Betriebseinsatz Teil 2 |
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Nach dem zweiten Weltkrieg kam der grosse Aufschwung. Die
Güterzüge
auf den
Nebenbahnen
mussten jetzt immer öfters mit zwei Maschinen bespannt werden. Das führte
jedoch zu höheren Kosten, denn es waren auch zwei Besatzungen vorhanden.
Wenn dann noch rangiert werden musste, wurde es wirklich ausgesprochen
kompliziert. Wer es sich leicht machen wollte, stellte in dem Fall einfach
eine
Lokomotive
zur Seite.
Wer jedoch gut informiert war, wusste, dass man bei den Farben
schlicht sparen wollte, denn die Töpfe mit der braunen Farbe konnten
eingespart werden. Da diese Mass-nahme jedoch schnell wieder geändert
wurde, blieb es bei wenigen Ce 4/6, die grün wurden. Das Dach wirkte dank dem entfernten
Stromabnehmer
Jedoch hatte die BLS-Gruppe
beschlossen, die
Nebenstrecken
auf die
Achslasten
der
Hauptstrecken
anzuheben. Da dies ohne grossen Aufwand erfolgen sollte, blieben nur noch
die Abschnitte zwischen Interlaken Ost und Bönigen, sowie die Strecke nach
Schwarzenburg übrig. Bei letzterer hätte man eine
Brücke
neu bauen müssen. Auf dem Bödeli sah man schlicht keine Zukunft mehr.
Dafür sorgten die dort eingesetzten uralten
Triebwagen.
Um auf den Strecken mit verstärktem
Oberbau
etwas kürzere
Lokomotiven
zu bekommen, wurde der
Hauptwerkstätte
der Auftrag für einen grösseren Umbau erteilt. Da die Modelle der BBC
immer noch nicht so richtig funktionieren wollten, sollten sie davon
betroffen sein. Die von der MFO gelieferten Maschinen der Reihe Ce 4/6
sollten jedoch nicht verändert werden. So waren die Hersteller optisch
leicht zu erkennen.
Ein kaum erwähnter Punkt, ergab sich. Die
Lokomotiven
wurden mit dem Umbau auch etwas leichter. Dieses eigene Gewicht der
Laufachse,
das nicht mehr befördert werden musste, konnte neu der der
Anhängelast
angerechnet werden. Wobei die Erhöhung nicht viel bewirkte. Die
Normallasten
wurden daher nicht angepasst. Der Zug konnte so mit <Hilfe der flinken
Hüpfersteuerung
etwas schneller beschleunigen, was auf den einspurigen Strecken sicherlich
ein Vorteil war.
Bei der GBS war man so eine
Lokomotive
los ge-worden. Da nun aber der neue Besitzer dieser Ma-schine die Nummer
308 verpasste, musste die GBS ihre 308 mit der neuen Nummer 309 versehen. Die umgebauten Lokomotiven der Reihe Ce 4/4 leisteten jedoch nach dem Umbau die gleichen Dienste wie vorher.
Mit der neuen
Achslast
von 15 Tonnen konnte zwar die Strecke nach Schwarzenburg befahren werden.
Jedoch für das Bödeli war sie zu schwer geworden. Jedoch war auf dem
zuletzt genannten Abschnitt wirklich nichts anderes als die
Endzeitstimmung angebrochen. An ein Überleben der Strecke glaubte niemand
mehr.
Wir müssen uns jedoch fragen, was denn auf dem Bödeli passiert
ist. Die Strecke war seinerzeit gebaut worden, weil die Bahn über den
Brünig in Bönigen anschliessen sollte. Diese Bahn kam, jedoch wurde sie
auf der anderen Seite des Sees gebaut und man verwendete die
Schmalspur.
So blieb dem Bödeli nur noch der regionale Verkehr. Kaum Kunden, die den
Zug nutzten, brachten alte
Triebwagen,
was dazu führte, dass die Kunden nicht mehr kamen.
