Personal war dann froh, wenn mit der Stellung für die
Schnellbremse die Hauptleitung mit einer grossen Bohrung entleert werden
konnte. Wegen diesen Problemen, konnte dieses
Ventil
sich in der Schweiz nicht weiter durchsetzen.
FV3b und FV4a:
Ja es sind zwei unterschiedliche Bremsventile. Jedoch gab es beim Aufbau
der beiden Modelle nur einen geringen Unterschied. Bei der Bedienung waren
sie gleich aufgebaut worden. Sie können zudem optisch kaum unterschieden
werden. Es handelte sich um geregelte
Ventile,
die bei nahezu allen
Triebfahrzeugen
und
Steuerwagen
der Schweizerischen Bundesbahnen SBB eingebaut wurden.
Beim etwas älteren und für kurze Züge gedachte FV3b erfolgte dieser jedoch
nicht und dort kann nur eine Niederdrucküberladung von 5.4
bar
erzeugt werden. Die weiteren Funktionen waren jedoch gleich und das galt auch für die Bedienung. Feine Rastrierungen gaben bestimmte Positionen vor. Dank diesen festgelegten Stellungen waren nun zwei Stufen bei der Vollbremse vorhanden.
Das
ist speziell, denn mit der zweiten Stufe kann bei einer Vollbremse ein
bisher nicht gebremstes Fahrzeug noch geholt werden. Damit waren sowohl
das FV3b, als auch das FV4a sehr gute
Ventile. Wie bei den anderen Lösungen wurde am Endanschlag des gegen den Uhrzeigersinn verdrehten Hebels die Schnellbremse aktiviert. In dem Fall wurde der schnelle Auslass mit einer anderen Bohrung versehen.
Durch diese konnte daher die Luft schneller fliessen. Das ging auch bei
der Vakuumbremse so, auch wenn dort andere
Ventile
mit gleicher Funktion verwendet wurden. Lediglich der Weg der Luft war
leicht anders.
FV 5:
Wenn wir zum Führerbremsventil FV 5 von Oerlikon Bremsen kommen, dann sind
wir beim Modell angelangt, das bei der BLS-Gruppe, beziehungsweise bei der
BLS AG verwendet wird. In vielen Funktion entspricht dieses der Ausführung
nach Westinghouse, jedoch sind die Mängel des Modells W4 eliminiert
worden. Ein Blick auf dieses
Ventil
lohnt sich, denn es kann nicht mit den Lösungen der
Staatsbahnen
verglichen werden
Das
war möglich, weil es sich hier um ein leistungsfähiges Führerbremsventil
handelte, das
Ventil
war mehrlösig und es fand eine Nachspeisung statt. So wurde der
Luftdruck
von fünf
bar
gehalten. Um eine Bremsung auszuführen, muss der Griff gegen den Uhrzeigersinn in die Stellung Bremsen verbracht werden. Damit wurde die Hauptleitung entleert und das erfolgte so lange, bis die Leitung entleert war.
Um
einen bestimmten Druck zu halten, muss der Griff auf die Stellung
«Nachspeisen» verbracht werden. Durch das
Ventil
wird nun der
Luftdruck
in der Hauptleitung ge-halten. Verluste werden nun ergänzt. Die vom Ventil W4 von Westinghouse her bekannte Stellung «Abschluss» war auch hier vorhanden. Jetzt wurde die Nachspeisung unterbrochen und Verluste konnten nicht ergänzt werden.
Der
Vorteil dieses
Ventils
war in erster Linie die zum Modell von Westinghouse passende Bedienung.
