Persönliche Erfahrungen

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Nachdem auch ich die Schulung auf der BR 193 bekommen habe, begann die Zeit mit dem sammeln erster Erfahrungen. Im Vorfeld hörte ich viel über dieses Modell, das die Leute unterschiedlich berührt. Wer mit den Vorzeichen Kacktron, oder Teutonen Hobel an eine Schulung geht, muss sich zuerst vom neuen Arbeitsgerät überzeugen. Dazu reicht ein Tag schlicht nicht aus. Die ersten Fahrten mussten dazu genutzt werden.

Leicht war das nicht. Ein neues Arbeitsgerät von einem bisher eher unbekannten Hersteller wird dabei mit einer neuen Zugsicherung ergänzt. Was man bis-her hörte, die Kombination sei alles andere als gelungen.

Dass das ETCS Level 1 LS nicht über alle Zweifel er-haben ist, lassen wir hier vorerst weg. Es ist die Kombination und die hat es in sich. Nach den ersten Fahrten ist es nun soweit, ein Fazit zu ziehen und das ist ernüchternd.

Zwar verfügt die Maschine über gute Fahreigen-schaften, aber das reicht nicht. Sie liegt ruhig auf der Strecke. Dank der nach vorne gerichteten Sicht und der fehlenden Seite, hat man aber kein Gefühl für die Geschwindigkeit.

So muss man stur nach den Anzeigen fahren und dabei noch die Strecke beobachten. Wer sich zu lange damit befasst, riskiert eine Bremsung durch ETCS. Die langen Drehgestelle helfen dabei auch noch.

Die grosse Liebe will sich nicht einstellen. Jeder Lok-führer baut eine Beziehung zu seinem Arbeitsgerät auf. Er liebt es, auch wenn es der grösste Mistbock ist, der es auf die Schienen schaffte.

Hier habe ich persönlich ein paar Vorbehalte und so kann sich keine gesunde Beziehung aufbauen. Das mit der Schulung kombiniert, ist schwer. Die erste Fahrt dann noch durch das Herz der Bahnen in der Schweiz. Mitten durch Zürich ging es mit den neuen Teil.

Ob ich etwas falsch mache, weiss ich nicht, aber ich hatte bisher kaum ernste Störungen. Das sollte es nicht geben, denn die Dinger werden zu tausenden gebaut, da wird der Hersteller doch seine Erfahrung einbringen. Jeder Computer bekommt ein Update. Dieser hier, würde dringend eines benötigen. Der Rechner scheint so langsam zu sein, dass schon befürchtet wurde, dass ein Comodore PC verbaut sein könnte.

Die Lokomotive hat nette Spielereien. Elektrische Sonnenrollo und ein verstellbares Pedal können durchaus als Luxus angesehen werden. Es fehlt eigentlich nur noch der Führerstuhl mit Sitzheizung und Massagefunktion.

Bei den LKW bereits üblich, werde ich das in mei-ner aktiven Zeit nicht mehr erleben. Nur damit ist es nicht gemacht, das Umfeld muss stimmen. Die Klimaanlage schafft das, was jene bei den Re 420 und Re 620 auch sollte.

Dem stehen dann Mängel gegenüber, die nicht so leicht zu verstehen sind. Drücken sie eine dunkle Bestätigungstaste auf einem dunklen Führertisch und dabei haben Sie nur etwas mehr als 1.5 Se-kunden zur Verfügung.

Im Computer gibt es Suchfunktion hier nicht, man muss diese finden, denn sonst geht es zu Boden. So eine LED ist für wenige Cents in einem guten Fach-markt erhältlich. Sie stände der Lokomotive wirk-lich gut.

Damit kommen wir zur grössten Schwachstelle, die ich bisher in meiner kurzen Zeit ausmachen konnte. Es ist der Bordrechner.

In welcher verstaubten Ecke des PC-Dealers dass man diesen fand, ist mir unbekannt. Jungs da man Euch aber schönen Mist angedreht. So jetzt ist es raus, aber was damit nicht stimmt, ist noch nicht bekannt. Helfen können da sicherlich einige Beispiele und die finden sich hier wirklich sehr schnell.

Ich beginne mit der Sifa. Die wurde dazu verbaut, dass der Lokführer wach bleibt. Die Wachsamkeitskontrolle vermittelt das auf jeden Fall so. Von Panikattacken war aber nicht die Rede. Die Funktion spricht an. Es kommt ein Ton und man hebt kurz den Fuss, dann ist wieder Ruhe. Nö, der Ton bleibt weiter. Voller Panik stampft man nun auf das Pedal und erwartet die Zwangsbremsung. Doch wie durch ein Wunder nach ein paar Sekunden ist Ruhe.

ETCS Level 1 LS hat die Reaktionszeiten des Lok-führers schon arg verkürzt. Da darf es nicht sein, dass der Rechner die halbe Zeit davon für sich beansprucht. Von den drei Sekunden haben wir dann knapp mehr als eine.

