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Bedienung der Lokomotive |
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Wir kommen zur Bedienung der
Lokomotive
mit
Gasturbine.
Diese war auch hier ein Teil der Steuerung und daher finden sich hier
Punkte, die vorher fehlten und umgekehrt. Bei der Bedienung geht es in
erster Linie um die Handlungen, die vom
Fahrpersonal
ausgeführt werden mussten. Dazu wurden Anweisungen sowohl vom Hersteller
als Besitzer der Fahrzeuges, aber auch von den Schweizerischen
Bundesbahnen SBB erlassen.
Das heisst, dass für der Übernahme eine äusserliche Kontrolle
durchzuführen war. Sollten dabei Schäden vorgefunden werden, musste das
Lokomotivpersonal
darüber entscheiden, ob der Beginn der Fahrt mög-lich ist.
Nicht direkt die Aufgabe des
Lokomotivpersonal
war die Betankung. So gab es an den Standorten keine passenden Anlagen.
Wenn es solche gab, wurden diese für die Versorgung mit
Dieselöl
ausgerüstet. Hier erfolgte die Betankung jedoch mit anderen
Brennstoffen,
die als Zündöl und
Heizöl,
oder gar Teeröl bezeichnet wurden. Daher musste die Betankung anders
organisiert werden und da kam das jeweilige
Depot
in den Genuss.
Wir gehen daher davon aus, dass die
Lokomotive
vom Personal des
Depot
soweit für den Einsatz vorbereitet wurde, dass die
Tanks
gefüllt waren. Für deren Inhalt und für die Ausrüstung, das Personal und
für den
Quarzsand
wurde ein Gewicht von 6.3 Tonnen angerechnet. Nicht bekannt ist, ob beim
Personal das Gewicht vor oder nach dem Essen berechnet wurde. Auf jeden
Fall musste dieses die Arbeiten des Depot kontrollieren.
Nach dem Abschluss dieser Kontrollen konnte der
Führerstand
aufgesucht werden. Der Boden wurde mit Holzplanken belegt. Das
durchgehende
Führerpult
besass grüne Wände und eine schwarze Arbeitsfläche. Dabei wurde die grüne
Farbe auch für die Wände verwendet. Abschlossen wurde dieses Gesamtbild
mit der mit weissem Abdeckungen versehenen Decke. Bis zu diesem Punkt gab
es zu den anderen
Baureihen
keinen grossen Unterschied.
Im Gegensatz zu den bisherigen
Lokomotiven
nahm er dabei aber die linke Seite des
Führerpultes.
Die
Baureihe
Am 4/6 galt daher als erste Maschine der schweizerischen Bundesbahnen SBB,
die auf der Seite der Signale, also links bedient wurde. In der Folge
sollte sich das nicht ändern. Bevor sie nun wütend werden. Genau genommen besass auch schon die Baureihe Am 4/4 links angeordnete Führerstände. Das erfolgte hier jedoch wegen der Tatsache, dass man bei der Planung noch davon ausging, einen Gepäcktriebwagen zu bauen.
Traditionell waren die
Triebwagen
der Schweizer-ischen Bundesbahnen SBB immer links bedient wor-den. Nun
aber sollte das auch bei
Lokomotiven
so gemacht werden und so galt das auch für die Reihe Am 4/6.
Damit kommen wir auch gleich zur Besatzung. Vom Aufbau her, war die
Lokomotive
so aufgebaut worden, dass sie nur mit dem Lokführer besetzt werden musste.
Dazu war die
Sicherheitssteuerung
eingebaut worden und die Bedienelemente befanden sich mit Ausnahme der
Handbremse
im Bereich des Lokführers. Die
Spindelbremse
musste auch nur zu Beginn und am Ende bedient werden und das erfolgte in
der Regel im Stillstand.
Jedoch war die Technik für das
Fahrpersonal
der elektrischen
Lokomotiven
sehr ungewohnt und daher die Bedienung der
Baureihe
Am 4/6 schwer. Das führte dazu, dass von den Schweizerischen Bundesbahnen
SBB die doppele Besatzung eingeführt wurde. Diese bestand, wie das früher
üblich war, aus Lokführer und
Heizer.
