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Einleitung |
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Navigation durch das Thema | ||||||||||
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Baujahr: |
1941 |
Leistung: |
1 620 kW / 2 200 PS |
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Gewicht: |
93 t |
V. max.: |
110 km/h |
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Normallast: |
Nicht bekannt |
Länge: |
16 340 mm |
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Bevor wir nun zum eigentlichen Thema kommen, muss der Titel noch erklärt
werden. Wir werden in den folgenden Kapiteln eine
Lokomotive
kennen lernen, die so einmalig war, dass sie von einem thermischen
Antrieb
zu einem elektrischen Antrieb kam. Ob nun Am 4/6, oder Ae 4/6 III, es
handelte sich dabei immer um die gleiche Maschine. Es lohnt sich daher,
wenn wir uns dieses besondere Fahrzeug etwas genauer ansehen und dabei
begann alles mit der Reihe Am 4/6.
Was kurz nach 1920 im Raum Bern begann, wurde zum grössten Bauvorhaben,
das bis dahin ins Leben gerufen wurde. Neue
Kraftwerke,
Leitungen und
Fahrleitungen
mussten gebaut werden. Zudem wurde die einschlägige Wirtschaft mit sehr vielen Aufträgen beim Bau von elektrischen Trieb-fahrzeugen versehen. So wuchsen die Werke der Fir-men immer mehr. Einen sehr grossen Erfolg konnten bei den Schwei-zerischen Bundesbahnen SBB die Firmen MFO und BBC erzielen.
Die meisten
Lokomotiven
stammten aus deren Werken und sie waren bereits nach wenigen Jahren durch
neue und bessere Modelle ersetzt worden.
Mit den grössten Verbrauchern von
Kohlen
begann man und die dort verkehrenden legendären
Lokomotiven
muss man niemandem vorstellen. Im
Flachland
begann man mit den
Hauptstrecken.
Wobei schon seit Beginn auch vereinzelte
Nebenlinien
mit einer
Fahrleitung
versehen wurden. Oft war das der Fall, wenn die Hauptstrecken in der
Region damit versehen wurden. Man konnte also von einer Mitgift sprechen,
denn es ging im gleichen Schritt zu.
Je dichter jedoch das Netz mit
Fahrleitungen
aufgebaut wurde, desto mehr erkannte man, dass die Umstellung nicht
überall sinnvoll war. Gerade schwach befahrende
Nebenstrecken,
die nicht mitschwimmen konnten, standen plötzlich vor der Überprüfung.
Lohnten sich die teuren Anlagen und die kräftigen elektrischen
Lokomotiven
überhaupt? Nicht überall konnte diese Frage ohne Probleme mit Ja
beantwortet werden.
Heute würde man von solchen Strecken behaupten, dass sie akut vor der
Einstellung des Betriebes standen. Geld für eine solche Strecke in die
Finger nehmen wollte wirklich niemand mehr. Daher wurde das Konzept mit der Elektrifizierung der Schweiz einer ersten Überprüfung unterzogen. Machte die volle Elektrifizierung wirklich sinn? Die sich nun ausbreitende Wirtschaftskrise trug ihren Teil zu dieser Überprüfung bei. Auch
die Staatsbahnen hatten nicht mehr alle finanziellen Mittel zur Verfügung.
So war beschlossen worden, dass schwach befahrene
Nebenstrecken
vorerst nicht mehr mit einer
Fahrleitung
versehen werden sollten.
Das führte nun aber dazu, dass dort die alten Dampflokomotiven den Verkehr
aufrecht erhalten mussten. Immer mehr galten diese Modelle jedoch als
veraltet. Der Rauch, der sehr oft wegen dem Schwefeldioxyd nach faulen
Eiern roch, kam bei den Anwohnern nicht mehr gut an. Auch die immer wieder
verlorene Glut war nicht beliebt, besonders dann nicht, wenn das mühsam
gemähte und getrocknete Heu in Flammen auf ging.
