|
Einleitung |
||||
|
|
Navigation durch das Thema | |||
| Baujahr: | 1922 - 1925 | Leistung: | 1 320 kW / 1 800 PS | |
| Gewicht: | 81 / 85 t | V. Max.: | 90 km/h | |
| Normallast: | 200 t | Länge: | 12 320 mm | |
|
Um 1902, als die ersten Ideen für die ersten elektrische
Lokomotiven
umgesetzt wurden, ahnte noch niemand, dass es nur 20 Jahre dauern sollte,
bis der grosse Durchbruch kommen sollte. Hilfreich waren dabei nicht nur
die ersten Erfolge, sondern politische Probleme in Europa. Diese waren so
gravierend, dass daraus ein Krieg entstehen sollte, der in den
Geschichtsbüchern von heute, als den ersten Weltkrieg vermerkt ist.
Am Gotthard führte das dazu, dass der Brennstoff teurer war, als
der Lohn des eingesetzten Personals während einem Jahr. Auch als
Staatsbahn
mussten da-her bei solchen Preisen Züge gestrichen werden. Wo man konnte, verfeuerte man einheimisches Holz in der Feuerbüchse. Halbe Wälder wurden dadurch ein Opfer des Bahnverkehrs, der so aufrechterhalten wer-den sollte.
Nur konnten die
Lokomotiven
damit nicht mehr die volle
Leistung
entwickeln. Daher gab es am Gotthard wirklich keine andere Lösung für die
Dampfloko-motiven, als die ins Land geschmuggelte
Steinkohle.
Erstmals merkte man die fehlenden Vorräte.
Als letztlich der Friede geschlossen wurde, waren zwei Punkte
schnell klar. So sollten die Preise für die
Kohle
nie mehr das Niveau vor dem Krieg erreichen. Die Schweizerischen
Bundesbahnen SBB mussten notgedrungen weiterhin mit teurer importierte
Steinkohle
arbeiten. Zudem waren kurz nach dem Krieg auch die Transportwege schwer,
oder gar nicht mehr passierbar. Lange Lieferzeiten mit Verzögerungen waren
die Folge.
Der zweite Punkt, war der geschlossene Friede. Die von den
Siegermächten geltend gemachten finanziellen Verpflichtungen führten schon
früh zu erstem
Widerstand.
Nicht auf beiden Seiten war man daher glücklich über den Ausgang des
Weltkrieges. Neutrale Beobachter erkannten daher schnell, ein auf Dauer
geschlossener Friede war das nicht. Wie man so schön sagt, es lag der üble
und stinkige Geruch des Krieges in der Luft.
Ein zweiter Krieg innert weniger Jahren, hätten den
Schweizerischen Bun-desbahnen SBB das Leben zur Hölle gemacht. Man musste
von den Importen wegkommen. Es gab keine ergiebigen Vorkommen an
Kohle
und daher musste man nach einer anderen Lösung umsehen und die fand man im
eigenen Land.
Die neu eröffnete Lötschbergbahn BLS konnte auch während dem Krieg
normal fahren. Im Gegenteil, man konnte sogar gesteigerte Verkehrszahlen
verbuchen. Mitunter dafür verantwortlich waren auch die Schweizerischen
Bundesbahnen SBB, die in der Not einige Züge über den Lötschberg
umleiteten, um wieder ein paar
Kohlen
einzusparen. Das gefiel natürlich den Leuten von der Generaldirektion gar
nicht.
Der Vorteil beim Lötschberg war die neue
Fahrleitung,
die von einem mit Wasser betriebenen
Kraftwerk
gespeist wurde. So konnten die
Lokomotiven
ohne
Kohle
fahren und dabei erst noch deutlich höhere Lasten ziehen. Sie müssen
bedenken, dass die Reihe
Fb 5/7 die gleichen
Lasten zog, wie die Baureihe C 5/6.
Dabei war sie aber mehr als doppelt so schnell unterwegs. Billiger war der
Betrieb, da die horrenden Kosten nur am Anfang vorhanden waren.