Auch wenn die Bezeichnungen aus den Zeiten der Dampflokomotive stammten,
der Heizer hatte andere Aufgaben.
Die auserwählten Lokführer suchten sich anschliessend den
Heizer
aus. Auch hier galten daher ähnliche Beding-ungen, so dass eine sehr gute
Besatzung zum Einsatz kommen sollte. Die Aufgaben wurden aufgeteilt. So übernahm der Lok-führer die Bedienung der Lokomotive. Das war auch sein Beruf und dabei konnte er hier auf einen Heizer zurückgreifen.
Dessen Aufgabe war es die
Gasturbine
zu bedienen und deren Betrieb auch zu überwachen. Damit waren die Aufgaben
klar aufteilt und bei vielen Punkten ergänzten sich die Leute auf dem
Triebfahrzeug
gegenseitig mit ihrem erlangten Wissen. Bevor die Lokomotive in Betrieb genommen werden konn-te, mussten in den drei Maschinenräumen durch das Personal ebenfalls Kontrollen ausgeführt werden.
Im Generatorraum erfolgte die Kontrolle der
Relais
und zum Schluss der Vorbereitung wurde der Start des
Dieselmotors
vorgenommen. Danach wurde auf dem
Führerpult
der Wählschalter auf die Stellung «Kompressor»
gestellt und im Generatorraum begann der Motor mit seiner Arbeit.
Erst nachdem der Luftvorrat auf acht
bar
ergänzt worden war, begann die weitere
Inbetriebnahme.
Dazu wurden mit den entsprechenden
Steuerschaltern
in dem neuen
Verriegelungskasten, die entsprechenden Schaltungen
vorgenommen. Diese umfassten bereits erste Vorarbeiten für den Start der
Gasturbine,
auch wenn diese noch gar nicht gestartet wurde, denn das sollte erst kurz
vor
Abfahrt
des Zuges erfolgen.
Auch die Bedienung während der Fahrt zeigten in diesem Punkt keine
Unterschiede und zudem interessieren wir uns auch mehr für die Fahrt
dieser besonderen
Lokomotive,
denn der Start in einem
Depot
erfolgte ohne
Gasturbine. Wurde der Wählschalter auf «Verschiebedienst» gestellt, konnte die Lokomotive mit dem Dieselmotor bewegt werden. Wegen der geringen Leistung wurde nun aber nur der Fahr-motor eins zugeschaltet.
Zudem war auch nur ein geringer Stromwert in dieser Betriebsform
zugelassen. Der
Antrieb
reichte daher nur für Verschubfahrten in einem
Depot,
oder in einem
Bahnhof.
Da es sich dabei um
Rangierfahrten
handelte, waren die geringen Tempi kein Problem. Die Leistung des Dieselmotors wurde nicht über die normalen Elemente geregelt. Auf der linken Seite des Lokführers war dazu zwischen den Bremsventilen und dem Bedienpanel mit dem Steuerkontroller ein Fahrschalter vorhanden.
Mit diesem konnten zwei
Zugkräfte
eingestellt werden. Dabei wurden die Werte in Prozent der maximal
verfügbaren Zugkraft angegeben. Eine einfache Lösung, die aber für den
Rangierdienst
ausreichte. Während der Fahrt mit dem Dieselmotor konnte aber die Druckluft nicht ergänzt werden. Die Leistung reichte nur für eine der beiden Stellung. Da aber bei der ausrollenden Maschine der Luftvorrat ergänzt werden konnte, war das kein so grosses Problem.
Notfalls konnte im
Rangierdienst
auch angehalten werden um «Luft zu machen». Wurde der
Dieselmotor
zum Start der
Gasturbine
genutzt, standen die vorgestellten Lösung schlicht nicht bereit.
Dessen
Generator
lieferte nun die Energie um den Hauptgenerator in Bewegung zu versetzen.