Da hämmert man wie verrückt auf dieser dunklen Taste rum und hofft, dass es klappt. Wenn nicht, muss man eine Meldung erstellen. Auch nicht un-bedingt förderlich, wenn man über ein schwaches Nervengerüst verfügt.

Bei mehr als 100 km/h soll die Zeit schlicht nicht mehr ausreichen. Ich weiss es nicht, bisher hatte ich keine Züge, wo ich das testen konnte. Ob man sich da mit den Zeiten wirklich sicher ist?

Mit 120 legt man mehr Weg zurück, als im Büro berechnet wurde. Da reicht dann mit einem lahmen Rechner die Zeit schlicht nicht mehr aus.

Wie das erst bei 160 km/h ist? Gut, so schnell darf das Teil in der Schweiz gar nicht fahren, aber das kann noch werden.

Das Wunder ist nicht eingetreten. Mit den Zügen fährt man auf gewissen Strecken nur noch sehr langsam. Besonders dann, wenn die Achslasten höher sind. Ich mag mich noch daran erinnern, dass das bei der Zugreihe D üblich war. Es geht immer mehr zurück und das sollte es nicht. Die Billiglokomotive für den gigantisch hohen Preis kann nicht als Fortschritt angesehen werden. Da kann man 2025 deutlich mehr erwarten.

Es grenzt schon fast an ein Wunder, wenn der Lokführer die Normallast für seinen Weg kennt. Auf jedem Abschnitt sind andere Werte vorhanden. Da kann das Teil nicht viel dazu beitragen, aber es erhöht das Vertrauen nicht sonderlich. Ob da wirklich Fachleute am Werk waren? Ich denke eher, man will zeigen, wie gut die Muskeln der Maschine geworden sind. Viel wurde versprochen und gehalten wurde davon kaum etwas.

Auch Störungen können ein Eigenleben haben. Das ist nicht neu, aber eine Diagnose hilft ja nun. Letzthin kam diese und meinte, dass die LZB nicht bereit stehen würde. Also kurz die Störung abarbeiten.

Ich brauch den Mist in der Schweiz gar nicht, denn die LZB wurde hier schon vor mir gebodigt. Um die Behebung kann ich mich dann am Schluss kümmern. Anderer Meinung war, wie könnte es auch anders sein, mein so gutes Arbeitsgerät.

Ob es wirklich sinnvoll ist, wenn ich nun dem Fahr-dienstleiter erkläre, dass ich nicht fahren kann, weil ich die Störung an einem System für die Zugsicherung abarbeiten muss, das ich nicht brauche. Die Behebung liest sich wie ein Roman.

Alles endet damit, dass es wohl zu einer grossen Ver-spätung kommen wird. Alles nur, weil ich etwas beheben wollte, das sogar ohne Gefahr ausgeschaltet werden kann. Nur, was mich erwartete, ist nicht so schön.

Wie war das bei der Schulung. Störung öffnen, Info lesen, dann die Behebung und dann ist Ruhe. Komisch, meine Lokomotive meint, dass Sie mich alle 30 Sekunden auf die Störung aufmerksam machen muss. Ich weiss, dass sie hier ist, sie kommt ja immer wieder, wenn ich den Führerstand aufrüste, aber aktuell wird das nicht benötigt, also kann es warten. Spannend dabei war, dass dann nach einer halben Stunde Ruhe war.

Wenn man dann wirklich eine Störung hat, die gelöst werden muss, dann kann es schwer werden. Dazu steht eine Hotline zur Verfügung. Steht so sogar angeschrieben und dort steht auch 24 Stunden und sieben Tage. Cool, dann kann man um 23.00 Uhr anrufen, weil der Bock keinen Wank mehr macht. Die Antwort am Telefon ist dann ernüchternd. Die vermeintliche Supportstelle erklärt mir, dass er von der Lokomotive keine Ahnung habe.

Die Fachleute stünden nur zu den Bürozeiten zur Verfügung. Super, wir fahren nur noch während dieser Zeiten. Wer eine Hotline anruft, erwartet fachkundige Hilfe. Immerhin hörte ich nicht all zu lange diese Fahrstuhlmusik, die nach einiger Zeit recht nervig sein kann.

Die Hilfe blieb aus, ich fühlte mich auf dem Ar-beitsgerät in dem Moment doch recht einsam. Nichts geht und niemand weiss warum. Wirklich keine Neuerung.

Ach ja, unser Bordjournal, wo wir die Störungen möglichst in Schönschrift vermerken, soll gemäss Fahrzeughalter entfernt werden. Geil, die Störung kommt, QR-Code scannen und dann die tausend Fragen beantworten.

Der LRZ, steht vor der Maschine und der Lokführer versucht immer noch verzweifelt mit seinem Handy den QR-Code zu entziffern. Verzweifelt ruft man dann den Support an, also der, der in der meisten Zeit keine Ahnung hat.

