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Fb 4/6 Nr. 371 |
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Baujahr |
1914 |
Erbauer |
SLM/BBC |
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Länge über Puffer |
12 500 mm |
Anzahl Fahrmotoren |
2 |
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Achsstand |
8 800 mm |
Polzahl |
6 / 8 |
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Durchmesser TA |
1 250 mm |
Anfahrzugkraft |
130 kN |
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Durchmesser LA |
850 mm |
Stundenleistung |
2 000 kW / 2 720 PS |
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Dienstgewicht |
88 t |
Geschwindigkeiten |
28 / 37 /56 / 74 |
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Adhäsion |
69 t |
V max. |
75 km/h |
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Einen ganz besonderen Brocken bildete die
Baureihe
Fb 4/6. Seit der elektrische Betrieb bei der BLS und bei der RhB
aufgenommen wurde, war eigentlich klar, dass die Zukunft dem einphasigen
Wechselstrom
gehören würde. Da bis zur geplanten Landesausstellung kein Entscheid der
Schweizerischen Bundesbahnen SBB zur Wahl der zukünftigen Zugführung
vorhanden war, begann die Geschichte dieser Maschine schon speziell.
Auf der Strecke blieb die BBC, die nicht mit einem Auf-trag
aufwarten konnte, der sich bei der Landesaus-stellung zeigen konnte. Daher
musste ein solcher her. Ohne im Besitz eines Auftrages der Schweizerischen Bundesbahnen SBB zu sein, gab die BBC bei der SLM eine Lokomotive für den Drehstrombetrieb im Simplontunnel in Auftrag.
Dabei sollte in Winterthur nur der mechanische Teil erstellt
werden. Die elektrischen Baugruppen wollte man in Münchenstein im eigenen
Werk installieren. Als Muster nahm man die von der MFO ab 1912 an die RhB
gelieferten
Lokomotiven
Ge 4/6.
Auch die BBC baute nicht ohne einen Grund. Man wollte mit einer
Lokomotive
bereit sein, wenn die Elektrifizierung der
Südrampe
des Simplontunnels mit
Drehstrom
erfolgte. Diesen wurde von der BBC erwartet, denn die Dampftraktion auf
dieser steilen Strecke war ein Inselbetrieb. Die entsprechenden
Verhandlungen waren ein noch nicht erfüllter Punkt des Vertrages, der mit
den Schweizerischen Bundesbahnen SBB vor wenigen Jahren abgeschlossen
wurde.
Da man sich beim Aufbau nicht an den Modellen des
Versuchsbetriebes
orientierte, wurde ein Aufbau gewählt, der schon bei den
Baureihen
Ge 4/6 und
Fb 5/7
umgesetzt wurde. Daher war auch hier ein normaler Innenrahmen als
tragendes Bauteil verwendet worden. Dieser
Plattenrahmen
war bisher bei elektrischen
Lokomotiven
der BBC immer verwendet worden. Daher ging man hier keine komplett neuen
Schritte, was überraschend war.
Diese wurden zudem mit den seitlich montierten
Stangenpuffer
mit den run-den
Puffertellern
ergänzt. Somit konnte diese
Lokomotive
problemlos mit den üblichen Wagen verbunden werden. Bei den Aufbauten änderte man jedoch die Konstruktion. Die bisher bei den Modellen für den Drehstrom verwendeten Vorbauten wurden schlicht weg-gelassen.
Hier waren daher klar die
Lokomotiven
der RhB zu erkennen, auch wenn davon längst nicht alle Punkte übernommen
wurden. Bei der hier vorgestellten Maschine fehlten weiterhin die Rückwand
und eine
Heizung.
Immer noch sah man deren Nutzen wegen dem Simplontunnel nicht ein.
Trotzdem müssen wir genauer hinsehen, denn es gab deutliche
Unterschiede zu den anderen
Lokomotiven.
Das betraf bereits die hier vorhandene
Frontwand.
Diese wurde nicht mehr mit einer Möglichkeit versehen, auf den Zug zu
kommen. Obwohl das
Übergangsblech
montiert worden war, es gab in der
Front
schlicht keine Türe um in den Kasten zu gelangen. Man kann daher gut von
einem etwas ungewöhnlichen Schmuck sprechen.
Der Zugang zum Fahrzeug erfolgte bei dieser
Lokomotive
über vier im Bereich des
Führerstandes
angeordnete Einstiege. Dabei hatte jede Seite zwei davon erhalten und sie
wurden mit der üblichen Leiter und den seitlichen
Griffstangen
ergänzt. In diesem Punkt sah die Maschine schon so aus, wie die später
gebauten Serien, die auch so ausgerüstet wurden. Hier zeigte sich, dass
die SLM auch schon die Muster gebaut hatte.
