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Betriebseinsatz Bem 550 |
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Mit dem ersten ausgelieferten
Triebzug
der
Baureihe
Bem 550 musste eine kurze
Inbetriebsetzung
vorgenommen worden. Bei dieser 1994 durchgeführten Arbeit wurden noch
letzte Einstellungen vorgenommen. Diese konnten nur mit der passenden
Spannung
in der
Fahrleitung
erfolgen und daher verkehrte die Zukunft neben den alten
Triebwagen.
Noch durften die Leute am neuen Zug aber nur die Nase plattdrücken.
Auch
jetzt war nicht viel Zeit vorhanden, denn die
Ab-lösung
war auf den
Fahrplanwechsel
vorgesehen. Das er-folgte sogar noch mit einem grossen Fest, denn nun
sollte alles besser werden. Unterhalten werden sollten die neuen Triebzüge der Reihe Bem 550 im Depot Genève. Dazu wurde dieses sogar noch mit Aufgaben der Hauptwerkstätte betraut. Die langen Fahrten durch die Schweiz sollten daher nicht mehr er-folgen.
Wenn es das
Depot
nicht richten konnte, reiste der
Trieb-zug
nur nach Lausanne und dort in die Werkstätte der TSOL. Aus der Westschweiz
kommen sollten diese neuen Einheiten daher auch nicht mehr.
Der Einsatz blieb bescheiden. Auch wenn jetzt öfters gefahren
wurde, mehr als die Strecke von Genève Cornavin nach La Plaine sollte
nicht gefahren werden. Zu den Stosszeiten wurden zwei Einheiten gekuppelt
und so die
Kapazität
vergrössert. Der fünfte Zug war für den Unterhalt abgestellt worden.
Dieser musste hier ausgeführt werden, auch wenn er längst nicht mehr so
intensiv war, wie bei den BDe 4/4 II, die wirklich nicht funktionierten.
So beständig wie bei den alten Zügen, waren die
Dienstpläne hier jedoch
nicht. Die regionale Politik sah das Problem beim
Endbahnhof in La Plaine.
Auch wenn man das dort nicht gerne hörte, das war Provinz. Daher kam die
Idee auf, dass man die Züge nach Frankreich und dort genauer nach
Bellegarde verlängern könnte. Warum das nicht schon früher gemacht wurde,
kann heute kaum nachvollzogen werden, denn man hatte die
Schnellzüge.
Man wollte sehen, wie gut das Angebot angenommen
wurde und ob man das Konzept umsetzen konnte. Ein grosses Problem waren
auch die in Frankreich geltenden Vorschriften, denn diese konnten von der
Baureihe Bem 550 vorerst nicht eingehalten werden. 2001 erfolgten dann die Anpassungen an den Einsatz in Frankreich. Nun war klar, dass diese Idee gut war und die neuen Verbindungen auf regen Zuspruch stiessen. Ab dem Fahrplanwechsel sollte aus dem Versuch ein dauerhafter Einsatz werden.
Die fünf Zugspaare blieben und so wurden in
dieser Zeit alle Einheiten benötigt, der Bestand war also auch jetzt
äusserst knapp bemessen worden. Der reguläre Unterhalt verschob sich
wieder in die Nacht. Niemand hatte bei der Beschaffung berücksichtigt, dass die neuen Züge mehr Verkehr erzeugen sollten. Man nahm den Einsatz der alten Einheiten als gegeben an.
Nur nutzten damals wirklich nur wenige Leute den Zug. Der
Grund war klar, man konnte nie sicher sein, ob dieser überhaupt kam. Jetzt
war das anders und so stiegen die Zahlen. Die
Doppeltraktion wurde daher
nahezu den ganzen Tag beibehalten, das band also vier Einheiten.
Was anfänglich noch knapp abgedeckt werden konnte, sollte im Jahre 2004 zu
einem grösseren Problem führen. Neu sollten neun Zugspaare bis nach
Bellegarde eingesetzt werden. Das war nun wirklich kaum mehr mit den fünf
Zügen zu stemmen. Mit anderen Worten, es mussten Umläufe gekürzt werden,
was nicht gut war. Mit den
Revision kamen dann erste Ausfälle dazu. Man
hatte schlicht zu wenige Züge im Bestand.
Im Westen der Schweiz hatte
sich also nichts ge-ändert. Diesmal waren es aber nicht die Züge, sondern
die neuen Einsätze, denn die Fahrt nach Bellegarde war länger und daher
musste eine zweite Einheit verwendet werden. Zu den Spitzenzeiten waren
vier Einheiten gebunden und eine bildete die Reserve.
