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Kastenaufbau |
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Das Fahrzeug teilte sich beim Bau in zwei Bereiche auf. Das war
der
Maschinenwagen
und der Wagensatz. Diese wurden von unterschiedlichen Herstellern gebaut
und hatten daher Unterschiede. Lediglich beim
Steuerwagen
kam auch der
Führerstand
des
Triebkopfes
zum Anbau. Wir werden diesen Bereich in den Maschinenwagen und die Wagen
aufteilen. Am Schluss formiert sich aus diesen Fahrzeugen der fertige
Triebzug.
Da der Schutz des Personals höher gewichtet wer-den musste, als
die bessere Übersicht, entstand eine Frontpartie, die gar nicht in die
Schweiz passen soll-te, die jedoch recht gefällig war.
Beginnen wir mit den bei Werkspoor gebauten Teilen. Dort wurde der
Triebkopf
aufgebaut und der
Führerstand
für den
Steuerwagen
in die Schweiz geschickt. Dabei gab es beim genauen Aufbau Unterschiede.
Das war auch der Fall, weil damals bei den Herstellern verschiedene
Lösungen gefunden wurden. In der Folge mussten die Führerstände für die
Steuerwagen leicht angepasst werden. Doch das kommt erst etwas später.
Beim Aufbau des Kastens für den
Maschinenwagen
verwendete der Hersteller eine Rohrkonstruktion. Im Gegensatz zu den
neusten selbsttragenden Kasten der in der Schweiz gebauten
Lokomotiven,
bildete hier ein Gerüst aus vierkantigen Rohren das Grundgerüst. Die
einzelnen Rohre wurden mit Hilfe der elektrischen
Schweisstechnik
zu einem Kasten verbunden, der bereits die Form des fertigen Fahrzeuges,
also ein Gerüst abbildete.
Auf die Aufteilung in den Untergurt, die Seitenwände und den
Führerstand
können wir schlicht verzichten. Es gab diese getrennten Baugruppen
schlicht nicht mehr. Auf dem Gerüst wurden dann einfach die entsprechenden
Bleche verschweisst. In den Stahlblechen waren dann die erforderlichen
Öffnungen vorgesehen worden. Solche Öffnungen befanden sich auf beiden
Seiten und im Bereich des späteren Daches, wo grosse Zugänge vorhanden
waren.
Bei den
Lüftungen kamen hier die neuen
Düsenlüftungsgitter
mit einer
Filtermatte
zur Anwendung. Diese gab es in den Seiten, aber auch im Bereich der
Seitenwand, wo diese in die Zone des Daches überging. Die erwähnten grossen Öffnungen waren die Auslässe für die Abgase. Diese wurden also nicht mittig ausgestossen, sondern waren seitlich versetzt worden. Das war eine Folge des Aufbaus, aber auch als Schutz für die Fahrleitung vorgesehen.
Die heissen
Abgase
eines stehenden Zuges, hätten den Kupfer so aufweichen können, dass der
Fahrdraht
gerissen wäre. Durch den seitlichen Auslass konnte dieser Punkt leicht
verhindert werden.
Um den Aufbau der Seitenwände abzuschliessen muss noch erwähnt
werden, dass es eine Ausleuchtung des
Maschinenraumes
mit natürlichem Licht gab. Auch hier wurden nicht die grossen Fenster
verbaut, sondern es kamen kleine Bullaugen zur Anwendung. Es sollte das
einzige Fahrzeug im Bestand der Schweizerischen Bundesbahnen SBB sein, das
über solche Fenster verfügte, die daher auch nicht als Fluchtweg dienten.
Um das Personal bei Kollision mit Strassenfahrzeugen doch noch zu
schützen, war der Aufbau des
Führerstandes
verändert worden. Dieser wurden einerseits hoch angeordnet und davor wurde
eine Nase als Schutz vorgesehen. Eine in der Schweiz unbekannte
Konstruktion, die wir uns etwas genauer ansehen müssen. Dabei beginne ich
mit der markanten Nase, die diesen Nahmen eigentlich gar nicht verdient
hätte, denn sie war wichtig.
