Betriebseinsatz Teil 1 |
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Es zeigte sich schnell, dass
die neuen
Lokomotiven die vom Betrieb an sie gestellten Anforderungen
vollauf erfüllten. Die Maschinen machten sich sowohl vor den leichten
Güterzügen, als auch vor den
Reisezügen
auf den
Nebenlinien nützlich.
Dabei deckten die neuen Lokomotiven mit Ausnahme der BLS selber, sämtliche
Dienste. Die meisten Dampflokomotiven der BLS-Gruppe verloren ihre Arbeit.
Man behielt noch die grossen Exemplare.
Die kurze
Lokomotive erzeugte dabei immer wieder
Geräusche, die an ein Mahlwerk erinnerten. Zudem ging es wirklich
ausgesprochen gemütlich zur Sache. Gerade die im Raum Bern eingesetzten
Maschinen kam kaum vom Fleck, daher kamen die Übernamen schnell.
So bekamen diese Maschinen
vom Personal sehr bald recht hübsche Über-namen, wie «Dekretsmühle» oder
«Voralpenschnüffler». Dabei war ins-besondere der erste Begriff nicht nur
gut gemeint. Die Maschinen verhielten sich oft, wie eine Kaffeemühle und
wirkten deshalb eher ruppig. Besonders bei den Modellen aus dem Hause BBC
war das besonders gut zu erkennen. Die Bockten bei den
Fahrstufen immer
wieder kräftig.
Wer zu optimistisch ans Werk
ging, erlebte sein Wunder und der
Hauptschalter sorgte dafür, dass man
wieder auf Start musste. Klappte es und der Lokführer hatte genug Geduld,
knallte es im
Maschinenraum. Die Kette für den
Antrieb sprang immer wieder
mal über. Damit stimmten die Kontakte nicht mehr optimal. In der Folge kam
es zum Knall. Der
Heizer versuchte dann wieder die Ketten zu richten und
so die Fahrt zu retten.
Nicht gerecht wurde der
Begriff «Voralpenschnüffler» den Maschinen bei der BLS. Diese wurden nicht
nur auf der geplanten Strecke zwischen Spiez und Bönigen eingesetzt. Daher
gelangten die
Lokomotiven
immer wieder auf die
Bergstrecke. Diese befand
sich bekanntlich mitten in den Alpen. Wobei die Modelle der MFO etwas
besser funktionierten, da deren
Stufenschalter nicht ganz so gemächlich am
Arbeiten war.
Die beiden Schweizerinnen trugen dort die Num-mern
2023 und 2024. Ein Export, der jedoch ausser in den Unterlagen der BBC in
der Schweiz nicht dokumentiert wurde.
Ein weiteres Zeugnis für die
geleistete Arbeit waren die drei 1924 mit geänderten
Getrieben gelieferten
Lokomotiven
der Baureihe Be 4/6. Diese für die Linie von Bern nach
Neuenburg bestimmten Maschinen waren etwas schneller dafür nicht mehr ganz
so zugkräftig. Diese beiden Sprinter wurden geändert, weil auf der BN
bereits damals höhere Geschwindigkeiten gefahren wurden, denn schliesslich
musste eine
Schnellzugslokomotive des Kalibers
Ea 3/6 ersetzt werden.
Da jedoch die
Fahrleitung
auf
der Strecke bei der Auslieferung noch nicht fertig montiert war, wurden
die drei
Lokomotiven
anfänglich nicht gekauft, sondern ebenfalls nur
gemietet. Mit anderen Worten noch gehörten alle Maschinen der Berner
Kantonalbank und daher achteten diese wachsam auf die Bahnen und den
Umgang mit diesen Lokomotiven. Eine für die beteiligten Gesellschaften
sehr ungemütliche Situation.
Erst ab 1928 änderte sich die
Situation. Die Maschinen gingen endlich an die Bahnen und daher konnten
die ersten Mängel behoben werden. Diese bestanden aus der Tatsache, dass
im Winter die Wagen nicht mehr geheizt werden konnten. Da diese
mittlerweile auch mit elektrischen
Heizungen
versehen waren, mussten auch
die eingesetzten
Triebfahrzeuge entsprechend angepasst werden. Doch damit
kommen wir zu den neuen
Dienstplänen.
