Umbauten und Änderungen |
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Man konnte bei Ablieferung der Baureihe Ce 4/6 gut erkennen, dass
die Erbauer aus den Fehlern bei der Reihe
Be 5/7 gelernt hatten.
So wurden bei diesen
Lokomotiven die
Triebstangen
schon von Beginn an aus einem massiven Gussteil hergestellt. Dies obwohl
die Maschine für
Nebenbahnen
eine viel geringere
Leistung
hatte. Das führte aber automatisch dazu, dass die Baureihe eigentlich ganz
gut funktionierte und es daher anfänglich kaum zu grösseren Änderungen
kam.
Die neue
Zugsheizung
hatte eine
Leistung
von 200 kVA erhalten und sie konnte nur elektrisch betrieben werden. Auch
wenn die Bahnen frisch auf diese Technik umgestellt wurden, verzichtete
man auf den Einbau einer
Dampfheizung.
Auch die entsprechenden Leitungen waren hier nicht mehr vorhanden. Es
mussten daher die
Reisezugwagen
entsprechend umgebaut werden, denn nur so konnten sie geheizt werden.
Mit
Spannung
versorgt wurde die elektrische
Zugsheizung
ab
Anzapfungen
am
Transformator.
Wobei es sich effektiv um drei Anschlüsse mit unterschiedlichen Werten
handelte. Diese besassen Spannungen von 800, 1000 und 1200
Volt.
Die bei der Reihe
Be 5/7 noch verwendete
Spannung von 300 Volt wurde bereits nicht mehr verwendet, so dass sie hier
nicht angeboten wurde. Der Grund waren die neuen durch die
UIC
festgelegten Werte.
Um bei den Anschlüssen diese
Spannungen
anbieten zu können, mussten diese
Anzapfungen
jeweils mit einem eigenen
Heizhüpfer
versehen werden. Diese Schalter wurden elektropneumatisch geschaltet, so
dass auch hier
Druckluft
benötigt wurde. Welcher
Hüpfer
letztlich benutzt wurde, konnte über die Steuerung der
Lokomotive eingestellt werden. Dazu war im
Maschinenraum
ein einfacher Umschalter mit den Werten vorhanden.
In der nun gemeinsamen Leitung wurde der bezogene
Strom
gemessen. Wurde der verfügbare Wert überschritten, sorgte die Steuerung
dafür, dass der
Hauptschalter
geöffnet und damit die
Lokomotive ausgeschaltet wurde. Eine weitere Aufbereitung der
Spannung
für die
Zugsheizung
fand jedoch nicht mehr statt, so dass die Leitung zu den beiden
Stossbalken
geführt werden konnte. Auf der Lokomotive gab es daher keine Nutzer.
Dabei befand sich unter dem rechten
Puffer
die dort montierten Steckdosen. Auf der linken Seite des
Stossbalkens
montierte man jedoch ein
Heizkabel. Mit den Lokomotiven aus dem Hause BBC hatte man jedoch schon früh Probleme im Unterhalt bekom-men. Dabei betrafen diese Schwierigkeiten die Transformatoren. Durch die Ventilation wurde der Ölkühler mit Schmutz verstopft.
In der Folge stieg die Temperatur des
Kühlmittels
auf einen kritischen Wert an. Wurde das Problem rechtzeitig erkannt,
konnte die Maschine dem Unterhalt zugeführt werden. Dort musste der Kühler
gereinigt werden.
Bei den Maschinen, die aus dem Hause MFO geliefert wurden, bestand
das Problem jedoch nicht. Daher sollte der Unterhalt vereinfacht werden.
In der Folge wurden die Modelle der BBC umgebaut. Die in neuen Gehäusen
eingebauten
Transformatoren
wurden mit einer natürlichen
Kühlung
versehen. Um den Effekt zu verbessern wurden die
Lüftungsgitter
anders angeordnet. So erhielten diese
Lokomotiven auf Kosten eines Fensters in einer Seitenwand
grosse Jalousien.
