Personenwagen International

Willkommen in der Welt der Personenwagen. Diese waren im Gegensatz zu den anderen Modellen einem steten Wandel unterworfen. Personenwagen musste aus dem Verkehr genommen werden, weil sie veraltet waren. Technisch waren diese aber noch gut und hätten durchaus noch ein paar Jahre durchgehalten. Das führte dazu, dass es im Lauf der Jahre immer wieder zu Anpassungen und neuen Modellen gekommen ist.

 

Dienstliche Zwecke Personenwagen International
Personenwagen National Speisewagen
Steuerwagen Andere Wagentypen

Die Auswahl zeigt dies, denn bis auf die Modelle für dienstliche Zwecke gab es immer wieder Neuerung. Das muss bei der Betrachtung ebenso berücksichtigt werden, wie der Einsatz, denn Alle Wagen konnten eigentlich international benutzt werden. Jedoch kommen wir nicht um diese Aufteilung herum. Die anderen Typen waren dann einfach noch das Zugemüse. Dennoch wird es eine interessante Geschichte werden.

International war fast alles

Es mag Sie überraschen, aber bis zur Einführung der elektrischen Zugsheizung gab es die Unterscheidung eigentlich gar nicht. Der Dampf war heiss, egal in welchem Land man fuhr. Daher beginne ich die Personenwagen mit diesen uralten Typen, die damals eingesetzt wurden. Natürlich kann nicht jeder Typ eingebaut werden, denn das würde den Umfang schlicht und einfach sprengen. Ein paar wenige Wagen müssen ausreichen.

Wenn wir die Zeit um 1900 nehmen, dann sind wir bei einem Punkt, wo die grossen Privatbahnen verschwanden und sich in die Schweizerischen Bundesbahnen SBB verwandelten. Zu Beginn konnten sich die Staatsbahnen schlicht noch nicht an die Erneuerung wagen. Bei dem Sammelsurium, das von den Bahngesellschaften übergeben wurde, entstand ein Chaos, das man aufräumen musste. Erst wenn etwas Ordnung vorhanden war, konnte erneuert werden.

Auch wenn es fünf grosse Privatbahnen waren. 1902 hatten sich vier davon verabschiedet. Nur der Besitzer es abgebildeten Wagens hatte noch ein paar Jahre vor sich. Das soll uns aber noch nicht gross beschäftigen, denn im Grunde gab es nicht so viele Modelle. Klar es gab Wagen, die mehr oder weniger Leute aufnehmen konnten. Nur das ist nicht so wichtig, wenn man nur einen Blick in diese Zeit werfen will.

Sehen wir zwei Muster an, denn das reicht völlig. Es ist je ein Modell mit und ohne Drehgestelle, denn so wurden die Wagen geordnet. Diese gab es damals jeweils mit offenen Plattformen, aber auch mit Wagenübergängen, die von Leuten genutzt wurden. International eingesetzt werden konnten davon eigentlich nur noch die Modelle mit Drehgestell und dem Faltenbalg. Die anderen blieben den nationalen Zügen vorbehalten.

Zweiachsige Modelle: Um 1900 waren die zweiachsigen Modelle noch zahlreich im Einsatz. Jedoch wurden damals bereits die ersten Modelle mit einer dritten Achse versehen. Diese hatten etwas bessere Laufeigenschaften und sie konnten auch etwas schwerer sein. Das erlaubte es die offenen Plattformen aufzugeben und Faltenbälge mit geschlossen Enden einzuführen. Viel mehr war dabei aber nicht zu erwarten.

Es war bereits damals abzusehen, dass die zwei-achsigen Personenwagen sich nicht mehr lange hal-ten würden. Der Fahrkomfort war einfach nicht so gut, wie das bei den Modellen mit Drehgestellen der Fall war.

Hinzu kam, dass sie mit offenen Plattformen ver-sehen waren und nicht umgebaut werden konnten, denn dann wären die Achslasten zu hoch gewor-den. Wurden die Plattformen verändert, musste die mit-tige dritte Achse her.

Diese zusätzliche Mittelachse war seitlich verschiebbar, so dass weiterhin Kurven befahren werden konnten. Mit dieser zusätzlichen Achse konnte das Gewicht der neuen mit einem Faltenbalg versehenen Plattformen aufgenommen werden. Hinzu kam, dass durch die mittige Führung eine bessere Laufruhe entstand und daher wurden diese Mittelachsen auch eingebaut, wenn kein Umbau der Plattformen vorgesehen war.

