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Das erste
Lebenszeichen der neuen
Lokomotive
konnte in Winterthur erkannt werden. Der bei der SLM erbaute mechanische
Teil der Maschine wurde auf die Reise zum jeweiligen Elektriker geschickt.
Der Auftrag wurde von den Schweizerischen Bundesbahnen SBB übernommen.
Dabei war oft auch der mechanische Teil einer neuen Maschine für die
Staatsbahnen
im Zug eingereiht worden. Auch wenn hier noch Dampflokomotiven das sagen
hatten.
Dabei erfolgten die
Auslieferungen jedoch nicht der Reihe nach, denn ein Teil der neuen
Baureihe gelangte nach Oerlikon und der Rest nach Münchenstein. Trotzdem
konnte die SLM alle 14 Exemplare im Jahre 1919 abliefern. Das war keine so
grosse Überraschung, denn der Mechaniker hatte nicht mehr so viel Arbeit,
da in Winterthur kaum mehr komplette
Lokomotiven
gebaut wurden. Die grossen Abnehmer stellten auf elektrische Modelle um.
Es lang nun an den
beiden Elektrikern eine
Lokomotive
zu erstellen. Dabei waren jedoch beide Werke mit den grossen Aufträgen der
Schweizerischen Bundesbahnen SBB gut ausgelastet. Sie müssen wissen, dass
die Bestellung der BLS-Gruppe
genau in dem Moment erfolgte, als die Maschinen an die Schweizerischen
Bundesbahnen SBB geliefert wurden. Das war letztlich auch der Grund, warum
hier zwei Elektriker beteiligt waren.
Das führte auch dazu,
dass sich die Fertigstellung bei beiden Herstellern verzögern sollte. Die
von der neuen BLS-Gruppe
erhoffte pünktliche Auslieferung der bestellten
Lokomotiven
schaffte deshalb keiner der beiden Elektriker. Beide hatten grosse
Bestellungen für den Gotthard und dieser Kunde bestellte etwas eher, daher
hatte er Vorrang, auch wenn dieser erst eine Strecke im Raum Bern nutzen
konnte. Dabei lagen die Vorteile jedoch bei der BBC.
Nicht, dass die MFO
Probleme bei der Fertigung gehabt hätte. Das Werk der BBC in Münchenstein
war einfach grösser und so konnte dort gleichzeitig an einer grösseren
Anzahl von
Lokomotiven
gearbeitet werden. So war es nicht weiter verwunderlich, dass man bei der
BBC die erste fertige Maschine der Reihe Ce 4/6 auf dem Areal ersten Tests
unterziehen konnte. Diese waren nicht so umfangreich, denn es wurde nur
ein Einschaltversuch unternommen.
Die BLS-Gruppe übernahm die Triebfahrzeuge im-mer in Spiez und nicht, wie das oft praktiziert wurde, beim ersten erreichten Bahnhof.
Hier wäre das Bern
gewesen und dort war die neue Maschine jedoch am falschen Ort. Daher
musste der
Bahnhof
von Spiez angefahren werden. Nach den ersten optischen Kontrollen der neuen Lokomotive mit der Betriebsnummer 308 begannen die Arbeiten zur Inbetriebsetzung. Dazu musste das Personal auf dem neuen Arbeitsgerät geschult wer-den.
Dazu waren jedoch nur
wenige Lokführer auser-wählt worden. In den Büros wurde zudem ein
um-fangreiches Testprogramm ausgearbeitet. Die neue
Lokomotive
sollte zeigen, was sie konnte und das noch vor den anderen Modellen. Die Erfahrungen mit der neu als Reihe Be 5/7 be-zeichneten Baureihe veranlassten die BLS-Gruppe dazu, etwas genauer zu kontrollieren.
Das obwohl die
Maschinen dringend benötigt wur-den. Man traute den beiden Herstellern
nicht und daher begannen die ersten Versuche und dazu nutzte man die
Lötschbergstrecke. Wer mit einer
Lokomotive
so grosse Probleme hatte, wie die BLS mit den damals noch als
Fb 5/7
bezeichneten Modellen, wird vorsichtig.