Somit war schnell klar, dass man die wichtigsten Strecken der
Schweizerischen Bundesbahnen SBB mit einer
Fahrleitung
nach dem Muster der BLS versehen wollte. Ausschlaggebend für die Wahl, war
der Verbrauch bei den
Kohlen
und da fiel eine Strecke im Netz schnell auf. Der grösste Teil der
verbrannten Kohle verschwand am Gotthard in den
Feuerbüchsen
der dort eingesetzt Dampflokomotiven. Daher war der Entscheid schnell
gefällt worden.
Dabei war es mit der Fahrleitung nicht getan, denn zwei neue Kraftwerke bei Amsteg und in Ritom muss-ten gebaut werden.
Zudem mussten passende
Lokomotiven
von der Indus-trie gebaut und erprobt werden, was aber ohne
Fahr-draht
nicht ging. Damit die neuen Maschinen parallel zu den Bauar-beiten am Gotthard erprobt werden konnten, musste ein vergleichbare Strecke benutzt werden. Diese gab es sogar mit der Lötschbergbahn.
Das nächste
Depot
für den regelmässigen Unterhalt und für Reparaturen war jedoch in Bern.
Das hätte dazu geführt, dass die neuen Modelle mit einer Dampflokomotive
von Thun nach Bern und wieder zurück geschleppt werden mussten.
So versah man die Strecke zwischen Bern und Thun mit einer neuen
Fahrleitung.
So konnte man die
Triebfahrzeuge
auf der
Bergstrecke
erproben, aber im eigenen
Depot
unterhalten. Die Strecke im
Flachland war zudem ideal für das Verhalten auf den
flachen Abschnitten am Gotthard. Am 07. Juli 1919 war dann die feierliche
Eröffnung der ersten mit einphasigem
Wechselstrom
elektrifizierten Strecke der
Staatsbahnen,
auch wenn das nicht genau stimmte.
Die ersten Züge der Schweizerischen Bundesbahnen SBB, die mit
elektrischen
Lokomotiven
bespannt wurden, verkehrten ab 1919 im Raum Bern. Ergänzt wurden die neuen
Modelle mit den ersten für dieses System gebauten Maschinen. Es waren die
Baureihen aus dem aufgegebenen Versuchsbetrieb Seebach – Wettingen. Das
war die erste Strecke mit 15 000
Volt
und 16 2/3
Hertz
und das sogar weltweit gesehen. Doch nun musste sich die Technik am
Gotthard beweisen.
Dabei waren sie so gut, dass nach nur wenigen Jahren auch der
letzte Choli am Gotthard zur Ge-schichte gehörte. Der Erfolg der neuen
Technik war auch betrieblich zu spüren, da nun schneller gefahren werden
konnte. Lediglich in den flachen Abschnitten verlor man etwas Zeit, weil
eine grosse
Zugkraft
gefordert war.
Auch wenn mit dem Gotthard der grösste Posten bei den
Kohlen
verschwunden war, am Ziel war man noch nicht. Bei den
Staatsbahnen
wurden die meisten Züge immer noch mit grossen Dampflokomotiven bespannt.
Dabei war auch das
Flachland in der Schweiz nicht so flach, wie man
meinen könnte. Die Strecke am Hauenstein hatte sogar die Steigungen von
Gotthard. Das bedeutete, dass dort die
Feuerbüchsen
eine Menge
Kohle
vernichteten.
Daher begann man sich in der Generaldirektion der Schweizerischen
Bundesbahnen SBB mit der Frage über die Zukunft der
Dampfmaschinen
Gedanken zu machen. Die bisher ins Feld geführten Vorteile, waren wegen
den Kosten bei der
Kohle
verspielt worden. Zudem erkannte man, dass im
Gotthardtunnel
weniger Probleme mit dem Rauch entstanden. Andere
Tunnel
waren zwar nicht so lange, aber Rauch war auch dort ein Problem.
Es war daher schnell klar, dass die elektrischen Maschinen vom
Gotthard bis Luzern und Zürich am Zug bleiben sollten, doch damit rückte
das Mittelland automatisch in den Fokus. An eine Zukunft der
Dampflokomotiven glaubte in der Schweiz niemand und wären die elektrischen
Maschinen bei der Beschaffung nicht so teuer, hätten auch kleinere Bahnen
diesen Schritt bereits damals gewagt. Mit einem Dekret war das im Kanton
Bern sogar erfolgt.
