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Betriebseinsatz Teil 2 |
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Wenn wir nach einem Betrieb von rund 20
Jahren auf die Situation im
Güterverkehr
blicken, dann erkennen wir, dass sich dort immer noch die Baureihen D 4/4
und D 3/3 die Arbeit teilten. Diese
stammten technisch noch aus der Zeit der Eröffnung und eigentlich sollte
es doch einmal einen Ersatz für diese stark beanspruchten Modelle geben.
Das war so schlimm, dass einige D 4/4, bereits den dritten
Kessel
besassen.
Dabei funktionierte dies so gut, dass
schnell wei-tere
Lokomotiven
der
Gotthardbahn damit ausge-rüstet wurden. Das Ziel sollten alle
Baureihen sein, aber den Abschluss machten die Schweizerischen
Bundesbahnen SBB. Erneut gab es wieder Probleme mit der Zug-hakenlast. Diese konnte nun auf 320 Tonnen ge-steigert werden. Die schweren
Güterzüge
benötigten nun grundsätz-lich zwei Modelle der Reihe D 4/4. Bei den
Reise-zügen
war das Problem grösser, denn mit zwei
A 3/5 kam man nicht auf diesen
Wert. Die Reihe D 4/4 musste daher wieder bei den Reisezügen aushelfen.
Notfalls mühten sich dann drei D 3/3 mit
dem Güterzug ab. So richtig gelöst waren die
Traktionsprobleme am Gotthard daher immer noch nicht. Bei den
Reisezügen
fehlte die schnelle Dampflokomotive, die 160 Tonnen ziehen konnte und im
Güterverkehr
sollten die alten Modelle endlich durch neue ersetzt werden. Dieses
Problem schoben die anderen
Privatbahnen
der neuen
Staatsbahn
in Schuhe. So lange konnte man bei der
Gotthardbahn jedoch nicht mehr warten. Erstmals gefährlich für die guten
Lokomotiven
der Baureihe D 4/4 sollte es im Jahre 1906 werden. Die
Gotthardbahn nahm die nagelneue Baureihe
C 4/5 in Betrieb und die konnte etwas
ausrichten. Geplant waren sie für
Vorspanndienste und den
Güterverkehr.
Mit einer
Anhängelast
von 260 Tonnen konnte am Gotthard eine Geschwindigkeit von 28 km/h
erreicht. Erstmals war die Baureihe D 4/4 überall geschlagen worden.
Der harte Einsatz schien sich nun bemerkbar
zu machen, und immer öfters stand eine D 4/4 in der
Hauptwerkstätte,
wo der
Kessel
revidiert oder er-setzt werden musste. Immer noch waren die Maschinen die
unangefochtenen Stars vor den schweren
Güterzügen.
Die schwere
Güterzugslokomotive
der
Gotthardbahn war daher ein sehr gelungenes Modell. Auch wenn die
Reihe C 4/5 mehr konnte, es gab davon
zu wenige, um den alten Maschinen gefährlich zu werden. Immer mehr
zeichnete sich ab, dass das Problem beim
Güterverkehr
durch die Schweizerischen Bundesbahnen SBB gelöst werden müsste. Doch immer mehr begann sich der harte
Einsatz bei den ältesten Maschinen bemerkbar zu machen, denn die
Kessel
der
Lokomotiven
litten stark und konnten immer seltener revidiert werden. Es wurden also
immer wieder neue Kessel benötigt, die bei der Schweizerischen Lokomotiv-
und Maschinenfabrik SLM bestellt wurden. Von dort kam daher auch die
Anfrage nach einem Versuch mit einen gänzlich neuen Kessel. Während im Jahre 1907 die Nummer 126 einen
neuen
Kessel
nach den Regeln der Nummern 132 bis 136 erhalten hatte und daher mit zwölf
bar
betrieben wurde, kam es für die Nummer 128 ganz anders. Sie war von der
Gotthardbahn für den Versuch mit einem neuen Modell beim Kessel
bereit gestellt worden. Daher musste sie auf die Lieferung des Kessel in
der
Bauart
Brotan aus Winterthur warten und hatte daher einen längeren Aufenthalt.