Aus diesem Grund hatten die Schweizerischen Bundesbahnen SBB schon früh
mit ersten Versuchen begonnen. Als Ersatz sah man spezielle
Triebwagen
vor, die mit einem
Verbrennungsmotor ausgerüstet wurden. Dabei gab es Modelle,
die mit einem
Benzinmotor
versehen wurden. Aber es gab auch solche, die ein Aggregat besassen, das
mit
Dieselöl
betrieben wurde. Neue
Antriebe,
die den Vorteil der
Dampfmaschine
hatten, aber den Rauch milderten.
Gerade die damaligen
Dieselmotoren
waren bei der
Leistung
beschränkt, denn noch kannte man den
Abgasturbolader
nicht. Der sollte erst in ein paar Jahren den grossen Durchbruch schaffen.
Eigentlich waren damit diese Modelle schon wieder Geschichte, als es doch
noch einen Erfolg zu verbuchen gab. Die beiden
Lokomotiven
der
Baureihe
Am 4/4 kamen im Jahre 1939 in den Betrieb und sie zeigten, dass durchaus
auch solche Modelle gute Ergebnisse hatten. Spannend dabei war nur, dass
man um
Leistung
zu erhalten, auf das geplante
Gepäckabteil
verzichten musste. Aus dem
Triebwagen
wurde so eine Lokomotive.
Wenn man von diesen wenigen mit
Dieselmotor
versehenen Fahrzeugen absieht, gab es vor dem zweiten Weltkrieg von den
Schweizerischen Bundesbahnen SBB schlicht keine Bestellung. Der Bestand
von elektrischen
Triebfahrzeugen
war für die dazu geeigneten Strecken ausreichend und für die
Nebenstrecken
ohne
Fahrleitung,
wurden sicherlich keine neuen Dampflokomotiven mehr beschafft.
Schliesslich sollten diese ja abgelöst werden.
Da die Landesregierung beschlossen hatte, im Jahre 1939 eine
Landesausstellung zu veranstalten, sollten dort auch die Errungenschaften
der Schweizerischen Kunst beim Lokomotivbau gezeigt werden. Da passte es
der Industrie gar nicht, dass gerade jetzt die
Staatsbahnen
keine neuen Modelle beschafften. Daher musste die Industrie aktiv werden
und so wurde frischfröhlich gebaut und vereinzelt auch mit Unterstützung
der Staatsbahnen.
So kam es, dass an der Landesausstellung Fahrzeuge ausgestellt wurden, die
nie mehr als das dort gezeigte Exemplar brachten. Die Geschichten der
Baureihe
Ae 8/14 und jene des
Triebzuges
Re 4/8 sind an anderen Stellen
beschrieben. Aber auch bei den Wagen sollten Exoten entstehen, die niemand
wirklich wollte. Benötigt wurden eigentlich bei den Schweizerischen
Bundesbahnen SBB leistungsfähige Modelle, die mit einem
Dieselmotor
versehen waren.
Neben dem Bemühungen der Schweizerischen Bundesbahnen SBB einen sinnvollen
Ersatz für die alten Dampflokomotiven zu finden, forschte auch die
Industrie an neuen Antriebsformen. Besonders der
Antrieb
mit verbrannten
Treibstoffen
schien gute Lösungen zu ermöglichen. Dabei gab es zwei deutlich
unterschiedliche Ansätze, die wir uns kurz ansehen müssen, denn beide
Lösungen sollten ihren Durchbruch schaffen.
Da war die in Winterthur ansässige Firma Sulzer. Bei dieser wollte man dem
Problem mit der geringen
Leistung
der
Dieselmotoren
begegnen. Dazu wurde eine Vorrichtung erschaffen, die den
Ladedruck
im
Zylinder
deutlich erhöhte und so die Verbrennung verbesserte. Angetrieben werden
sollte diese Lösung mit dem
Abgasen
des Motors und so direkt dessen Leistung nutzen. Eine Steigerung der
Leistung um mehrere Prozent war so möglich.
