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Wir haben nun die sechs grössten Exoten im Bestand der
Schweizerischen Bundesbahnen SBB kennen gelernt. Keiner davon war nun
wirklich ein Modell, das sich durchsetzen konnte und daher ist das hohe
Alter einzelner Vertreter schon eine grosse Überraschung. Mit Ausnahme des
Triebwagens
RBe 2/4 1010 «Flèche du Jura» waren aber die
Staatsbahnen
an diesen Exoten nicht so unschuldig, wie man meinen könnte.
So konnten dort die
Lokomotiven
geprüft werden. Die stei-len Abschnitte fanden auf der anschliessenden
Lötschberg-bahn statt. Die Steigungen entsprachen dort nahezu dem
Gotthard. Jedoch sorgte die neue Fahrleitung für eine Panik, denn man wollte sie auch nutzen und daher griff man zu jedem Objekt, das man finden konnte.
Neben den schon älteren
Versuchslokomotiven
von Seebach – Wettingen griff man auch im Ausland zu. Immerhin wurde die
Baureihe
Be 2/5 gleich zu Beginn für
Versuche mit neu-artigen
Antrieben
umgebaut. Daher machte sie durchaus noch Sinn, denn man konnte sich auf
neue Modelle vor-bereiten.
Deutlich weniger sinnvoll war die Reihe
Ce 6/6. Sie sollte
Güterzüge
führen und damit stellt sich auch die Frage, wa-rum man diese bis zu den
ersten Modellen für den Gotthard nicht mit Dampflokomotiven führte. Gerade
zu Beginn, war ein solcher Mischbetrieb zu erwarten und mit den
Erfahrungen auf der Strecke hätte man sich eventuell auch die Umschaltung
der
Fahrleitung
am Gotthard ersparen können. So war es ein Fehlkauf.
Die beiden
Prototypen
für
Reisezüge
der Maschinenfabrik Oerlikon MFO hatten die Schweizerischen Bundesbahnen
SBB aber selber zu verantworten. Das Werk in Oerlikon war damals nicht so
gross, dass man die personellen
Kapazitäten
für die Entwicklung von zwei
Lokomotiven
hatte. So setzte man auf eine gute Maschine für den
Güterverkehr
und damit hatte man auch Erfolg. Reisezüge sollten mit einem Modell der
BBC bespannt werden.
In der Not musste die MFO ein Modell erbauen, das nun wirk-lich nicht passte.
Auch das war nicht nötig, denn die verlangte passende Maschi-ne
kam nur wenige Monate spä-ter. Die Reihe
Be 3/5 war daher schlicht unnötig
und damit klar ein Fehler von damals.
Selbst die Be 4/6 hätten
sich die Schweizerischen Bundesbahnen SBB mit etwas mehr Verständnis für
die Situation der Hersteller ersparen können. Nachdem die Aufträge
verteilt wurden, hätte man der MFO diesen Exoten ersparen können, denn er
war wirklich nicht mehr nötig. Die BBC hatte das Rennen gemacht. Ein
Fehler, der aber programmiert war, denn in der Hektik wurde von den
Staatsbahnen
wirklich ein grosses Risiko eingegangen.
Die Serie wurde nur anhand der Pläne bestellt. Traute man selber
nicht so recht den Ideen? Nur das kann erklären, warum man von den Firmen
verlangte, dass man auch ein Modell bauen sollte, das nicht in Serie gehen
sollte. Dazu gehören sicherlich die
Baureihe
Ce 6/8 I und die
Be 4/6 der MFO. Die Modelle
Be 4/6 der BBC und die sehr
erfolgreiche Ce 6/8 II
mussten jedoch ein Erfolg werden, denn die Serie war bestellt und da kann
man sich Exoten sparen.
Wirklich viel unverständlicher war die
Baureihe
Ae 4/8. Sie wurde bereits als ein
Versuchsträger
beschafft. Nur was sollte diese testen? Die
Antriebe
sollten es sein. Genau die, die schon bei der
Be 2/5 verbaut worden waren.