Nach diesen ersten Korrekturen, kam für kurze Zeit etwas Ruhe in
die Baureihe. Jedoch stand nach wenigen Jahren der Umbau der
Zugsheizung
an. Die Bahnen in Europa konnten sich auf eine
Spannung
einigen. Aus diesem Grund blieb der Umschalter dauerhaft auf 1000
Volt
eingestellt. Mit den Jahren wurde er entfernt und die
Hüpfer
der anderen Spannungen ausgebaut. Zu einem grossen Umbau führte dies
jedoch nicht.
Eine weitere Vereinfachung der bisher kaum veränderten
Lokomotive brachten die 1943 eingeführten
Wippen
mit doppelten
Schleifleisten
bei den
Stromabnehmern.
In der Folge konnten die so ausgerüsteten Maschinen mit einem gehobenen
Stromabnehmer verkehren. An der Stelle der Schweizerischen Bundesbahnen
SBB entschied man sich bei der BLS-Gruppe
gleichzeitig zur Einführung der
Schleifstücke
aus
Kohle.
So sollte der Verschleiss an der
Fahrleitung
verringert werden.
In der Folge wurde mit den
Lokomotiven normalerweise immer mit dem gleichen
Stromabnehmer
gefahren, ein Wechsel des Modells kam nur selten vor. Der zweite Bügel
wurde nur noch als Reserve verwendet. Als die BLS-Gruppe
jedoch zusätzliche Stromabnehmer benötigte, war es um die Reserven auf der
Baureihe Ce 4/6 geschehen. Man begann damit, den zweiten Stromabnehmer
ersatzlos zu entfernen und diese bei anderen Baureihen einzubauen.
Dabei wurden diese mit dem
Bremsgestänge
der benachbarten
Achse
verbunden und erhielten daher keinen eigenen
Bremszylinder.
Die Kraft, die auf die
Bremse
wirkte, konnte jedoch besser verteilt wer-den. Als Erinnerung sei erwähnt, dass die Reihe Be 4/6 bei der Auslieferung mit einem höheren Druck in den Bremszylindern versehen wurde. Das führte oft da-zu, dass bei einer kräftigen Bremsung die Trieb-achsen blockierten.
Um keine Schäden zu bekommen, musste die
Bremskraft
gemildert werden. Das führte dazu, dass die
Bremswege
nicht mehr eingehalten werden konnten. Mit den zusätzlichen
Bremsklötzen
konnte die Kraft besser verteilt werden. Da der maximale Druck im Bremszylinder nun auf 3.9 bar reduziert werden konnte, entsprach die pneu-matische Bremse den anderen Maschinen. Jedoch besassen in der Folge die drei Lokomotiven der Rei-he Be 4/6 gebremste Laufachsen.
Eine Lösung, die in der Schweiz ausgesprochen sel-ten angewendet
werden sollte, denn einzelne
Lauf-achsen
besassen keine
Bremsen.
Mit Ausnahme der drei hier erwähnten Maschinen der BN.
Kaum waren die letzten Anpassungen ausgeführt worden, ging es an
den grossen Umbau. Nach einem Einsatz von 25 Jahren kamen die
Lokomotiven zudem in die
Hauptrevision
R3.
Der dabei erteilte Auftrag zum Umbau war einfach, die Probleme sollten
verschwinden und die Maschine zudem weiter vereinfacht werden. Daher
packte man an allen Stellen an. Ich beginne die Aufzählung mit den
Schritten bei der Vorstellung der Lokomotive.
Im Bereich des Kastens wurden die Türen in der Ecke verschlossen.
