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FS-Lokomotiven Nr. 361 - 363 |
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Baujahr |
1902 |
Erbauer |
Ganz (Ungarn) |
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Länge über Puffer |
11 540 mm |
Anzahl Fahrmotoren |
2 Doppelmotor | ||||||||
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Achsstand |
9 500 mm |
Polzahl |
8 |
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Durchmesser TA |
1 500 mm |
Anfahrzugkraft |
93 kN |
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Durchmesser LA |
850 mm |
Stundenleistung |
880 kW / 1200 PS |
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Dienstgewicht |
62 t |
Geschwindigkeiten |
34 und 68 km/h |
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Adhäsion |
42 t |
V max. |
75 km/h |
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Die drei
Lokomotiven
mit den Nummern 361 bis 363 waren von den italienischen
Staatsbahnen
FS gemietet worden. Dabei behielten diese Lokomotiven die Nummern und die
ursprüngliche Bezeichnung nach den Regeln in Italien. Da jedoch keine
lange Miete erwartet wurde, verzichtete man auf eine Umzeichnung. Noch
lief ja der
Versuchsbetrieb
der BBC und daher hatten die Schweizerischen Bundesbahnen SBB kaum
Einfluss.
Es war also die damals in Europa übliche Konstruktion vorhanden,
was in Anbetracht der neuen Technik auch nicht verwunderlich war. Dabei
bildete dieser Rahmen auch den Abschluss der
Lokomotive.
Dazu war ein
Stoss-balken
montiert worden. Am Stossbalken montiert wurden die Zug- und Stossvor-richtungen nach UIC. Diese umfassten den in der Mitte montierte Zughaken mit Schraubenkupplung und der da-mals üblichen Notkupplung.
Diese
Zugvorrichtungen
wurden mit den seitlichen
Stan-genpuffern
als Stosselemente ergänzt. Es wurden auch die damals üblichen gewölbten
und flachen
Pufferteller
ver-wendet. So passten die
Lokomotiven
an die anderen Fahr-zeuge.
Auf dem Rahmen aufgebaut wurde der mittig angeordnete Kasten.
Dieser umfasste die Seitenwände und die beiden
Führerstände.
Diese waren offen ausgeführt worden und hatten keine Rückwand zum
Maschinenraum.
Das erlaubte es auch, dass die Einstiege in die Mitte der
Lokomotive
verschoben wurden. Das war eine eher unübliche Position für die
Einstiegstüre
mit den beiden
Griffstangen
und der darunter montierten Leiter.
Dieser Kasten wurde mit einem einfachen Dach abgedeckt. Es war so
eine einfache Kiste entstanden, deren beiden
Fronten
in der Mitte spitzig zusammenliefen. Wegen den kaum abgedichteten
Frontfenstern,
war der Kasten eine Durchzugsbude, wie es sie kaum mehr gab. Da auch keine
Heizung
vorhanden war, wurde es im Winter wirklich bitterkalt. Da der
Simplontunnel jedoch warm war, sah man keinen Grund für Luxus.
Gerade diese ausgesprochen flache Schnauze sollte es in der
Schweiz nie mehr geben. Jedoch sorgte diese auch dafür, dass aus dem
Führerhaus
eine gute Sicht auf den
Stossbalken
vorhanden war. Um die Vorbauten war eine Plattform vorhanden. Diese wurde mit einem Geländer versehen, das um den ganzen Vorbau lief. Dieses Geländer war nur an der Front geöff-net worden.
Dort endete es in den nach vorne abstehenden
Griff-stangen.
Dank dem darunter am
Stossbalken
montierten
Übergangsblech
war der Zugang von den Wagen zur
Loko-motive
möglich. Damit auch der Zugang zum
Maschinen-raum
möglich war, war eine Türe vorhanden.
In diesem Zusammenhang waren die grün eingefärbten Aufbauten mit
den später gebauten
Lokomotiven
ver-gleichbar. Auch wenn keine mehr so flache
Vorbauten
haben sollte. Sie sehen, dass sich der Aufbau von Kasten für die
Lokomotiven immer von den vorhandenen Modellen ableitete. Die drei
Lokomotiven waren dafür ein sehr gutes Beispiel. Auch sonst sollten sie
auf die Maschinen des Betriebes mit
Drehstrom
viel Einfluss haben.
Das
Laufwerk
dieser
Lokomotiven
wurde mit der
Achsfolge
1’ C 1’ angegeben und das war wirklich eine vereinfachte Darstellung, denn
nur die mittlere
Triebachse
war direkt im Rahmen gelagert worden. Dabei kamen die damals üblichen
Gleitlager
zur Anwendung. Auch bei deren
Schmierung
änderte sich gegenüber der vorhandenen
Dampfmaschinen
nichts. Das war zu erwarten, da ja das
Fahrwerk
von diesen abgeleitet wurde.