Die Nummer 308 wurde
auf der Strecke zwischen Spiez und Brig erprobt. Die
Lokomotive
für die Nebenlinien
musste auf der
Hauptstrecke
zeigen, was sie konnte. Ein Umstand der zeigt, dass bei
Versuchsfahrten
oft auch Bereiche befahren wurden, für den man die Maschinen nicht
vorgesehen hatte. Da aber auch Ce 4/6 an die BLS gingen, konnte durchaus
angenommen werden, dass die Modelle später auch auf der
Bergstrecke
verkehren würden.
Zudem lag der ganze
Abschnitt in einer Steigung von 27‰. Einen besseren Ort für Anfahrversuche
gab es auf der ganzen Strecke nicht mehr, auch wenn die-se in den
Kurven
wiederholt werden mussten. Hinderlich war nur der Verkehr auf der
einspurigen Strecke. Im Rahmen dieser Versuchsfahrten wurde auch die Normallast der neuen Lokomotive bestimmt. Mit der Ce 4/6 und der Nummer 308 konnte in den Rampen der Bergstrecke ein Zug mit 171.6 Tonnen angezogen und auf 42 km/h beschleunigt werden.
Doch damit lag die
neue
Lokomotive
unter den Vorgaben des
Pflichtenheftes.
Jedoch waren diese auch nicht für 27‰ ausgelegt worden. Doch dort konnten
die verlangten Lasten anhand dieser Werte gefahren werden.
Speziell dabei war
auch die Last. Die Wagen, die das Gewicht darstellten, stammten nicht aus
den Beständen der BLS-Gruppe.
Dort hatte man die notwenigen Reserven schlicht nicht gefunden. Daher
wurden für die Versuche ältere
Reisezugwagen
der Schweizerischen Bundesbahnen SBB genommen. Wir können erkennen, dass
die beiden Gesellschaften durchaus miteinander arbeiten konnten. Ein Punkt
von dem auch die
Staatsbahnen
profitieren konnte.
Jedoch benötigte die
Lokomotive sehr lange, bis sie diese Geschwindigkeit erreicht
hatte. Dabei lag das Problem nicht bei den
Strömen,
die oft überschritten wurden. Der Grund lag beim Personal, das stellte
eine Stufe ein, passte nicht auf und nahm gleich noch eine weitere
Fahrstufe
mit. Bis sich dann der
Stufenschalter
dazu bewegte, auch die Schaltung auszuführen, stiegen die Ströme zu den
Fahrmotoren
zu sehr an.
Da bei jeder Schaltung der Widerstand genutzt wurde, ging der Schwung verloren und das war bei hohen Zug-kräften nicht so optimal.
Daher war klar, die
Lokomotiven
der BBC sollten in Zu-kunft im Raum Bern eingesetzt werden. Dort erwartete
man keine so grossen Probleme. Doch noch fehlte das Ergebnis der MFO. Am 09. Juli 1920, also etwas mehr als einen Monat später, traf die erste Maschine aus Oerlikon in Spiez ein. Auch jetzt wurde das neue Fahrzeug genau unter die Lupe genommen.
Das mit der
Lokomotive
nun anstehende Testprogramm entsprach in allen Belangen der Nummer 308. So
konnte man auch gleich die Unterschiede zwischen den beiden Herstellern
herausfinden. Doch zuerst musste die Nummer 301 zeigen, was sie konnte.
Bei den
Probefahrten
zeigte die
Lokomotive, dass sie durchaus das Programm der Nummer 308
fahren konnte. Dabei stellten die Teilnehmer jedoch fest, dass mit dem
Modell der MFO etwas besser beschleunigt werden konnte. Der hier verbaute
Stufenschalter
war etwas schneller. Das reichte, da so nicht so viel Schwung verloren
ging. Die Maschinen aus Oerlikon sollten deshalb im Oberland ab dem
Depot
Spiez eingesetzt werden.
Jedoch muss hier noch
eingefügt werden, dass die ersten an die Schweizerischen Bundesbahnen SBB
ausgelieferten
Lokomotiven
der neuen Baureihe Ce
6/8 II den gleichen
Stufenschalter
hatten. Lediglich die Bedienung desselben wurde hier geändert. Da auch die
Staatsbahnen
die
Bergstrecke
für Versuche nutzte, war der Stufenschalter keine so grosse Überraschung
für die Leute der BLS-Gruppe.
Auch jetzt profitierte man von den Erfahrungen.
