Betriebseinsatz Re 460 Teil 2

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Setzen wir die Betrachtung des Betriebseinsatzes der Re 460 mit dem Jahr 2014 fort. Die im Jahre 2013 verkündete Modernisierung der Lokomotiven sollte sich nicht auf einen Schlag umsetzen lassen. So waren die ersten Maschinen für die Hauptrevision R3 anstehend und die Bauteile der neuen Ausrüstung noch nicht verfügbar. Das führte zur Situation, dass bei einigen Lokomotiven die Revisionen in zwei Etappen durchgeführt werden mussten.

Der Fahrplanwechsel im Dezember 2013 brachte keine wesentlichen Neuerungen beim Einsatz der Lokomotive Re 460. Neben den Einsätzen mit den Pendelzügen waren weiterhin auch Leistungen als Triebfahrzeug vor Kompositionen zu finden. Besonders am Gotthard wurden immer mehr Re 460 vor den Interregio entdeckt. Intercity am Gotthard gehörten jedoch nur vereinzelt dazu, da die meisten mit Neigezügen gefahren wurden.

Als die 460 084-7 Ende 2014 aus dem Industriewerk in Yverdon entlassen wurde, trug sie als erste Lokomotive den neuen An-strich in Hochglanz.

Der Schriftzug 2000 verschwand und die Nummer wurde nun seitlich über dem linken Puffer angeschrieben und hatte keine Kontrollziffer mehr.

In der Mitte der Front prangte nun das Logo der Schweizer-ischen Bundesbahnen SBB. Seit-lich war jedoch nun die neue TSI-Nummer als Neuerung zu er-kennen.

Man kann daher eigentlich sa-gen, dass in diesem Jahr, die grössten Veränderungen bei den Lokomotiven Re 460 die neuen Werbeanstriche waren.

Die Lokomotiven aus der Revi-sion glänzten zwar, verloren diesen Glanz jedoch nach weni-gen Wochen immer mehr.

Die Dienstpläne der Lokomotiven waren 2014 bezogen und daran wurde nicht mehr gerüttelt. Güterzüge gab es für die Lokomotiven jedenfalls nicht mehr zu führen. Da die neuen Triebzüge noch nicht verfügbar waren, gab es auch von dort keinen Druck.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014 gab es nur geringe Veränderungen bei den Dienstplänen. Seit der Einführung von Bahn 2000 gab es kaum Neuerungen, die im neuen Fahrplan umgesetzt werden konnten. So blieb selbst die Leistung nach Erstfeld in Plan. Neu war aber auch noch ein Zug nach Brunnen, so dass nun erstmals zwei Pendelzüge mit Re 460 an den Gotthard vorstiessen. Die Bergstrecke war jedoch immer noch nicht befahrbar.

Auch das Jahr 2015 schien für die Maschinen vom Typ Re 460 ein ruhiges Jahr zu werden. Niemand ahnte am 20. Februar 2015, als die 460 087-0 in Zürich mit dem Interregio nach Schaffhausen star-tete, dass der Zug sein Ziel nie erreichen sollte.

Speziell, aber auch nicht ausserge-wöhnlich war, dass der Zug mit zwei Personen im Führerstand losfuhr und eine Ausbildungsfahrt erfolgen sollte. Lokführer müssen schliesslich ihr Handwerk ebenfalls erlernen.

Ebenso mit Lokführer und Auszu-bildender besetzt war die S-Bahn mit dem Triebzug 514 046-2 von Schaffhausen gekommen. Dieser Zug hatte den Bahnhof in Rafz erreicht und sollte dort wenden.

Während dieser Wende sollte eigentlich die Re 460 mit dem Interregio den Bahnhof passieren und so vor der S-Bahn nach Schaff-hausen fahren.

Eine leichte Verspätung beider Züge führte dazu, dass dies nicht wie geplant erfolgte.

Trotzdem sollte der Interregio vor der S-Bahn nach Schaffhausen fahren und die S-Bahn auf Distanz losfahren. Beide Züge hätten so eine Verspätung erhalten, was aber im vertretbaren Rahmen lag. Eigentlich entspricht dies dem täglichen Geschäft der Betriebsleitzentrale und so eigentlich nichts Aussergewöhnliches. Trotzdem sollte es an diesem Tag nicht klappen und die Planung der Züge endete im Chaos.