Um die Kräfte weiter abzubauen, wurde der
Vorbau
entsprechend geformt. Die vielen Rundungen boten einem Gegner keine
saubere Angriffsfläche und die Trümmer wurden seitlich abgeleitet. In einem Bogen nach vorne wurden die Bleche gezogen. Auch bei der oberen Abdeckung wurden die Bleche nach unten gezogen. Geendet hatte diese Konstruktion in einer gerundeten Spitze, die wie eine Nase aussah.
So trat dem Gegner ein regelrechter Rammbock entgegen. Der
Triebzug
bohrte sich durch die Hindernisse. Dabei wurde zwar die Nase beschädigt,
aber nicht die Zone mit dem Lokführer und seinem Beimann. Wegen der massiven Nase musste der Führerstand nach oben ausweichen. Auch hier erfolgte der Zugang über zwei seitliche montierte Türen, die über eine Leiter erreicht werden konnten. Zwei
seitlich angebrachte
Griffstangen
waren für den erforderlich Griff vor-handen. Hier war es wirklich nahezu
bei allen Bahnen gleich, denn andere Lösungen hätten nicht umgesetzt
werden können. Der Aufstieg war jedoch deutlich höher. Die eigentliche Front des Führerstandes verschwand hinter der Nase. Davon sichtbar blieben nur noch die in einem Bogen angeordneten Frontfenster. Wegen dem erlaubten Lichtraumprofil mussten sie aber deutlich verkleinert werden.
Der
Triebzug
verlor so deutlich an der Übersichtlichkeit und ein Blick vor das Fahrzeug
war schlicht unmöglich. Das galt auch für die Zone davor. Ein Punkt, der
jedoch nicht anders gelöst werden konnte.
Die zwischen den
Frontfenstern
vorhandenen schmalen Säulen waren nach aussen leicht verschoben worden.
Das hatte zur Folge, dass das mittige Fenster deutlich grösser wurde. Das
war eine direkte Folge des Arbeitsplatzes für den Lokführer. Dieser wurde
in der Mitte angeordnet. Der Grund dafür war, dass in den befahrenen
Ländern die Seiten unterschiedlich waren. Durch den mittigen Arbeitsplatz
konnte man Probleme bei den
Zulassungen
verhindern.
Die Fenster selber besassen
Frontscheiben
aus
Sicherheitsglas.
Dieses war nach den üblichen Regeln aufgebaut worden und es konnte auch
bei grösseren Gegnern widerstehen. Damit die Festigkeit auch bei kaltem
Wetter gewährleistet war, konnten die Gläser erwärmt werden. Doch es gab
noch ein Problem und das war der Schmutz, der sich während der Fahrt auf
den Scheiben abgelegte. Es musste also eine Reinigung erfolgen.
Wie bei den anderen
Baureihen
der beiden
Staatsbahnen
waren auch hier einfache
Scheibenwischer mit einem
Antrieb
verbaut worden. Diese waren bei allen drei
Frontfenstern
vorhanden. Eine
Scheibenwaschanlage gab es jedoch nicht, denn diese waren damals noch
nicht bekannt. Um hartnäckigen Schutz zu entfernen musste also eine
Kletterpartie über die Nase vorgenommen werden. Keine leichte Arbeit, die
daher selten ausgeführt wurde.
Um den Bereich der
Front
abzuschliessen, erwähnte ich, dass am unteren Ende des Kastens noch ein Bahnräumer
verbaut wurde. Dieser war ebenfalls als Teil des Schutzes vorgesehen. Hier
sollten Trümmer seitlich abgelenkt werden. So konnte das
Laufwerk
davor beschützt und so auch vor einer
Entgleisung
bewahrt werden. Es war also ein guter Schutz vorhanden, der natürlich auch
beim
Steuerwagen
analog ausgeführt wurde.
Dabei wurde die Konstru-ktion genommen, die bei den Leichtstahlwagen eingeführt und bei den Einheitswagen verbessert wurde.
Es entstand so ein einfacher selbsttragener Kasten, der mit Stahl
aufgebaut war. Auch hier wendete man zu
Verbindung
der einem Bleche und Profile die elektrische
Schweisstechnik
an. Diese Bauweise hatte sich in jenen Jahren durchgesetzt.