Mit weniger Verbrauch, konnte eventuell
auch et-was weiter gefahren werden. Statt Biasca in den
Rangierbahnhof
San Paolo vor Bellinzona. Bisher war das wirklich nur mit Ausnutzung der
Reserven möglich gewesen. Ab dem 23. Juli 1907 war es dann soweit, die Nummer 128 mit dem neuen Brotan-Kessel wurde aus der Hauptwerkstätte entlassen. Für den allge-meinen Betrachter sah sie schon etwas komisch aus. So lag der
Dampfdom
über dem oberen Ende des
Kamins
und auch sonst war der
Kessel
extrem hoch ausgefallen. Nun sollte sich zeigen, wie gut diese Neuerung im
harten Einsatz vor
Güterzügen
am Gotthard geeignet war. Dank dem neuen
Kessel
konnten die
Lokomotiven
weiter im
Güterverkehr
am Gotthard und am Monte Ceneri verwendet werden. Die Erfahrungen mit dem
neuen Kessel bei der Nummer 126 waren so gut, dass 1908 die Lokomotiven
mit den Nummern 107, 111, 112, 114, 120, 124 und 130 auch mit einem neuen
Kessel die
Hauptwerkstätte
in Bellinzona verliessen. Auch sie konnten nun mit zwölf
bar
betrieben werden. Anders sah es bei der Nummer 128 aus. Sie
wurde immer wieder in einem
Depot
abgestellt, weil das
Lokomotivpersonal
festgestellt hatte, dass der
Kessel
Wasser verlor. Die sehr gute Verdampfung war so gut, dass die Abdichtungen
schlicht nicht mehr halten konnten. Dann zischte es beängstigend aus dem
Kessel und die
Lokomotive
ging in Reparatur. Als ob das nicht alles war, immer wieder wurde mit
Wasser im Dampf gekämpft.
Der
Güterverkehr
verlangte nach Modellen die liefen und nicht nach
Lokomotiven,
die repariert werden mussten. Auch wenn akut der Mangel nicht so gross
war. Im Jahre 1908 kamen die Modelle
A 3/5 der 900er
Gruppe
in Be-trieb. Diese hatten im
Güterverkehr
zwar nichts verloren, aber sie konnten zu zweit auch Züge mit der
Zughakenlast
befördern. Das sorgte dafür, dass nun erste Modelle der Reihe
C 4/5 in den Güterverkehr kamen. An
einen Abbruch der ältesten Nummern dachte niemand, in ein oder zwei
Jahren, wird es dann schon einen passenden
Güterzug
geben. Die Zeit der
Gotthardbahn endete am 31. Mai 1909 mit der auslaufenden
Konzession.
Damit übernahmen die Schweizerischen Bundesbahnen SBB den Verkehr auf
dieser wichtigen Strecke. Als Mitgift wurde von der
Privatbahn
das noch nicht behobene Probleme mit dem
Güterverkehr
übergeben. Dort verrichteten immer noch Modelle von 1882 ihren Dienst vor
den schweren
Güterzügen.
Also das, wofür sie gebaut wurden. Neu gehörte die Strecke zum
Kreis
V und das Direktorium in Luzern mutierte zu einer Kreisdirektion. Am
Einsatz der Maschinen änderte sich in dieser ersten Stunde natürlich
weniger. Trotzdem mussten die
Lokomotiven
in die
Depots
um angepasst zu werden. Der neue Besitzer wollte mit neuen Nummern ein
Chaos bei den vielen Lokomotiven verhindern. Dabei ging das bei den
älteren Maschinen mit 4101 bis 4136 noch sehr einfach.
Am Einsatz änderte sich indes nichts, denn
auch mit neuen Nummern lautete der Auftrag, die schweren
Güterzüge
über den Gotthard zu bringen. Auch die
Staatsbahnen,
sahen bei der Reihe D 4/4 vorerst noch keine
Ausrangierungen
vor. Im gleichen Jahr rückten die
Lokomotiven
4104, 4106, 4116, 4121 und 4129 in der
Hauptwerkstätte
in Bellinzona ein. Sie erhielten dort den neuen
Kessel
und konnten weiterhin vor den schweren
Güterzügen
am Gotthard beobachtet werden. Jedoch wurden sie immer mehr von den
zusätzlichen Modellen C 4/5 der
Schweizerischen Bundesbahnen SBB bedrängt. Die Erneuerung der Lokomotiven
hatte nun auch im
Güterverkehr
eingesetzt. Mit der
Lokomotive
4102 im Jahre 1910 und den Nummern 4105 und 4131 im Jahre 1911 endeten die
Ausrüstungen mit neuen
Kesseln.
Die alten Lokomotiven waren einfach zu schwach geworden und die
Schweizerischen Bundesbahnen SBB hatten bereits die nächst grösseren
Lokomotiven für den schweren
Güterverkehr
bestellt. Zudem tauchten auch immer öfters
A 3/5 aus anderen
Kreisen
im Güterverkehr am Gotthard auf. Eines war nun klar, der neue Besitzer
musste seine Hausaufgaben wahrnehmen. Die
Gotthardbahn hatte dem Verkehr mit den
Schnellzügen
auf gute Beine gestellt. Am Einsatz der
Schnellzugslokomotiven
A 3/5 gab es kaum etwas zu
bemängeln. Im
Güterverkehr
wäre es nun an der Zeit, das kräftige aber langsame Gefährt durch eine
neue Baureihe zu ersetzten. Geplant war ein grosses Teil, das angeblich
über fünf
Triebachsen
verfügen sollte.
