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Fb 4/4 Nr. 366 - 369 |
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Baujahr |
1907 / 1921 |
Erbauer |
SLM/BBC |
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Länge über Puffer |
11 640 mm |
Anzahl Fahrmotoren |
2 |
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Achsstand |
8 000 mm |
Polzahl |
6 / 8 / 12 / 16 |
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Durchmesser TA |
1 250 mm |
Anfahrzugkraft |
120 kN |
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Durchmesser LA |
Stundenleistung |
1 250 kW / 1700 PS |
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Dienstgewicht |
69/70 t |
Geschwindigkeiten |
28 / 37 / 56 / 74 |
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Adhäsion |
V max. |
75 km/h |
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Die eigentlichen Simplon-Lokomotiven
waren eine neue Konstruktion der BBC. Auch jetzt wurde der mechanische
Teil an die SLM übergeben. Speziell bei diesen vier Lokomotiven war, dass
sie in zwei Teilserien beschafft wurden. Die ersten beiden Modelle mit den
Nummern 366 und 367 wurden im Auftrag der BBC als Ersatz für die
gemieteten Lokomotiven aus Italien verwendet und sie kamen daher sehr
schnell in den Betrieb.
Wegen
der nun erfolgten Verlängerung bis nach Sion, wurden mehr
Lokomotiven
benötigt. Da gleichzeitig aber die ersten Maschinen für den einphasigen
Wechselstrom
gebaut wurden, gab es nur einen Nachbau und keine weitere Entwicklung. Bei der Inbetriebsetzung der ersten beiden Lokomo-tiven galten sie als die stärksten elektrischen Loko-motiven in Europa. Dumm dabei war eigentlich nur, dass sie diesen Rang nur wenige Jahre an die Modelle für den einphasigen Wechselstrom abgeben mussten.
Die von der MFO nahezu gleichzeitig gebaute
Fc 2x 3/3
glänzte mit 2 000 PS und wer den Rekord der Welt hält, übernimmt auch
jenen in Europa. Be-sonders dann wenn auch dort gefahren wurde.
Um nun für den Betrieb im Simplontunnel passende
Lokomotiven
zu erhalten, wurden nahezu an allen Stellen Anpassungen vorgenommen. Auch
hier wol-len wir mit dem mechanischen Teil beginnen. Hier wurde als
tragendes Bauteil ein in Europa üblicher
Plattenrahmen
verwendet. Als Unterschied kann jedoch erwähnt werden, dass es sich um
einen Aussenrahmen handelte, der bei den verbauten
Antrieben
sehr selten war.
Der Abschluss des Rahmen war auch hier als
Stossbalken
ausgeführt worden. An diesem Blech wurden die mittig montierten
Zugvorrichtungen
vorgesehen. Hier blieb es sowohl beim gefederten
Zughaken
und der daran montierten
Schraubenkupplung.
Nicht fehlen durfte auch die
Notkupplung,
die aus einem einfachen Bügel bestand. Hier galt jedoch, dass diese
Kupplung
bei den beiden Nachbauten nach einem leicht veränderten Aufbau ausgeführt
wurde.
Grosse Unterschiede konnten in diesem Bereich des Aufbaus nicht
umgesetzt werden, da die Normen der
UIC
eingehalten werden mussten. Jedoch war man bei der Ausgestaltung des
Kastens freier und diesen wollen wir uns nun ansehen. Auch hier wurde ein mittiger Kasten mit beidseitigen Vorbauten verwendet. Der Aufbau beim Kasten unterschied sich von den ersten Maschinen nur in dem Punkt, dass der seitliche Einstieg verschwunden war.
Der Innenraum konnte daher nur über die um die
Vorbauten
führende
Platt-form
erreicht werden. Daher waren bei diesen im Bereich des
Stossbalken
die üblichen seitlichen Aufstiege mit einfacher Leiter und
Griffstang
vorhanden.
Im Vergleich mit den Maschinen der
Baureihe
Fb 3/5, wurden hier die
Vor-bauten
etwas kürzer ausgeführt. Der Grund ist, dass darin weniger Platz be-nötigt
wurde, denn die Ansteuerung der Motoren war anders aufgebaut worden. Diese
dritte Lösung werden wir gleich ansehen, denn noch befassen wir uns mit
dem Aufbau und dem
Laufwerk.
Gerade bei diesem gab es die deutlichsten Änderungen gegenüber den ersten
Maschinen.
Zur besseren Ausnutzung der
Adhäsion
wurde auf
Laufachsen
verzichtet. Das hatte jedoch indirekte Folgen, denn damit stieg auch die
Achslast
auf den
Triebachsen.