Der Aufbau bestand aus den Bereichen Boden, Seitenwände, der
Stützen und des Daches. Lediglich beim
Steuerwagen
gab es von diesem Aufbau eine Abweichung, denn dort wurden ein
Führerstand
nach den Regeln des
Motorwagens
aufgebaut. Diesen müssen wir jedoch nicht mehr ansehen, denn mit Ausnahme
der Anpassung an das geänderte Dach des Wagens gab es bei diesem Bauteil
keinen Unterschied mehr zu erwähnen.
In den Seitenwänden waren die Öffnungen vorhanden. Diese waren für
die Fenster und die
Einstiegstüre
vorhanden. Da es sich hier um einem
Triebzug
handelte, der für den schnellen internationalen Verkehr gebaut wurde, kam
pro Wagen nur eine Türe zur Anwendung. Diese war auf beiden Seiten des
Wagens vorhanden und sie wurde gegen den
Maschinenwagen
angeordnet. Den Aufbau der Einstiege sehen wir später an.
Wie bei Wagen üblich, waren seitliche
Lüftungsgitter
nicht vorhanden. Es entstanden glatte Wände, die seitlich jedoch nach
unten über den Boden verlängert wurden. Diese Schürzen ergaben eine tiefe
Linie am unteren Kasten. Diese konnte jedoch beim
Triebkopf
wegen den dort verbauten langen
Drehgestellen
nicht gehalten werden. Daher waren dort Aussparungen vorgesehen. Die Wagen
bildeten jedoch ein klare Linie.
Hier
waren die
Einheitswagen
sehr gut zu erken-nen. Wie bei diesen neusten Wagen der Schweizer-ischen
Bundesbahnen SBB waren die Dächer mit längs verlaufenden Sicken versehen
worden. Das erlaubte den Aufbau eines leichten Kastens.
Nachdem wir nun die Kästen aufgebaut haben, greifen wir zum
Messband. Dabei können wir uns auf einen Wagen beschränken. Selbst der
Maschinenwagen
hatte die gleichen Abmessungen erhalten. Daher hatte jedes Fahrzeug eine
Länge von 23 900 mm erhalten und die maximale Breite betrug 2 840 mm.
Diese Masse zeigen, wie nahe verwandt diese Fahrzeuge mit den
Einheitswagen
waren, denn diese wurden nur unwesentlich kürzer.
Wir haben die Kasten aufgebaut und können diese zu einem Zug
formieren. Immer vier Fahrzeuge wurden zu einem
Triebzug
verbunden. Die Formation des Triebzuges wurde mit RDm 4/6 + A + AR + At
angegeben. Davon gab es mit Ausnahme der Angabe bei den Modellen für die
NS keine Unterschiede. In den Unterlagen wurden daher auch von Wagen eins
bis vier gesprochen. Dabei bildete der
Maschinenwagen
die Nummer eins.
Bedingt durch die vier Fahrzeuge ergaben sich drei
Verbindungen
im Zug. Dabei wurde auch hier zwischen den Wagen und dem
Triebkopf
unterschieden. Wir haben daher zwei unterschiedliche Lösungen für die
Kurzkupplungen
erhalten und müssen etwas genauer hinsehen. Wenn wir dazu der Reihenfolge
des Zuges folgen, dann kommt die Verbindung der Wagen eins und zwei und
daher auch die abweichende Lösung.
Daher musste der Übergang zu den Wagen ent-sprechend ausgebildet
werden. Gerade wegen dem Zoll, trafen hier auch Reisende immer wieder ein. Da der Übergang nur vom Personal und von abge-führten Leuten benutzt wurde, konnte eine ein-fachere Lösung umgesetzt werden. Es war daher ein nach den Normen der UIC aufgebauter Person-enübergang mit Faltenbalg vorhanden.
Dieser wurde zudem mittig angeordnet und er war nur kürzer, weil
sich darunter die hier verbaute
Kurzkupplung
befand. Es waren als nicht die kor-rekten Lösungen, aber angepasste
Versionen vor-handen. Die Kurzkupplung zwischen den beiden Fahrzeugen erlaubte es diese mit einem Abstand von 520 mm anzuordnen.