Dummerweise spielte der Triebzug seinem Lokführer einen Streich und er stellte sich so hin, dass dieser sein grünes Signal zu erkennen glaubte. So kam es, dass die S-Bahn losfuhr und geradewegs gegen das rote Signal zu steuerte. Die Zugsicherung erinnerte den Lokführer letztlich an seinen Fehler. Trotzdem rutschte der zugkräftige Triebzug in den Fahrweg der Re 460, die genau in dem Moment Rafz verlassen wollte.

Durch die hohe Geschwindigkeit konnte der Interregio nicht mehr rechtzeitig abgebremst werden. Die Re 460 rammte den Triebzug und wurde zur Seite gedrängt. Dadurch entgleiste sie und suchte sich nun einen Weg über einen Feldweg. Ihr brav folgte der angehängte Zug. Während die Lokomotive die Fahrt über Stock und Stein aufrecht stehend schaffte, kippten die Reisezugwagen seitlich zur Seite.

Die Bergung der Personen im Zug beschäftigten die Rettungskräfte. Durch den Aufprall wurde die Kabine der Re 460 jedoch so verändert, dass der Lokführer sich nicht aus eigener Kraft retten konnte. Die Kabine musste daher in der Folge aufgeschnitten werden. Durch den Schnitt konnte zwar die Struktur erkannt werden, aber eine dieser Kabinen kann nicht repariert werden. Die Lokomotive suchte danach den Weg über die Strasse ins Industriewerk.

Betrieblich bildeten die Re 460 immer noch das Rückgrat in der Schweiz. Die Maschinen wurden ausschliesslich im Fernverkehr eingesetzt und verkehrten in Pendelzügen im Einheitswagen IV und IC 2000. Nicht so eingesetzte Maschinen bildete motorisierte Zusatzmodule. Zudem verblieben immer noch Lokomotiven in den bewährten Einzeldiensten. Dabei wurden auch besondere Züge mit zwei Maschinen bespannt.

Zu erwähnen ist hier sicherlich der Orient Express. Besonders dann, wenn dieser auf seiner Reise den Weg über den Gotthard nutzte, kamen wegen dem Gewicht zwei Lokomotiven zum Einsatz und das änderte sich auch nicht, als der Basistunnel am Gotthard eröffnet wurde.

Der Orient Express durfte den Tunnel schlicht nicht benutzen, weil teilweise noch mit Kohle gearbeitet wurde. Daher mussten die steilen Rampen und der obere Gotthardtunnel bewältigt werden.

Gerade der Basistunnel am Gotthard änderte den Einsatzplan. Die auf dieser Strecke verkehrenden Kompositionen wurden durch Pendelzüge mit Ein-heitswagen IV ersetzt.

Das konnte gemacht werden, weil die meisten nur bis Erstfeld, oder durch den Basistunnel verkehrten. Dank den Massnahmen konnte aber auch die Berg-strecke geschoben befahren werden. Die Züge wur-den sogar als Dispozug im Tessin eingesetzt.

Besonders die Verzögerungen bei der Auslieferung der neuen doppelstöckigen Triebzüge durch Bombardier führten dazu, dass die erhoffte Entlastung nicht vorhanden war. Die Re 460 bildete immer noch das Rückgrat im Fernverkehr und die eigentlich erhoffte Ablösung der Baureihe Re 420 mit ihren Einheitswagen II war auch noch nicht erfolgt. SBB Personenverkehr benötigte die neuen Züge dringend, was der Reihe Re 460 zugutekam.

Ein Problem gab es jedoch nur bei den Pendelzügen, die neuerdings über die neue Durchmesserlinie in Zürich verkehrten. Die dort vorhandenen gigantischen Steigungen konnte eine Lokomotive mit einem IC 2000 gerade noch schaffen. Wenn ein Zusatzmodul verwendet wurde, war das nicht mehr der Fall, daher wurden Module mit Lokomotive Re 460 gebildet, die dann den Zügen beigestellt wurden. Das wirkte sich natürlich auf die Kilometerleistungen aus.

An diesem Konzept änderte sich auch 2018 nichts. Zwar konnten nun die ersten Triebzüge von Bombardier im gelenkten Verkehr benutzt werden, aber eine Entlastung gab es immer noch nicht. Die Baureihe Re 460 war bei SBB Personenverkehr kaum wegzudenken. Das war spannend, weil seinerzeit 75 Maschinen für den Güterverkehr beschafft wurden. Gerade dort war aber ein Ersatz dringend nötig.

 

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