Bei der Lötschbergbahn setzte
man die drei Maschinen vor leichten Zügen auf dem ganzen Netz ein. So
konnten auf der
Bergstrecke die
Lokomotiven
der Baureihe Be 5/7 etwas
entlastet werden. Nachteilig wirkte sich das auf die Strecke zwischen
Spiez und Bönigen aus, denn dort waren immer wieder Dampflokomotiven unter
der neuen
Fahrleitung
im Einsatz. Wegen den beiden
Brücken in Interlaken
konnten die Lokomotiven nicht freizügig verkehren.
Mit den restlichen Maschinen
im Raum Spiez wurden sämtliche Züge im Simmental übernommen. Dabei kam es
hier jedoch dazu, dass Modelle der EZB und der SEB oft durchgehend
verkehrten. So gelangten auch die
Lokomotiven
der oberen Sektion
regelmässig ins
Depot nach Spiez. Spannend waren jedoch die damals auf der
Strecke noch zahlreichen
Güterzüge, denn mit diesen wurde die Maschinen
stark gefordert und das nicht nur wegen der Last.
Das verursachte jedoch auch eine grosse Wärme, so dass
das
Lokomotivpersonal angehalten wurde, die
Ventilation dauernd laufen zu
lassen. Nicht gerade praktisch, wenn die Befehle mit optischen und
akustischen Signalen erteilt wurden. Im Gürbetal bot sich die gleiche Situation, wie im Simmental. Auch hier rangierte die mit dem Güterzug beschäftigte Lokomotive. Dabei brachte der Stufenschalter das Personal doch an den Rand der Verzweiflung.
So ging sehr viel Zeit
verloren und kaum ein
Güterzug erreichte sein Ziel pünktlich. Wobei da
natürlich die einspurige Strecke auch noch etwas zu melden hatte. Daher
überrascht es nicht, dass sarkastische Übernamen entstanden. Was im Gürbetal, oder auf der Strecke nach Schwarzenburg nicht optimal war, entpuppte sich auf der BN zu einem grösseren Problem.
Wer den
Rangierdienst
absolviert hatte, musste
an-schliessend auf der einspurigen Strecke schnell eine hohe
Geschwindigkeit erreichen. Zumindest wenn es nach dem
Lokomotivpersonal ging.
Die Maschine, beziehungsweise deren
Stufenschalter sah das freilich ganz
anders und nahm es gemütlich.
So war man gerade auf der BN
nicht immer glücklich über die trägen Maschinen. Das war selbst für die
Berner zu langsam. Bei den alten Dampflokomotiven ging dies doch deutlich
schneller. Als dann noch die erste Maschine aus dem Hause BBC mit einem
defekten
Transformator in der
Hauptwerkstätte Spiez erschien, glaubte man
an einen Fehler beim eingesetzten Personal. Erneut wurde eine Weisung zur
Bedienung der
Ventilation erlassen.
Als sich jedoch nach kurzer
Zeit eine weitere Maschine mit dem gleichen Defekt in Spiez angemeldet
hatte, wurde untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass der hier
verwendete
Ölkühler sehr stark verschmutzt war. So konnte das warme
Öl
nicht ausreichend gekühlt werden. In der Folge stieg im
Transformator die
Wärme an. Wer nicht rechtzeitig den Riegel schob, erlebte sein Wunder mit
einem
Kurzschluss, dann war Schicht im Schacht.
Die nächste Weisung erging
daher an das Personal der
Depots, denn nun mussten diese
Ölkühler
regelmässig gereinigt werden. Natürlich ging das nur, mit einer kleinen
Zerlegung im
Maschinenraum. Eine schwere und schmutzige Arbeit, die oft an
die niederen Ränge abgeschoben wurde. Wie oft geflucht wurde, ist nicht
bekannt. Bekannt ist hingegen, dass dadurch der Unterhalt ausgesprochen
teuer war und das waren unnötige Kosten.
Fiel eine
Lokomotive aus und musste in den Unterhalt, hatte man
oft noch eine auf Reserve. Wenn auch die nicht mehr verfügbar war, wurde
ein Modell der BLS entsandt. Mit anderen Worten, eine schnelle MFO kam in
den Raum Bern, was die Probleme verstärkte. Gerade die grossen Reserven wirkten sich negativ auf den Einsatz aus. So erreichten die täglichen Laufleistungen im Schnitt zwischen 151 und 177 Kilometer. Das war wenig und wurde eigentlich nur durch die Maschinen auf der BN unterboten.
Mit
anderen Worten, mit Ausnahme der BLS hatte man zu viele
Lokomotiven im
Bestand. Der Grund lag darin, dass noch jede
Nebenbahn ihre eigene Reserve
hatte und sich der Verkehr nicht entwickeln konnte.