Diese
Lokomotive
sollte damit die einzige Maschine sein, die beim Kasten über
Lüftungsgitter
verfügte. Das verbesserte das Problem mit der Zugluft auf keine Weise. Im
Gegensatz diese war hier noch schlimmer, als bei den anderen Modellen. Auch beim Aufbau des Fahrwerkes wurde das Muster der RhB genommen. Daher wurden nur die beiden inneren Triebachsen im Rahmen gelagert. An der Lagerung gab es jedoch keine Neuerungen.
So wurden auch hier die
Gleitlager
verwendet, die schon bei anderen
Lokomotiven
vorhanden waren. Wirklich neu war diese Maschine daher nicht, wobei gerade
in diesem Bereich beim mechanischen Aufbau kaum Neuerungen umgesetzt
wurden.
Die beiden äusseren
Triebachsen
wurden mit der vorlaufenden
Laufachse
in einem
Drehgestell
eingebaut. Dieses erlaubte es der Triebachse, sich in den
Kurven
anzupassen. Damit beschränkte sich der feste
Radstand
dieser
Lokomotive
auf die beiden inneren Triebachsen. Eine Lösung, die jedoch bei solchen
Laufwerken
üblich war. Daher war die Lokomotive mechanisch auch für höhere
Geschwindigkeiten ausgelegt worden.
Wie schon bei der
Baureihe
Fb 4/4 wurden kleinere
Triebräder
verwendet. Jedoch wurden hier wieder
Speichenräder
genutzt. Der Grund war das hohe Gewicht der
Lokomotive.
Dieses machte auch die beiden
Laufachsen
erforderlich. Diese waren nach den Mustern der beim
Versuchsbetrieb
verwendeten Baureihe Fb 3/5
ausgeführt worden. Dabei war klar, bei Laufachsen achtete man beim
Durchmesser immer wieder auf vorhandene Modelle.
Da hier eine leicht höhere
Leistung
vorhanden war, war das sicherlich ein guter Entscheid, auch wenn man das
Problem bei der BLS lösen konnte. Der andere Aufbau war wirklich nur nötig, weil hier die Position der Fahrmotoren geändert wurde. Die beim Versuchsbetrieb eingesetzt Lokomotiven zeigten, dass die tiefe Montage bei Schnee durchaus Probleme ergeben könnte.
Eine Idee, die jedoch von den
Lokomotiven
der RhB ab-genommen wurde, denn im Wallis waren im Raum Brig selten höhere
Schneemassen vorhanden. Noch glaubte man bei der BBC an einen Erfolg bei
der Gotthardstrecke.
Das von den
Fahrmotoren
erzeugte
Drehmoment
wurde von deren Rotorwelle mittels schräg eingebauten
Trieb-stangen
auf einen zentralen Punkt übertragen. Dieser war nicht mit einer
Triebachse
verbunden. Diese wurden mit Hilfe von Kuppelstangen an diesem zentralen
Punkt angeschlossen. So konnte das Drehmoment der Fahrmotoren auf die
Triebachsen übertragen werden. Dort erfolgte dann mit Hilfe der
Haftreibung
die Umwandlung in
Zugkraft.
Wie bei
Stangenantrieben
üblich, musste auch hier das Gewicht des
Triebwerkes
ausgeglichen werden. Das erfolgte jedoch nur bei den
Triebachsen
mit den üblichen Gewichten im
Radkörper.
Das führte jedoch dazu, dass die beiden Schrägstangen nicht ausgeglichen
werden konnten. In der Folge sollte diese
Lokomotive
durch einen unruhigen Lauf auffallen. Daher wurde sie vom Personal schnell
als Schüttelbecher bezeichnet. Ein Punkt, der nicht zur Beliebtheit
betrug.
Wie bei den anderen vorhandenen beiden
Baureihen
sollten diese Behälter einen kurzfristigen Mehrbedarf auffangen. Gerade
hier waren schon früh gute Lösungen vorhanden und mit den Behältern war
auch ein ausreichender Vorrat vorhanden. Benötigt wurde die Druckluft für einige Funktionen der elektrischen Ausrüstung. Dazu gehörten auch hier die Stromabnehmer. Es war auch eine Sandstreueinrichtung vorhanden.
Zudem musste für die
Lokpfeife
Druckluft
verwendet wer-den, da auch bei dieser
Lokomotive
dafür kein Dampf mehr vorhanden war. Das war aber bei allen Modellen mit
einen elektrischen
Antrieb
der Fall. Noch gab es keine elektrische Ansteuerung.