Für die Schnellbremse gab es keine Veränderung, denn bei jedem
Führerbremsventil wurde damit eine grosse Bohrung geöffnet. Mit einem Bremsrechner versehene Führerbremsventile unterscheiden sich nur in der Bedienung von den hier vorgestellten Modellen. Sie beeinflussen jedoch nicht mehr direkt die Hauptleitung. Mit
dieser kommen wir nun zu den anderen sehr wichtigen Bauteilen der
Druckluftbremsen und sie werden nur bei der indirekten Bremse nach
Westinghouse benötigt. Wer nun hofft, dass es einfacher wird, der muss
enttäuscht werden. |
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Steuerventil |
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Steuerventile sind bei der automatischen Bremse erforderlich. Sie wandeln
den Druckabfall in der Hauptleitung in einen Druckanstieg für die Bremsung
um. Dabei arbeiten diese
Ventile
mit drei internen
Luftdrücken
und die
Druckluft
für die Bremsung wird einem separaten Druckbehälter entnommen. Wie sich
diese genau verhalten, werden wir später anhand eines Beispiels noch
kennen lernen. Noch sind wir bei den Grundlagen.
Bei den älteren Modellen führt das da-zu, dass die Bremse komplett gelöst wird und das unabhängig vom Luft-druck in der Hauptleitung.
Man
nennt diese Steuerventile daher einlösig. Wenn ich vorher von den älteren
Modellen sprach, dann ist das nicht falsch. Einlösige Steuerventile sind mittler-weile im Betrieb nicht mehr vorhan-den. Jedoch sind sie bei historischen Lokomotiven noch im Einsatz.
Daher muss dieser Unterschied noch erwähnt werden. Wenn es einlösige
Steuerventile gibt, dann sind auch die Modelle vorhanden, die mehrlösig
sind. Bei diesen kann mit einem Anstieg des
Luftdruckes
die Bremskraft verringert werden. Sie lösen erst bei der Lösegrenze
vollständig. Auch wenn das nicht so eine klare Regel ist. Die Steuerventile werden in solche für Lokomotiven und solche Wagen aufgeteilt. Der Grund ist, dass bei den Ventilen für Triebfahrzeuge höhere Drücke für die Bremse verfügbar sind. Diese können mit mehr Kraft bremsen, weil die kinetische Energie wegen den Antrieben höher ist, als bei den Wagen. Mit dem Einsatz von Scheibenbremsen können auch bei Lokomotiven die Modelle der Wagen verbaut werden.
Sämtliche Steuerventile besitzen ein
Beschleunigungsventil. Dieses
Ventil
reagiert auf den Druckabfall in der Hauptleitung und öffnet dadurch. So
kann die Durchschlagsgeschwindigkeit erhöht werden. Mit der Funktion des
hier nun vorgestellten Steuerventils haben diese jedoch nicht viel zu tun,
denn das spezielle Beschleunigungsventil ist nur vorhanden, damit die
Steuerventile schneller auf den Druckabfall reagieren.
Loksteuerventil:
Bei den Loksteuerventilen handelt es sich um Steuerventile, die nur bei
Lokomotiven eingebaut
wurden. Der Grund dafür ist, dass diese einen höheren Druck für die
Bremsen bereitstellen können. Von der grossen Anzahl, die weltweit und in
der Schweiz verwendet werden, werde ich nur zwei Lösungen vorstellen.
Dabei handelt es sich je um ein einlösiges und ein mehrlösiges Modell.
Wenn ich mit dem einlösigen
Ventil
von Westinghouse beginne, dann weil es zu den ersten Ventilen der Schweiz
gehört. Auf den Druckabfall der Hauptleitung wurde das Ventil umgesteuert
und von einem Vorratsbehälter konnte
Druckluft
in die Leitung zu den Bremszylindern strömen. Das folgte so lange, bis die
Drücke in der Kammer ausgeglichen waren. Der abgegebene maximal Luftdruck
für den Bremszylinder lag bei 3.9
bar.
Dazu musste jedoch die Hauptleitung auf 3.5
bar
abgesenkt werden. Erhöhte sich der Druck wieder, steuert das Ventil erneut
um und die Leitung vom Bremszylinder wurde entleert. Gleichzeitig wurde
der Vorratsbehälter wieder mit
Druckluft
gefüllt. Zu den genauen Schritten werden wir später noch kommen, denn noch
haben wir das Steuerventil nicht abgeschlossen, denn es war mit einem
Bremsumschalter versehen worden.