Trotzdem zeichnete sich ab, dass sich die zwei, oder dreiachsigen Wagen nicht mehr zu lange halten konnten. Der Grund war nicht, dass sie nicht gut waren, sondern einfach die Tatsache, dass alle neuen Wagen mit Drehgestellen versehen wurden. Die grössere Kapazität und die bei hohen Geschwindigkeiten deutlich besser Laufruhe sprachen für diese Wagen. Trotzdem sollte es ein paar Jahre dauern, bis die Zweiachser verschwanden.

Vierachsige Modelle: Bei den vierachsigen mit Drehgestellen versehenen Wagen sah die Welt deutlich besser aus. Noch gab es im Bestand uralte Modelle aus der Zeit der ersten Züge, aber auch neuere Modelle. International wurden nur Fahrzeuge mit Faltenbalg benutzt. National gab es immer noch Personenwagen mit offenen Plattformen und diese konnten sich wegen der leichten Bauweise noch über viele Jahre im Nahverkehr behaupten.

Vereinzelt gab es auch Umbauten. Diese Wagen mit den geschlossenen Plattformen sollten die Zukunft sein, das war in dieser Zeit zu erkennen.

Jedoch gab es da noch ein Problem, denn durch die zusätzlichen Anbau-ten wurden die Wagen mit dem Holzkasten recht schwer. Das Gewicht musste von der Lokomotive gezogen werden und gerade bei den Dampflokomotiven war bei hoher Geschwindigkeit kaum mehr genug Zugkraft vorhanden.

Bei den Wagen kamen jedoch unterschiedliche Bauarten bei den Drehgestellen vor. Das sorgte dafür, dass eine grosse Vielfalt vorhanden war. Serien von wenigen Exemplaren, die zum Teil mit und ohne geschlossene Plattform versehen waren. Das musste in Ordnung gebracht werden und das betraf grundsätzlich jedes Modell, denn oft waren Nummern doppelt belegt worden. Erst nach dem Abschluss wurde es ruhiger.

Grundsätzlich änderte sich in den nächsten Jahren nicht so viel, denn die Wagen wurden entweder national oder International eingesetzt, dabei waren damals die ersten Grossraumwagen im Ausland nicht bei allen Leuten beliebt. Sie blieben daher im Inland tätig. Wenn es aber ein Mangel gab, kam so ein Wagen auch in den Internationalen Verkehr. Entscheidend war ab 1920 die Ausrüstung der elektrischen Heizung.

Bei den international eingesetzten Wagen musste diese mit mehreren System betrieben werden können. Der Einbau dieser Einrichtung wurde nicht mehr bei jedem Wagen vorgenommen und so kam es bereits zur Aufteilung in den nationalen und den Internationalen Verkehr. Benachbarte Bahnen mit dem gleichen System waren davon aber noch nicht betroffen und so fanden sich vermeintliche Inland Modelle auch im Ausland.

Die Schlierenwagen

Die Schlierenwagen genannten Fahrzeuge bekamen ihren Namen auf Grund der Tatsache, dass sie in Schlieren bei der dortigen Wagonfabrik gebaut wurden. Gerade in Österreich wurde der Begriff für andere aus dieser Fabrik gelieferte Wagen verwendet. Bei den Modellen für die Schweizerischen Bundesbahnen SBB handelt es sich aber um Wagen, die International eingesetzt werden konnten und die speziell waren.

Die Wagen waren mit der Ausstattung nach den Re-geln der RIC gebaut wor-den und konnten daher in ganz Europa eingesetzt werden.

Sie besassen einen Sei-tengang und wurden mit einer Länge von 23 060 mm gebaut. Offiziell wurden die Wagen als RIC-Wagen Typ Schlieren bezeichnet. Als besonderes Merkmal dieser Wagen kann der Abschluss der Schlierenwagen genommen werden, denn hier waren die nicht benutzten Faltenbälge nicht mehr zu sehen.

Wagenmodelle die diese Verlängerungen der Seitenwände hatten, wurden auch als Schürzenwagen bezeichnet. Dieser spezielle vorstehende Wulst wird fachlich als Schürze bezeichnet. Es war eine Bauweise, die besonders in Deutschland während dem zweiten Weltkrieg entstand und danach den Weg auch in die ab 1950 gebauten Wagen fand. Dank den Schürzen wirkte der Zugverband harmonischer, weil die grossen Lücken verschwanden.