Es folgten wieder ruhige Jahre. In diesen Jahren verschwanden auch
die Modelle der Reihe Be 4/6 von der Bildfläche und tauchten nach einem
Aufenthalt in der
Hauptwerkstätte
als Ce 4/4 wieder auf. Letztlich waren jedoch alle
Lokomotiven
der BBC zu Maschinen der Reihe Ce 4/4 umgebaut worden. Man konnte somit
die MFO- und BBC-Maschinen locker unterscheiden. Die mit
Laufachsen
stammte aus Oerlikon, die ohne aus Münchenstein.
Es waren die gigantischen Modelle der Reihe
Ae
8/8. Damit konnten auf der
Bergstrecke
ältere Maschinen abgelöst werden. So lange es noch
Be 5/7 gab, musste man sich bei
den Baureihen Ce 4/6 und Ce 4/4 nicht gross fürchten.
Immer öfters konnte man vor allem die Reihe Ce 4/4 im
Rangierdienst
beobachten. Dieser Aufgabe war die relativ kurze
Lokomotive
mit der schnellen
Hüpfersteuerung
bestens gewachsen. Man konnte sie sogar trotz zwei
Führerständen
als ideale
Rangierlokomotive
bezeichnen. Besonders im
Bahnhof
Spiez sprang eine Ce 4/4 immer wieder ein, wenn dort die
Ee 3/3
wegen Unterhalt nicht zur Verfügung stand. Doch auf den
Nebenbahnen
waren die Lokomotiven immer noch begehrt.
1964 sollte sich der Wind jedoch drehen. Bei der BLS-Gruppe
erschien eine neue
Lokomotive,
die als
Ae 4/4 II bezeichnet
wurde und die mit bis zu 140 km/h verkehren sollte. Besonders dann als die
erste Maschine als
Re 4/4
ausgeliefert wurde, war klar, die BLS-Gruppe hatte eine Modernisierung der
Flotte beschlossen und es gab kaum noch
Be 5/7 im Bestand. Wenn
die verschwunden waren kamen die Ce 4/6 an die Reihe.
Am 3. Dezember 1968 wurde die Ce 4/6 mit der Nummer 305
ausgemustert und abgestellt. Die Maschine war gerade einmal 48 Jahre im
Einsatz und hatte daher kein besonders hohes Alter erreicht. Im Vergleich
zu anderen
Lokomotiven
war das wenig, aber den Maschinen ging schlicht die Arbeit aus. In Ihren
Diensten tummelten sich plötzlich
Ae 6/8 und vereinzelt auch
Ae
4/4. So war klar, dass die alte Maschine gehen musste.
Schuld war dabei nicht der Zustand, sondern die Tatsache, dass sie
bei einem Unfall so stark beschädigt wurde, dass nur noch der Abbruch
verfügt wurde. Dabei ging erstmal ein Streit zwischen
Lokomotiven
für diese ältere Baureihe schlecht aus. Bereits 1969 sorgten die neu übernommenen Re 4/4 dafür, dass die BLS auf die Loko-motive Ce 4/6 mit der Nummer 302 verzichten konnte. Sie wurde zusammen mit der abgestellten Ce 4/6 Nummer 305 dem Schrotthändler des Vertrauens verkauft und dort abgebrochen.
Die beiden Maschinen waren nicht zu retten, denn die neuen
Re 4/4
sorgten dafür, dass zwischen Spiez und Interlaken vermehrt
Ae 4/4
verwendet werden konnten.
Im Jahre 1970 wurde dann der Bestand bei der Baureihe Ce 4/6
aufgeräumt. Während sich die Nummern 301 und 304 klammheimlich
verabschiedet hatten, waren nun die Maschinen mit den Betriebsnummern 303
und 306 an der Reihe. Alle wurden nahezu komplett dem Schrotthändler
übergeben. Es blieb so nur noch die Nummer 307 im Bestand. Jedoch wurde
auch sie aus dem Betrieb genommen. Die Reihe Ce 4/6 war damit
verschwunden.
Spannend dabei war, dass die Nummer 307 nicht abgebrochen wurde.
Sie wurde in einem entlegenen Schuppen
abgestellt und sollte auf eine bessere Zukunft warten. Nachdem von der
grossen Reihe
Be 5/7 nur ein Exemplar
im Verkehrshaus erhalten blieb, sollte für die Ce 4/6 eine andere
Situation eintreffen. So richtig genau wusste damals niemand, was mit der
abgestellten
Lokomotive
geschehen sollte, aber immerhin wurde sie nicht verschrottet.