Wenn wir uns nun das LSt-1 ansehen, dann erkennen wir,
dass es sich schon anhand der Bezeichnung als Loksteuerventil
identifizieren lässt. Hier handelt es sich um ein mehrlösiges
Ventil,
das zudem über eine Erhöhung der Bremskraft besitzt. Bei der Funktion
änderte sich zum vorher vorgestellten Steuerventil, dass hier die
Lösestufen nicht zu einer vollständig gelösten Bremse führen. Erst wenn
der Wert von rund 4.7
bar
vorhanden war, löste das Ventil.
Wie
schon beim Modell von Westinghouse kann auch dieses Steuerventil die
Füllzeit der Bremszylinder regeln. Am maximalen
Luftdruck
von 3.9
bar
änderte sich bei tiefen Geschwindigkeiten nichts. Jedoch besass dieses
Ventil
eine Erhöhung der Bremskraft. Diese wurde mit einem elektrischen Signal zu
und wieder abgeschaltet. Welche Werte dabei angewendet wurden, war nicht
vom Steuerventil abhängig, sondern von der Steuerung.
Aktiviert werden konnte diese Erhöhung der Bremskraft jedoch erst, wenn
auch die schnellere Personenzugsbremse angewendet wurde. Waren die
Bedingungen erfüllt, wurde der
Luftdruck
auf 7.2
bar
gesteigert. Damit dieser Wert überhaupt erreicht werden konnte, musste
dieses Steuerventil zusätzlich noch an der
Speiseleitung
angeschlossen werden. Sie sehen, dass hier Signale und zusätzlich
Anschlüsse benötigt wurden.
Wagensteuerventil:
So wie vorher erklärt sich der Name bei diesen Steuerventilen von selber.
Bei den grundlegenden Funktionen änderte sich auch nichts, denn
Wagensteuerventile arbeiten nach dem gleichen Prinzip, einzig die
Luftdrücke,
die zum Bremszylinder geführt werden, sind deutlich tiefer. Da wir mit
diesem
Ventil
die Funktionsweise näher betrachten werden, unterlasse ich hier die
Drücke.
Bei
Wagen spielt die Beladung auch eine wichtige Rolle bei der möglichen
Bremskraft. Gerade bei den
Güter-wagen sind die
Unterschiede sehr gross und daher muss die Bremse auch der Beladung
angepasst werden. Viele Wagensteuerventile verfügen über einen Last-wechsel. Es handelt sich dabei offensichtlich um einen einfachen Griff am Fahrzeug. Mit diesem können die Bremsen über eine spezielles Ventil anhand des Gewichtes des Fahrzeuges eingestellt werden.
Da
die Werte nicht bei allen Wagen gleich sind, werden die Gewichte und das
für die Umstellung erforderliche Umstellgewicht beim Lastwechsel
angeschrieben. Es gibt aber auch Steuerventile, die sind mit einer automatischen Lastabbremsung versehen. Bei diesen Fahrzeugen entspricht die Bremskraft immer dem Gewicht des Fahrzeuges. Jedoch kann das nur bis zu einem bestimmen Gewicht eingehalten werden. Wann dieses erreicht wird, ist bei den Anschriften vermerkt worden. Ein Umstellgewicht ist jedoch nicht mehr vorhanden und das vereinfacht die Einstellung der Bremsen.
Da das übliche Steuerventil später näher
vorgestellt wird, sehen wir uns mit dem Drollshammerventil ein spezielles
Modell an. Dieses
Ventil
kam schon sehr früh nach der Einführung und es war ein mehrlösiges Ventil,
das speziell für
Güterwagen (G-Bremse)
entwickelt worden war. Der grosse Vorteil war aber die spezielle
Lastabbremsung. Diese verhalf letztlich auch zum Durchbruch bei den
Güterzügen auf
Bergbahnen.
Auch wenn man von der Bozic-Bremse spricht, es
handelt sich um ein Bremsventil. Dieses mass der optimalen Lastabbremsung
sehr viel Gewicht ein. Daher wurde der Lastwechsel nicht mehr auf die
Stellungen «Beladen» und «Leer» beschränkt. Bei dem Steuerventil der
Bauart
Bozic waren insgesamt fünf Lasten vorhanden.
