Einleitung

Ist ein Dach für die Eisenbahn überhaupt notwendig? Alleine der Titel wirft viele Fragen auf und daher müssen wir diese zuerst beantworten. Wir alle leben heute in einem Gebäude das ein Dach besitzt. Dieses kann unterschiedlich aufgebaut sein, es hat aber immer den gleichen Zweck. Ein normales Dach soll uns vor der Natur und dort besonders vor dem Regen schützen. Dazu erfüllt es aber noch weitere Aufgaben, die wir nicht näher ansehen wollen.

Keine Eisenbahn der Welt benötigt ein Dach über dem Kopf um sich von den Gefahren der Natur zu schützen. Selbst die Strecken, die zu einem grossen Teil unter der Erde verkehren gelangen immer wieder an die Oberfläche.

Daher sind sie auch geeignet um sich den Gefahren auszusetzen. Trotzdem besitzen auch diese das Dach, das ich im Titel gewählt habe und dieses ist zudem recht löcherig und bietet kaum Schutz.

Auch wir können diesem Wetter durchaus auch ohne ein Dach widerstehen. Da wir jedoch als Schutz vor der Nässe kein Fell mehr besitzen, schützen wir uns mit Kleidung vor dem Regen.

Diese ist jedoch nicht so gut und so müssen wir uns mit weiteren Massnahmen vor der Nässe schützen. Muss das auch die Eisenbahn machen und so einen Schirm aufspannen? Natürlich nicht und wenn, dann nur das dort eingesetzte Personal.

Eisenbahnen sind grundsätzlich dazu ausgelegt worden, sich ohne Probleme den von der Natur erzeugten Gefahren auszusetzen. Daher ist eine Überdeckung in der Regel nicht erforderlich und der Titel in diesem Zusammenhang schlicht falsch. Jedoch auch nicht so sehr, wie wir vermuten. Bahnen sind nicht seit Beginn mit einem Dach versehen worden und dieses bietet erst noch keinen Schutz vor den Gefahren der Natur.

Auch wenn ich diesen Titel für die Vorstellung der bei den Bahnen heute sehr oft verwendeten Fahrleitungen genommen habe, diese umfasst weltweit längst nicht alle Strecken. Selbst in der Schweiz gibt es immer noch Strecken und Abschnitte, die ohne dieses Dach auskommen. Jedoch sind diese so selten, dass wir sie kurz ansehen müssen, denn gerade dieser Umstand macht sie so spannend, dass wir nicht wegsehen können.

Ich erwähne zwei davon, denn es sind Bahnen, die wirk-lich kein Dach besitzen und dabei gilt die Dampfbahn Fur-kabergstrecke eher als Museumsbahn und sie ist noch in einem anderen Punkt sehr speziell.

Der Grund ist, dass hier wirklich viele Jahre das Dach der Eisenbahnen vorhanden war und diese diente keineswegs dem Schutz vor den Gefahren, denn diese konnten auch diesen Teil sehr gefährlich werden und so handelte man.

Die von dieser Gesellschaft befahrene Strecke war sehr speziell, denn diese besass unser Dach früher und dieses wurde im Herbst bei der Einstellung des Betriebes immer wieder abgebaut.

Im Frühjahr erfolgte unweigerlich der Aufbau wieder und das konnte sich keine Bahngesellschaft leisten. Mit der Mu-seumsbahn über die Bergstrecke wurde dieses Dach ein-fach nicht mehr aufgebaut und so wieder mit den alten Lokomotiven gefahren.

Sie sehen, das Dach der Eisenbahn kann entfernt werden, jedoch ist das so selten der Fall, dass dieser Schritt wirklich nur hier erfolgte.

Wobei Bahngesellschaften, die im Winter den Betrieb einstellen und die Anlagen dafür abbauen gibt es immer noch. Ein Beispiel ist hier sicherlich die Pilatusbahn, die weiterhin nach diesem Prinzip arbeitet. Wir jedoch sind bei den Bahnen, die das Dach der Eisenbahn gar nie besassen.