Es war die
Re 4/4
mit der Nummer 178. Diese wurde an die GBS abge-geben und das führte dazu,
dass man dort nun auf die Reihe Ce 4/4 verzichten konnte. So wurde 1975
die Nummer 309 dem Schrott-händler anvertraut.
Zur gleichen Zeit sollte auch die Nummer 308 verschwinden. Dabei
klärte sich damit auch gleich die Frage, welche der beiden nun die
richtige war. Die Lücke wurde mit der zweiten arbeitslosen Ce 4/4 der GBS
gedeckt. Diese hatte die Betriebsnummer 314. Kaum als sie bei der BLS
eingetroffen war, verpasste man ihr die Nummer 308. Somit wollte diese
Nummer einfach nicht sterben, denn einen anderen Sinn bei der Aktion war
nicht zu erkennen.
Die GBS benötigten die
Lokomotiven
der Baureihe Ce 4/4 nur noch auf der Linie nach Schwarzenburg. Dort war
immer noch die
Brücke
das grosse Problem.
Achslasten
von mehr als 15 Tonnen konnten einfach nicht zugelassen werden. Doch auch
der Verkehr war nicht so gross, dass die noch verbliebenen Maschinen
eingesetzt werden konnten. Es musste eine weitere Lokomotive der Reihe Ce
4/4 verschwinden und diesmal traf es die Nummer 312.
Jedoch wurde sie nicht dem nächsten Schrotthändler anvertraut. Im
Grossraum von Zürich gab es eine
Privatbahn,
die an einer günstigen
Lokomotive
grosses Interesse hatte. So wurde die Nummer 312 auf die grosse Reise
geschickt. Ihr Ziel sollte der
Bahnhof
von Zürich Selnau sein. Dort sollte sie mietweise auf den Strecken der SZU
noch eine Zukunft im Sihltal haben. Beide Bahnen konnten von diesem
Arrangement profitieren.
Die Maschine mit der Nummer 312 kehrte nicht mehr nach Bern zurück
und mutierte zur Ce 4/4 mit der Nummer 42. Sie war neu im Bestand der SZU.
Aus der Bernerin wurde eine Zürcherin und so
sollte sie im Sihltal noch ein paar schöne Jahre erleben. Bei der BLS-Gruppe wurde es wieder ruhiger. Jedoch wurden die Maschinen immer mehr im Rangierdienst ein-gesetzt.
Fahrten auf der Strecke wurden seltener. Das lag an der
mittlerweile zu geringen Geschwindigkeit, denn auch ein
Güterzug
erreichte locker 80 km/h. Jedoch war da immer noch die Strecke nach
Schwarzenburg, denn die
Brücke
über die Schwarzwasser war einfach zu schwach. Daher wurde ein Neubau
beschlossen.
Im Jahre 1979 war es endlich soweit, der
Bahnhof
von Schwarzenburg konnte mit
Lokomotiven
der
Streckenklasse
C angefahren werden. Die dort noch eingesetzten Ce 4/4 wurden durch andere
Baureihen abgelöst. Neben der
Re 4/4, fanden sich auch
die Reihen
Ae
4/4 und
Ae 6/8. Die schwachen Ce
4/4 hatten in den Steigungen nach Schwarzenburg verloren. Auch dort
konnten die neuen Modelle mehr Last bei höherem Tempo befördern.
Im Hinblick auf die Einführung des
Taktfahrplanes
wurde es wieder ruhiger. Die Bahnen wussten noch nicht so richtig, wie
gross der Bedarf beim
Rollmaterial
sein sollte. Zudem war auch nicht sicher, dass die neuen
Triebwagen
rechtzeitig geliefert wurden. Für den äussersten Notfall beim
Personenverkehr,
blieben die noch vorhandenen Ce 4/4 im Bestand. Doch es war vermutlich nur
noch ein Aufschub, denn es gab genug Modelle im
Rangierdienst.
