Die Hilfsbetriebe

Der Name ist schon etwas speziell. Diese Hilfsbetriebe sind Bereiche auf einer Lokomotive, die der dort verbauten Technik dienlich sind. Sie helfen den stark belasteten Bauteilen, indem diese Bereiche die Kühlung sicherstellen. Es sind somit Betriebe, die helfend arbeiten und das an mehreren Stellen. Mit der Traktion selber haben diese Bereiche nun wirklich nichts mehr am Hut. Hilfsbetriebe wollen helfen und das können sie.

Daher ist der Name schon richtig und wir arbeiten mit Hilfsbetrieben. Am besten er-kläre ich die Aufgabe der Hilfsbetriebe an einem Beispiel.

Dazu wähle ich einen Verbraucher, den ich dazu extra nach vorne genommen habe. Zudem hat er auch mit der elektri-schen Lokomotive nicht so viel zu tun.

Jedoch wurde der Bereich nötig, weil etwas fehlte, das auf den Dampflokomoti-ven in ausreichendem Masse vorhanden war.

Die Ölwärmeplatte war das sonderbarste Bauteil auf früheren elektrischen Lokomo-tiven.

Die Ölwärmeplatte war ein Relikt, das noch aus der Dampfzeit her rührte und sich so auch in der elektrischen Lokomotive nützlich machte. Das Personal hatte bei den Dampfmaschinen die Kannen mit dem Schmiermittel nahe beim Kessel abgestellt, dadurch konnte das Öl besser dosiert werden, wenn geschmiert wurde.

Das entfiel bei den elektrischen Lokomotiven, denn diese hatten keine heisse Feuerbüchse mehr. Daher baute man die Ölwärmeplatte ein. Sie können diese mit den normalen Kochplatten in der Küche vergleichen. Dazu müssen Sie aber noch über ein sehr altes Gerät verfügen. Die Platten beim Öl dienten den Kannen, die leicht erwärmt wurden und so das Schmiermittel auf einem idealen Wert für die Verarbeitung hielt.

Sofern Sie sich nun vorstellen, dass diese auch zum erwärmen des Teewassers genutzt wurde, muss ich Sie enttäuschen. Nicht dass das Lokomotivpersonal keinen Tee trinken würde, die Leistung der Ölwärmeplatte reichte nicht aus, um das Wasser so stark zu erhitzen. Man wollte das Öl erwärmen und nicht zum kochen bringen, denn das erfolgte in den Lagern. Sie sehen selbst banale Bereiche werden von den Hilfsbetrieben versorgt.

 

Versorgung der Hilfsbetriebe

Auch Hilfsbetriebe benötigen Energie um die Arbeit zu verrichten. Dazu wurde bei den älteren Baureihen im Transformator eine Anzapfung vorgesehen. Bahnen mit Gleichstrom mussten die Spannung aus der Fahrleitung nutzen. Diese konnte nicht angepasst werden und genau das machte man bei den Hilfsbetrieben der Modelle für Wechselstrom, denn so banal es klingen mag, nahezu alle in einem Land hatten die gleiche Spannung.Hilfsh

Die Spannung der Hilfsbetriebe wurde bei Lokomotiven in der Schweiz auf 220 Volt Wechselstrom festgelegt. Diese Spann-ung hatte den Vorteil, dass man Verbraucher aus dem Lan-desnetz anschliessen konnte.

Daher waren entsprechende Steckdosen vorhanden, die aber mit der Frequenz nicht immer übereinstimmten. Wenn wir die Ausnahmen von dieser Regel ansehen wollen, dann finden wir die bei den Modellen mit Gleichstrom in der Fahrleitung.

Es war eine einfache Versorgung, die keinen Hauptschalter besass. So standen die Hilfsbetriebe bereit, wenn die Lokomo-tive eingeschaltet wurde. Eine einfache Sicherung dient dem Schutz. Mehr war nicht vorhanden.

Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als man auch bei der Fre-quenz sich dem Landesnetz annähern wollte und das wurde zum Teil bereits umgesetzt, als die Fahrmotoren noch mit einfachen Lösungen betrieben wurden.

Bevor wir dazu kommen, müssen wir uns ein paar Gedanken zu den Verbrauchern machen. Es ist klar, die Kühlung der Bauteile war ein Bestandteil.

Jedoch wurden auch alle anderen elektrischen Versorgungen auf dem Fahrzeug von diese Bereichen übernommen. Dazu gehören die Ladung der Batterien, der Kompressor und auch diverse Heizungen für das Personal. Natürlich kann man die Liste erweitern, denn es gab keine andere Quelle auf der Lokomotive.