Wie bei den anderen
Baureihen
war auch hier die
Druckluft
für die
Bremsen
von grosser Wichtigkeit. Benötigt wurde sie für die Doppelbremse nach der
bekannten
Bauart
von
Westinghouse.
Diese bestand aus der direkt wirkenden
Regulierbremse
und der
automatischen Bremse.
In diesem Punkt konnten ebenfalls keine grossen Neuerung umgesetzt werden,
denn es sollte noch einige Jahre dauern, bis die Bremsen verbessert
wurden.
Vorher haben wir erfahren, dass die
Druckluft
auch für die elektrische Ausrüstung benötigt wurde. Diese sollten wir uns
auch wieder ansehen, denn auch bei dieser
Lokomotive
war wieder eine andere Regelung für die Geschwindigkeit vorhanden. Diese
benötigte keine Druckluft, denn hier war sie wirklich nur erforderlich,
damit die
Stromabnehmer
gehoben werden konnten. Die Schleppbügel entsprachen den üblichen
Modellen.
Auch wenn man andere Modelle kannte, der auf dieser
Lokomotive
verbaute
Hauptschalter
konnte nicht verglichen werden, denn es war ein Modell für
Dreh-strom.
Damit sind wir schon bei den Motoren. Die beiden hier verbauten
Drehstrommoto-ren
waren mit Schleifringen versehen worden und sie konnten zusammen eine
Leistung
von 2 720 PS erzeugen. Damit lag man etwas über den Modellen
Fb 5/7, die von der
MFO für die Lötschbergstrecke gebaut wurden. Damit ging der Titel für die
stärkste
Lokomotive
der Welt an die BBC. Damals wurde wirklich noch mit kleinsten Werten
gearbeitet.
Die Beschaltung der
Fahrmotoren
wurde ebenfalls wieder verändert. Hier wurden weniger Pole verbaut, dafür
die beiden Motoren unterschiedlich geschaltet. Es kam also wieder die
Lösung in Kaskade, oder als Single zur Anwendung. Zusammen mit der
Umschaltung der Pole auf sechs oder acht, konnten vier feste
Fahrstufen
ungesetzt werden. So war die
Lokomotive
auf dem selben Wert, wie das schon bei der Reihe
Fb 4/4 der Fall war.
Die vier festen
Fahrstufen
waren bei den
Lokomotiven
für
Drehstrom
kaum verändert worden. Mit der geringen
Frequenz
konnten ohne
Getriebe
keine höheren Drehzahlen erreicht werden. Damit hatte auch diese
Lokomotive vier verschiedene Werte bei der Geschwindigkeit erhalten. Diese
lagen bei 28, 37, 56 und 74 km/h. So erreichte auch diese Maschine nahezu
die zugelassene
Höchstgeschwindigkeit.
Im Betrieb gab das keine Unterschiede.
Eine
längere Fahrt war jedoch wegen der Belastung der
Widerstände
auch jetzt nicht möglich. Immerhin waren vier Schaltungen vorhanden und so
konnte ganz gut gefahren werden. Auch hier konnte nicht auf die Hilfsbetriebe verzichtet werden. Diese wurden ab einem Transformator mit der Spannung von 100 Volt versorgt.
Angeschlossen wurden die bekannten Verbraucher, wie die
Kompressoren,
aber auch die im Fahrzeug benötigten
Ventilatoren.
Neu war hingegen die auf dem Fahrzeug verbaute dritte Nutzung. Diese
umfasste eine
Umformergruppe,
die für die Ladung der verbauten
Batterien
benötigt wurde.
Mit den
Batterien
konnten die elektrischen Lampen versorgt werden. Diese gab es im
Maschinenraum
und an den beiden
Fronten.
Diese waren jedoch speziell. Auch wenn es nun neue Lampen gab, verbaute
man bei dieser
Lokomotive
die umgebauten Laternen von den Dampflokomotiven. Damit war die Maschine
nicht gerade auf dem neusten Stand der Technik. Das könnte man erwarten,
wenn das Fahrzeug an eine Ausstellung soll.
Sollte Ihnen bisher aufgefallen sein, dass die
Zugsheizung
nicht erwähnt wurde, dann ist das kein Versäumnis. Noch waren elektrische
Heizungen
bei den Wagen nicht verbaut worden. Die Ausrüstung mit einem
Kessel
für die
Dampfheizung
erfolgte auch nicht. So verkehrten die Wagen bei den
Lokomotiven
für
Drehstrom
schlicht ohne Heizung. In dem Fall erging es den Reisenden scheinbar nicht
besser als dem Personal auf der Lokomotive.
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