Die beiden Maschinen wurden ihrer
brauchbaren Teile beraubt, ausrangiert und in der Folge als erste Modelle
der Reihe D 4/4 abgebrochen. Der Stern der alten
Lokomotiven
begann zu sinken. Gerade die neu bestellten
Prototypen
der Baureihe C 5/6 waren für die
Modelle, die noch mit einem Dampfdruck von zehn
bar
am arbeiten waren, Gift. Dort war jetzt klar, dass ein defekter
Kessel
das sichere Aus bedeuten würde. Doch es gab schon mal so ein Wunderding
und das konnte sich nie durchsetzen, weil es nicht so gut durchhalten
konnte, wie die alten Maschinen. Als 1913 die ersten beiden Maschinen der
Reihe C 5/6 in Betrieb kamen,
verabschiedeten sich die D 4/4 mit den Nummern 4101, 4103 und 4125 mit
defektem
Kessel
bei einem Besuch in der
Hauptwerkstätte.
Die
Lokomotiven
wurden daraufhin ausrangiert und dem Schneidbrenner überlassen. Das war
leicht zu verkraften, denn eine Lokomotive C 5/6
konnte zwei D 4/4 ohne Probleme ersetzen. Wieder waren drei der erfolgreichen
Lokomotive
verschwunden und es war abzusehen, dass defekte
Kessel
immer mehr den todsicheren Abbruch bedeuteten. Es gab jetzt neue und zu
gute Lokomotiven im Bestand der Schweizerischen Bundesbahnen SBB und die
tummelten sich immer öfters auch am Gotthard. Das war nun die erwartete
Ablösung
für die alten Lokomotiven im schweren
Güterverkehr.
Die Regierung wollte so das Volk vor dem
Hungertot retten. Am Gotthard waren nun wieder die D 4/4 für die
Güterzüge
gefragt. Diese waren aber ebenfalls immer seltener geworden. So konnte es
nicht gut gehen und immer mehr
Kessel
blieben kalt. Die schlechten Nachrichten bei den D 4/4 sollten nicht enden. So verschwand 1914 die Lokomotive mit der Nummer 4107. Diese Maschine, die vor wenigen Jahren einen neuen Kessel erhalten hatte, war einfach nicht mehr zu retten. Die Weltwirtschaftskrise setzte den
Lokomotiven
der Bau-reihe D 4/4 zusätzlich zu, so dass man auch auf moder-nisierte
Exemplare verzichten konnte. Das Sterben der D 4/4 begann nun. Die Ausrangierungen folgten nun in jedem Jahr. So kam es 1915 zur Ausrangierung der Lokomotiven 4108 und 4116. Damit war es zu Beginn noch recht ruhig, denn nur ein Jahr später sollte der grosse Einbruch kommen. 1916 war es um die Nummern 4102, 4104,
4106, 4109, 4110, 4111, 4117, 4118, 4119, 4120, 4122, 4123, 4126, 4127
geschehen. Damit verschwanden in einem Jahr 14
Lokomotiven
dieser bisher erfolgreichen Serie. Obwohl diese 1916 ausrangierten Maschinen
nicht mehr in den Einsatz kamen, sie wurden nicht abgebrochen. Die
Schweizerischen Bundesbahnen SBB verkauften die Modelle an die Ungarischen
Staatsbahnen.
Die neuen
Lokomotiven
der Baureihe C 5/6 und in erster
Linie arbeitslosen Baureihen aus anderen
Kreisen
setzten den langsamen Lokomotiven am Gotthard immer mehr zu. Daher kam
dieser Verkauf den Staatsbahnen gerade recht.