Wobei sich jedoch die Ausflüge wirklich nur noch auf vereinzelte
Fahrten beschränkten. Die neuen
Triebwagen
RBDe
4/4 bewirkten kaum Veränderungen bei Plänen der Reihe Ce
4/4. Jedoch erreichten in der Schweiz
Rangierlokomotiven
immer wieder ein sehr hohes Alter.
Wieder Bewegung die den Bestand kam im Jahre 1984. Auf der BN
machten nun die beiden neuen
Re 4/4 den
Güterverkehr
unter sich aus. Man konnte also problemlos auf die beiden Ce 4/4
verzichten. Daher verabschiedeten sich die Ce 4/4 Nummer 315 und 316. Sie
entgingen jedoch dem Schrottplatz und kamen ins Berner Oberland, wo sie
der BLS zugeteilt wurden. Die beiden
Lokomotiven
dienten als Ersatz für die abgebrochene Ce 4/4 Nummer 308.
Wer genau aufgepasst hatte, die Nummer 308 wurde mittlerweile zum
dritten Mal ausrangiert. Diesmal war es die ehemalige Nummer 314. Diesmal
wurde jedoch keiner der Rückkehrer mit einer neuen Nummer versehen. Doch
in den Listen waren nur noch vier Maschinen zu finden. Es konnte also
schnell gehen, denn die Reihe Ce 4/4 hatte eine kritische Grösse bekommen.
Jedoch konnten diese vier
Lokomotiven
im
Rangierdienst
noch gebraucht werden.
In den nächsten zehn Jahren passierte nichts mehr. Die
verbliebenen Ce 4/4 leisteten gute Arbeit im
Rangierdienst.
Gerade im
Bahnhof
Spiez waren oft zwei Maschinen im Einsatz. Besonders in den Jahren, als
die
Ee 3/3
umgebaut wurde. Es schien fast, dass die vier
Lokomotiven
noch sehr alt werden könnten, jedoch zeichnete sich auch ab, dass sich das
nicht endlos dahinziehen kann, denn die Lokomotiven waren nahezu 80 Jahre
alt.
Man plante ein
Depot
mit historischen
Lokomotiven
als Museum zu betreiben. Die Ce 4/4 neben den Ae 3/6 I und
Ae 4/7 war dann wohl
doch nicht so gut geplant. Nur, die Ce 4/4 versankt wie die Lokomotiven
der
Staatsbahn
im Gestrüpp. Nachdem die letzten drei verbliebenen Ce 4/4 noch die Re 465 kennen lernten und in die neu gegründe-te BLS AG gewechselt hatten, wurden die Nummern 313 und 316 auch noch ausrangiert und an Classic Rail verkauft.
Ihnen sollte das gleiche Schicksal widerfahren, wie der
Vorgängerin. Aber auch etwas anderes hatten die beiden
Lokomotiven
mit der ersten gemeinsam, sie verliessen die BLS und sollten nie mehr
dorthin zurückkehren. Man wollte die Lokomotiven in Spiez schlicht nicht
mehr.
Im aktiven Bestand der BLS verblieb nur noch die Ce 4/4 mit der
Nummer 311, die der GBS gehörte. Eine
Lokomotive
war vorerst gerettet. Doch bereits ein Jahr später rangierte die BLS AG
auch diese Maschine nach 81 Jahren Einsatz aus. Die letzte ehemalige Ce
4/6 wurde an Classic Rail verkauft und kam somit zu den drei anderen Ce
4/4. Die Geschichte der Ce 4/4 endete bei der BLS, man hatte sich endlich
von der ältesten aktiven Maschine verabschiedet.
Es war geschafft. Die Reihe Ce 4/4 war verschwunden, auch wenn es
noch viele abgestellte Exemplare gab. Im Bestand der neuen BLS AG war
jedoch noch ein Modell der Reihe Ce 4/6 verblieben. Es war die zur
historischen
Lokomotive
mutierte Nummer 307. Der Star
beim Jubiläum mit zwei
Stromabnehmerrn
und den neuen
Schleifstücken
sollte der Nachwelt erhalten bleiben und an die Zeit erinnern, was
begonnen wurde und jetzt beendet war. Die Schweiz war mit dem
Fahrdraht
überspannt worden.
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