Umbau zur Baureihe Ce 4/4 |
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Bevor wir die neue Reihe Ce
4/4 genauer ansehen noch ein Hinweis. Die vorher erwähnten Anpassungen bei
den Modellen Ce 4/6 und Be 4/6 wurden natürlich auch hier vorgenommen.
Dabei wurde der Auftrag jedoch erteilt, als sich die
Revisionen anbahnten.
Meistens führte das dazu, dass die erwähnten Punkte schon vorher umgesetzt
wurden. Hier werden diese Bereiche jedoch nicht mehr näher vorgestellt
werden.
Es ergeben sich mehrere Fragen. Diese müssen wir
vorgängig klären. Durch den nun erfolgten Verzicht auf die beiden
Laufachsen, änderten sich auch die
Achslasten. Diese Lasten waren jedoch
seinerzeit wegen dem
Oberbau
der Privatbahnen so tief angesetzt worden.
Jedoch begann die BLS-Gruppe nach 1950 damit, die Anlagen der
Nebenbahnen
zu verstärken. So konnte das Gürbetal ab 1954 mit Fahrzeugen der
Streckenklasse C befahren werden.
Anschliessend konnte auch die BN von den neuen
Achslasten
profitieren. Die anderen Strecken sollten folgen. Eine
Massnahme, die den Einsatz der
Lokomotiven durch die BLS-Gruppe
vereinfachte. Neu konnten auch die Modelle der Reihe
Be 5/7 auf diesen
Strecken verkehren. Selbst auf den Umlad der zu schweren
Güterwagen
konnte
jetzt verzichtet werden. Kurze Lokomotiven kamen jedoch den
Platzverhältnissen in den
Bahnhöfen zu Gute.
Im Gürbetal tauchten immer
wieder
Lokomotiven der Lötschbergbahn auf. Zudem konnte die unbeliebte
Ce 6/6
auf die BN verschoben werden. Die Reihen Ce 4/6 und Be 4/6 waren damit
eigentlich überflüssig geworden. Insbesondere auch, weil der
Personenverkehr auf den
Nebenbahnen längst von
Triebzügen übernommen
worden war. Im
Güterverkehr waren jedoch höhere
Achslasten ein grosser
Vorteil bei der Umsetzung der
Zugkraft.
Im Vordergrund stand jedoch
die Verkürzung der
Lokomotiven. Jedoch hatten damals die
Laufachsen auch
die Aufgabe, das Fahrzeug im
Gleis zu stabilisieren. die neueren Maschinen
mit
Drehgestellen
zeigten, dass man mit geeigneten Lösungen wie
Diese hatten eine
unterschiedliche Anzahl der
Fahrstufen und das konnte nicht verändert
werden. Um auch in dem Punkt eine Bereinigung zu erhalten, war alles
geklärt. Die Maschinen mit den Nummern 301 bis 307 sollten nicht umgebaut werden. Sie durchliefen daher eine normale Hauptrevision R3. Die Modelle der BBC sollten jedoch zu Ce 4/4 umgebaut werden.
Das betraf sowohl die Reihe Ce 4/6, als auch die drei Be
4/6 der BN. Die bisher vorhandenen Unterschiede zwi-schen den Modellen
sollten verschwinden. Es gab in der Folge nur noch die Reihen Ce 4/6 der
MFO und Ce 4/4 der BBC.
Jedoch müssen wir die Nummern
der für den Umbau vorgesehenen Maschinen etwas genauer ansehen. Diese
behielten die bisherigen Nummern von 308 bis 317. Wobei die Maschinen mit
den Nummern 308 und 309 die Position wechselten. Der Tausch wurde
vollzogen, weil die Maschine mit der Nummer 309 als
Prototyp für den Umbau
vorgesehen war. So befand sich bei der neuen Serie Ce 4/4 das Muster am
Anfang der Nummern.
Bei der so entstandenen
Baureihe Ce 4/4 sollte die
Höchstgeschwindigkeit
auf 65 km/h ausgelegt
werden. Aus den bisherigen Be 4/6 wurden daher keine Be 4/4, sondern ganz
normale Ce 4/4. Die vorher erwähnten Verstärkungen wurden hier nicht für
eine höhere Geschwindigkeit genutzt, sondern für eine längere Lebensdauer,
denn die Ce 4/4 sollte im
Güterverkehr eingesetzt werden und da ging es
oft sehr gemütlich zu und her.
So einfach wie man meinen könnte, war das je-doch nicht, denn
mit diesen Veränderungen musste nahezu das ganze System für
Druckluft
umgebaut werden. Bisher befand sich in den
Vorbauten der
Kompressor und
auf den konnte man nicht verzich-ten. Die umfangreichsten Arbeiten erfolgten am Lauf-werk. Dieses wurde im Rahmen einer Hauptrevi-sion komplett zerlegt.