Dort erfährt man dann, dass diese Störung bekannt ist, man können diese so beheben. Das hilft, zum Glück muss ich die Rechnung vom LRZ nicht selber zahlen. In diesem nicht benötigten Bordjournal hätte ich das eventuell nachlesen können. Der QR-Code geht nicht, die Hotline säuselt einem diese dämliche Fahrstuhlmusik ins Ohr und auf dem Bahnsteig werden eifrig Fotos gemacht. Ob ich es nun auch in die Tagespresse schaffe?

Mängel entdeckt kann man sagen, also ab an die vorgesetzte Person. Bitte etwas weniger Nerven auf dem Teil. Was ich dann zu hören bekam, will ich nicht mit einem Kommentar versehen. Damit man so eine LED einbauen könne, müssen zuerst alle Nutzer dieser Lokomotive befragt werden. Nur wenn diese zusagen, könne eine Änderung vorgenommen werden. Alle müssen gleich sein und es könne schlicht keine Ausnahme geben.

Also ich habe mir einen Neuwagen gekauft. Fuhr mit dem einige Zeit herum und dann fand man Mängel. Da hat niemand nach meiner Meinung gefragt, ich bekam ein Schreiben, das mir erklärte, dass ich wegen einer Rückrufaktion die Werkstatt aufsuchen müsse.

Ein Teil könne einen Defekt erleiden. Ich weiss bisher immer noch nicht, was genau gemacht wurde. Der offerierte Kaffee nahm ich dabei gerne an und dann auch wieder den Wagen.

Bei einer Lokomotive, wo mehrere Millionen kostet, ist das schlicht nicht möglich. Da muss man irgend etwas ändern, denn alles den Zulassungen in die Schuhe schie-ben hilft nicht wirklich.

Es wurden Mängel entdeckt, diese gemeldet und dann wird das behoben. Es funktioniert wirklich überall, nur nicht bei der Eisenbahn, da muss jeder seinen Senf dazu geben. Wie schön einfach die Welt doch sein kann, wenn man nicht Eisenbahn fährt.

Ich freue mich jetzt schon wenn die erste KI-Lokomotive kommt. Die sperrt mich dann vermutlich gleich aus, weil ich ihr nicht hörig bin. Bis es soweit ist, habe ich mir auch gemerkt, wo diese dämliche Taste montiert wurde. Auch ja, auf dem Bildschirm muss man es nicht versuchen. Der hat auch ein Eigenleben. Das musste auch ich schon feststellen. Dabei fing alles so harmlos an, wie es nur sein könnte. Nach der Zugfahrt ging es ins Depot.

Damit das geht, muss Shunting gewählt werden. Also «Main» und nun? Wo ist denn Shunting. Wird nicht angeboten. Super, was mache ich nun. Ich räum meine LEA weg. Stecker raus und dann… Moment, nun kann ich Shunting auswählen. Spinne ich jetzt endgültig. Nein, das haben mir meine Kollegen bestätigt. Wenn das Ipad lädt, geht am DMI nichts mehr. Es wird doch nur geladen und es fliessen keine Daten auf das Gerät, warum denn nur…

Da man ein Freund von Experimenten ist, auf ein neues. Tatsächlich man kann nur in Shunting wechseln, wenn die LEA nicht geladen wird. Schön, wissen wir das, warum es so ist, keine Ahnung und dabei belasse ich es auch.

Nur was dann auf dem Bildschirm ab geht, ist wohl nicht so leicht verständ-lich. Wir nehmen Ihr Handy. Das kann heute auf ihre Finger reagieren. Sie glauben es nicht, solche Bildschirme haben es auf die Lokomotive geschafft.

Nun öffnen Sie doch dort die APP mit dem Browser, weil Sie nachsehen wollen, ob ich es schaffte in Shunting zu kommen. Müssen Sie da auch mit gleichbleibendem Druck vier Sekunden auf die Fläche drücken?

Mein Handy fragt mich dann meistens, ob ich die App entfernen will. Wie ein Idiot auf den Bildschirm gedrückt und auf vier zählen, dann loslassen und hoffen. Bis der Rechner das kapiert, dauert es auch etwas mehr als eine Sekunde.

Heureka es ist geschafft. Ab ins Depot und nun muss die Lokomotive parkiert werden. Das heisst, sie bleibt eingeschaltet. Hier geht es natürlich nicht so. Man verbringt die Maschine in den Schlummerbetrieb. So kann Energie gespart werden. Was sicher ein Vorteil ist, denn es ist nicht alles schlecht und die Sonnenrollos mit dem Schalter machen Spass, besonders dann, wenn die Signale vor der Sonne verschwinden und man blind fährt.

Ob der Schatten ein Signal war, erfahre ich dann, wenn irgendwann die Aufforderung zur Bestätigung aufleuchtet. Eine weitere Panikattacke später fuhr ich noch. Es hat wieder geklappt. Ich weiss wirklich nicht, was ich falsch mache. Klar, ich bin kein Berner. Liebe Leute bei Siemens, auch der sollte eine Chance haben. Das sollte doch auch in München bekannt sein, dass Berner liebe Leute sind, aber alles etwas ruhiger angehen.

 

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