Die Wagen liefen auf zwei für 160 km/h zugelassenen Drehgestellen der Bauart Schlieren. Durch den leichten geschweissten Kasten konnte das Gewicht dieser Wagen auf 33 Tonnen gesenkt werden, was gerade nach dem Krieg im wieder aufkommenden internationalen Verkehr ein grosser Vorteil war. Neben der üblichen elektrischen Heizung, konnte die Warmluftheizung auch noch mit Dampf betrieben werden.

Beim allgemeinen Komfort setzte man auch in der höheren Wagenklassen leicht gepolsterte Sitze ein. Das war ein grosser Vorteil, da bisher gerade in der dritten Wagenklasse Holzbänke noch üblich waren. Die Personenwagen RIC Typ Schlieren waren daher zu Zeit der Auslieferung recht moderne Wagen. Dabei war jedoch ein anderer Punkt dieser Wagen mit den in der Schweiz einmaligen Schürzen besonders speziell.

Die Entwicklung der ersten Wagen dieser Bauart fand nicht für die Schweizerischen Bundesbahnen SBB statt, sondern für die BLS-Gruppe.

Diese Privatbahn liess sich für den internationalen Verkehr von der Wagonfabrik in Schlieren elf Wagen der Baureihe AB mit den Nummern 181 bis 192 und sieben Modelle von Typ B liefern. Später wurden sie als A 51 63 17 - 40 030 bis 041 und B 51 63 29 - 40 050 bis 057 im Bestand geführt.

Später liessen sich die Schweizerischen Bundesbahnen SBB von dieser Bauweise ebenfalls einige Wagen liefern. Dazu gehörten die 20 Wagen mit der Bezeichnung A 51 85 17 – 70 100 bis 119 und die 30 Modelle B mit den Nummern 51 85 29 – 70 100 bis 129. Speziell waren jedoch die Nummern 51 85 59 – 80 000 bis 029, die ebenfalls noch geliefert wurden. Der Grund war, dass diese als Bc geführt wurden und leicht anders ausgebaut waren.

Die Sitze bei den Modellen Bc 51 85 59 – 80 000 bis 029 waren anders aufgebaut worden. Sie konnten ausgezogen und abgelegt werden. Dadurch entstanden Liegen. Daher handelte es sich hier um Liegewagen, die als Sitzwagen Platz für 54 Personen hatten. Wurde der Wagen als Liegewagen benutzt, sank die Platzzahl auf 48 Stück. Es handelte sich hier jedoch um eine Forderung der Armee, die damit Verwundete Transportieren wollte.

Lange konnten sich diese Wagen im internationalen Verkehr nicht halten. Neue Typen mit mehr Platz konnten in Betrieb genommen werden. Die hier vorgestellte Baureihe kam in den nationalen Verkehr und am längsten halten konnten sich die Modelle der Baureihe Bc, die noch lange für den Transport von Truppen benutzt wurden. Besonders dann, wenn diese in der Nacht verschoben wurden, kamen diese Wagen in den Einsatz.

Die RIC-Wagen

Um 1960 änderte sich viel im internationalen Verkehr. Neu als Standard definierte Typen kamen in den Einsatz. In der Schweiz verhinderten diese neuen Regeln, dass die Schlierenwagen in einer grösseren Anzahl beschafft wurden. Ab 1964 kamen die ersten Wagen der Bauart UIC-X / Z2 in den Betrieb. Mit diesen wurden schlicht alle alten sich noch in diesem Segment befindlichen Personenwagen abgelöst und konnten abgebrochen werden.

Hauptgrund für diese neuen Wagen war, dass im Internationalen Verkehr die Länge der Reisezugwagen auf 26 400 mm festgelegt wurde.

Diesen Wert erreichten die älteren Schlierenwagen nicht mehr, auch im nationalen Verkehr sollte es noch viele Jahre keine so langen Wagen geben. Merkmale der um die 36 Tonnen schweren Wagen waren das hohe gewölbte Dach und die Gummiwülste, die damals neu eingeführt wurden.

Technisch waren die Wagen für eine Geschwindigkeit von 160 km/h ausgelegt worden und galten damit neben den Triebzügen RAe TEE II als die schnellsten Fahrzeuge im Bestand der Schweizerischen Bundesbahnen SBB. Auch hier sollte es noch lange dauern, bis diese Höchstgeschwindigkeit auch im nationalen Bereich erreicht werden sollte. Aber auch hier galten die internationalen Standards und das waren 160 km/h.