Auch wenn sich eine
Lokomotive mit einer anderen Maschine anlegte, kam es nicht zu den grossen
Engpässen. Auch wenn sie hier nicht erwähnt sind, die Reihe Ce 4/6, aber
auch die Be 4/6 war immer wieder in Streitigkeiten verwickelt. Die Schäden
konnten zumindest anfänglich durch die
Hauptwerkstätte gerichtet werden.
Die Lücken füllten Modelle der anderen Bahnen schnell wieder auf. So
konnten doch noch alle eingesetzt werden.
Als auf der Lötschbergbahn
die ersten Maschinen der Reihe Be 6/8
in Betrieb genommen wurden,
entschärfte sich dort der Bestand etwas. Die alten
Be 5/7 konnten jetzt
auch die leichteren Züge auf der
Bergstrecke übernehmen. Die dort bisher
eingesetzten Ce 4/6 kamen nun endgültig auf die Strecke zwischen Spiez und
Bönigen. Damals war der
Oberbau der Strecke für die schweren Modelle
schlicht noch zu schwach.
Sie müssen sich die Situation
in Spiez damals in etwa so vorstellen: Die Lokomotiven
Be 5/7 oder
Be 6/8
kam mit dem
Schnellzug von Bern an und fuhren weiter nach Brig. Die
Reisenden nach dem Simmental und in Richtung Interlaken mussten auf die
mit Ce 4/6 bespannten Anschlusszüge umsteigen. Gerade in Richtung
Interlaken kam nur diese Baureihe über die
Brücken der Aare, denn diese
war gerade stark genug für die Ce 4/6.
Die
Schnellzüge gehörten
eigentlich nur auf der BN zum
Dienstplan. Dazu hatte man ja die Be 4/6
beschafft. Nur konnte man bei dem
Stufenschalter nicht von einem schnellen
Zug sprechen. Der Vorteil dabei war eigentlich nur, dass bei diesen Zügen
nicht so oft beschleunigt werden musste. Dennoch ging es auf der BN sehr
gemütlich zur Sache. Damit abfinden konnte sich das Personal nur schwer,
denn man wollte ja ankommen.
Als das Abkommen mit den
Schweizerischen Bundesbahnen SBB zu Stande kam, wurden die
Brücken in
Interlaken so verstärkt, dass nun mit den Baureihen Ae 3/6 I und
Ae 4/7
der
Staatsbahnen nach Interlaken Ost gefahren werden konnte. Das Bödeli
wurde von einem CFe 2/6
Triebwagen abgedeckt. So blieb den Ce 4/6 der BLS
eigentlich nur noch Regional- und
Güterzüge. Mit anderen Worten, keine
Änderungen im
Dienstplan.
Meistens wurden sie dann noch von einer aus Spiez zugeführten Ce
4/6 der BLS unterstützt. Auch sonst kam es immer wieder zu Ausflügen
innerhalb der BLS-Gruppe. Meistens aber blieben die BBC- und die
MFO-Maschinen auch räumlich getrennt. Der Beginn des zweiten Weltkrieges hatte auf die Bahnen keinen so grossen Einfluss mehr. Zwar gingen die Lasten zurück, aber es mussten auch keine Kohlen beschafft werden.
Mit anderen Worten, an der Auslastung der Baureihe Ce 4/6 änderte
sich nicht viel. Es sei denn, man war bei der BLS, denn dort nahm der
Güterverkehr
auf der
Bergstrecke zu. So halfen die Ce 4/6 wieder vor
leich-ten Zügen auch dort wieder vermehrt aus.
Die finanziellen Probleme der
kleinen Bahnen wurden während dem Krieg nicht besser. Gerade die Bahnen im
Simmental hatten grosse Probleme. Das führte im Jahr 1942 zu einer Fusion.
Aus der SEB und EZB sollte so die neue Gesellschaft Spiez – Erlenbach –
Zweisimmen SEZ werden. Auf die
Lokomotiven hatte das nur zur Folge, dass
die Anschriften am
Stossbalken entfernt wurden. Den neuen Besitzer brachte
jedoch niemand mehr an.
Weil das Beispiel erfolgreich
zu sein schien, begannen auch im Raum Bern die entsprechenden Gespräche.