Gerade die Tatsache, dass mit den Hilfsbetrieben alles bis auf die Fahrmotoren versorgt wurde, zeigt wie wichtig diese waren. Die Lokomotive konnte sogar einige Aufgaben ohne Fahrmotoren übernehmen, aber nicht ohne die Hilfsbetriebe, die durchaus auch einen anderen Namen verdient hätten, denn diese Hilfe sollte man annehmen, denn sie ist ausgesprochen wichtig und daher verbesserte man die Versorgung immer wieder.

Der Hilfsbetriebestromrichter: Es ist wirklich ein sehr langes Wort, aber der Stromrichter für die Hilfs-betriebe war ein Schritt in Richtung Landesnetz.

Genau genommen waren es die Bahnen für Gleich-strom, die mit diesem Stromrichter die Spannung verringern konnten. Die Baugruppen konnten dank dem Hilfsbetriebestromrichter auch nach Bedarf ge-regelt werden, was viel Energie einsparte.

Jedoch mussten die Motoren beim Hilfsbetriebe-stromrichter mit Wellenstrom betrieben werden. Man war also noch nicht am Ziel, das klar vorsah, dass man hier die Kosten minderte. Es ist wie überall, es wird immer bei den Hilfskräften gespart.

Der Hilfsbetriebestromrichter verschwand dann wie-der um kurze Zeit später wieder in Erscheinung zu treten. Dazu musste aber zuerst der Weg in eine neue Welt bei den Hilfsbetrieben getätigt werden.

Der Hilfsbetriebeumrichter: Auch beim Umrichter für die Hilfsbetriebe griff man zu einem sehr langen Wort. Da sich aber die Bahnen nun auch mit Abkürzungen auskannten, wurde der Hilfsbetriebe-umrichter mit HUR abgekürzt.

Hier konnte nun wie bei den Fahrmotoren die Spannung angepasst werden und das erfolgte sogar bei den Hilfsbetrieben in einem durchaus grösseren Umfang.

Man erhöhte die Spannung für die Hilfsbetriebe. Diese wurden nun für 400 Volt ausgelegt und es wurde ein Netz für Drehstrom aufgebaut. Diesem konnte, wie das im Landesnetz auch der Fall ist, die Wechselspannung von 230 Volt abgenommen werden. Benutzt wurde diese aber nur noch für die Bereiche, die keinen Motor benötigten. Das waren die statischen Ladegeräte und die Widerstände der Heizungen für das Personal.

Bei den Motoren wurden handelsübliche Asynchronmotoren be-nutzt. Da nun aber einige Bereiche mit einem regelbaren Um-richter versehen wurden, konnten einige Motoren sogar bei den Hilfsbetrieben in der Drehzahl verändert werden.

Welche das waren, werden wir später noch ansehen. Mit der neuen Technik sollte auch der verstaubte Name verschwinden und daher suchte man nach einer anderen Lösung dafür.

Als Bordnetzumrichter sollte in Zukunft der Umrichter für die Hilfsbetriebe benannt werden. Auch jetzt ein langes Wort, daher die Abkürzung BUR. Der Name ist schon besser passend, auch wenn damit auch Probleme entstanden.

Beim Bordnetz meinte man bisher jenes für die Steuerung, aber letztlich gilt auch hier, dass beide dem gleichen Zweck dienen und daher so benannt werden dürfen.

Nun kommen aber wieder die Stromrichter ins Spiel. Diese wa-ren nun ein Teil der Umrichter und das nutzte man um etwas Gewicht zu sparen.

Die Versorgung der Hilfsbetriebe wurde nicht mehr dem Trans-formator entnommen, sondern stammte aus dem Zwischenkreis. Die dortige Gleichspannung musste nur noch einem Stromrichter zugeführt werden. Diesen Stromrichter für das Bordnetz nannte man wieder Hilfsbetriebestromrichter.

Der Vorteil dabei war, dass man Gewicht sparen konnte. Jedoch war es nun auch ohne grossen Aufwand möglich die Hilfsbetriebe mit mehreren Stromsystemen in der Fahrleitung zu betreiben. Bei Bahngesellschaften mit Gleichstrom wurde die Spannung in den Zwischenkreis  gespiesen und von dort nahm der Stromrichter seinen Anteil für die Hilfsbetriebe. Man konnte also überall Bauteile aus dem gut sortierten Baumarkt verwenden.