Die alten Modelle besorgten den Kriegsfahrplan bei den Güterzügen und dabei verschlagen sie viele Kohlen. Diese musste damals aber beinahe ins Land
geschmuggelt werden und war daher so teuer, wie wenn Gold ver-brannt
worden wäre. Das endete erst nach dem Ende des Krieges und der Rückkehr der Reihe C 5/6. Die sich erholende Wirtschaft brachte auch wieder Güterzüge. So hatten auch die alten Baureihen aus den Beständen der Gotthardbahn auf der Bergstrecke noch ein gutes Aus-kommen, auch wenn sie langsam waren. Immer noch besser den Berg hoch zu
kriechen, als einen
Güterzug
nicht führen zu können. Es gab einfach zu wenige C 5/6. Viel schlimmer war jedoch der Entscheid in
Bern. Dort hatte man wegen den immer noch recht hohen Preisen für
Kohle,
beschlossen, dass die
Hauptstrecken
auf den elektrischen Betrieb nach dem Muster der Lötschbergbahn umgestellt
werden. Der Beginn sollte beim grössten Verbraucher sein. Zumindest in
diesem Punkt konnte niemand mit der
Gotthardbahn mithalten und so sah es nun schlecht aus und das galt
auch für die neue Reihe C 5/6. Nach einer kurzen Ruhephase bescherte die
anstehende Elektrifizierung der
Gotthardbahn den Nummern 4114, 4124 und 4133 in den Jahren 1919
und 1920 den sicheren Tod. Sie wurden ausrangiert und abgebrochen. Noch
elf
Lokomotiven
der ursprünglichen Baureihe D 4/4 blieben im Einsatz. Die neueren
Maschinen mit den Nummern 4001 bis 4005 verschwanden immer mehr in
Chiasso, wo sie den schweren
Rangierdienst
übernahmen.
Auch jetzt kam es nach der
Ausrangierung
nicht zum Abbruch. Die fünf Maschinen wanderten ebenfalls aus. Diesmal
ging die Reise zu den Griechischen
Staatsbahnen. Im Bestand der Schweizerischen Bundes-bahnen SBB verblieben nur noch die Num-mern 4121, 4128, 4129, 4131, 4132 und 4136. Spannend dabei war eigentlich nur, dass
sich ausgerechnet das Modell mit dem Brotankessel noch halten konnte. Man
hätte erwartet, das sich die
Staatsbahnen
als erstes von einem solchen Modell verabschiedet hätten. Doch auch damit
war mit den sechs Maschinen nicht mehr viel zu machen. Immer noch vollständig im Bestand blieben
die Nummern 4001 bis 4005. Diese hatten tatsächlich im schweren
Rangierdienst
des
Bahnhofes
Chiasso ein sicheres Auskommen bekommen. Auf der Strecke hatten die alten
Dampfmaschinen
den Kampf gegen das Krokodil
nach nur wenigen Wochen verloren. Es blieben nur noch vereinzelte gut
versteckte Exemplare übrig. Doch lange sollte das nicht mehr gut ausgehen. So ist es wenig überraschend, dass die
letzten Modelle der Nummerngruppe 4101 bis 4136 im Jahre 1923, also nur
ein Jahr später ausrangiert wurden. Damit waren die ältesten
Lokomotiven
nach einen Einsatz von 41 Jahren dem Verkehr am Gotthard nicht mehr
gewachsen. Schuld daran, war eine neue Technik, die noch nicht mal bekannt
war, als die Maschinen in Verkehr kamen. Ich spreche von diesem
Wechselstrom
für die Reihe
Ce 6/8 II.
Der Grund war ein 1924 ausgesprochenes
Verbot von
Gas
als
Beleuchtung
und somit der
Karbid-lampen.
Das sollte aber die letzte Änderung sein, denn es kamen auch neue
Rangierlokomotiven
nach Chiasso. Da nun auch Strecken im Flachland mit elektrischen Lokomotiven befahren wurden, drängten zunehmen auch umgebaute C 4/5 in den Rangierdienst vor. Für die dort eingesetzten D 4/4 konnte das nicht gut sein. Die letzten
Lokomotiven
der Baureihe D 4/4 wurden in den Jahren 1926 und 1928 durch frei gewordene
und umgebaute C 4/5 im
Rangierdienst
Chiasso ab-gelöst, ausrangiert und in der Folge durch den Schneidbrenner
abgebrochen. Für die alten Lokomotiven gab es nun keine Rettung mehr. Immer mehr Strecken wurden elektrisch befahren. So war der Einsatz von langsamen schweren
Güterzugslokomotiven
nicht mehr zu verantworten. Wir müssen uns erinnern, alle Modelle der
Reihe D 4/4 erreichten maximal 45 km/h und damit war nun wirklich kein
Blumentopf mehr zu gewinnen. Das neue Krokodil
schaffte das Tempo auch mit Last ohne Probleme. Die Bücher der D 4/4 konnten daher im Jahre
1928 nach einem Einsatz von 47 Jahren endgültig geschlossen werden. Damit
wurden aber auch gleich die Bücher der
Lokomotiven
der ersten Generation geschlossen. Ausser der Baureihe
E 2/2 Nummer 11 und der
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