Dabei arbeitete diese als Motor und so begann sich die Welle des
Axialkompressors und die
Gasturbine
zu drehen. Das führte dazu, dass nun deren Drehzahl gesteigert wurde. Weil nun der Hauptgenerator für den Start genutzt wurden, standen weder die Zugsheizung, noch die Hilfsbetriebe zur Verfügung. Die Lokomotive arbei-tete also immer noch über die Batterien. Das war kein so grosses Problem, da die Heizung für die Brennstoffe und die Spannung für den Zünd-stab von der Eisen/Nickel-Batterie erfolgten.
Trotzdem galten hier die
Bleibatterien
als sehr stark ausgelastet und das musste berücksichtigt werden.
Wurde bei der
Gasturbine
eine Drehzahl von 500 Umdrehungen in der Minute erreicht, konnte die
Zündung aktiviert werden. Da die betreffenden Pumpen bereits mit den
Steuerschalter
aktiviert waren, konnte nun der Zündstab eingeführt und so das Zündöl
entflammt werden. Dabei wurde die Wärme in der
Brennkammer
und die Drehzahl auf 800 bis 1000 Umdrehungen in der Minute erhöht. Sobald
dieser Wert erreicht war, wurde
der Zündstab wieder zurück gezogen.
Natürlich musste das Personal über diese Umdrehungen informiert werden.
Dazu war auf dem
Führerpult
unmittelbar über dem
Steuerkontroller
ein Tourenzähler eingebaut worden. Dieser wurde nur beim Start benötigt,
so dass er nur die vorher erwähnten Bereiche anzeigte. Weiter war noch ein
«Pyrometer» zur Anzeige der Temperatur im Bereich der
Gasturbine
vorhanden. Hinweise, die ebenfalls beim Anfahren benötigt wurden.
Der Wechsel der Verbrennung sparte teures Zündöl, denn es dauerte wirklich
neun Minuten, bis von der
Gasturbine
Leistung
bezogen werden konnte! Mit der gestarteten Gasturbine war die Maschine bereit um mit dem Zug loszufahren. Der Dieselmotor konnte nun wieder abge-stellt werden, da er nicht benötigt wurde.
Mit einem
Steuerschalter
rechts vom
Steuerkontroller
wurde die Fahrrichtung eingestellt. Damit war nun die
Lokomotive
bereit um losfahren zu können. Sobald die Erlaubnis vorhanden war, konnte
mit dem Steuerkontroller die erste
Fahrstufe
eingestellt werden. Damit wurde die Tourenzahl der Gasturbine erhöht und das galt auch für die Spannung beim Hauptgenerator. Da nun alle vier Fahrmotoren im Betrieb waren, konnte die volle Zugkraft abgerufen werden.
Um diese zu erhöhen, wurde einfach am
Steuerkontroller
eine weitere
Fahrstufe
zugeschaltet. Dadurch wurde durch die Steuerung der Servofeldregler
verstellt und die Drehzahl erneut erhöht. Damit diese immer der gleichen
Zugkraft
entsprach war auch ein Drehzahlregler vorhanden.
Für die Anzeige der
Zugkraft
war ein linear aufgebautes Ampèremeter vorhanden. An diesem konnte jedoch
nur der
Strom
am Hauptgenerator abgelesen werden. Da die vier
Fahrmotoren
jedoch parallel versorgt wurden, war das kein so grosses Problem. Jedoch
vermisste das Personal dabei die Anzeige von unterschiedlichen Drehzahlen,
die oft ein Hinweis auf durchdrehen
Räder
war. Es musste als mit Gehör gefahren werden.
Eine Lösung, die bei thermischen
Triebfahrzeugen
durchaus üblich war, denn auch bei einem
Dieselmotor
wurde der
Brennstoff
zur Steigerung der
Leistung
benutzt. Sie kennen das, wenn auf der Autobahn bei dem netten roten Wagen
mit Pferdchen der
Tank
sich bei 250 km/h leert. So schnell wurde unsere Lokomotive natürlich nicht. Damit der Lokführer erkennen konnte, wie schnell er fuhr, wurde ein V-Messer eingebaut. Dieser fand seinen Platz in der Ecke hinter den Bremsventilen und unter dem Panel mit dem Schalter für die Heizung des Führer-raumes.