Die Kühlung: Die Kühlung auf elektrischen Lokomotiven gehört zu den Hilfsbetrieben und sie ist auch gleich der grösste Verbraucher. Deshalb werden wir uns anschliessend die einzelnen Lösungen zur Kühlung genauer ansehen müssen.

Mit dem Begriff umschreibt man die Abführung der Wärme von einem Bauteil. Es ist ein Wort, dass durchaus auch an anderen Orten verwendet wird und das dort den gleichen Zustand umschriebt.

Uns brennen nun aber einige Fragen. Warum benötigt man denn eine Kühlung? Ginge es nicht ohne eine Kühlung der Bauteile? Wie löst man das Problem der Kühlung bei Lokomotiven?

Diese Fragen müssen vorgängig geklärt werden, denn die allgemeine Antwort befriedigt nicht. Es muss gekühlt werden, damit es nicht zu heiss wird. Eine einfache korrekte Antwort, die schlicht keine Auskunft gibt. Wir müssen nachsehen.

Man hat auf einer Lokomotive einfach zu wenig Platz um alles aus-reichend zu bemessen. Das führt dazu, dass man die Bauteile etwas zu schwach dimensioniert.

Jetzt muss man die Bauteile aber kühlen, denn nur so überstehen sie diese Überlastung ohne Schaden. Daher geht es bei einem solchen Aufbau nicht ohne Kühlung. Die Lokomotive benötigt daher eine ausreichend bemessene Kühlung. Doch, wie löst man denn das Pro-blem?

Man wählt dazu unterschiedliche Lösungen. Gewisse Bauteile kühlt man optimal mit Flüssigkeiten. Andere wiederum begnügen sich mit Luft. Gemeinsam ist, dass die in den Bauteilen entstehende Wärme abgeführt und an die Umwelt abgegeben wird. Wir beginnen mit der Kühlung mit Flüssigkeiten, denn der Grund ist simpel. Diese muss die Wärme an die Luft abgeben und da kann man die Luftkühlung auch gleich nutzen.

 

Die Flüssigkeitskühlung

Die Flüssigkeitskühlung ist so alt, wie die Eisenbahn selber. Das in der Feuerbüchse ausgebreitete Feuer war so heiss, dass die Metalle um die Feuerbüchse sehr leicht  schmelzen konnten. Damit das nicht passiert, mussten sie gekühlt werden und dazu nutzte man Wasser und somit eine Flüssigkeit. Dieser Umstand wird einem nicht bewusst, da mit dem Dampf das Produkt dieser Kühlung für den Antrieb genutzt wurde.

Gerade die Dampflokomotiven zeigten ganz schön, wie gut eine Kühlung mit einer Flüssigkeit sein kann. Es wird sehr viel Wärme aufgenommen und diese abgeführt.

Im Kessel war die Belastung so gross, dass das Wasser verdampfte und so noch mehr Wärme aufnehmen konnte. Jedoch will man bei echten Kühlungen mit Flüssigkeiten nicht immer das Medium ergänzen. Die Einrichtung so länger ohne Nachgeben der Flüssigkeit arbeiten lassen.

Um Bauteile mit Flüssigkeiten zu kühlen braucht es mehr Aufwand, als wenn man die Kühlung der Luft überlassen würde. Die Flüssigkeit muss ja wieder verwendet werden.

Wir können die Lokomotive, oder das Auto nicht in einen Fluss stecken und dort auskühlen lassen. Jedoch zeigten die Dampflokomotiven, dass man das Kühlmittel durchaus in regelmässigen Abständen nachfüllen kann. Dort wurde aber der Dampf abgeführt.

Jedoch bietet diese Form der Kühlung einen grossen Vorteil, denn mit Flüs-sigkeiten kann man sehr viel Wärme abführen. Hingegen muss die Flüssigkeit wiederum gekühlt werden, was nur mit Luft geht.

In seltenen Fällen kommt also diese Kühlung ohne Hilfe aus. Um die Flüssigkeit zu erhalten, wird eine eigens dazu gedachte Anlage aufgebaut. Alle dazu be-nötigten Baugruppen mussten ja verbunden werden.

Die Kühlanlage: Kühlungen bedingen immer eine Anlage. Diese sorgt dafür, dass diese Einrichtung auch funktioniert. Passend dazu nennt man diese zur Kühlung gedachten Einrichtungen Kühlanlagen. Der Begriff umfasst dabei alle für die Flüssigkeitskühlung benötigten Baugruppen. Man kann die Bezeichnung aber auch bei der Kühlung mit Luft benutzen. Kühlanlagen sind dabei nicht immer sehr kompliziert aufgebaut worden.