Lag diese bisher bei 15 Tonnen, konnten nun Werte von bis zu 17 Tonnen
umgesetzt werden. Das erlaubte den Verzicht auf die beiden Laufachsen und
ermöglichte eine zusätzliche Triebachse. So wurde das Gewicht auf nur noch
vier
Achsen
verteilt, was den höheren Wert ergab.
An deren Stelle traten
Vollräder
die zur Reduktion des Ge-wichtes und zum Ausgleich der Massen mit
Bohrungen ver-sehen worden waren. Damit wirkten diese
Lokomotiven
nicht mehr so hochbeinig, wie das bei der Reihe
Fb 3/5 der Fall war. Es ist schlicht nicht möglich Kurven mit vier starren Ach-sen zu befahren. Aus diesem Grund war das Laufwerk ent-sprechend aufgebaut. Die beiden inneren Achsen waren mit den üblichen Gleitlagern im Rahmen der Lokomotive gelagert worden.
Sie bildeten somit den festen
Radstand,
der immer noch recht ansehnlich war, weil die
Achsen
allgemein nach aus-sen verschoben worden waren. Damit sind wir aber bei
den äusseren Achsen.
Die äusseren
Triebachsen
waren radial einstellbar. Dabei wurden Hohlachsen nach der
Bauart
Klien-Lindner ver-wendet. Diese beiden Konstrukteure stammten aus Sachsen
und sie hatten sich schon einen guten Ruf erarbeitet. Die Reihe Fb 4/4
sollte jedoch zu den wenigen
Lokomotiven
der Schweiz gehören, die mit diesen mit einer Deichsel gelenkten
Achsen
versehen waren. Meistens wurden in der Schweiz in dem Fall kombinierte
Drehgestelle
verwendet.
Wie bei allen anderen
Lokomotiven
mussten auch diese abgefedert werden. Es wurden dazu die üblichen
Blattfedern
verwendet. Wegen dem Aufbau der äusseren
Achsen
als Hohlachse, konnten dort die
Federn jedoch nicht tief eingebaut werden. Daher mussten sie hoch
eingebaut werden. Das führte dazu, dass diese neben den
Vorbauten
sehr gut zu erkennen waren. Innen sah man die
Federung
wegen dem Aussenrahmen jedoch auch sehr gut.
Dabei konnten die beiden Motorwellen nicht mit dem üblichen
Dreiecksrahmen
verbunden werden. Dieser Rahmen hätte zur gleichen Verteilung der Kräfte
eine ungerade Achs-zahl benötigt. Es musste daher eine andere Lösung her. Es wurde ein vom Direktor O. Kjelsberg der SLM entwickel-ter Kuppelrahmen verbaut. Dieser offene Rahmen bestand aus einem Träger der waagerecht zwischen den Motor-wellen verlief.
Von deren
Kurbelzapfen
führen Träger über Kreuz zu einem
Gelenk.
Dabei wurden diese Träger an den Kurbelzapfen und beim Schnittpunkt
verbunden. Eine leichte und für die
Lei-stung
ausreichende Lösung, die jedoch nur hier verbaut wurde. Das Drehmoment wurde anschliessend von diesem Kuppel-rahmen mit einfachen Kuppelstangen auf die Achsen über-tragen.
Wegen dem aussen liegenden Rahmen konnten diese jedoch nicht mit
einem üblichen
Kurbelzapfen
versehen werden. Daher waren gut sichtbar Flansche angebracht worden.
Die-se waren aus blankem Metall und sie wurden nicht farblich behandelt.
Damit sind wir bei der Farbgebung angelangt.
Beim Anstrich der
Lokomotiven
ging man keine neuen Wege. Es wurden die gleichen Pigmente verwendet, wie
das schon bei den zuvor ausgelieferten Maschinen der Fall war. Lediglich
auf die rot eingefärbten
Räder
wurde verzichtet. Dabei waren hier eigentlich die beiden später gebauten
Maschinen speziell, denn sie wurden von der Industrie ausgeliefert, als
bereits die ersten braun eingefärbten Modelle für den
Wechselstrom
verkehrten.
Eine wurde für die Bauteile der elektrischen Ausrüstung und für
die
Lokpfeife,
sowie für die auch hier verbauten
Sand-streueinrichtung
benötigt. Daher gab es hier keine Unter-schiede zu anderen Maschinen. Ebenfalls beibehalten wurden die Druckluftbremsen. Auch hier wurde die damals übliche Doppelbremse nach Westing-house verbaut. Sowohl die automatische Bremse, als auch die Regulierbremse wirkten mit einer Klotzbremse auf sämtliche Achsen der Lokomotive.
