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Thermischer Teil |
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Nachdem wir die
Lokomotive
mechanisch soweit aufgebaut haben, kommen wir zum thermischen Teil. Auch
wenn wir hier von einem
Dieselmotor
lesen werden, das Thema umfasst die bei der BBC in Baden gebaute
Gasturbine.
Diese war letztlich auch für die Energie verantwortlich, die den vier
Fahrmotoren
zugeführt werden konnte. Speziell ist jedoch eher, dass wir dazu nicht auf
der Lokomotive nachsehen müssen.
Wegen dem nun vorhandenen zusätzlichen Rahmen müssen wir jedoch den Einbau
in der Maschine auch ansehen, denn die
Gasturbine
wurde dazu nicht ab diesem Rahmen genommen, sondern dieser wurde
eingebaut. Zusammen mit dem Hilfsrahmen hatte die Gastur-bine ein Gewicht von 25.6 Tonnen. Sie wurde mit einem Kran in den Maschinenraum gehoben. Dabei benötigte diese Baugruppe alle Bereiche.
Der Hauptgenerator, den wir später noch genauer ansehen, fand seinen Platz
im Generatorraum, dann kam der
Kompressor
zur
Turbine im Gebläseraum. Die weiteren Bauteile fanden dann im
Turbinen-raum den notwendigen Platz vor. Da es sich bei der Gasturbine um eine thermische Einrichtung handelte, hatte diese gegenüber der Lokomotive eine andere Ausdehnung.
Sie kennen das vielleicht von den Dampflokomotiven, wo der
Kessel
speziell eingebaut werden musste. Hier gab es dazu keinen grossen
Unterschied. Statt dem Sattel, wurden hier am Hilfsrahmen Rollen montiert.
Der Hilfsrahmen bewegte sich also unabhängig von der
Lokomotive
in der Längsrichtung.
Um die Wirkweise der
Gasturbine
besser kennen zu lernen, müssen wir jeden Schritt ansehen. Dabei benötigte
diese
Turbine neben einem
Brennstoff
auch Luft. Gerade davon war sehr viel benötigt worden und daher war in den
Seitenwänden die grossen
Lüftungsgitter
eingebaut worden. Die dort angesaugte Luft wurde vom Gebläse benötigt.
Auch wenn dieses so genannt wurde es handelte sich eigentlich um einen
Kompressor.
Danach wurde die Luft entlassen und im Gegensatz zur Lösung beim
Druckluftsystem nicht entspannt. Der Druck blieb erhalten und dabei sogar
noch weiter erhöht, aber dazu war die nächste Stufe der Anlage
erforderlich. Die verdichtete Luft passierte nun den Wärme-tauscher. Dabei wurde hier mit dem Prinzip des Langkessels gearbeitet. Die vom Gebläse zugeführte Luft wurde durch Rohre geleitet, die wiederum von den heissen Abgasen umströmt wurden.
So wurden diese gekühlt und die Luft gleichzeitig erwärmt und der Druck
gesteigert. Nach dem
Wärmetauscher
hatte die Luft nun eine Temperatur, die bei rund 250°C lag. Daher eine
deutliche Er-wärmung, die jedoch benötigt wurde.
Die vorgewärmte Luft gelangte nun in den ther-mischen Bereich. Es handelte
sich um die
Brennkammer.
Diese teilte sich jedoch auf. Etwa 20% der Luftmenge wurde in die
eigentliche Kammer geleitet. Dazu war ein Drallkörper und der Zündstab
vorhanden. Letzterer wurde jedoch nur bei kühler
Gasturbine
benötigt, denn im Betrieb erfolgte die Zündung ohne weitere Wirkung, da ja
bis zu 250 Grad heisse Luft in die Kammer gelangte.
Der Zündstab war dafür, dass mit dem Zündöl, das mit 15
bar
eingespritzt wurde, die Verbrennung aktiviert werden konnte. Erst wenn die
Temperatur hoch genug war, konnte dann auf den normalen
Brennstoff
umgeschaltet werden. Dieser benötigte den Zündstab nicht mehr, da durch
die heisse Luft die Verbrennung des zerstäubten Brennstoffes einsetzte. Es
fand daher eine Eigenzündung statt, die nur mit fehlendem Brennstoff
gestoppt werden konnte.
Daher musste die Kammer gekühlt werden und das erfolgte mit den restlichen
80% der zugeführten Luft. Durch die nun erfolgte Erwärmung wurde die Luft
zusätzlich verdichtet und gleichzeitig auch beschleu-nigt. Diesen Effekt
nutzte man letztlich zur Gewinn-ung der Energie.