Beginnen wir mit dem Inhalt der Kühlanlage, denn dieses bestimmt, wie die Anlage auf-gebaut werden muss. Auf Lokomotiven kommen bei den Flüssigkeiten Wasser, Polyolester und Transformatoröl zur Anwendung.

Diese Kühlmittel haben andere Anforderungen und auch die von diesen abgeführte Menge Wärme kann je nach Bauart anders sein. Sie sehen, die Kühlanlage als Standardprodukt gibt es schlicht nicht zu kaufen.

Die einfachste Bauform einer Kühlanlage ist einfach. Das Kühlmittel wird in einem Gehäuse aus Metall eingefüllt. Wird das Mittel an den zu kühlenden Baugruppen erwärmt wird es leichter und mit Hilfe der Thermik nach oben verdrängt.

Bedingt durch diese Zirkulation gelangt die heisse Flüssigkeit an das kühle Blech. Dort wird diese an das Metall abgegeben und so aus dem Bauteil geleitet. Das nun wieder kühlere Medium sank zu Boden.

Es ist eine seltene Art für die Flüssigkeitskühlung auf den Lokomotiven. Sie kommt jedoch bei Transformatoren zum Einsatz, die über geringe Leistungen verfügen. Bei den Lokomotiven finden sich daher eher Modelle mit geringen Werten bei den Daten. Wird mehr Wärme erzeugt, reicht diese einfache Form jedoch nicht mehr aus. Um mehr Wärme abführen zu können, muss das Kühlmittel schneller ersetzt werden.

Mit den thermischen Effekten funktioniert das nicht mehr. Dem Kühlmittel fehlt schlicht die Zeit um die Wärme an das Metall anzugeben. Diese kann auch nicht so schnell die Abgabe an die Luft vollziehen. Daher wird oft als erste Massnahme die Oberfläche vergrössert. Der Transformator, oder auch ein anderes Bauteil wird mit Kühlrippen versehen. Besser ist es jedoch, wenn wir die Flüssigkeit künstlich in Bewegung versetzen.

Die Kühleinheit: Die Kühlung mit einer künstlich unter-stützten Anlage wird in Kühleinheiten verwirklicht. Diese kann durchaus als Teil einer Kühlanlage angesehen wer-den.

Mit den Komponenten der Einheit wird die Flüssigkeit bewegt und kann so mehr Wärme abführen. Deutlich ver-bessert werden muss aber die Abgabe der Wärme, denn nur so kann die Flüssigkeit wieder genug Wärme am Bauteil aufnehmen.

Diese speziellen Kühleinheiten bestehen aus unterschied-lichen Bauteilen. Dazu gehören Pumpen, die für eine künstliche Zirkulation sorgen, oder auch Bauteile, welche die Flüssigkeit wieder kühlen.

Je nach Ausführung der Kühleinheit, kann auch ein Filter für die Reinigung verbaut werden. Diese sind jedoch eher selten auf Lokomotiven zu finden, denn die Kühlflüssigkeit wird bei den Bauteilen nicht so schnell verschmutzt.

Dank der Pumpe wird die Flüssigkeit künstlich in Beweg-ung gesetzt. Die am Bauteil entstehende Wärme wird so von der Flüssigkeit deutlich besser übernommen und durch die künstlich erzeugte Strömung weggeführt.

Die erwärmte Flüssigkeit wird dann durch Leitungen gepumpt und dort im nächsten Bauteil abgekühlt. Die künstliche Strömung sorgt dann dafür, dass die Flüssigkeit wieder zum Bauteil gelangen kann.

Dort wird die Flüssigkeit wieder erwärmt und es entsteht ein Kreislauf. Dieser ist geschlossen, denn man will das Kühlmittel nicht immer ersetzen. Da die Pumpe aber auch dafür sorgt, dass die Flüssigkeit durchmischt wird, können auch mitgeführte Schwebeteile in das System gelangen. Bei elektrischen Lokomotiven sind diese selten, aber nicht ausgeschlossen. Daher muss das Kühlmittel regelmässig kontrolliert werden.

Abgekühlt wird die Flüssigkeit in einem speziellen Kühler. Dieses Bauteil besteht aus einem Gehäuse, das so aufgebaut wurde, dass auf wenig Platz eine grosse Fläche entsteht.

Die zudem relativ dünnwandigen Bleche können die Wärme sehr gut an die Luft abgeben. Nur so ist eine genug grosse Abkühlung vorhanden, denn auch trotz aller Massnahmen, die Wärme kann nicht immer vollumfänglich an die Luft übergeben werden.