Damit war jedoch klar, dass diese
Lokomotiven
keinen festen
Radstand
hatten und zur Führung der Lokomotive kräftige
Blattfedern
verwendet wur-den. Diese waren auch für die
Achsen
vorhanden. Zum Schutz für das Laufwerk waren bei diesen Lokomotiven vor der Laufachse nur einfache Halter vorhanden. Die sonst in der Schweiz üblichen Schienenräumer waren daher nicht vorhanden.
Das war speziell, jedoch konnten diese bei Bedarf montiert werden.
Gerade durch die Tatsache, dass es die einzigen Maschinen ohne diesen
Schutz waren, lässt vermuten, dass diese hier nachträglich auch noch
angebracht wurden. Das von den tief im Rahmen eingelassenen Fahr-motoren erzeugte Drehmoment wurde ohne ein Getriebe auf die Blindwelle übertragen.
An diesen beiden Wellen war dann der bei elek-trischen
Lokomotiven
übliche
Dreiecksrahmen
an-geschlossen worden. Dieser sorgte dafür, dass das
Drehmoment
auf die mittlere
Achse
übertragen wurde. Gleichzeitig waren aber auch die beiden
Fahrmotoren
darüber verbunden worden.
Auf die beiden in den
Drehgestellen montierten
Triebachsen wurde das
Drehmoment
schliesslich noch mittels einfacher
Kuppelstangen übertragen.
Um die Massen etwas auszugleichen, waren in den
Rädern Gegengewichte
vorhanden, bei den
Blindwellen wurden diese jedoch gegenüber der Kurbel
verbaut. So waren die Gewicht etwas ausgeglichen worden. Eine Lösung, die
bei
Antrieben mit
Triebstangen üblich war, das galt auch für den
Versatz.
Eine Lösung die nicht
verändert werden konnte, da hier die physikalischen Gesetze galten. Somit
haben wir hier ein durchaus übliches
Laufwerk
erhalten, das wegen der
fehlenden Steuerung einen guten Blick auf die verbauten
Räder erlaubte. Um die Adhäsion zu verbessern waren Sandstreu-einrichtungen vorhanden. Bei den hier verbauten Lösungen wurde der Quarzsand mit Hilfe von Druckluft auf die Schie-nen befördert.
Für diese Einrichtung und die verbauten
Bremsen musste daher
Druckluft erzeugt werden. Dazu war ein
Kompressor
vorhanden. Auf dem Dach befanden sich dann noch die
Hauptluftbehälter, die
dann mit den Verbrauchern verbun-den waren.
Neben den Verbrauchern der
Lokomotive
wurde die
Druck-luft auch für die
verbauten
Bremsen benötigt. Hier war die Doppelbremse nach
Westinghouse
vorhanden. Diese bestand aus der
Regulierbremse und der
Westinghousebremse
und sie war eine der Forderungen im Vertag mit den Schweizerischen
Bundesbahnen SBB. Sowohl deren Aufbau, als auch deren Wirkung war mit den
anderen
Lokomotiven
identischen ausgeführt worden.
Auch wenn es sich hier um italienische
Lokomotiven
handelte. Die beiden
Laufachsen waren nicht gebremst worden. Das war eine in der Schweiz damals
übliche Lösung und sie sollte nicht mehr verändert werden, denn Laufachsen
waren grundsätzlich nicht gebremst worden. Somit entsprach der mechanische
Teil durchaus den anderen mit Dampf betriebenen Modellen. Wirklich neu war
der elektrische Teil dieser Lokomotiven.
Diese bewährten sich jedoch nicht, so dass schnell die
beim Netz im Simplon-tunnel verbauten normalen
Stromabnehmer verwendet
wurden. Daher war nur in diesen Maschinen ein Unterschied vorhanden.
Gehoben wurden diese Bügel mit Hilfe der vorhandenen
Druckluft.
Nicht bei allen drei
Lokomotiven
identisch war jedoch die Regelung der
Zugkraft. Diese wurde zwar nach dem gleichen Prinzip aufgebaut, aber es
gab Unterschiede bei der Ausführung. Beginnen wir mit den gemeinsamen
Punkten. Es wurden hier Anlasswiderstände verwendet und die Motoren wurden
in Kaskade, oder als Single betrieben. Diese beiden Schaltungen erlaubten
feste Geschwindigkeiten von 34 und 68 km/h.