2005 kamen dann erste Ideen auf, dass man die Strecke umstellen könnte.
Würde man diese mit 15 000
Volt und 16.7
Hertz
Wechselstrom versorgen,
könnte auf dem Abschnitt anderes
Rollmaterial eingesetzt werden. Was in
der Schweiz noch gut sein konnte, war für Frankreich ein Problem. Man
hatte zwar
Lokomotiven für dieses
Stromsystem, aber keine davon konnte mit
Gleichstrom eingesetzt werden. Die Umstellung war daher noch keine
Option.
Um die überforderten
Triebzüge Bem 550 zu entlasten mieteten die
Schweizerischen Bundesbahnen SBB bei der SNCF eine
Lokomotive der
Baureihe 25 500. Diese wurde auf die Strecke geschickt und dabei schleppte
sie
Reisezugwagen vom Typ Bpm. Diese hatten eine Ausrüstung für mehrere
Stromsysteme und so ging der Einsatz ohne Probleme. Die
Komposition musste
aber an den
Endbahnhöfen umfahren werden, was Zeit kostete.
Um das Problem zu beheben wurden bei der
Lokomotive Wagen der SNCF
angehängt und so konnte diese Einheit als
Pendelzug verkehren. Die
Baureihe Bem 550 hatte die erhoffte
Ablösung erhalten und diese war nach
den Regeln von Frankreich aufgebaut worden. Daher blieben die kleinen Züge
immer mehr in der Schweiz und endeten daher in La Plaine. Der Betrieb
konnte so zumindest einige Jahre aufrecht gehalten werden.
Damit würde die Linie nach Genève zu einer Insel und das wollte wirklich
niemand, denn die Reihe Bem 550 reichte wirklich nur dank der Hilfe aus
Frankreich für den Ver-kehr, der in den letzten Jahren sehr stark
zugenommen hatte. 2008 prüften die Schweizerischen Bundesbahnen SBB, ob eine Miete eines zweiten Zuges der SNCF sinnvoll wäre. Dieser kam schliesslich und es wurden gleich vier Ein-heiten gemietet.
Zwei davon wurden eingesetzt, ein
Zug bildete die R-eserve und die vierte Einheit befand sich bei der SNCF im
Unterhalt. Die Reihe Bem 550 blieb nur noch in der Schweiz, denn nach
Bellegarde wurden die langen Züge der SNCF eingesetzt.
Immer mehr Züge der SNCF zeigten, dass es mit der Reihe Bem 550 ein
Problem gab. Bei einigen Zügen war die Nachfrage so stark angestiegen,
dass bis zu drei Einheiten gekuppelt verkehren. Zwei Züge machten noch den
Rest, das war nicht ausreichend und die Miete sollte auch nicht von Dauer
sein. Nach wenigen Jahren musste ein Ersatz gesucht werden und der sollte
aus den eigenen Reihen kommen und eine lange Anreise haben.
2009 wurde der Einsatz der
Baureihe
RABe 524 auf der Strecke nach La
Plaine geprüft. Diese Züge waren für den Einsatz nach Italien gebaut
worden und konnten auch mit
Gleichstrom eingesetzt werden. Jedoch hatte
Italien mit 3000
Volt die doppelte
Spannung. Ohne Anpassungen an den Zügen
ging der Einsatz daher nicht so leicht. Die Abklärungen mit dem Hersteller
in Bussnang führten jedoch zu einem Positiven Ergebnis.
Damit war klar,
die besten Tage hatten diese Züge nach wenigen Jahren hinter sich. Damit
stellt sich die Frage, was denn genau passiert war. Die kaum mit Problemen aufwartende Reihe Bem 550 war schlicht zu klein geraten. Besonders in den Spitzenzeiten und bei den Fahrten nach Bellegarde wurden bis zu drei Einheiten benötigt.
Diese fehlten jedoch bei
anderen
Verbindungen und damit muss man sagen, die
Triebzüge sind am
eigenen Erfolg gescheitert. Doch nun zum Ersatz, denn dieser passte
wirklich nicht auf die Strecke und warum das so war zeigt sich schnell. Mit der anstehenden Umstellung waren neue Züge erfor-derlich. Bis zu diesem Zeitpunkt sollten die Bem 550 verwendet werden.