Die Abgabe der Wärme von einem Kühlmedium an ein anderes wird Rückkühlung genannt. Diese kann aber nur so gut sein, wie das zweite Medium die Wärme aufnehmen kann.

Bei der Rückkühlung an die Luft kann nur bis zu deren Tempe-ratur abgekühlt werden. Mehr geht nicht, denn die Luft kann die Wärme nicht aufnehmen, wenn sie schon heiss genug ist. Daher muss auch auf die Rückkühlung geachtet werden.

Wir wissen nun, die man Wärme von einem Bauteil mit Flüs-sigkeiten abführt. Wir haben auch den Begriff der Rückkühlung kennen gelernt. Diese wird nun zu unserem Thema.

Betrachten wir den Kühler in der Kühleinheit genauer. Die Wär-me wird durch die dünnen Bleche an die Luft abgegeben. Diese wird dort ebenfalls nur durch thermische Effekte erneuert. Diese Naturgesetze gelten für Flüssigkeiten und Gase.

Diesem Kühler kann man nun aber mehr Luft zuführen und zwar so, wie wir mit der Flüssigkeit gearbeitet haben. Daher erfolgt in dem Fall die Rückkühlung des Medium mit einer Luftkühlung und diese sollten wir genauer ansehen, denn sie kann auch ohne die Flüssigkeitskühlung arbeiten und die Wärme direkt von den Bauteilen abführen. Das ist eine leichte Lösung, die verbaut wird, weil Gewicht gespart werden muss.

Die Luftkühlung

Beginnen wir die Kühlung mit der Luft mit dem Medium. Es ist durchaus möglich für die Kühlung spezielle Gase zu verwenden. Jedoch hat das viele Nachteile. Das Medium kann auf der Fahrt versiegen und es ist teuer in der Beschaffung. Gratis zu bekommen und ideal geeignet ist die normale Atemluft. Diese muss nur noch zu den Bauteilen geführt werden und das ist gar nicht so leicht, wie man allgemein erwarten würde.

Die Luft muss zuerst in das Fahrzeug gelangen. Eine einfache Sache, wenn da nicht ein Problem wäre. Die Atemluft kann mit viel Wasser durchsetzt sein. Besonders dann, wenn es regnet.

Dieses Wasser will man aber nicht im Maschinenraum und auch der aufgewirbelte Staub ist hinderlich. Daher muss man die Zu-fuhr der Luft für die Kühlung entsprechend aufbauen. Damit wollen wir nun den Weg durch die Kühlung mit Luft beginnen.

Das Lüftungsgitter: Eine einfache Massnahme den Regen draussen zu halten sind einfache Lüftungsgitter. Diese Öffnungen sind seitlich am Fahrzeug angebracht worden und sie besitzen Lamellen, die waagerecht verlaufen.

Sie sind so aufgebaut, dass der Regen nach aussen ablaufen kann. Sie kennen diesen Effekt vielleicht von den Jalousien bei Ihnen zu Hause, denn diese sind oft ähnlich aufgebaut worden.

Die so aufgebauten Lüftungsgitter funktionieren recht gut. Je-doch haben sie den Nachteil, dass der Schmutz in die Lo-komotive gelangt. Daher wurden diese oft weit oben montiert, da dort der aufgewirbelte Schmutz nicht so intensiv vorhanden war. Um weniger Schmutz zu bekommen, mussten die Lüftungsgitter noch weiter nach oben versetzt werden. Dort ergaben sich jedoch wieder Probleme mit dem Wasser, daher verbesserte man die Gitter.

Düsenlüftungsgitter bekamen ihren Namen wegen dem Aufbau. Die Lamellen können hier auch senkrecht geführt werden. Das Wasser konnte an diesen Lamellen ablaufen und die Luft wurde durch einen Effekt von Düsen schneller nach innen gezogen. Das war wichtig, weil hier auch eine gute Reinigung erfolgt. Diese soll so auch den Schmutz aussen am Fahrzeug lassen und nicht in dieses eindringen.

Filter sind ideal geeignet um Schmutz abzuhalten. Sie benutzen diese Filter vielleicht um am Morgen Ihren Kaffee zuzubereiten. Das Pulver bleibt im Filter hängen und nur die köstlich schmeckende Flüssigkeit gelangt in den Behälter.

Das funktioniert auch mit Luft und je nach Aufbau dies-es Filters kann diese besser oder schlechter gereinigt werden. Feinmaschige Filter bieten der Luft einen Wid-erstand und daher kommen diese in Düsenlüftungs-gittern vor.