Die Reihe Ae 3/6 I war mit
Antrieben von Buchli bestellt und so musste man diese nicht testen, denn
dazu konnte deren
Prototyp
genutzt werden. Damit blieb nur noch der Antrieb von
Tschanz übrig.
Man muss
nicht noch selber etwas konstruieren, das bereits verloren hatte, als die
Versuchslokomotive
bestellt worden war. Wirklich sinnlose Arbeit, die man nur schwer
verstehen kann und es kam hier noch schlimmer mit der
Lokomotive.
Man legte die
Höchstgeschwindigkeit
auf 90 km/h fest. Das obwohl im Land bereits verbreitet mit 100 km/h
gefahren wurde. Damit stellt sich die Frage, ob der
Antrieb
von
Tschanz nicht für grössere Geschwindigkeiten geeignet war? Das
muss wohl der Fall gewesen sein, denn gleichzeitig wurde die Reihe
Ae 3/6 I mit
Buchliantrieben
für 100 km/h bestellt. Diesen
Versuchsträger
hätte man sich schlicht sparen können und das ist klar.
Anders war es beim
Triebwagen.
Dieser wurde den Schweizerischen Bundesbahnen SBB von einer Stiftung
aufgedrängt. Das waren Leute, die kaum grosse Ahnung in diesem Gebiet
hatten, denn man forderte ein Fahrzeug, das den Verkehr anregen sollte.
Gelingt das, ist das Fahrzeug schlicht bereits falsch, denn wegen der sehr
bescheidenen
Leistung
konnten nicht viele Wagen mitgeführt werden und das war zu erwarten.
Anders wäre es gekommen, wenn von der Stiftung bei den
Staatsbahnen
nur ein Konzept mit mehr Zügen gefordert worden wäre. In dem Fall hätten
die Schweizerischen Bundesbahnen SBB für einen besseren
Fahrplan
mit Modellen aus dem Bestand sorgen müssen. Lösungen, die heute durchaus
üblich sind, denn bessere
Verbindungen
bringen immer mehr Verkehr und das galt auch für den Jura, wo man einfach
etwas weiter hätte denken sollen.
Die können aber in einer eigenen Seite besser vorge-stellt werden,
denn es waren Serien, die bei Privat-bahnen oft schon die ganze Flotte
bedeuteten. Einige davon werden sicherlich noch kommen und die Pro-bleme
aufzeigen. Die Exoten der Schweizerischen Bundesbahnen SBB waren nun aber wirklich so speziell, dass selbst Pri-vatbahnen davon nichts wissen wollten.
Keiner war wirklich gut und das muss auch eingestanden werden,
wenn man neutral ist. Man begann sehr chaotisch und das musste später
teuer bezahlt werden. Mit etwas mehr Geduld hätten die hier vorgestellten
Fahrzeuge mit einer Ausnahme wirklich vermieden werden können.
Sinnvoll war wirklich nur die
Baureihe
Be 2/5. Sie war mit neuen
Antrieben
versehen worden und konnte diese
Einzelachsantriebe
testen. Da zwei unterschiedliche Antriebe verbaut wurden, konnten diese
verglichen werden. Als man jedoch den Weg erkannt hatte, hätte nicht noch
eine weitere
Versuchslokomotive
kommen müssen. Geld das man sich sparen konnte. Die Zeit überholte alle
anderen Modelle schneller als sie gebaut werden konnten.
Heute können wir das so sehen, aber als mit der elektrischen
Traktion begonnen wurde, war eine andere Zeit angebrochen. Die Erfahrungen
aus dem ersten Weltkrieg führten zu einer sehr schnellen
Elektrifizierung
und da gibt es immer wieder Modelle die auf der Strecke blieben. Diese
haben wir hier kennen gelernt und sie zeugen von der Zeit, als man auch
den eigenen Ideen noch nicht vertraute und daher auch Fehler machte.
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