Dabei meine ich nicht jene kurzen Abschnitte, die nicht damit ausgerüstet wurden. Vielmehr wollen wir uns eine Bahngesellschaft ansehen, die auf das Dach der Bahnen verzichtet und so zu einem speziellen Fall in der Schweiz wurde. Weltweit gibt es jedoch noch unzählige vergleichbare Bahnen. Diese werden mit Maschinen befahren, die mit Dampf, oder aber mit einem Dieselmotor angetrieben werden und da braucht es kein Dach.

Die zweite Bahn ohne unser Dach ist die Brienz Rothorn Bahn im Berner Oberland. Wer hier von einer Museumsbahn spricht liegt komplett falsch, denn diese Strecke wurde nie mit einem Dach versehen.

Als diese aufgebaut wurden, war die Bahn nicht in Betrieb und heute ist sie eine der wenigen Eisenbahnen in der Schweiz, wo die Dampflokomotiven immer noch planmässig eingesetzt werden. Ein Besuch lohnt sich sicherlich.

Mit der Bahn auf das Rothorn von Brienz gehen wir in die Geschichte und da mit unserem Dach der Eisenbahn die Elektrizität gemeint ist, müssen wir wirklich in der Ge-schichte sehr weit zurück gehen.

Diese begann mit dem Zeitpunkt, als aus dem Tier der Mensch wurde, denn zu diesem Zeitpunkt verlor das Lebe-wesen die Furcht vor dem Feuer, denn dieses war die erste Energiequelle, die der Mensch nutzen konnte.

Wie nahe er dabei bei der heute üblichen Elektrizität war, wusste der Mensch schlicht noch nicht. Dabei war die Entstehung des Feuers ein wichtiger Punkt, denn dieses konnte zwar beherrscht und erhalten, aber zu Beginn noch nicht erzeugt werden. Es fand noch eine natürliche Anfachung des Feuers statt und diese wurde durch Elektrizität erzeugt. Sollten Sie sich nun die Haare raufen, denn ist das wirklich so.

Die heute genutzte Energiequelle wurde zu Beginn wirklich für die Erzeugung des Feuers genutzt. Das war bereits der Fall, als es den Menschen schlicht noch nicht gab und das Phänomen war so kräftig, dass sich jedes Tier dafür fürchtete. Auch der Mensch hat davor immer noch seine Furcht nicht verloren, denn wir wissen und die grossen Gefahren, die damit von der Natur kommt und wir nennen diese schlicht Gewitter.

Gewitter erzeugen Blitze. Diese leuchten hell und erzeugen grossen Lärm und sind ge-fürchtet. Jedoch ist so ein Blitz eigentlich nichts anderes als eine elektrische Entladung. Wie das von den Fachleuten genannt wird, erfahren wir später, wenn wir uns dem Thema annehmen. Wir nutzen diesen für die erste Energiequelle des Menschen, denn an der Stelle wo der Blitz einschlägt, entsteht grosse Wärme und daher kann ein Feuer angefacht werden.

Durch Blitze geriet das Buschland oft in Brand. Durch das Feuer kam es zum Phänomen, das Feuersturm genannt wird. Das durch den Blitz erzeugte Feuer benötigt Sauerstoff, der mit Wind zugeführt wird. Dadurch wird das Feuer angefacht und der Wind verstärkt. Das Feuer gerät ausser Kontrolle und wir haben unseren Feuersturm, der so gewaltig ist, dass wir uns auch heute noch davor fürchten.

Vor dem Feuersturm musste man fliehen, wenn er jedoch vorbei war, kehrten die ersten Menschen zurück und nutzten das immer noch vorhandene Feuer. Dieses wurde gehegt und gepflegt und sogar mitgenommen, wenn man sich an einen anderen Ort verschob. Dort wurde das noch vorhandene kleine Feuer wieder genährt und daher vergrössert. So konnte der Mensch dessen Wärme nutzen und auf das Fell verzichten.

Eine grosse Gefahr war, dass man das Feuer verlor, denn dann musste man auf das nächste Gewitter warten. Daher versuchte der frühe Mensch das Feuer selber zu entfachen. Als das gelang, war man nicht mehr von den Blitzen abhängig und damit vergass man die damit verbundene Elektrizität. In der Folge wurde das Feuer für jeden Bereich genutzt. Genau genommen nutzte man das Licht und die Wärme dieses Feuers.