Beim Komfort gab es gegenüber den Schlierenwagen keine wesentliche Steigerung. Auch hier kam die Warmluftheizung zum Einbau und was neu war ist, dass bei einigen Wagen auf die Dampfheizung verzichtet wurde. Viele Bahnen im Ausland begannen damals die Diesellokomotiven mit elektrischen Heizungen zu versehen. Dampflokomotiven waren kaum noch im hochwertigen Internationalen Verkehr zu finden. National verschwanden sie in diesen Jahren.

Somit kann eigentlich nur gesagt werden, dass die grösste Veränderung der andere Kasten war. Trotzdem war so ein guter Wagen entstanden, der als Ersatz für die älteren Modelle im internationalen Verkehr genommen werden konnte. Daher wurde hier eine grössere Serie beschafft, die sich zum Teil in einigen Details unterschied. Daher werden wir uns die einzelnen Wagen in einer Tabelle ansehen müssen.

Wagenklasse Baujahr Typ Betriebsnummern
1. Klasse 1969 – 1970 Z2 51 85 19 – 70 000 bis 039
1./2. Klasse 1971 – 1972 Z2 51 85 30 – 70 000 bis 039
2. Klasse 1966 - 1968 X 51 85 22 – 70 000 bis 099
2. Klasse 1972 – 1978 Z2 51 85 21 – 70 000 bis 219
Liegewagen 1964 – 1974 Z2 51 85 50 – 70 000 bis 049
Speisewagen 1967 Z1 51 85 88 – 70 000 bis 009
Gepäckwagen 1977 X 51 85 92 – 70 000 bis 019

 

Wir erkennen in der Tabelle, dass von diesen Wagen nicht nur Personenwagen beschafft wurden. Insgesamt kamen 480 Wagen dieser Bauart in Betrieb. Die Wagen waren mit Ausnahme der Speisewagen mit Kästen aus Stahl gebaut worden. Die erwähnten Speisewagen jedoch aus Aluminium. Dank der grossen Anzahl konnte der internationale Verkehr auf diese Wagen umgestellt werden und alle Modelle kamen auch so in den Einsatz.

Auslieferungen an andere Bahnen in der Schweiz gab es nicht mehr. Mittlerweile war klar, dass die Schweize-rischen Bundesbahnen SBB den internationalen Verkehr abdecken würden.

Eigentlich war bisher nur noch die BLS-Gruppe in diesem Bereich tätig gewesen und auch dort war nur knapp eine Handvoll Wagen in diesem Sektor einsetzbar. Das Geschäft der internationalen Verkehre wurde zur Aufgabe der Staatsbahnen in Europa.

Speziell war, dass auch hier Liegewagen ausgeliefert wur-den. Es war auch jetzt wieder die Armee im Spiel. Diese war darüber, dass die Schlierenwagen nicht mehr gebaut würden, nicht erfreut.

Man benötigte für die Verschiebung von Truppen mit der Bahn Liegewagen. Daher kam es hier zu einer entspre-chenden Lieferung. Spannend dabei ist, dass die Armee immer auf international einsetzbare Wagen setzte.

Mit dem Aufkommen neuer Modelle, wurden die Wagen aus dem internationalen Verkehr genommen und kamen in der Folge auf nationaler Ebene zum Einsatz.

Einige wurden für andere Zwecke umgebaut und die weitaus grösste Anzahl der zweitklassigen Modelle baute man zu den in der Schweiz üblichen Grossraumwagen um. So konnten die damals noch nicht so alten Wagen noch für ein paar Jahre eingesetzt werden.

Zum letzten Aufgabengebiet gehörten die Extrazüge für Fussballfans. Da sich diese meistens auf der Rückfahrt nicht wie zivilisierte Menschen benehmen konnten, wurden die Fenster der Wagen so verändert, dass sie nicht mehr so weit geöffnet werden konnten. So konnte zumindest verhindert werden, dass die Leute nicht aus dem Wagen fallen konnten. Auch wenn das schwer war, diese Gruppierungen brachten auch das zu Stande.