Die für den Gotthard gebauten Maschinen konnten im Bereich der
Höchstgeschwindigkeit
mit der Reihe
A 3/5 nicht
mithalten. Besonders die neueren Typen erreichten regelmässig Tempi von
bis zu 100 km/h. Das ging sogar auch ohne Rückenwind.
Insbesondere zwischen Bern und Thun, wo jetzt eine
Fahrleitung
montiert war, merkte man das. Die
Schnellzüge
benötigten auf dem schnellen geraden Abschnitt deutlich länger, als das
mit der
Schnellzugslokomotive
der Fall war. Statt mit 100 km/h schlich die Reihe
Be 4/7
mit 75 Sachen über die Strecke. Das war deutlich zu langsam um die
Man erkannte in Bern schnell, dass die elektrischen
Lokomotiven
auch im
Flachland eingesetzt werden konnten. Die weisse
Kohle,
wie die elektrische Energie genannt wurde, sollte in der ganzen Schweiz
Einzug halten. Der Grund dafür lag wirklich bei der panischen Angst vor
den Kosten für die
Steinkohle
während einem weiteren Krieg. Die
Elektrizität
kam aus dem eigenen Land und wurde sogar von den eigenen
Kraftwerken
erzeugt.
Passende
Lokomotiven
wurden von den Firmen MFO und BBC im eigenen Land angeboten, was auch dort
Vorteile bei der Beschaffung brachte. Die Technik mit dem elektrischen
Strom
begann im Land langsam Fuss zu fassen. Dabei verdrängte der
Wechselstrom
die Ideen mit
Drehstrom
und auch
Hauptbahnen
mit
Gleichstrom
sollte es nicht mehr geben. Immer mehr Städte im Land beleuchten damit
sogar die Strassen während der Nacht.
Neue Modelle gab es nur noch mit einem elektri-schen Motor, der
zwar auch
Kohlen
benötigte, aber das waren nur noch Bruchteile des Verbrauches einer
Dampflokomotive wo dieser Verbrauch mit Tonnen erfasst wurde. Als die SAAS sich ebenfalls mit einer Lokomotive für den Gotthard beteiligte, war auch schnell klar, dass in der Westschweiz eine Strecke mit Fahr-leitung versehen werden sollte.
Schnell aufdrängen sollte sich dort das Wallis, wo die
eingesetzten
Dampfmaschinen
über lange Strek-ken hohe Geschwindigkeiten fuhren und dabei sehr viel
Kohle
den Weg in die
Feuerbüchse
nahm. Es waren daher nach den Gotthard die anderen Hot-spots an der Reihe.
So verwundert es nicht, dass kurz nach dem Gotthard damit begonnen
wurde, weitere Strecken mit einer
Fahrleitung
zu versehen. Kurz, heisst hier wirklich nur knapp zwei Jahre später. Die
nun erfahrenen Leute der
Staatsbahnen,
versahen Strecken oft in Rekordzeit mit einer Fahrleitung. Doch dabei ging
man nicht kopflos ans Werk, sondern es wurde der Verbrauch bei der
Kohle
angesehen und dann entschieden, welche Strecke es sein sollte.
Schnell sollten die steileren Abschnitte, wie die Linie über den
Hauenstein, überspannt werden. Zugleich versuchte man aber auch das Netz
geschlossen zu halten. Nur neue
Fahrleitungen
benötigten neue
Lokomotiven.
Oft musste man mit der Fahrleitung warten, weil es keine Lokomotive gab.
Die vorhandenen Modelle reichten längst nicht mehr um den Verkehr zu
bewältigen. Es mussten neue Lokomotiven her.
Die Baureihen aus der Zeit der
Privatbahnen
wurden schnell ausrangiert. Halten konnten sich eigentlich nur die neusten
Modelle der
Gotthardbahn. Dabei natür-lich die kräftige Reihe
A 3/5 und das Wunderding
C 4/5. Ergänzt wurden sie mit den
neuen eigenen Baureihen, insbesondere der
C 5/6.
Schnellzugslokomotiven
auf
Nebenstrecken
war bisher kein alltäglicher Anblick, aber so sollte die nahe Zukunft für
die stolzen Maschinen aussehen. Der rasante Abstieg der bewährten Technik
war damit jedoch nicht mehr aufzuhalten. Das war jedoch auch eine Folge
davon, dass der zweite Weltkrieg lange auf sich warten liess. Je mehr
Fahrleitungen
montiert wurden, desto weniger
Kohle
musste importiert werden.