Da nun aber mit dem Umbau ein komplett neues
Fahrwerk entstehen
sollte, sehen wir uns dieses etwas genauer an. Dabei können wir uns
vorgängig von den beiden
Adamsachsen verabschieden, denn diese wurden dem
Schrotthändler übergeben und fanden keine weitere Verwendung mehr. Die Ce
4/4 besass bekanntlich nur
Triebachsen.
Der bisherige Rahmen
des
Drehgestells
musste gekürzt und gleichzeitig verstärkt werden. Durch
die Kürzung konnten auch der bisherige
Stossbalken
und die
Schienenräumer
nicht mehr verwendet werden. Gerade bei den Schienenräumern war schnell
klar, dass diese durch
Bahnräumer
ersetzt würden.
Bleibt nur die Verstärkung, denn nach dem Umbau sollten im Rahmen
höhere Kräfte übertragen werden, als das bei der Reihe Ce 4/6 der Fall
war.
Diese Arbeiten wurden jedoch
nur beim Muster mit der Nummer 309 durch die
Hauptwerkstätte vorgenommen.
Bei den restlichen umgebauten Maschinen wurde auch der alte
Rahmen der
Drehgestelle
zusammen mit der
Laufachse dem Schrotthändler übergeben.
Die BLS-Gruppe liess sich bei den anderen neun Maschinen von der SLM in
Winterthur neue geschweisste Rahmen liefern. Eine Lösung, die jedoch sehr
selten der Fall ist.
Aufgebaut wurden diese nach den
Vorgaben der
UIC. Mittig wurde deshalb ein gefederter
Zughaken eingebaut.
Dieser konnte sich neu auch seitlich ver-schieben und so die
Zugkräfte der
Kupplung besser einleiten. Bei den Stossvorrichtungen wurden die bisherigen Stangenpuffer entfernt und dem Schrott zugeführt. Neu sollten die kräftigeren Hülsenpuffer verwendet werden, da sie besser zum modernen Bahnbetrieb passten.
Dabei wurden am neuen
Stossbalken
schlicht die neu-en
Puffer montiert, die weiterhin zwei unterschied-liche
Pufferteller erhalten hatten. Eine Massnahme, die zudem den neuen Vorgaben
der
UIC entsprach und es keine Beschränkungen gab.
Wer sich vorher bei der
Vorstellung der Umbauten gefragt hatte, warum nur bei den Modellen der MFO
die neuen
Puffer montiert wurden, hat hier die Antwort, denn die Maschinen
nach dem Muster der BBC bekamen diese
Hülsenpuffer während des Umbaus in Ce 4/4.
Jedoch gab es bei den neuen
Drehgestellen einen weiteren Unterschied zu
den belassenen Maschinen und der fand sich unter der
Lokomotive auf der
anderen Seite des Rahmens.
Wurde bisher die
Zugkraft
über die
Drehzapfen
und den Kasten übertragen, änderte man dies bei der neuen Baureihe. Der
Grund lag beim Verzicht auf die
Laufachsen. Damit die Laufruhe weiterhin
gegeben war, musste die beiden Drehgestelle mit einer
Kurzkupplung
verbunden werden. Damit können wir aber die Länge bestimmen und die wurde
nun mit 12 340 mm angegeben. Ein Wert, der jedoch immer noch höher war,
als der Kasten der
Lokomotive.
Doch damit kommen wir zu den eingebauten
Ach-sen
und
diese wurden nicht verändert. Das galt auch für die bisher verwendeten
Gleitlager, denn diese funktionierten gut. Um das Fahrwerk zu schützen, wurde unter dem Stossbalken ein neuer Bahnräumer montiert. Dieser war senkrecht und hatte nur am unteren Rand eine vorstehende Nase erhalten.
Seitlich wurde der nur leicht gepfählte
Bahnräumer noch stark abgewinkelt.
Gerade hier zeigte sich, wie wenig Platz noch vorhanden war, denn auch so
befand sich das Blech nahezu bei der
Triebachse. Der
Berner Raum
verhinderte vorstehende Bahn-räumer. Die Drehgestelle wurden mit den bisherigen Dreh-zapfen unter dem Kasten montiert. Da nun aber die Laufachse zur Stabilisierung fehlte, musste das Fahrverhalten mit anderen Massnahmen verbessert werden.