Damit wurde jedoch auch die
Verbindung
zu den Wagen unterbrochen. In der Folge wurden die Geländer beim
Vorbau
entfernt und das
Übergangsblech
demontiert. Der Optik bekam diese Massnahme gar nicht, aber es wurde nicht
benötigter
Ballast
entfernt, denn die Durchgänge wurden seit Jahren nicht mehr benutzt und
daher konnte auf diesen Teil verzichtet werden.
Gerade bei Schnee wurde dieser im Bereich zur
Laufachse gesammelt und so gepresst, dass Eis
entstand. Das konnte schnell zu Problemen mit dem Laufverhalten führen. Es
musste eine verbesserte Lösung verbaut werden.
Bei den neu übernommenen
Lokomotiven der Baureihe
Ae 4/4 wurden an deren Stellen neue
Bahnräumer
montiert. Die Erfahrungen bei der Reihe
Ae 6/8 bewegten die Fach-leute
bei der BLS-Gruppe.
In der Folge begann man auch die Reihen Ce 4/6 und Be 4/6 mit solchen
Bahnräumern zu versehen. In der Folge sollten die Probleme mit dem Schnee
nicht mehr auftreten. Eine Anpassung, die sicherlich sinnvoll zu sein
schien.
Auch beim Anstrich war man bei der BLS-Gruppe
sehr flexibel. So bekamen die
Lokomotiven, deren Bemalung so schlecht war, dass sie neu
lackiert werden mussten, einen neuen grünen Anstrich verpasst. Man behielt
alles bei den Lokomotiven wie es war, wechselte jedoch die braune mit der
grünen Farbe. Man kann behaupten, dass man wohl einen Restposten grüner
Farbe hatte. Die letzten Maschinen verliessen die
Hauptwerkstätte
wieder mit dem gewohnten braunen Farbkleid.
Grundsätzlich umgebaut wurde jedoch die elektrische Ausrüstung im
Bereich des Traktionsstromkreises. Dabei wurde der
Ölhauptschalter
entfernt. An seine Stelle trat jedoch kein neues Modell, denn es wurde nur
eine
Dachsicherung
verbaut. Die installierte
Leistung
schien dafür ausreichend gering zu sein. Um die
Lokomotive nun auszuschalten, musste einfach der
Stromabnehmer
gesenkt werden. Dabei entstand dort jedoch ein
Lichtbogen.
Durch den Weg, den die
Kontakte beim
Flachbahnstufenschalter zurücklegen mussten, bekam dieser
eine gewisse Trägheit und somit verlor die
Lokomotive buchstäblich den
Schwung. Sprang dann noch die Kette des Kettenwerks über, war die Störung
per-fekt. Auch bei den Modellen der MFO war man mit dem Stufenschalter nicht zufrieden. Auch er war nicht besonders schnell, auch wenn er die Modelle der BBC schlug.
Daher sollten alle
Lokomotiven eine einheitliche Lösung
bekom-men und diese sollte von der Société Anonym des Ateliers de Sécheron
SAAS geliefert werden. Daher erhielten die Maschinen neu eine sehr
schnelle
Hüpfersteuerung, die sich bei anderen Baureihen bewährte.
Diese
Hüpfersteuerung
machte aus den langsamen BBC-Lokomotiven
schnelle Sprinter, da die
Hüpfer nahezu ohne Zeitverzögerung arbeiten
konnten. Da jedoch auch damit keine Schaltung ohne kurzen Unterbruch
möglich war, wurden zu den Hüpfern noch
Drosselspulen eingebaut. So
entstand der gewünschte Effekt, jedoch blieb die unterschiedliche Anzahl
bei den
Fahrstufen gegenüber den Modellen der MFO erhalten.
Durch einen einfachen Umbau konnte die
Leistung der
Fahrmotoren
der
Baureihe Ce 4/6 um 20% gesteigert werden. Dadurch konnte die
Höchstgeschwindigkeit
dieser Maschinen auf 75 km/h und somit auf den Wert
der Reihe Be 4/6 angehoben werden. Eine neue Bezeichnung wurde jedoch
nicht eingeführt. Es blieben daher Ce 4/6, auch wenn sie nun mit höheren
Geschwindigkeiten verkehren konnte. Auch den Zusatz 75 liess man bei der
BLS-Gruppe weg.
