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Umstellung auf Wechselstrom |
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Bevor wir uns die
Umstellung auf
Wechselstrom
ansehen, noch ein paar Worte zur erhalten gebliebenen
Lokomotive.
Die Ae 3/5 mit der Nummer 365
sollte zu einem
Versuchsträger
werden. Dabei waren deren
Drehstrommotoren
wichtig und nicht die
Zugkraft.
Die BBC hatte bei Abklärungen festgestellt, dass das grösste Problem die
festen Geschwindigkeiten waren. Zudem war die komplizierte
Fahrleitung
auch nicht gut angekommen.
Die Idee der Fachleute
bei der BBC war, dass man den
Wechselstrom
aus
Fahrleitung
bezog und diesen auf dem Fahrzeug in einen
Drehstrom
umwandelte. Die bisher verwendeten
Umformer
waren jedoch nicht geeignet. Daher sollte ein neuartiger
Umrichter
verbaut werden. Bei diesem sollte der Wechselstrom mit
Gleichrichtern
aus Quecksilberdampfröhren umgewandelt werden. Dieser Gleichstrom sollte
dann zum Drehstrom werden.
Sollte Ihnen die Idee
bekannt vorkommen, dann ist es genau das Prinzip, das heute angewendet
wird. Noch mussten aber die
Wechselrichter
entwickelt werden und daher wurde der
Versuchsträger
vorerst abgestellt. Dass die erste
Lokomotive
mit statischem
Umrichter
vor 1940 nicht Tatsache wurde, war der Wirtschaftskrise geschuldet. Die
Arbeiten für die Entwicklung der Wechselrichter mussten eingestellt
werden.
Als während dem zweiten
Weltkrieg der Rohstoff Kupfer dringend benötigt wurde, fanden nicht nur
viele
Feuerbüchsen
den Tod, sondern auch die
Ae 3/5 mit der Nummer
365, die ausgesprochen viel von dem Metall hatte. Das Projekt
Umrichter
wurde abgebrochen, die
Lokomotive
den wertvollen Metallen beraubt und die Überreste dem Schrotthändler des
Vertrauens übergeben. Der letzte Zeuge an den Betrieb mit
Drehstrom
verschwand.
Damit können wir zur
Umstellung der
Spannung
in der
Fahrleitung
kommen. Als sich die Schweizerischen Bundesbahnen SBB dazu entschlossen
hatten, die Anlagen mit dem
Wechselstrom
zu versorgen, war eigentlich klar, dass die Anlagen in Brig in absehbarer
Zeit verschwinden könnten. Die Preise für
Kohlen
und die Angst vor einem erneuten Anstieg der Preise führten zur
Verlängerung, denn diese konnte schnell umgesetzt werden.
Mit der im Jahre 1913
eröffneten Lötschberg-strecke gab es in Richtung Schweiz keine
Mög-lichkeit mehr zur Ausrüstung mit
Drehstrom.
Es wäre nur noch die
Südrampe
zum Simplontunnel zur Verfügung gestanden. Die Umstellung der Südrampe auf den Drehstrom war zwar im Vertrag geregelt worden, aber man nahm es nicht so ernst. Gerade mit der Wahl eines zu Italien passenden Systems, hätten sich hier viele Möglichkeiten ergeben.
Das Problem der Anlagen
in Brig gab es auch in Italien und daher wurde dort schon früh mit
Gleichstrom
gearbeitet. Dieser sollte schliesslich bis Domodossola verlängert werden.
Der zweimalige Wechsel blieb erhalten.
So war klar, dass die
Umstellung der Strecke von
Drehstrom
auf
Wechselstrom
nicht so einfach werden würde. Es ist einfacher eine mit Dampflokomotiven
befahrene Strecke umzustellen, als eine andere
Fahrleitung
zu installieren, während mit einer anderen gefahren wurde. Man musste in
Schritten arbeiten und diese benötigten auch etwas mehr Zeit. Dabei begann
alles mit einem geordneten Rückbau der Anlagen.
Sehen wir uns diese
Umstellung an. In einem ersten Schritt wurde der Betrieb mit
Drehstrom
eingestellt. Die Traktion der Züge wurde nun von den Dampflokomotiven
übernommen. Das erfolgte zuerst auf dem Abschnitt zwischen Sion und Brig.
Der
Tunnel
sollte erst in einer späteren Phase ungestellt werden. Dass man deswegen
viel Glück hatte, wusste man damals noch nicht, aber wie immer alles schön
der Reihe nach.
Dazu hätten aber wegen
der höheren
Spannung
die
Isolatoren
gewechselt werden müssen. In dem Fall baut man gleich die ganze
Fahrleitung
um. So kann auch ein Teil vorbereit werden, denn die neuen Masten standen,
als abgeschaltet wurde.
Soweit die Arbeiten an
den Anlagen. Die Teilung der Arbeiten mussten auch erfolgen, weil die
Bereiche in den
Kraftwerken
auch verändert werden mussten. Zwar hatte man mit Massaboden eine
leistungsfähige Anlage, aber die dort eingebauten Maschinen passten nicht.