Dazu wurden neu mechanische
Zur Erinnerung sei erwähnt,
dass bei der Baureihe Ce 4/6 in den
Vorbauten die beiden
Kompressoren
eingebaut worden waren. Auch die Luftbehälter befanden sich in dem
Bereich, der nun entfernt wurde. In der Folge musste die Versorgung der
Lokomotive mit
Druckluft komplett neu aufgebaut werden. Den dazu
erforderlichen Platz gab es nur im Kasten. Daher mussten auch dort
Anpassungen vorgenommen werden, die wir später ansehen.
Ein Vorteil bei der Vorhaltung von Ersatzteilen, denn
ge-rade ein
Kompressor war gross und er hatte ein stattliches Gewicht. Sie
sehen, dass auch auf die Ersatzteile geachtet wurde. Auch die Luftbehälter und das Steuerventil für die automa-tische Bremse wurden neu im Maschinenraum platziert. Eine Anpassung beim erwähnten Steuerventil der Bauart Westinghouse gab es jedoch nicht. Die pneumatischen Bremsen wurden daher nicht verän-dert. Jedoch montierte man an Stelle der Bremsklötze neue Sohlenhalter und zusätzliche Bremssohlen.
Damit konnte die
Bremskraft
leicht erhöht werden, was bei der Baureihe Ce 4/4 zu einem besseren
Bremsver-hältnis führte.
Bleiben eigentlich nur noch
die Anpassungen beim Kasten. Die bisher auf der Seite des Lokführer nur
verschlossene
Einstiegstüre wurde jetzt entfernt. Ein um die
Front
geführter Handlauf erlaubte es, die
Frontscheiben
von Hand zu reinigen.
Das galt auch für den Wechsel der
Glühbirne bei der oberen Lampe. Diese
waren nicht neu und wurden vom Spender übernommen. Es erfolgte daher
wirklich nur ein Umbau des
Laufwerkes.
Auch die
Kühlung der
verbauten elektrischen Komponenten wurde verändert. Schon früher wurde die
Kühlung der
Transformatoren
verändert und daher auf einer Seite ein
grosser Bereich mit Jalousien versehen. Diese wurde nicht mehr verändert,
denn nun ging es um die Kühlung der
Fahrmotoren. Diese sollte auch
verbessert werden und daher wurden weitere
Lüftungsgitter erforderlich.
Diese gab es auf beiden Seiten des Kastens.
Zudem besass dieses Gitter neu auch
Filtermatten, so dass
die
Kühlluft
der Motoren besser gereinigt werden konnte. Damit verschwand
jedoch auf dieser Seite ein weiteres Fenster. Ein identisches Lüftungsgitter gab es neu auch auf der anderen Seite. Daher verschwand auch dort ein Fenster. Damit es trotzdem noch etwas Seitenwand gab, wurden die bisherigen Gitter verschlossen.
Die
Kühlung des
Maschinenraumes mit
den verbliebenen Fenstern geregelt werden konn-te. Eine Massnahme, die zu
einer etwas geringeren Verschmutzung des Innenraumes sorgen sollte, denn
das war ein Problem der Ce 4/6. Die restlichen Arbeiten am Kasten umfassten nur noch kleinere Arbeiten, so wurden zum Beispiel die Fahrzeugnummern an der Front tiefer montiert, weil es den Platz gab und so die Nummer besser erkannt wurde.
Auch ein neuer Anstrich war erforderlich.
Wobei hier vermutlich die letzten Vorräte bei der grünen Farbe nicht mehr
vorhanden waren. Alle Maschinen der Baureihe Ce 4/4 ver-kehrten mit dem
bisherigen braunen Anstrich.
Im Bereich der elektrischen
Ausrüstung gab es gegenüber der Baureihe Ce 4/6 keine grossen
Veränderungen. Jedoch wurde auf dem Dach ein neuer
Stromabnehmer
mon-tiert.
Dieser war etwas leichter und man gewann so alte Modelle für die anderen
Baureihen. Die Reihe Ce 4/4 konnte daher auf viele Ersatzteile der
Lokomotive Ae 4/4 zurückgreifen. Ein Umbau, der klar die Handschrift einer
Hauptwerkstätte trug, denn dort nahm man, was vorhanden war.
Nachdem wir nun zwei
Laufachsen entfernten und neue Bauteile verbauten, wird es Zeit, wenn wir
die
Lokomotive auf die Waage stellen. So erhöhte sich die
Achslast auf 15
Tonnen. Die Baureihe Ce 4/4 war somit 60 Tonnen schwer und speckte deshalb
zehn Tonnen ab. Da jedoch die gleiche Anzahl der gebremsten
Achsen
vorhanden war, erreichten die Maschinen ein deutlich besseres
Bremsverhältnis, was sich auf den
Bremsweg positiv auswirkte.
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