Diesmal war es die Bahn durch das Gürbetal und die Gesellschaft mit der
Strecke nach Schwarzenburg. Gerade die BSB war finanziell nicht auf Rosen
gebettet. Daher kam die Fusion zur Gürbetal – Bern – Schwarzenburg GBS
gerade richtig. Weitere
Lokomotiven verloren somit die Anschriften an den
Stossbalken.
Man konnte die
Lokomotiven
der SEZ und der GBS jedoch immer noch unterscheiden. Gerade die
Kühlung
des
Transformators war bei den Maschinen der BBC ein grosses Problem. Der
Unterhalt des
Ölkühlers verschlang grosse Summen, die bei den Modellen der
MFO nicht anfielen. Es musste eine Lösung gefunden werden. Daher wurden
die Maschinen der BBC erstmals zum Umbau in die
Hauptwerkstätte abgerufen.
Noch blieben aber die
Stufenschalter, die immer wieder für Störungen
sorgten. Besonders dann, wenn die Kette sich wieder verstellte. Das
Personal wusste aber, wie gerichtet werden muss. Als 1943 die GBS entstand, begann bei der BLS-Gruppe dem grossen Umbau der ersten Maschinen. Dabei entfernte man den zweiten Stromabnehmer und die Anschrift am Stossbalken wurde ebenfalls gestrichen.
Das nun fehlende Geländer gefiel dem
Rangierpersonal nicht. Die fehlenden Anschriften der Betriebsleitung, denn
nun musste auf die Nummern geachtet wer-den. Wobei das auch bisher kaum
gemacht wurde. An den Einsätzen der Maschinen änderte sich jedoch nichts. Sie waren nun zwar dank der neuen Hüpfersteuerung etwas spurtfreudiger geworden, aber die Triebwagen schlagen konnten die alten Lokomotiven immer noch nicht.
Damit waren
jedoch auch noch die letzten
Reisezüge
aus dem
Dienstplan gestrichen
worden.
Schnellzüge gab es auf den Nebenbahnen schlicht keine. Nur jene
auf der Strecke nach Interlaken, aber da waren Modelle der
Staatsbahnen
vorgespannt.
So war klar, die Baureihe Ce
4/6 wurde zu reinen
Lokomotiven für den
Güter-verkehr. Doch dort konnten
die Maschinen immer wieder sehr stark ausgelastet werden, denn auf
gewissen Strecken waren immer wieder schwere Züge zu führen. Da jedoch
genug Lokomotiven vorhanden waren, konnte schnell eine zweite Ce 4/6 vor
den
Güterzug gespannt werden. Von welcher Gesellschaft diese stammte,
interessierte nur jene, die Rechnungen schrieben.
Dabei machte sich jedoch deren geringere
Zugkraft negativ bemerkbar. Oft
musste daher mit zwei Mo-dellen gearbeitet werden. Besonders dann, wenn die
Ernte im Seeland eingesetzt hatte. Noch während dem Krieg wurden der BLS neue Lokomotiven ausgeliefert. Die Reihe Ae 4/4 wurde zum Flaggschiff des Unternehmens. Dabei bespann-ten diese Renner die Schnellzüge zwischen Brig und Bern.
Auf der Strecke durch das Aaretal
erreichte nun auch die BLS-Gruppe Werte von bis zu 110 km/h. Die Reihe Ae 6/8
verdrängte dadurch die noch im Einsatz stehenden Modelle der Baureihe
Be 5/7. Wobei neue Verkehre keinen grossen Schaden ver-ursachten.
Auch wenn die Maschinen der
Reihe Ce 4/6 immer öfters mit den
Güterzügen überfordert waren. Die
verdrängten Maschinen von der
Bergstrecke konn-ten nicht auf die
Nebenbahnen ausweichen und stellten so keine Gefahr dar. Der
Oberbau
dieser Nebenlinien war schlicht zu schwach ausgeführt worden. Einzige
Ausnahme war der Abschnitt zwischen Spiez und Interlaken Ost. Das aber
auch nur wegen den Modellen der
Staatsbahnen.
So gab es kaum Änderungen in
den
Dienstplänen. Die Maschinen der Baureihe Ce 4/6 und die Modelle Be 4/6
verrichteten auf den
Nebenbahnen immer noch ihre Arbeit. Diese bestand aus
Güterzügen und dem
Rangierdienst
auf den kleinen
Stationen. Meistens
reichte dazu eine
Lokomotive. Bei schweren Zügen kam noch eine weitere
dazu. Im Grunde war der Bestand auf den befahrenen Strecken mehr als
ausreichend bemessen.
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