Da nun die
Ablieferung der Serie angefangen hatte, wurden die neu in Spiez
eingetroffenen
Lokomotiven
einer kurzen
Probefahrt
zur Abnahme unterzogen. Dazu sah man auch jetzt die
Bergstrecke
vor. So konnten die Ergebnisse mit den Versuchen bei den ersten beiden
Maschinen verglichen werden. Es war jedoch nur noch eine Kontrolle. Die
Maschinen konnten so den jeweiligen Bahnen übergeben werden, doch das war
ein Problem.
Obwohl die
Lokomotiven
ab Werk mit den Anschriften für die Bahnen ausgeliefert wurden, gehörten
sie der Berner Kantonalbank. Diese wollte, dass das auch an den Maschinen
zu erkennen war. Das insbesondere auch, weil die
Bahngesellschaften
bekanntlich nur Mieter waren. Streitigkeiten, die zu Verzögerungen
führten, auch wenn die Strecken bereits elektrisch hätten befahren werden
können. Es musste eine Lösung gefunden werden.
Die Lösung war klar,
es bleibt bei den bestehenden Anschriften und die
Lokomotive
konnten an die Bahnen übergeben werden. Dabei wurden die Nummern 301 bis
307 im Raum Spiez stationiert. Sie wurden daher an die BLS (301 bis 303),
an die Spiez -Erlenbach - Bahn SEB (304 und 305) und an die Erlenbach –
Zweisimmen - Bahn EZB (306 und 307) verteilt. Das
Depot
für den Kleinunterhalt war jedoch für alle Maschinen in Spiez.
Mit den aus
Münchenstein ausgelieferten Maschinen der Baureihe Ce 4/6 deckte man die
Bahnen im Raum Bern ein. So gingen die Betriebsnummern 308 bis 312 an die
Gürbetalbahn. Die restlichen beiden Nummern aus Münchenstein wurden jedoch
der Bern – Schwarzenburg – Bahn BSB übergeben. Der Kleinunterhalt dieser
Maschinen erfolgte im
Depot
Holligen und somit in der Nähe von Bern. Der Punkt war ideal, weil sich
die beiden Strecken dort trennten.
Das galt natürlich
auch für die neuen Maschinen der Reihe Be 4/6, die an die BN übergeben
werden sollten. Vorerst hiess das Ziel der Fahrt jedoch Spiez, denn auch
jetzt standen
Versuchsfahrten
auf dem Programm. Bei der Zugkraft stand die Maschine den älteren Modellen etwas nach. Das war jedoch wegen den geänderten Getrieben nicht verwunderlich. Die Reihe Be 4/6 wurde eher auf Geschwindigkeit getrimmt. Das merkte man bei der
Zugkraft,
denn bei der
Leistung
und auch beim wich-tigen
Drehmoment
der
Fahrmotoren
gab es keine Anpassungen. Jedoch konnte nun die
Höchstgeschwindigkeit
der Strecke ausgefahren werden. Die Versuche mit den Modellen für die BN waren zwar nicht so intensiv, wie bei der ersten Ce 4/6. Jedoch mussten deutlich mehr Fahrten absolviert werden, als bei den nachfolgenden Maschinen.
Die Reihe Be 4/6
zeigte sich jedoch von der guten Seite und auch sie konnte die definierten
Lasten ohne grosse Probleme beschleunigen. Wobei von Be-schleunigung kann
auch hier nicht gesprochen werden. Die BBC lieferte lahme Enten.
Bei der Zuteilung gab
es bei diesen drei Maschinen keine grossen Überraschungen. Sie wurden
ebenfalls dem gemeinsamen
Depot
in Holligen zugeteilt. Dort hatte man jetzt
Lokomotiven
vom gleichen Hersteller, aber die hatten unterschiedliche Werte. Gut, dass
an den
Stossbalken
die
Bahngesellschaften
angeschrieben wurden. Die
Hauptwerkstätte
für die Baureihe Be 4/6 sollte jedoch ebenfalls in Spiez zu finden sein.
Damit können wir die
Inbetriebsetzung
der neuen Baureihe abschliessen. Zumindest bei den
Versuchsfahrten
konnte keine Mängel gefunden werden. Das war gegenüber der Reihe
Be 5/7 schon ein
grosser Erfolg. Jedoch kann klar gesagt werden, dass die beiden Elektriker
und auch der Mechaniker hier die Hausaufgaben korrekt gelöst hatten. Es
zeigte sich, dass die Erfahrungen mit den Modellen der Schweizerischen
Bundesbahnen SBB hilfreich waren.
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