Um
diese wirklich verstehen zu können, müssen wir die Tabelle ansehen. Oben
sind die anrechenbare Bremsgewichte. Unten sind die Umstellgewichte
vorhanden. So lange zum Beispiel das Gewicht des Fahrzeuges nicht die 14
Tonnen erreicht, darf nur mit neun Tonnen gerechnet werden. Jedoch driften
wir damit zur Bremsrechnung ab und dieses Problem können wir noch etwas
vor uns her schieben, denn Spass macht das sicher nicht.
Mit der Zweikreisbremse kommen wir zu einem
speziellen Fall. Diese Steuerventile sind bei den Anhängern zu den LKW
verbaut worden. Bei der Eisenbahn kommen sie bei der EP-Bremse zur
Anwendung. Der Grund ist, dass wir hier ein Steuerventil haben, dass die
Behälter nicht nur über die Hauptleitung, sondern auch über die
Speiseleitung
füllt. Damit sind diese schneller wieder auf dem maximalen Druck.
Gerade die Verwendung bei der Strasse zeigt den Vorteil. Diese
Steuerventile sind nicht so schnell erschöpft, wie das bei der normalen
Ausführung der Fall ist. Bei den oft in kurzen Abständen erfolgten
Bremsungen der Strasse ist das besonders wichtig. Den Vorteil nutzt man
bei den Bahnen bei der EP-Bremse, die so auch nicht so schnell erschöpft
ist. Die dazu aber erforderliche zweite Druckluftleitung macht bei den
Bahnen wenig Sinn. |
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Bremszylinder |
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Keine Angst, bei den Bremszylindern wird es nicht mehr so mühsam, wie
vorher. Der Grund dafür ist simpel, denn es gibt nur eine Ausführung. Zwar
können sich diese in der Grösse unterscheiden, aber die Funktion bleibt in
jeden Fall gleich. Unterschiede beim Aufbau ergeben sich nur bei der
Druckluftbremse und der Vakuum Bremse. Dort ist kein Steuerventil
vorhanden, also werden die verschieden Drücke im Bremszylinder erzeugt.
Der
Unterschied zu den Modellen bei der
Dampfma-schine
besteht darin, dass
Druckluft
verwendet wird und diese auch nur auf einer Seite wirkt. Die Luft sorgt
daher nur dafür, dass der
Kolben
so verschoben wird, dass die
Kolbenstange
ausgestossen wird. Wir haben daher ein einfaches Bauteil erhalten, das von Beginn weg so gut war, dass es nicht verändert werden musste. Ausnahme bildet da nur die Drehgestellbremse.
Diese wurde bei den zweiachsigen
Laufdrehgestellen
bei den
Lokomotiven
verbaut. Wegen dem vorhandenen Platz musste dort ein spezieller
Bremszylinder verbaut werden. Dieser hatte zwei
Kolben
und die
Druckluft
strömte dazwischen in den
Zylinder.
In
jedem Fall wurde der
Kolben
im Bremszylinder mit der
Druckluft
ausgestossen. Je höher der
Luftdruck
war, desto grösser war die Kraft, die an das Gestänge abgegeben werden
konnte. Da von den Steuerventilen nur ein bestimmter Luftdruck kam, wurde
die Grösse des Bremszylinders angepasst. Gerade bei umfangreichen
Gestängen ging ein Teil der Kraft darin verloren. Die Abmessungen mussten
daher genau berechnet werden.
Eine im, oder am Bremszylinder eingebaute
einfache
Feder
sorgte dafür, dass der
Kolben
nach dem Wegfall in die ursprüngliche Lage verschoben wurde. Diese Feder
wurde als Rückholfeder bezeichnet und sie war bei jedem Bremszylinder
vorhanden, denn ohne sie wären die Bremsbeläge an der Reibfläche liegen
geblieben. Mehr gibt es zu einem Bremszylinder wirklich nicht zu sagen und
daher habe ich nicht gelogen.
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