Gerade zu Beginn, bot dieses Feuer auch Schutz vor den Tieren, denn diese hatten grosse Angst vor dem Feuer und das sollte eigentlich auch der Mensch haben, denn Feuer sind nicht so harmlos, wie wir uns immer wieder vormachen.

Die Gefahr wurde dabei schon früh erkannt, denn die Menschen setzten sich um diese Feuer, das am Lagerplatz erzeugt wurde und dabei war es nicht immer angenehm, denn nicht jede Stelle war geeignet.

Ein Feuer erzeugt als Abfallprodukt immer Rauchgase. Diese können ebenfalls grosse Gefahren bieten. Wenn wir wieder zum Lagerfeuer kommen, dann wissen jene, die sich an den falschen Ort setzten, dass dieser in den Augen brennt und man husten muss.

Es sind die giftigen Bestandteile, die dazu führen. Daher sollte man sich an einen anderen Ort setzen, denn länger in diesem Rauch kann auch zum Tod führen.

Immer noch ist eine Besonderheit vorhanden, denn der Mensch ist im Grunde auch nur ein Tier. Der Geruch von Rauch wird von der Nase in kleinsten Mengen aufge-nommen und das Gehirn kennt diesen ganz gut.

So kommt es, dass wir den Rauch riechen können, auch wenn wir ihn optisch nicht sehen. Früher war das für die Flucht vor dem Feuer wichtig, denn nur wer genug Vorsprung hatte, konnte einem Feuersturm entkommen.

Damit können wir nun zur Eisenbahn kommen. Bei der Eisenbahn versuchte man dieses Feuer so gut es ging in den Griff zu bekommen. Das gelang jedoch auch nicht immer, denn oft wurden durch die Glut trockene Wälder in Brand gesetzt. Auch die Rauchgase waren ein Problem, als die Bahnen immer öfters auch in den Untergrund gingen. Gerade die längeren Tunnel sind eine grosse Gefahr, denn die Leute können darin wirklich ersticken.

Gerade die grosse Gott-hardbahn ist ein gutes Bei-spiel. Diese wurde, wie das damals üblich war, mit Dampflokomotiven befah-ren.

Dabei besass jene Strecke mit dem Scheiteltunnel eine 15 Kilometer lange Über-deckung.

Mit drakonischen Strafen wurde versucht, die Gefahr im Scheiteltunnel zu bannen. Heute wissen wir, dass es ein Wunder war, dass es während diesem Betrieb nie zu einem schweren Vorfall gekommen ist.

Wie so oft, wurde man sich diesen Gefahren erst bewusst, als es zu den damit verbundenen Unfällen kam. Feuer und Tunnel, aber auch Höhlen sind keine gute Kombination, denn die Rauchgase können Menschen ohne Vorwarnung umbringen. In der Schweiz kann als Beispiel für diese Gefahren des Rauches der schwere Unfall im Rickentunnel genommen werden. Neben den verunfallten Leuten kam auch die Retter ums Leben.

Die giftigen Gase, die im Rauch vorhanden sind, sorgen dafür, dass man einschläft. Ursächlich dafür ist das gefürchtete Kohlenmonoxyd. Ein Erwachen, ist jedoch nicht mehr möglich. Eine heimtückische Gefahr, die aber nicht so leicht umgangen werden konnte. Gerade diese Gefahr ist bekannt, denn in Weinkeller ist immer eine Kerze angefacht worden. Erlosch die Flamme, mussten die Leute den Bereich fluchtartig verlassen.

Das Feuer wurde jedoch dazu benötigt, um Wasser zu erwärmen und den Dampf für den Antrieb zu nutzen. Dieser Dampf bot ebenfalls grosse Gefahren. So konnte man sich daran verbrühen und Dampf und Rauch waren nicht überall beleibt. Besonders bei den Bahnen, die in den Städten verkehrten, denn in den engen Gassen konnte so auch einer Feuerbrunst entstehen. Jedoch wollte man auch dort die Vorteile der Eisenbahn nutzen.