Die von der
Brennkammer
abgeführten
Abgase
wurden nun durch die
Turbine geleitet und setzten dort die Schaufelräder in
Bewegung. Auch wenn in diesem Artikel von einer
Gasturbine
gesprochen wurde, es war eigentlich eine Turbine, die mit den Abgasen
angetrieben wurde. All die Baugruppen zur Verdichtung, zur Vorwärmung, als
auch die Verbrennung waren nur Schritte, die benötigt wurde, damit die
Turbine arbeiten konnte.
Nachdem die heissen
Abgase
in der
Gasturbine
ihre Arbeit getan hatten, wurde sie zum
Wärmetauscher
geführt. Dort wurde ein Teil der Wärme an die Luft abgegeben und danach
konnten die Abgase durch die grosse Öffnung auf dem Dach entlassen werden.
Wir müssen jedoch wissen, dass die Wärme der Abgase immer noch sehr hoch
war. Stand die
Lokomotive
unter einer
Fahrleitung,
konnte dort der Kupfer geschwächt werden.
Die
Leistung
der Abgasturbine war von der Drehzahl abhängig. Die optimale Wirkung wurde
bei einer Drehzahl von 5200 Umdrehungen in der Minute erreicht. Jedoch
stand bei der
Gasturbine
eine sensationelle Leistung von 9000 PS zur Verfügung. Sie sehen, dass die
Turbine eine gute Leistung erzeugen konnte, jedoch wurde davon gleich
wieder ein Teil für die Aufbereitung der Luft benötigt. Nur die Differenz
konnte genutzt werden.
Somit ging der grösste Teil der verfügbaren
Leistung
an den Betrieb der
Gasturbine
verloren. Für die weiteren Baugruppen standen noch 2 200 PS zur Verfügung,
was durchaus auch noch ein ansehnlicher Wert war. Wir haben nun erkannt, dass die Gasturbine eine sehr hohe Leistung er-zeugen konnte. Wenn man auf den Kompressor verzichten könnte, stand diese zur Verfügung. Das führte letztlich dazu, dass dieses Prinzip bei der Luftfahrt den grossen Durchbruch schaffte.
Dort wurde durch die Geschwindigkeit genug Luft zugeführt, dass die
Leistung
des
Kompressors
verringert werden konnte. Hinzu kommt, dass mit zunehmender Höhe die
Leistung verändert wurde. Damit haben wir die Wirkweise der Gasturbine kennen gelernt und können uns nun den Betriebsstoffen zuwenden. Wie von der BBC beworben, wurde für die Kühlung der Anlage kein Wasser benötigt, jedoch war der Verbrauch bei der Luft sehr hoch.
Da diese jedoch ohne anfallende Kosten bezogen werden konnte, können wir
das ausser acht lassen. Doch auch bei den
Treibstoffen
war die
Gasturbine
nicht sehr sparsam unterwegs.
Das zeigt sich, wenn wir uns den Transport ansehen. Auf der
Lokomotive
konnten total 5.5 Tonnen
Brennstoff
mitgeführt werden. Dazu war im
Plattenrahmen
der Lokomotive ein entsprechend grosser
Tank
verbaut worden. Dieser teilte sich in zwei Bereiche auf, denn die
Gasturbine
benötigte zwei unterschiedliche Brennstoffe für den Betrieb. Es lohnt
sich, wenn wir uns diese beiden Flüssigkeiten etwas genauer ansehen.
Als Zündöl kamen raffinierte Stoffe von hoher Qualität zur Anwendung. Das
sorgte nun dafür, dass die Kosten in diesem Bereich sehr hoch waren. Für
den Betrieb der
Gasturbine
wurde daher ein anderen
Brennstoff
benötigt. Dieser hauptsächlich verwendete Brennstoff lagerte im zweiten Tank der mit 3500 Litern befüllt werden konnte. Der hier ein-gefüllte Stoff war Heizöl. Dabei konnte durchaus auch solches minderer Qualität, oder gar Teeröl verwendet werden.
Die
Gasturbine
war hier nicht besonders wählerisch, da dieser
Brennstoff
vorgewärmt werden konnte. Bei der grossen Hitze kam dann auch der
hartnäckigste Brennstoff zur Verbrennung. Wir haben die Gasturbine soweit aufgebaut und können diese mit den Treibstoffen versorgen. Was uns noch fehlt, ist die Tatsache, wie die Turbine gestartet wurde.