Nur war es mit der neuen
Fahrleitung
noch nicht getan. Die Schweizerischen Bundesbahnen SBB benötigten für
diese Strecken auch neue
Lokomotiven.
Weitere Serien der am Gotthard eingesetzten Modelle waren nicht ohne
weiteres möglich. Eine genauere Betrachtung der Unterschiede drängt sich
dabei auf und das gab es zwei Bereiche. Beginnen werden wir mit dem
Güterverkehr,
der auch im
Flachland wichtig war.
Dabei war es im
Güterverkehr
noch leicht, die
Güterzüge
fuhren auch im Mittelland kaum schneller als 40 km/h. Der Grund dafür fand
sich bei den von Hand gebremsten Wagen in diesen Zügen. Daher konnte man
dort auch die bewährten Modelle der Baureihe
Ce 6/8 II setzen. Das
führte indirekt dazu, dass man noch kräftigere Modelle für den Gotthard
benötigte. Die alten guten Maschinen der ersten Stunde würden im
Flachland eingesetzt.
Das erfolgte jedoch damals nur auf Kosten der erlaubten
Geschwindigkeit. Mit 75 km/h waren die
Reisezüge am Gotthard wieder deutlich
gemütlicher unterwegs. Doch wegen den kurzen geraden Abschnitten wirkte
sich das nicht aus.
Mit einer
Höchstgeschwindigkeit
von 75 km/h waren diese beiden Modelle für das
Flachland schlicht zu langsam. Ein Nachbau war hier
nicht mehr angezeigt. Zudem konnte man so auch auf neue Technik setzen.
Gerade im elektrischen Bereich wurden in dieser Zeit grosse Fortschritte
erzielt. Motoren wurden kompakter und die
Leistungen
konnten erhöht werden. Ein Punkt der klar dafür sprach, sich der neuen
Technik nicht zu verschliessen.
Es war somit klar, die Schweizerischen Bundesbahnen SBB
erweiterten den Bestand bei den
Lokomotiven
für den
Güterverkehr
um die Baureihe
Ce 6/8 III. Diese
wurde gegenüber den älteren Modellen verbessert und sie sollte am Gotthard
bereits für die ersten
Ablösung
sorgen. Bei den
Reisezügen sah es anders
aus, die Lokomotiven der ersten Stunde waren nicht optimal aufgebaut
worden und daher musste ein neues Fahrzeug entwickelt werden.
Die Schweizerischen Bundesbahnen SBB mussten schon nach kurzer
Zeit für das
Flachland
Lokomotiven
einer zweiten Generation beschaffen. Deren Eckdaten waren jedoch ganz
anders zu setzen, als das am Gotthard der Fall war. So konnte man im
Flachland eher auf eine hohe
Zugkraft
verzichten. Flachere Abschnitte mit kurzen Steigungen wurden damals oft
mit dem vorhandenen Schwung gefahren. Auf Talfahrt wurde es wieder
schneller.
Dafür musste die
Höchstgeschwindigkeit
der neuen Maschinen auf die Werte der Baureihe
A 3/5
gesteigert werden. Das Ziel war nun auch für die elektrischen
Lokomotiven
100 km/h. International gesehen, kein grosser Wert, aber viele Anlagen in
der Schweiz erlaubten mit den damaligen
Bremsen
keine höheren Werte bei der gefahrenen Geschwindigkeit. Ein Punkt, der
daher nicht nur die Maschinen betraf.
Der zeitliche Druck der ersten Maschinen für den Gotthard war weg,
denn nun konnte man sich genaue Vorstellungen über die neuen
Lokomotiven
machen. Die neuen Modelle hatten ganz andere Bedingungen zu erfüllen und
diese mussten der Industrie aufgezeigt werden. Daher beauftrage die
Schweizerischen Bundesbahnen SBB die diversen entstandenen Firmen mit der
Ausarbeitung von entsprechenden Vorschlägen.
|
||||
|
Navigation durch das Thema |
Nächste | |||
| Home | SBB - Lokomotiven | BLS - Lokomotiven | Kontakt | |
|
Copyright 2021 by Bruno Lämmli Lupfig: Alle Rechte vorbehalten |
||||