Wir kennen heute alle diese Einrichtung unter dem Namen
Turbo. Diese von Sulzer entwickelte
Abgasturbolader
sorgten dafür, dass die
Dieselmotoren
ihren Siegeszug antreten konnten. Besonders bei der Eisenbahn begann damit
der Einsatz von solchen
Lokomotiven.
Bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB sollten damit versehene Maschinen
erst nach dem zweiten Weltkrieg beschafft werden. Als Muster sei die Reihe
Bm 4/4 erwähnt.
Diese versprachen hohe Leistungen und sollten so diesem Antrieb bei den Eisenbahnen den grossen Durchbruch beschweren.
Um dem Ergebnis vorzugreifen, kann gesagt wer-den, dass gegen den
Abgasturbolader
kein Kraut gewachsen war, do so schlecht war die
Gasturbine
nicht. Einige Jahre später sollten mit solchen Anlagen die thermischen Kraftwerke versehen werden. Aber auch in der Luftfahrt kamen modifizierte Gastur-binen schnell zum Einsatz. In beiden Fällen stand die grosse Leistung als Grund.
Daher war schnell klar, dass mit solchen Aggre-gaten auch bei Eisenbahn
ein Erfolg zu erzielen war. Die BBC suchte dabei nach einem ersten
geeigneten
Versuchsträger
und fand diesen in Schweden.
Ab dem Jahre 1933 verkehrte in Schweden ein
Versuchsträger,
der mit einer neuen
Gasturbine
angetrieben wurde. Dabei erfolgte die Kraftübertragung auf mechanische
Weise. Man hatte jedoch die Machbarkeit aufgezeigt. Dumm dabei war
eigentlich nur, dass diese Maschine nach wenigen Jahren aufgegeben werden
musste. Noch gab es Probleme, die gelöst werden mussten. Für die BBC war
das gar nicht so gut, wie man meinen könnte.
Bei der Firma mit Sitz in Baden stand das grosse Jubiläum an. Zu diesen
Zweck hätte man gerne die neuste Errungenschaft der schöpferischen
Tätigkeit dem breiten Publikum präsentiert. Da die
Gasturbine
in Baden entwickelt wurde, stand sie natürlich im Fokus und das führte
dazu, dass man eine Bahn brauchte, für eine entsprechende
Lokomotive.
Je näher diese war, desto besser war es für die Firma in Baden.
Damit aber die Direktoren dieser Idee zustimmen würden, musste die
Gasturbine
intensiv beworben werden. Je besser die Argumente, desto eher kam man zum
erhofften Modell. Ein Punkt der eher an die Landesregierung gerichtet war, war die Tatsache, dass in der Krise die Arbeitsplätze gesichert waren. Doch bei der Staatsbahn kam man damit nicht weit, denn diese musste auch einen Vorteil für sich sehen und mit Jobs bei einer Firma konnte man wirklich keinen Erfolg erzielen. Die
Staatsbahnen
mussten sich schon jetzt um unge-wünschte Exoten kümmern. Gerade das
grosse Weltwunder wollte niemand. Bei den Vorteilen der Gasturbine wurde schnell ins Feld geworfen, dass diese gegenüber dem Dieselmotor eine deutlich höhere Leistung hatte.
Wie hoch jedoch die
Leistung
war, konnte man nicht erkennen, da ein grosser Teil für die
Gasturbine
benötigt wurde. Trotzdem unter dem Strich blieb eine hohe Leistung übrig
und das konnte den Schweizerischen Bundesbahnen SBB eigentlich nur
gefallen, denn das wurde ja gesucht.
Weiter wurde in die Runde geworfen, dass die
Gasturbine
einen deutlich geringeren Verbrauch bei den
Schmiermitteln
hatte. Diese auf
Mineralölen
basierenden Stoffe waren in der Beschaffung teuer und gerade der
Dieselmotor
sollte grosse Mengen davon benötigen. Bei der Gasturbine mussten nur die
Lager
geschmiert werden. Das wurde aber an den Fahrzeugen auch an anderen
Stellen vorgenommen und der Bedarf war gering.