Diese waren einfach nicht
optimal und daher musste etwas gefunden werden, das mehr Platz hatte und
das erst noch etwas flotter unterwegs war, wenn es wirklich viele Leute
auf den
Bahnsteigen hatte. Der
Flirt war ideal, nur die
Spannung mit 1500
Volt gerade einmal halb so hoch, wie in Italien.
Dank einer speziellen Konfiguration konnte die
Baureihe
RABe 524 auch mit
1500
Volt eingesetzt werden. Lediglich bei der verfügbaren
Leistung war
eine spürbare Einbusse vorhanden. Diese war jedoch zu gering, dass man
damit Probleme gehabt hätte. Zudem konnten die Züge nur bis La Plaine
eingesetzt werden, da für Frankreich keine
Zulassung vorhanden war. Diese
war auch nicht zu erlangen und daher blieben die Züge in der Schweiz.
Jedoch waren die Einheiten auch
nicht unbedingt für eine echte
Stadtbahn geeignet. Die Türen passten
nicht, die
Spannung war anders und musste angepasst werden. Bei so vielen
Arbeiten, will man das Fahrzeug am liebsten gratis beziehen. Um der Nachfrage gerecht zu werden, wurden drei Triebzüge der Reihe RABe 524 in den Westen beordert. Die Hauptlast in der Schweiz sollte bei diesen liegen und die Züge nach Bellegarde wurden mit den gemieteten Einheiten der SNCF gefahren.
Die Modelle der Reihe Bem 550 kamen auf schwach
be-legten Kursen zum Einsatz. Meistens bildeten sie aber nur noch die
Reserve, denn die Anzahl
RABe 524 war ausge-sprochen knapp. Besonders dann, wenn einer der noch recht neuen RABe 524 für Arbeiten zum Hersteller reisen musste. Da für die-se kurze Zeit keine Einheit aus dem Tessin hergerichtet wurde, gab es wieder Lücken.
Diese füllten nun die in
Ungnade gefallenen Bem 550, denn noch konnte man auf sie nicht wirklich
verzichten. Da war es eigentlich gar nicht schlecht, dass der Verkauf
nicht erfolgreich war. Ob man wirklich verkaufen wollte?
Ein paar Jahre blieb es bei den Fahrzeugen ruhig. Jedoch konnten bei der
Strecke Bauarbeiten ausgemacht werden. Neue Masten wurden gestellt, neue
Leitungen gezogen und immer wieder kam es wegen den Arbeiten zu
Behinderungen auf der Strecke. Es war klar, die Umstellung auf 25 000
Volt
und 50
Hertz
Wechselstrom war nur noch eine Frage der Zeit. Was dann mit
den Fahrzeugen passieren sollte, wusste niemand so genau.
Die
gemieteten Einheiten wurden wieder an Frankreich abgegeben und die Reihe
RABe 524 reiste wieder in die Heimat und damit in die italienisch
sprechende Schweiz. Im Raum Genève sollten erneut neue Einheiten kommen. Die Reihe Bem 550 war nicht einsetzbar. Daher wurde jetzt etwas intensiver nach einem Käufer für die noch recht neuen Einheiten gesucht. Nach einem Einsatz von 20 Jahren war ein Fahrzeug der Eisenbahn noch nicht reif für das alte Eisen.
Jedoch sollte sich der Verkauf als schwer herausstellen,
denn die Einheiten waren zu speziell gebaut worden. Auch wenn man noch
umbauen konnte, so richtig passen wollte es nie.
Im Jahre 2015 war es dann soweit. Die
Triebzüge der Reihe Bem 550 wurden
wegen der Umstellung ausrangiert und anschliessend abgebrochen. Auch wenn
sie besser waren, die speziellen Einheiten waren dem Ansturm nicht
gewachsen. Bei Zügen, die wirklich ankommen, steigen die Leute gerne ein.
Bei den alten
Triebwagen wusste man ja nie, ob der sein Ziel erreichte. Da
nahm man dann lieber das Auto, auch wenn man im Stau stand.
Mit dem letzten abgebrochenen Bem 550 endete der Sonderfall mit einer
Strecke für
Gleichstrom bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB. Auch
wenn die
Spannung immer noch nicht passte, nun konnte man leistungsfähige
Einheiten aus dem Bestand nehmen. Die neuen Modelle der
Baureihe
RABe 522
konnten mit beiden Systemen für
Wechselstrom
eingesetzt werden. Mit Gleichstrom
in der
Fahrleitung
konnten diese nichts mehr anfangen.
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