Die Unterschiede betrafen die Anlasswiderstände. Bei der
Lokomotive
mit
der Nummer 363 wurden
Widerstände aus Metall verwendet. Diese konnten auf
die übliche Weise mit Luft gekühlt werden und sie fanden den Platz in den
Vorbauten. Bei der Position gab es bei den anderen beiden Lokomotiven
keinen Unterschied, jedoch bei den Widerständen, denn hier wurden
luftgekühlte Wasserwiderstände verwendet.
Für die
Widerstände der Nummern 361 und 362 musste daher normales Wasser
mitgeführt werden. In jedem
Vorbau wurde daher ein Behälter eingebaut, der
500 Liter Wasser aufnehmen konnte. Auf die
Lokomotive
hochgerechnet ergab
das eine Tonne und der Vorrat musste in regelmässigen Abständen ergänzt
werden, denn bei der
Kühlung ging Wasser verloren. Mit anderen Worten, die
Lokomotive mussten Wasser fassen.
Unterschiedlich war
nur, dass hier deutlich weniger Dampf erzeugt wurde, aber dank diesem
Effekt, waren die beiden
Lokomotiven leicht von den anderen zu
unterscheiden, denn es waren die einzigen mit
Wasserkühlung. Auch bei der Zuschaltung der Anlasswiderstände gab es Unterschiede. So wurde bei den Nummern 361 und 362 eine automatische Zuschaltung der Widerstände verbaut. Diese lief jedoch nur soweit, bis die synchrone Drehzahl erreicht war.
Somit
war eine der beiden
Fahrstufen erreicht worden. Nach
der Umschaltung der Motoren, schaltete der Automat die
Widerstände wieder
automatisch zu, so dass nur zwei Stufen eingestellt werden konnten.
Bei der
Lokomotive
mit der Nummer 363 wurde diese Lösung nicht angewendet.
Hier war auf dem
Führerpult ein
Handrad vorhanden. Mit diesem konnten die
Widerstände manuell zugeschaltet werden. Das war hier möglich geworden,
weil die hier verbauten Anlasswiderstände auch etwas länger belastet
werden konnten. Jedoch durfte auch bei der manuellen Steuerung nur in den
beiden synchronen
Fahrstufen gefahren werden.
Für die Versorgung der
Hilfsbetriebe, die hier aus den
Kompressoren und
den
Ventilatoren bestanden, wurde nicht der
Drehstrom aus der
Fahrleitung
verwendet. Es wurden daher zwei
Transformatoren verbaut. Dieser gab eine
feste
Spannung von 110
Volt ab.
Anzapfungen für andere Spannungen waren
jedoch nicht vorhanden, es war daher nur eine einfache Übersetzung für das
benötigte
Bordnetz der
Lokomotive
vorhanden.
Das konnte jedoch für die
Dienstbeleuchtung nicht ak-zeptiert werden. Daher
wurde diese nicht an dieser
Spannung angeschlossen. Wir müssen uns diese
daher noch etwas genauer ansehen. Auf diesen Lokomotiven wurde keine Batterie verbaut und somit war kein von der Fahrleitung unabhängiges Stromnetz vorhanden. Im Fahrzeug sorgte das nur für verärgertes Personal.
Bei der
Dienstbeleuchtung war dieser Umstand
gerade im Simplontunnel gefährlich. Aus diesem Grund wurde hier die Lösung
von den damals bereits eingesetzten Dampflokomotiven verwendet. Jedoch gab
es zur Schweiz einen Unterschied.
Damals wurden in der Schweiz Laternen verwendet, die mit
Kalziumkarbid
betrieben wurden. Auf Anweisung der italienischen Behörden waren diese
jedoch nicht zugelassen worden. Daher wurden diese Maschinen nach den
Vorgaben ausgerüstet. Es wurden daher Laternen verwendet, die mit
Leuchtpetrol
betrieben wurden. Noch gab es also bei den elektrischen
Lokomotiven keine
elektrische
Dienstbeleuchtung. Das sollte jedoch nicht lange so sein.
Bereits erwähnt habe ich den grünen Kasten. Das
Laufwerk
wurde nach den
Regeln der Dampflokomotiven gefärbt und dabei gab es einen Unterschied zu
den in der Schweiz üblichen Farben. Hier wurden die
Radkörper mit einem
dunkelroten Anstrich versehen. Die blanken Stellen bei den
Bandagen und
den
Triebstangen blieben jedoch auch hier vorhanden. Es war also deutlich
zu erkennen, dass die Maschinen aus Italien kamen.
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