Die Eurofimawagen

Einigen Bahnen in Europa kam die Erneuerung des Wagenparkes bei den anderen Bahngesellschaften zu langsam voran. Man erkannte, dass nicht alle Bahnen in der Lage waren, die dazu notwendige Anzahl Wagen zu entwickeln und zu beschaffen. Es lag einfach an den hohen Kosten für die Entwicklung der Wagen. Um das zu verbessern musste eine andere Lösungen gefunden werden und diese waren die Eurofima-Wagen, die sehr erfolgreich wurden.

Wichtiges Merkmal dieser neuen Wagen war eigent-lich die EUROFIMA.

Der Begriff war eine frei gewählte Abkürzung für Europäische Gesellschaft zur Finanzierung von Ei-senbahnmaterial.

Mit anderen Worten, die Wagen wurden finanziert und dann den Bahnen mietweise zur Verfügung gestellt. Man kann das als ein erster Versuch des heute üblichen Leasings betrachten, denn die Idee dabei war eigentlich identisch.

Die mit den RIC-Wagen bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB eingeführten 26 400 mm blieben. Bei der Innenausstattung konnte eine Anordnung gewählt werden. Erstmals war es auch möglich im Internationalen Verkehr Grossraumwagen zu beschaffen. Wichtig war, dass die Wagen mit den neuen Klimaanlagen versehen wurden und so auch einen neuen Massstab beim Komfort boten. Gerade hier taten sich viele Bahnen schwer.

Ebenfalls neu waren die Türen, die nun als automatische Schwenkschiebetüren ausgeführt wurden. Damit wurden mit diesen Wagen wirklich Neuerungen eingeführt, die auch bei grösseren Bahnen noch nicht üblich waren und das sorgte für eine grosse Verbreitung dieser Eurofimawagen. Grosse Serien reduzieren für einen einzelnen Wagen den Preis und davon profitierten kleinere Bahnen ebenso, wie die grossen Gesellschaften.

Speziell war, dass alle Wagen mit dem gleichen Anstrich in Orange versehen wurden. Ein weisser Längsstreifen lockerte das Bild auf. Die Gesellschaft, die den Wagen einsetzte, war nur noch an Abkürzungen und wo vorhanden an den Logos zu erkennen. Offiziell wurde der Wagen von der Vereinigung als Modell UIC-Z1 geführt und davon wurden weit über 500 Stück gebaut und dabei sind Sondermodelle nicht enthalten.

Von den Schweizerischen Bundesbahnen SBB wurde zur Verstärkung der Flotte von RIC Wagen auch einige Modelle der Eurofimawagen beschafft. Dabei waren gerade die Staatsbahnen der Schweiz unter jenen, die sich mit diesen neuen Klimaanlagen schwer taten.

Mit diesen Wagen sollte zumindest ein Teil damit aus-gerüstet werden. Die Finanzierung der Wagen lief, wie bei den anderen Bahnen auch, über die EURO-FIMA.

Es wurden 1977 20 Stück der Baureihe Am beschafft und diese mit den Nummern 61 58 19 – 90 500 bis 519 versehen. Die Anordnung der Sitzplätze wurde nicht verändert, so dass auch hier einzelne Abteile mit einem Seitengang vorhanden waren.

Es sollten die letzten Reisezugwagen der Schweize-rischen Bundesbahnen SBB sein, die so gebaut wur-den. Die 20 Wagen konnten mit einer Geschwindig-keit von 200 km/h eingesetzt werden.

In den Jahren 1980 und 1981 kamen dann noch 30 Modelle in der zweiten Wagenklasse dazu. Diese waren nun als Grossraumwagen aufgebaut worden und so konnten die Schweizerischen Bundesbahnen SBB diese auch im Internationalen Verkehr einbringen. Wegen dem geänderten Abteil mussten diese Einheiten als Bpm bezeichnet werden. Sie erhielten deswegen die Betriebsnummern 61 85 20 – 70 500 bis 529.

Diese Wagen waren mit der so genannten Flugzeugbestuhlung versehen worden. Nur noch wenige Sitze waren in der Vis-à-vis Bestuhlung angeordnet worden. Die anderen wurden jedoch wie in einem Flugzeug in einer Richtung ausgerichtet. Bei der Flugzeugbestuhlung bestand die Abweichung nur darin, dass beide Fahrrichtungen berücksichtigt wurden. Damit brachte man etwas mehr Sitzplätze in den Wagen.