Möglich wurde diese gute
Bremse,
weil hier auf
Laufachsen
verzichtet wurde. So konnte das
Bremsgewicht
auf sämt-liche
Achsen
verteilt werden, was optimale Kräfte ergab.
Damit wird es Zeit, dass wir zur elektrischen Ausrüstung der
Lokomotive
kommen. Gegenüber der
Baureihe
Fb 3/5 wurden die beiden
Stromabnehmer
und auch der
Hauptschalter
unverändert übernommen. Daher löste dieser auch hier automatisch aus, wenn
eine
Schnellbremsung
eingeleitet wurde. Die Unterschiede zu den erwähnten Lokomotiven folgten
erst nach diesem Schalter, denn hier gab es eine neue Regelung.
Bei dem
Fahrmotoren
wurden die Pole verändert. Durch Ab- und zuschalten von Polen, konnte die
Drehzahl verändert werden. Möglich waren bei diesen
Lokomotiven
vier unterschiedliche
Fahrstufen.
Damit war also eine besser Abstufung als bei den älteren Modellen
vorhanden. Wir müssen uns nun aber diese vier festen Fahrstufen genauer
ansehen, denn die Anzahl Pole musste verringert werden, wenn schneller
gefahren werden sollte.
Mit den beiden weiteren Reduktionen auf acht und sechs Pole,
konnten noch die Geschwindigkeiten von 56 und 75 km/h erreicht werden.
Damit konnte ohne Verluste mit vier Geschwindigkeiten gefahren werden.
Vorteile ergaben sich bei engen
Kurven. Obwohl vier Fahrstufen vorhanden waren, die Sprünge bei der Zugkraft waren einfach zu hoch. Daher mussten auch hier Anlassstufen vorgesehen werden. Da nun Asynchronmotoren mit Kurzschlussläufer verbaut wurden, konnten dazu keine Widerstände mehr genutzt werden. Man musste daher die Spannung des Stators anpassen und das erfolgte mit anderen Lösungen und ebenfalls mit geringeren Verlusten. An einem als Anlasstransformator bezeichneten Transformator waren dazu mehre Anzapf-ungen verbaut worden.
Diese wurden wiederum mit einem
Stufenschalter
verbunden. So konnten mit diesen die unterschiedlichen Anlassstufen
geschaltet werden. Obwohl keine Verluste vorhanden waren, durfte nicht mit
diesen gefahren werden, weil die Motoren sonst überlastet worden wären. Es
blieb also bei ein paar
Fahrstufen.
An diesem Anlasstransformator wurde auch die
Spannung
für die
Hilfsbetriebe
abgenommen. Bei diesen wurde nun mit einer Spannung von 100
Volt
gearbeitet. Noch waren keine einheitlichen Netze in diesem Bereich
vorhanden. Der Anschluss hier war jedoch verändert worden, denn die
Beleuchtung
des Innenraumes wurde nicht mehr über diese Spannung versorgt. Es gab eine
neue Lösung, bei der das Licht erhalten blieb.
Trotzdem
sollte die
Dienstbeleuchtung
der ersten Maschinen genauer angesehen werden. Denn die neuen Lampen
konnten schlicht nicht erkannt wer-den. Da man noch keinen Lampen für elektrische Be-leuchtung entwickelt hatte, wurden einfach die alten Laternen genommen. Bei diesen baute man die Vorrichtung zur Vergasung des Kalziumkarbid aus und ersetzte den Brenner durch eine Glühbirne.
Das sollte jedoch ein Markenzeichen der Maschinen für
Drehstrom
sein, denn auch wenn es passende Lampen gab, blieben diese Laternen
erhalten. Das Licht war auch sonst speziell.
Um eine Entladung der
Batterien
zu verhindern, mussten diese wieder geladen werden. Die von den anderen
Lokomotiven
her bekannten
Umformer-gruppen
gab es hier nicht. Für die Ladung der Batterien war ein
Dynamo
angeschlossen worden. So wurden die Lampen auf die gleiche Weise versorgt,
wie das bei einem Fahrrad der Fall war. Die
Leistung
war jedoch ausreichend, dass auch die Batterien während der Fahrt geladen
wurden.
Speziell war, dass hier die komplette Ausrüstung doppelt vorhanden
war. Bei einem Defekt konnte nun auch mit der halben
Leistung
noch gefahren werden. Wobei das nur ging, wenn der Schaden nicht am
Fahrmotor
war, denn dieser drehte weiter, da er mit den
Triebstangen
verbunden war. Jedoch kann hier gesagt werden, dass die hier verbauten
Motoren sehr zuverlässig waren. Daher kam es kaum zu Schäden an den
Rotoren.
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