Das waren Ausgaben, die zwar beim Dieselmotor gemildert wurden, aber auch dort wurde Wasser zur Kühlung benötigt. Die Gasturbine der BBC sollte nicht einmal diesen Anteil benötigen. All diese Argu-mente für die Gasturbine waren alleine schon sehr gut, wären da nicht die Schweizerischen Bundesbahnen SBB.
Dort hatte man erkannt, dass es durchaus lohnenswert war, wenn auch
Nebenstrecken
mit einer Fahrleitung versehen würden. Jene, die bisher noch nicht in den
Genuss gekommen waren, sollten nach der Krise mit einer
Fahrleitung
versehen werden. Noch ahnte niemand, dass man wegen dem zweiten Weltkrieg
lange warten musste. Somit war klar, die Schweiz sollte zu 100% unter die Fahrleitung kommen. Jedoch war auch zu erkennen, dass es immer Bereiche gab, wo das nicht möglich war. So konnten die Anlagen mit hohem Verlad nicht mit dem Fahrdraht bespannt werden.
Auch bei den damals noch vorhandenen Trajekten, musste aus technischen
Gründen auf eine
Fahrleitung
verzichtet werden. Um den Bedarf abzuschliessen, war noch eine thermische
Reserve erforderlich.
Die BBC musste deshalb noch mehr die Werbetrommel für die
Gasturbine
rühren. Daher wurde auch ins Feld geführt, dass bei der Gasturbine auf das
Dieselöl
verzichtet werden konnte. Man konnte und durfte die Gasturbine auch mit
Heizöl
betreiben. Damals waren die Preise jedoch noch nicht so unterschiedlich
wie das heute der Fall ist. Trotzdem konnten mit diesem Argument geringere
Kosten im Betrieb erwartet werden.
Es gab also damals schon die Regel, dass man die Nachteile bei der Werbung
einfach vergisst. Der Kunde soll sich ja für das Produkt entscheiden und
das war hier immer noch nicht erfolgt. Auch wenn man erste zustimmende
Worte zu hören glaubte. Die Schweiz war topografisch gar nicht für thermische Traktion geeignet. Was hier als Flachland gilt, wird in anderen Ländern schon als Gebirgsbahn angesehen. Bei Steigungen bis zu 20‰ galten in der Schweiz nicht einmal besondere Vorschriften.
So kam es, dass die elektrischen
Lokomotiven
dort dank der hohen
Dauerzugkraft
ihren Vorteil ausspielen konnte. Der Verlust bei der
Fahrzeit war in den Steigungen somit entfallen. Trotzdem sollte die BBC mit der Idee einer Gasturbine in einer Lokomotive Erfolg haben. Die Schweizerischen Bundesbahnen SBB stimmten einem Abkommen zu.
Doch bevor wir zur Entwicklung kommen, müssen wir uns die wichtige Frage
stellen, ob diese
Versuchslokomotive
sinnvoll hätte in Serie gehen können. Die Antwort lieferte der zweite
Weltkrieg mit all seinen Auswirkungen auf die
Fahrpläne
in der Schweiz, die nicht am Kampf beteiligt war.
Zwar stiegen die Preise für die
Kohlen
wieder. Diese hatte man nun aber in grossen
Lagern
vorrätig und der Bedarf war auch nicht mehr so gross. Die mächtigen
Lokomotiven,
die nun ihr Gnadenbrot auf den
Nebenstrecken
verdienten, konnten dort ohne Probleme mit einheimischem
Holz
befeuert werden. So blieben die alten
Dampfmaschinen
im zweiten Weltkrieg durchaus im Einsatz, auch wenn das nicht immer im
Land war. Wenn wir nun noch schnell auf die Treibstoffe blicken. Diese gab es in der Schweiz auch nicht und daher mussten Importe vorgenommen werden. Da nun aber die neuen Panzer und die vielen Automobile der modernen Armeen viel Treibstoff benötigten, stieg der Preis wieder in die Höhe. So gesehen war der Vorteil der Gasturbine wieder dahin. Das einzige System, das wirklich funktionierte, war jenes, das eine Fahrleitung benötigte.
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