Mit den Lüftungsgittern und den Filtern haben wir die Luft in das Fahrzeug geführt. Idealerweise wird sie dort wieder beruhigt. Durch die Filter und den Fahrtwind ist die Luft durchwirbelt worden und das will man in der Kühlung nicht haben, denn so kann die Wärme nicht mehr optimal abgeführt werden. Je besser diese Beruhigung, desto besser kann die Wärme abgeführt werden und das ist ja der Zweck dieser Luftkühlung.

Die so aufbereitete und beruhigte Luft wird als Kühlluft bezeichnet. Diese ist jedoch wegen der Anordnung der Lüftungsgitter nicht immer dort, wo man sie gebrauchen kann. Zudem ist beruhigte Luft nicht motiviert sich weiter zu bewegen, denn dazu muss sie wieder beschleunigt werden. Aber bevor wir das machen noch ein Punkt, der bei der Luftkühlung auch umgesetzt wurde, denn man kann auch alleine mit den Fahrtwind kühlen.

Dazu werden die zu kühlenden Bauteile so montiert, dass sie von der Luft gekühlt werden. Das kann unter dem Fahrzeug sein, aber auch auf diesem. Sehr einfach und gut funktioniert diese Kühlung mit dem Fahrwind auf dem Fahrzeug. Die dort montierten Teile werden während der Fahrt von der Luft umströmt und so ausreichend gekühlt. Die dort oft verwendeten Gitter dienten nur dem Schutz vor Beschädigungen.

Steht das Fahrzeug werden die Bauteile nicht mehr belastet und die noch vorhandene Wärme wird durch die thermischen Effekte abgeführt. Eine einfache und erst noch billige Lösung für die Kühlung.

Jedoch ergeben sich auch Probleme, denn die Bau-teile müssen an einem bestimmten Ort montiert wer-den. Dort ist der Platz oft beschränkt und auch die Bauteile können nicht immer auf das Dach verscho-ben werden.

An einen bestimmten Ort gebundene Bauteile können so nicht gekühlt werden. Besonders früher versuchte man diese Lösung so oft es ging anzuwenden, denn was keinen grossen Aufwand ergibt, ist billig und das ist bei einer Lokomotive immer wieder das Thema.

Wo all das aber nicht geht, muss die Luft beschleunigt werden und zu den Bauteilen geführt werden. Eine Lösung, die recht oft verbaut wird und daher ange-sehen werden muss.

Die Fremdventilation: Die Kühlung, bei der die Luft beschleunigt wird, nennt man Fremdventilation. Dabei wird die Luft durch ein Bauteil in Bewegung gebracht und so mit fremder Hilfe zu den Bauteilen geführt. Somit bleibt uns nur noch der zweite Teil dieser Fremdventilation und das Wort Ventilation ist durchaus vielseitig und daher auf den elektrischen Lokomotiven immer nur eine allgemeine Bezeichnung.

Der Begriff Ventilation wird auch medizinisch bei der Atmung benutzt. Damit ist nur umschrieben, dass Luft über eine künstlich erzeugte Strömung an ein Ort verbracht wird. Bei der Lunge durch die Bewegung des Zwerchfells. Bei den Lokomotiven die mit einer solchen Ventilation versehen wurden, meint man in den meisten Fällen die Fremdventilation. Dabei ist es einfach nur eine kürzere Weise dies zu umschreiben.

Beschleunigt wird die Kühlluft bei einer Fremd-ventilation mit einem Ventilator. Dieser Ventilator besteht aus einem drehenden Flügelrad. Der Aufbau ist ähnlich wie bei Turbinen.

Jedoch wird hier durch die Rotation die Luft in dem Bauteil beschleunigt. Vor dem Ventilator entsteht dadurch ein Unterdruck der die Luft anzieht. Viel mehr ist damit eigentlich gar nicht verbunden, denn es gibt keine weitere Aufbereitung.

Wenn Sie eher deutsche Begriffe vorziehen, dann können Sie den Ventilator auch als Lüfter be-zeichnen. Einen Unterschied gibt es nicht. Der Aufbau ist gleich und daher können diese beiden Begriffe frei verwendet werden.

Je nach Land wird bei den Lokomotiven von einem Ventilator, oder von einem Lüfter gesprochen. Der Lüfter entstammt der Tatsache, dass Wind in einigen Regionen als Luft bezeichnet wird.

Wenn wir schon bei den deutschen Begriffen sind, können wir auch gleich die dort übliche Präzi-sierung erwähnen.