In Städten verkehrten sogenannte Pferdetram, die in der Schweiz oft auch als Rösslitram bezeichnet werden. Bei diesen Strassenbahnen wurde ein Wagen, der auf in der Strasse eingelassenen Schienen rollte, von einem Pferd gezogen.

Diese frühen Strassenbahnen waren in vielen Städten ver-breitet und sie wurden von den allersten Eisenbahnen abgeleitet, denn irgendwann wollte der Mensch den Wagen nicht mehr schieben.

Auch wenn ich hier die Städte erwähnte, diese von Pferden gezogenen Wagen gab es zu Beginn der Bahnen auch an anderen Orten. Bei Gruben wurden diese Lös-ungen früh umgesetzt und die einfachen Wagen wurden von Pferden gezogen.

Eine Lösung, die sogar noch angewendet wurde, als man die Dampflokomotiven bereits kannte. Beim schweren Unfall im Lötschbergtunnel kamen auch einige Pferde zu Schaden.

Mit den Dampflokomotiven begannen sich die Eisenbahn immer zu verbreiten. Jedoch ergaben sich damit aber immer mehr Gefahren. Besonders die Bahnen in dicht bebauten Gebieten waren immer mehr unbeliebt. Daher suchte man nach anderen Lösungen für den Antrieb von den Eisenbahnen und dabei erinnerte man sich an die Blitze und die nun vorhandene Elektrizität. Die Frage, ob diese denn auch genutzt werden kann, stellte sich.

Heute wissen wir dass es möglich ist, und die erste so betriebene Eisenbahn zeigte das. Dabei war speziell, dass diese unser Dach gar nicht benötigte, denn es wurden andere Quellen genutzt. Die besagte erste elektrische Eisenbahn der Welt müssen wir ansehen. Danach beginnen wir dann mit den Grundlagen für die heute verbauten Lösungen, denn das Thema elektrische Eisenbahn soll wirklich von Grund auf bearbeitet werden.

Eisenbahnen mit elektrischem Antrieb gab es schon sehr früh. Genau genommen fuhr die erste elektrische Lokomotive noch bevor die Eisenbahnen in der Schweiz fuhren. Im Jahre 1835 verkehrte in Vermont und damit den USA das von einem Schmied gebaute erste Modell einer elektrischen Eisenbahn. Auch wenn es damit begann, der Begriff Modell sagte es bereits, denn kommerziell genutzt werden konnte das Vehikel noch nicht.

Im Jahre 1842 kann es in England zur ersten Lokomotive mit elektrischem Antrieb. Diese auf der Strecke verkehrende Maschine wurde von Batterien betrieben und sie erreichte bei Versuchsfahrten eine Geschwindigkeit von 6.4 km/h.

Auch sie war nicht für den kommerziellen Einsatz geeignet. Zudem war die Technik nicht so weit, dass sich eine Umstellung von den Dampflokomotiven für eine Eisen-bahn gelohnt hätte.

Als erste praxistaugliche Lokomotive galt die 1879 von Werner Siemens gebaute und an der Berliner Gewerbeausstellung eingesetzte zweiachsige Lokomotive. Auf einem 300 Meter langen Rundkurs konnten damit drei Wagen mit je sechs Personen gezogen werden. Damit war zwar eher eine Parkbahn vorhanden, jedoch konnten damit erstmals auch Wagen und Leute befördert werden. Der Anfang war damit gemacht worden.

Um nun in die Welt der elektrischen Eisenbahnen eintauchen zu können und zu unserem Dach der Eisenbahn zu gelangen, müssen wir das Thema von Grund auf behandeln. Vielen Leuten ist diese Elektrizität immer noch ungeheuer und das ist nicht falsch. Wir hier beginnen mit den Anfängen und damit begeben wir uns in den Fachbereich der Naturwissenschaften und dort zudem in den Spezialbereich der Atomphysik.

 

  Navigation durch das Thema Weiter
  Home Depots im Wandel der Zeit Die Gotthardbahn
News Fachbegriffe Die Lötschbergbahn
Übersicht der Signale Links Geschichte der Alpenbahnen
Die Lokomotivführer Lokführergeschichte Kontakt

Copyright 2026 by Bruno Lämmli Lupfig: Alle Rechte vorbehalten