EC-Wagen

Auch jetzt ist die Bezeichnung etwas schleierhaft. Waren bisher die Abkommen, oder die Finanzierung dafür massgebend, war es nur der geplante Einsatz. Für die als Nachfolger der letzten TEE eingeführten Eurocity mussten entsprechende Wagen beschafft werden. An diese Eurocity wurden Bedingungen gesetzt, die mit den alten RIC-Wagen nicht eingehalten werden konnten. Die Modelle aus der Serie Eurofima reichten nicht.

Der Aufbau des Kastens unterschied sich optisch nicht gross von den Vor-gängern aus dem Programm Eurofima.

Die Türen blieben gleich und die Neu-erung war bei den Drehgestellen zu suchen, denn diese waren nun auch bei den Wagen der zweiten Wagen-klasse für 200 km/h geeignet. In der Schweiz wurde damals noch nicht so schnell gefahren, aber es war abzusehen, dass dies auch in der Schweiz bald der Fall sein könnte.

Mit den EC-Wagen wurde der Schritt zu den Grossraumwagen im internationalen Verkehr abgeschlossen. Waren bei den Eurofimawagen noch die klassischen Abteile mit Seitengang benutzt worden, sollten nun auch dort die Grossraumwagen Einzug halten. Bereits dort hatte man erkannt, dass die Flugzeugbestuhlung nicht mehr Sitzplätze hatte. Daher wurde nun vermehrt klassisch gearbeitet, auch wenn das nicht überall ging.

Gegenüber den bisherigen Wagen sank zwar die Sitzplatzzahl, aber es wurde nicht der Sitzteiler vergrössert, denn es entstanden spezielle Halterungen für Fahrräder, die nun auch vermehrt mitgeführt wurden. Zudem wurde auch die Funktion der Klimaanlagen dank der neuen Lochdecke verbessert. Diese sorgte zudem dafür, dass es im EC-Wagen deutlich ruhiger wurde, was bei einem Grossraumwagen ein wichtiger Punkt ist.

Obwohl die neuen EC-Wagen eine Weiterentwicklung waren, zeigte sich, dass man gegenüber den Einheitswagen keine grundlegenden Verbesserungen mehr einführen konnte. Die neuen Wagen für den Internationalen Verkehr waren mit nahezu allem erdenklichen Komfort ausgestattet worden und so zeigte sich, dass diese Wagen an der Beliebtheit der Einheitswagen IV nichts ändern konnten. Der EC-Wagen wurde bestenfalls als gleichwertig angesehen.

Beschafft wurden von diesen 43 Tonnen schweren Wagen 70 Modelle für die erste Wagenklasse. Diese Modelle wur-den als Apm bezeichnet und bekamen die Nummern 61 85 10 – 90 200 bis 269.

Bei den Wagen der zweiten Wagenklasse kam es zur Auslieferung der Betriebsnummern 61 85 20 – 200 bis 354. Somit gab es 150 Modelle der Baureihe Bpm. Wenn man die Anzahl mit den alten RIC-Wagen vergleicht, erscheint das wenig.

Jedoch wurden diese noch mit den Wagen aus dem Pro-gramm Eurofima ergänzt und die Wagen sollten ja nur den hochwertigen Verkehr mit eine Eurocity abdecken. Diese führten keine Gruppe mit Kurswagen mehr.

Zudem gelangten in dem Verkehr auch Wagen aus dem Ausland zum Einsatz. Die Schweizerischen Bundesbahnen SBB mussten nur noch einen Teil der Flotte stellen und daher konnte die Anzahl verringert werden.

Mit dem vermehrten Einsatz von Triebzügen im Inter-nationalen Verkehr wurden immer mehr Wagen aus dem internationalen Verkehr abgezogen und kamen im nationalen Bereich zum Einsatz. Dennoch im Jahre 2023 waren immer noch vereinzelte Wagen im internationale Einsatz zu finden und das durchaus in der Kombinationen mit Wagen anderer Gesellschaften. Noch gab es sie, die klassischen Züge im internationalen Verkehr. Doch 2025 endete deren Zeit endgültig.

Damit können wir aber auch die internationalen Wagen abschliessen, denn neuere Modelle wird es kaum mehr geben. Die neuen Triebzüge erreichen deutlich höhere Geschwindigkeiten, als das mit den Wagen möglich war. Dort wo die Distanzen gross sind, zahlt sich das aus. Gegen TGV, ICE und Co, haben die normalen Wagen einfach verloren. Zumindest bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB wird es keine Änderung geben.

 

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