Eine Tatsache,
die aber nicht lange bestehen bleiben sollte, denn während dem Umbau wurde
noch eine wei-tere Änderung verfügt. Diese veränderten die betroffenen
Lokomotiven so stark, dass wir diese Arbeiten nachher ansehen. In Folge der Tatsache, dass die Türe auf die bisherige Plattform verschlossen wurde, musste auch die Beleucht-ung angepasst werden. Dies betraf jedoch nur die obere Lampe, da jene über den Puffern vom Boden aus erreicht werden konnten.
So wurde oben eine zusätzliche Lampe mit einem
roten Licht verwendet. Die
Lokomotiven konnten so immer noch alle aktuell
gültigen
Signalbilder zeigen, denn oben wurde keine andere Farbe benötigt. Wegen der neuen Hüpfersteuerung musste auch deren Regelung geändert werden. Die umgebauten Lokomotiven erhielten auf dem Führertisch den von anderen Baureihen gewohnten Steuerkontroller.
Eine Veränderung, die jedoch
bei den Modellen der MFO nicht so grosse Auswirkungen hatte, wie bei den
in Münchenstein gebauten
Lokomotiven. Jedoch waren nun alle Maschinen der
beiden Baureihen gleich ausgerüstet worden.
Auch wenn wir annehmen können, dass der Umbau durchdacht war, gab es
schnell neue Lösungen. Die neu verbaute
Dachsicherung bewährte sich im
Betrieb jedoch nicht besonders gut. Daher wurden die Maschinen im Jahre
1952 wieder zum nächsten Umbau aufgeboten. Die
Sicherung sollte jetzt
wieder durch einen neuen
Hauptschalter ersetzt werden. So konnten die
Schleifleisten
geschont werden, da eine verbesserte Ausschaltung möglich
war.
Sein bestechender Vorteil war aber,
dass er die Fähigkeit hatte auch
Kurzschlüsse
jederzeit sicher und ohne
selber Schaden zu nehmen abschalten konnte. Es sollte das standardisierte
Modell verwendet werden. 1959 erfolgte dann die letzte Veränderung, die sämtliche Lokomotiven betraf. Die Aufhebung der Regulierbremse, hatte auch auf die BLS-Gruppe ihre Auswirkungen. Die Bremsleitungen der Maschinen wurden nicht mehr benötigt und entfernt.
Die Leitung verschloss man und im
Führerstand
musste das
Regulierbrems-ventil
einem Rangierbremsventil weichen. Schon war
aus einer
Regulierbrem-se
eine gewöhnliche
Rangierbremse
entstanden. Bei der Modernisierung der Baureihe unterliess man es bei den Modellen der MFO die Puffer zu ersetzten. Das rächte sich nun, weil für die Stangenpuffer durch die UIC neue Beschränkungen verfügt wurden.
Daher
mussten bei diesen Maschinen neue
Hülsenpuffer
eingebaut werden. Ein
Umbau, der jedoch in einem
Depot
ausgeführt werden konnte. Somit war auch
dieses Merkmal zur Unterscheidung weggefallen und die Baureihe war nahezu
gleich.
Damit können wir die Umbauten und Änderungen der Baureihen Ce 4/6 und Be
4/6 abschliessen. Es kann gesagt werden, dass es im weiteren Verlauf des
Einsatzes immer wieder leichte Anpassungen gab. Doch bei einem Teil der
Lokomotiven sollten diese Anpassungen dazu führen, dass sich die Maschinen
deutlich veränderten. Daher sollten wir uns nun auch der neuen Baureihe Ce
4/4 zuwenden, denn diese entstand aus den hier vorgestellten Modellen.
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