Die Antwort wird Sie vermutlich überraschen, denn die hier verbaute
Gasturbine
konnte nicht selber starten. Sie musste, wie ein
Dieselmotor
in Bewegung gesetzt werden. Setzte dann die Zündung in der
Brennkammer
ein, begann die
Turbine selbstständig zu arbeiten.
Für die Zündung, aber auch für den Anlasser, der hier als
Dieselmotor
ausgeführt wurde, war eine
Batterie
vorhanden. Erneut muss ich Sie jedoch darauf hinweisen, dass wir nun nicht
von der normalen
Stützbatterie
sprechen, die auf jedem Fahrzeug vorhanden war. Vielmehr haben wir eine
Batterie, die für den Start des
Gasturbine
benötigt wurde. Daher müssen wir diese Ansehen, denn der Aufbau war
komplett anders, als sonst üblich.
Durch den speziellen Aufbau dieser
Batterie
war es zudem möglich, dass zwei unterschiedliche
Spannungen
abgeru-fen werden konnten. So stand ein Wert von 34 Volt und ein solcher
von 110
Volt
zur Verfügung. Benötigt wurde die höhere Spannung für den Zündstab, der so das Zündöl mit einem elektrischen Lichtbogen entzündete. Sobald die Gasturbine eine ausreichende Drehzahl hatte, setzte die Eigenzündung ein.
Der Stab konnte nun zurück gezogen werden. Gleichzeitig wurde nun aber der
Vorwärmer für den
Brennstoff
aktiviert. Diese erfolgte also über die
Batterie,
so dass eine ausreichende
Leistung
vorhanden sein musste.
Erst wenn von der
Turbine genug
Leistung
abgegeben wurde, konnte auch die Vorwärmung selber übernommen werden. Die
Batterie
konnte somit wieder geladen werden. Sie sehen, die
Gasturbine
musste für den Betrieb vorbereitet werden. Das führte dazu, dass diese
nicht von Beginn an, die volle Leistung abgeben konnte. Wie sich das auf
den Betrieb auswirkte, werden wir erfahren, wenn wir uns der Bedienung
annehmen.
Uns bleibt somit nur noch die
Anzapfung
mit einer
Spannung
von 34
Volt.
Diese wurde für den Start des
Dieselmotors
benötigt. Bei diesem Motor handelte es sich eigentlich um den Starter für
die
Gasturbine.
Jedoch konnte damit auch ein bescheidener Fahrbetrieb erfolgen, oder die
Druckluft
für die
Bremsen
ergänzt werden. Daher war nur eine bescheidene
Leistung
erforderlich, denn in der Regel sollte die
Turbine arbeiten.
Speziell war, dass man auch bei der Firma Sulzer Motoren baute. Diese
waren jedoch nicht von der passenden Grösse, so dass man den
Die-selmotor
bei einem Erbauer von LKW und Bussen bezog. Es handelte sich um einen Viertakt-Dieselmotor mit sechs Zylindern. Dieser konnte maximal eine Leistung von 120 PS abgegeben. Während der Dauer einer Stunde war wegen der Kühlung nur noch eine Leistung von 110 PS vorhanden.
Geringe Werte, die aber für den Start der
Gasturbine
ausreichte. Auch ein bescheidener Fahrbetrieb und die Erzeugung der
Druckluft
war kein Problem. Jedoch durfte immer nur eine der drei Möglichkeiten
genutzt werden. Um die Turbine zu starten, wurde mit dem Dieselmotor ein Hilfs-generator aktiviert. Dessen Spannung wurde nun dazu benötigt, den Hauptgenerator als Motor zu betreiben.
Da sich dieser nun drehte, wurde über die Welle das Gebläse aktiviert und
gleichzeitig die
Gasturbine
in Drehung gebracht. War der Luftstrom gross genug, konnte mit dem
Zündstab die Verbrennung aktiviert werden und die Gasturbine lief
selbstständig.
Im Gegensatz zur
Gasturbine,
musste für den Betrieb des Motors
Dieselöl
verwendet werden. Dieses wurde in einem eigenen
Tank
mitgeführt und dessen Inhalt zeigt, dass der
Dieselmotor
eigentlich nur dazu gedacht war, die
Turbine zu starten, denn die 22 Liter Dieselöl, die
mitgeführt wurden, reichten schlicht nicht für längere Fahrten und die
Leistung
des Motors auch nicht zur Führung eines Zuges. Es war also nur ein
Hilfsdiesel.
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