So musste dort auch ein Teil abgebaut werden. Die Teilung hatte durchaus
einen Vorteil. Jedoch war klar, dass schnell mit den Arbeiten im
Tunnel
begonnen werden sollte.
Gerade als man mit den
Arbeiten im Simplontunnel nach dem beschriebenen Muster beginnen sollte,
kam der schwarze Tag. Weit entfernt kam am 04. Oktober 1926 im
Rickentunnel ein Zug mit Dampflokomotive zu stehen. Neben der Besatzung
starben auch die herbeigeeilten Retter an einer Vergiftung mit
Kohlenmonoxyd.
Jetzt war es amtlich, Dampflokomotiven und lange
Tunnel
waren keine gute Kombination und der Simplon war lang.
Es war geplant, dass
die Tunnelstation während der Arbeiten mit Personal besetzt würde und man
in einer Röhre mit Dampflokomotiven fuhr. Nach dem Vorfall im Rickentunnel
befürchtete man zu recht Probleme mit dem Personal. Jetzt wusste man von
der Gefahr und wer nun Arbeiter absichtlich und ohne Schutz dieser Gefahr
aussetzt, ist nicht nur bösartig, sondern vergeht schlicht ein schweres
Verbrechen, denn das ist Mord.
Die Zusage der FS hatte
man, denn wir müssen bedenken, ab Südportal gehörte diese zum
italienischen Netz. Was bei
Drehstrom
nicht klappte, sollte der
Wechselstrom
nun schaffen. Am 15. Januar 1927 konnte der elektrische Betrieb mit Wechselstrom auf der Strecke zwischen Sion und Brig aufgenommen werden.
Auswirkungen hatte das
auch auf die BLS, denn deren
Fahrleitung
wurde nun in jene der
Staatsbahnen
integriert. Kurz vor dem
Bahnhof
erfolgte die elektrische Trennung zum Netz der BLS mit einer normalen
Schutzstrecke. Sämtlich Züge nach dem Simplontunnel benötigten nun
eine Maschine mit Dampf.
Beim Simplontunnel sah
man eine schrittweise Umstellung vor. Der Betrieb mit
Drehstrom
wurde in eine Röhre verlegt und die Tunnelstation aktiviert. So konnte
wieder wie vor 1921 gefahren werden. In den nun stillgelegten Abschnitten
konnte die neue
Fahrleitung
montiert werden. Das ging sogar recht schnell, da man den ganzen Tag
arbeiten konnte. Doch damit war es nicht getan, denn es gab ein Problem
auf der Strecke.
Die Tunnelstation war
nur so ausgelegt worden, dass eine Kreuzung von zwei Zügen möglich ist,
die in der älteren Röhre verkehrten. Wurde durch die zweite Röhre
gefahren, konnten die
Weichen
nur als
Spurwechsel
genutzt werden. Doch da kam eine Lösung, die nur eine kurze Einschränkung
erforderte. Man trennte einfach die beiden
Tunnel.
So konnte der fehlende Abschnitt im Simplon II mit der neuen
Fahrleitung
versehen werden.
Danach begannen sofort
die Arbeiten auf dem ersten Ab-schnitt. Es war eine 20 Kilometer lange
einspurige Strecke ohne Kreuzung. Der Vorteil war nur, dass die
Reisezüge
schneller fahren konnten und so den
Tunnel
in rund zwölf Minuten schafften.
Der elektrische Betrieb
mit
Wechselstrom
begann am 02. März 1930 und er endete vorerst noch im
Bahnhof
von Iselle. Der Aufbau der
Fahrleitung
in der
Südrampe
konnte erst am 15. Mai 1930 abgeschlossen werden. Damit erreichte an
diesem Tag der erste elektrische Zug den
Bahnhof
von Domodossola und der kam von der Schweiz und fuhr mit Wechselstrom. Die
Arbeiten dauerten noch an, da noch Nebenbereiche umgebaut wurden.
Heute sind die beim
Betrieb mit
Drehstrom
vorhandenen Anlagen im Wallis längstens verschwunden. An jene Zeit
erinnert nur noch ein
Asynchronmotor
in einem Museum. Jedoch hat gerade dieser die Umstellung überstanden, denn
seit der
Umrichter
Tatsache wurde, kommen nur noch so aufgebauten Fahrzeuge in Betrieb. Die
mühsame
Fahrleitung
verschwand und die mühsame Regelung wurde von einem Computer übernommen.
Fahrleitungen für
Triebfahrzeuge
mit
Drehstrom
verschwanden in der Schweiz danach immer wieder. Bahnen wurden
eingestellt, oder umgebaut. Wer solche Anlagen heute noch sehen will, muss
in die Berge reisen. Die Bahn von der kleinen Scheidegg nach dem
Jungfraujoch und jene von Zermatt hoch auf den Gornergrat sind die
einzigen in der Schweiz, die noch mit der doppelpoligen Fahrleitung
arbeiten.
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