Ein Kühlerlüfter ist nun wirklich nichts mehr anderes als der Ventilator der Kühlluft beschleunigt und den Bauteilen zuführt.

Dabei ist der Lüfter nicht immer dort eingebaut worden, wo auch gekühlt werden muss. Das ist oft auch eine Frage des verfügbaren Platzes in einem Fahrzeug.

Die Leitungen mit der Kühlluft werden Luftkanal genannt. Ein Luftkanal ist einfach ein Rohr, durch das die Luft geführt wird. Wo dieser Kanal beweglich sein muss, können auch andere Stoffe benutzt werden. Mit dem Luftkanal wird die Luft jedoch immer in einer klar vorgegebenen Richtung befördert und das ist bei den Fahrmotoren wichtig, besonders dann, wenn sie tief im Laufwerk eingebaut wurden.

 

Die Fahrmotorventilation

Um es gleich zu Beginn zu erwähnen, nicht alle Fahrmotoren werden mit einer Fahrmotorventilation versehen. So werden Permanentmagnetmotoren auch mit einer Flüssigkeitskühlung versehen, das ist dort möglich, weil bei diesen Motoren nur noch der Stator gekühlt werden muss. Bei den anderen Fahrmotoren wird jedoch zwischen zwei Lösungen unterschieden, die mit Luft arbeitet und die wir ansehen müssen

Wenn wir noch rasch bei den Motoren mit Flüssig-keitskühlung bleiben, dann muss erwähnt werden, dass diese zwar die Wärme der Motoren mit einer Flüssigkeit abführt, diese aber auch gekühlt werden muss.

Die Rückkühlung dieser Motoren wird daher oft auch als Fahrmotorventilation bezeichnet. Das ist zwar nicht ganz korrekt, aber man will so auch eine Unterscheidung von den anderen so gekühlten Bauteilen.

Eigenventilation: Es gab auch Fahrmotoren, die mit einer Eigenventilation versehen wurden. Bei dieser Lösung sor-gen sie gleich selber dafür, dass sie ausreichend gekühlt werden.

Zusätzliche Lüfter und Luftkanäle werden dabei nicht be-nötigt. Auch wenn man es meinen könnte, die damit ver-sehenen Motoren waren nicht so ausgelegt worden, dass alleine über das Gehäuse genug Wärme abgeführt werden konnte.

Der Fahrmotorlüfter ist bei der Eigenventilation ein an der Welle des Rotors angeschlossenes Lüfterrad. Dieses beginnt sich daher zu drehen, wenn der Motor seine Arbeit aufnimmt. Auch wenn wir hier den Begriff für dieses Rad nehmen, er wird oft auch für einen normalen Ventilator verwendet, jedoch haben wir hier einen direkt vom Motor angetriebenen Lüfter erhalten, was ganz gut dazu passt.

Die Eigenventilation ist leicht und dank den dort verwendeten Filter ist auch der Schmutz kein so grosses Problem, wie man erwarten könnte. Trotzdem ist diese Lösung nicht überall erfolgreich einsetzbar, denn durch den Aufbau ergeben sich durchaus Probleme mit der Kühlung der Fahrmotoren und das hängt mit dem Lüfter zusammen. Dieser arbeitet je nach der Drehzahl besser oder schlechter und kann sogar ausfallen.

Wir müssen wissen, dass bei dieser Eigenventi-lation mehr Luft durch den Motor geblasen wird, wenn dieser sich schneller dreht. Ist diese Dreh-zahl zu tief, können die Flügel des Lüfters die Luft nicht mehr ausreichend beschleunigen, weil schlicht die Kraft fehlt.

Das führt aber dazu, dass sich die Luft nicht mehr zum kühlen nutzen lässt. Die Motoren sind also bei tiefen Geschwindigkeiten so gut wie nicht mehr gekühlt.

Das kann ausgeglichen werden, denn man kon-struiert die Motoren so, dass sie diese Situation meistern können und die gespeicherte Wärme erst abgeben, wenn eine ausreichende Kühlung vorhanden ist.

Durch diese Massnahme werden die Motoren jedoch schwer und auch die verfügbare Leistung ist nicht optimal und daher sind diese Eigen-ventilationen immer wieder ein Thema bei den Fachleuten, die das oft bemängeln.

Bei der Fahrmotorventilation werden wir daher in diesem Artikel das Prinzip der forcierten Luftkühlung weiter verfolgen. Das heisst, wir bewegen die Luft künstlich mit einem Ventilator und pressen diese durch Luftkanäle zum zu kühlenden Bauteil. In den meisten Fällen ist das der Fahrmotor. Die Kühler für die Rückkühlung der Flüssigkeitskühlung werden in dem Fall einfach in einem Luftkanal montiert und erwärmen so die Luft.