Der Unterschied zu den anderen
Kupplungen
be-stand darin, dass diese Lösung in einer Werkstatt leicht gelöst werden
konnte. So war es möglich, den
Maschinenwagen
vom Wagenzug zu trennen und ohne diesen in den Unterhalt zu überführen.
Gerade bei engen Platzverhältnissen in Werkstätten ein grosser Vorteil.
Deutlich verändert wurden jedoch die weiteren Übergänge. Der
Abstand der Fahrzeuge blieb gleich und nur der
Personenübergang
war zur Seite verschoben worden. Zudem wurde er deutlich breiter
aufgebaut, besass keine Türen und war so konstruiert worden, dass er
druckdicht war. Diese Lösung war neu und sie sollte auch zum Markenzeichen
der TEE-Züge werden. Der Fahrgast gelangte auf das andere Fahrzeug ohne
dies zu bemerken.
So entstand auch ein homogen aufgebauter Zug und selbst der
einfache Durchgang zwischen Wagen eins und zwei war so von den
Auswirkungen der Druckerscheinungen geschützt. Wie gut diese Lösung war, zeigte sich einige Jahre später. Bei den fünf für die Schweizerischen Bundesbahnen SBB gebauten Triebzügen RAe TEE II kamen sowohl die er-wähnten Personenübergänge, als auch die Abdeckungen zur Anwendung.
Doch damit haben wir den
Triebzug
RAm TEE bereits for-miert, denn weitere Merkmale, gab es in diesem Bereich
nicht mehr. Das war aber bei dieser Konstruktion üblich, da ja keine
lösbaren
Verbindungen
vorhanden waren. Bevor wir die genaue Länge des Triebzuges bestimmen können, müssen wir noch die Einrichtungen zur Ver-bindung mit anderen Einheiten betrachten. Hier kam eine Lösung des Herstellers Scharfenberg zum Einbau.
Diese
automatische Kupplung
war so aufgebaut worden, dass sie sowohl die
Zugkräfte,
als auch die
Stosskräfte
aufnehmen konnte. So war es möglich auf die seitlichen
Puffer
der üblichen Züge zu verzichten.
Die
automatische Kupplung
kuppelte vollautomatisch. Dabei wurden nicht nur die mechanischen, sondern
auch die pneumatischen
Verbindungen
hergestellt. Eine speziell ausgebildete Kontaktbox wurden nach dem
Kuppelvorgang geöffnet und nach vorne geschoben. Da diese bei beiden
Kupplungen
erfolgte, wurden nun auch elektrische Verbindungen hergestellt. Hier
wurden jedoch nur Signale der Steuerung übertragen.
Blieb der
Triebzug
wegen einem Defekt liegen, oder benötigte er wegen diesem in den
Steigungen zusätzliche
Zugkraft,
musste eine
Hilfslokomotive
gekuppelt werden. Diese besass besonders in der Schweiz nur die Zug- und
Stossvorrichtungen
der
UIC.
Damit eine
Verbindung
möglich wurde, war auf dem Triebzug eine entsprechende
Hilfskupplung
vorhanden. Mit diesem Adapter konnten die mechanischen und die
pneumatischen Verbindungen hergestellt werden.
Bedingt durch den Aufbau und dem erforderlichen Abstand der beiden
Triebzüge verlängerte eine
automatische Kupplung
den kompletten Zug um 450 mm, oder genau um 900 mm. Damit können wir die
gesamte Länge bestimmen. Da keine
Puffer
vorhanden waren, wurde diese über die
Kupplung
gemessen. Die Länge betrug in diesem Fall 98 060 mm. Der Triebzug blieb
daher unter 100 Meter, was deutlich zeigt, wie kurz die RAm TEE waren.
Weitere hier nicht erwähnte Punkte werden wir später noch bei der
Betrachtung des Innenraumes aufgreifen. Bevor es jedoch soweit ist, müssen
wir die vier fertig aufgebauten Wagen auf ein
Laufwerk
abstellen. Dieses werden wir jedoch in einem eigenen Kapitel ansehen und
auch dort zeigten sich Merkmale, die bei den später gelieferten
RAe TEE II verwendet
wurden. Das lässt erkennen, dass eventuell sehr gut gearbeitet wurde.
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