Es ist aber auch möglich, dass für die Fahrmotoren eine eigene Kühlung verbaut wurde. Das hat den Vorteil, dass alle Motoren mit der gleich warmen Luft von der Wärme befreit werden können. Da diese Ventilation auch arbeitet, wenn der Motor nicht bewegt wird und daher keine Wärme entsteht, wird sie zur Unterscheidung von der bekannten Eigenventilation mit dem Begriff der Zwangsventilation genauer umschrieben.

Zwangsventilation: Die Zwangsventilation für Fahrmoto-ren beginnt mit der Arbeit in dem Moment, wo das Fahr-zeug eingeschaltet wird. So wird der Bereich gekühlt, auch wenn das nicht erforderlich ist.

Jedoch nutzt man nun eine weitere Eigenschaft dieser Ventilation, denn durch die Aufbereitung ist diese trok-ken und sauber. Damit können die Bauteile gereinigt werden und dann die Wärme besser abgeben.

Die Zwangsventilation hat eine gute Wirkung, besitzt aber ebenfalls ein Problem. Die Ventilation erzeugt Lärm, der kann sehr gross sein und daher das Personal, oder die Leute am Bahnsteigen belästigen.

Aus diesem Grund arbeiten diese Lösungen mit abge-stuften Drehzahlen, die bei geringen Geschwindigkeit den Lärm deutlich vermindern. Trotzdem kann er im Stillstand immer noch stören, daher ist eine Möglichkeit vorhanden die Ventilation auszuschalten.

Soweit entspricht dieser der Fremdventilation. Hier wird jedoch die Ventilation automatisch gestartet, wenn mit dem Fahrzeug eine Fahrt beginnen soll. Das kann in Anhängigkeit mit den Wendeschaltern erfolgen. Ab einer durch die Steuerung bestimmten Geschwindigkeit schaltet die Zwangsventilation automatisch auf die volle Leistung um. Das auch, wenn eine Kühlung gar nicht erforderlich ist und das verbraucht Energie.

Man baute bei den Lokomotiven mit Zwangsventilation zur Verbesserung eine Ventilationssteuerung ein. Es handelt sich um einen Lösung, welche die Funktion verbesserte. Am verhalten dieser Ventilation passiert zu Beginn kein Unterschied. Das heisst auch jetzt, startet diese automatisch, aber immer nur in der tiefsten Drehzahl der Ventilatoren. Die Kühlung ist also nicht optimal.

Wird nun mit dem Fahrzeug losgefahren, ändert sich vorerst nichts. Die Ventilation bleibt auf der Stufe und schaltet erst höher, wenn dies von den Temperaturen der Fahrmotoren verlangt wird.

So kann der Bedarf bei der Energie verringert werden, denn mit der vollen Leistung wird nur bei sehr hohen Zug-kräften gearbeitet. Ist diese Abführung der grossen Wärme jedoch erfolgt, reduziert die Steuerung die Drehzahl wie-der.

Es ist also eine Regelung vorhanden, die von den Tempe-raturen abhängig ist. Damit kann die Kühlung optimal betrieben werden. Grundsätzlich sind aber nur Modelle damit ausgerüstet die neuer sind.

Bei diesen kann der Hilfsbetriebeumrichter in mehreren Stufen arbeiten und so dank der Steuerung eine optimale Ventilation für die Fahrmotoren bereit stellen. Jedoch ergeben sich mit der Steuerung neue Probleme.

Die Nachventilation ist ein Begriff, der umschreibt, dass die Lüfter nach dem Betrieb nicht gleich abgestellt wer-den. Das ist gerade wichtig, wenn zuvor viel Wärme erzeugt wurde. Der Ausfall kann den Motoren schaden.

Diese Nachventilation ist durch das Personal nicht immer optimal eingehalten. Daher gibt es die entsprechende Steuerung, die erst nach einer gewissen Zeit die Venti-lation abstellt.

Neue Lokomotiven mit Umrichter benötigten die Kühlung auch im Stillstand, denn die Stromrichter erzeugen immer eine geringe Wärme. Dank der bei diesem Modellen vorhandenen Ventilationssteuerung kann diese in dem Fall aber mit der geringsten Leistung betrieben werden. Die Ventilation hier wird also erst abgestellt, wenn das Fahrzeug ausgeschaltet wird, denn ohne Energie funktioniert keine Ventilation.

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