Dabei wurde ein Modell verwendet, das es damals auch bei den
Reisezugwagen
gab. Das passte, da hier ja die
Spannung
der
Zugs-heizung
benutzt wurde. Verbaut wurden V-Messer der Firma Hasler in Bern. Diese lieferte präzise Modelle und hier kamen zwei unterschiedliche Exemplare zum Einbau.
Beim
Führerstand
eins wurde der
Geschwindigkeitsmesser
mit einer
Registrierung
verbaut. Diese zeichnete die Geschwindigkeit auf einem Streifen aus
Wachspapier auf. Zu erkennen war das Modell anhand dem, bei der Anzeige
vorhandenen Zählwerk für die gefahrenen Kilometer.
Auf dem zweiten
Führerstand
wurde jedoch ein
V-Messer
verwendet, der den Restweg aufzeichnete. Diese Modelle wurden auf den
Lokomotiven
seit der Einführung der
Zugsicherung
benötigt, da dort deren Ansprechung vermerkt wurde. Da hier kein Zählwerk
vorhanden war, gab es im Gerät zudem den Platz für Schaltungen, die von
der gefahrenen Geschwindigkeit abhängig waren. Hier gab es diese jedoch
nicht in dem Umfang, wie bei elektrischen Modellen.
Neben den Manometern für den Luftvorrat und die Brem-sen, waren sehr viele Anzeigen für die Gasturbine einge-baut worden.
Dabei wurde zum Beispiel angezeigt, wie der Brenn-stoffregler eingestellt
war. Gerade diese Anzeigen zeigten, dass wir eine
Versuchslokomotive
mit
Gasturbine
hatten. Sehr wichtig waren dabei drei Meldelampen, die sich unmittelbar rechts über dem Steuerschalter zum Wende-schalter befanden. Sie gaben Fehlermeldungen, die für den Lokführer wichtig waren.
Wenn wir dabei in der Leserichtung vorgehen, war da die
Meldelampe
die darüber informierte, wenn die Temperatur über 600°C anstieg und so für
die
Gasturbine
zu hoch wurde. Es war also ein Hinweis auf eine zu hohe
Leistung
der Verbrennung. Die mittlere der drei Lampen leuchtete, wenn ein Fehler in Umformergruppe, oder im Zündstab vorhanden war. In diesem Fall musste auch gehandelt werden, weil gerade der Zündstab nicht zu lange in der Brennkammer sein durf-te.
Sie können diese rot leuchtende
Meldelampe
durchaus mit der Lampe für die
Ventilation
bei den elektrischen
Loko-motiven
vergleichen. Es bestand für die Baugruppe eine Gefahr, die den Betrieb
verhinderte.
Letztlich war da noch eine dritte
Meldelampe,
die nur die Information wiedergab, dass in der
Brennkammer
die Flamme brannte. Sie diente als Hinweis für die Bedienung. Besonders
dann, wenn keine
Zugkraft
aufgebaut war, lief die Turbine, war der Fahler an einer anderen Stelle zu
finden. Gerade diese Lampe war während der Fahrt elementar wichtig, denn
die
Gasturbine
wurde während der Fahrt auch abgeschaltet wurde.
Die Inbetriebnahme konnte nun aber schneller erfolgen, da das System nicht gleich stehen blieb und immer noch eine grosse Wärme vorhanden war. Hier lag auch der Grund, warum die Schweizerischen Bundesbahnen SBB die doppelte Besatzung verlangten.
Während der Lokführer die Fahrt ausführte, konnte der
Heizer
im
Maschinenraum
Kontrollen ausführen, aber auch den
Dieselmotor
bei Bedarf wieder starten. Nur so konnte die
Gasturbine
auch während der Fahrt in jedem Fall wieder gestartet werden. Der
Hersteller ging davon aus, dass die Gasturbine nach dem Start immer lief.
Um einen Nachteil der
Gasturbine
auszugleichen, konnte deren
Leistung
angepasst werden. Abhängig war das jedoch von der Temperatur der Luft und
von der Höhe in der sich die
Lokomotive
befand. So sollte es möglich sein, auch bei einer höheren Strecke die
gleiche Leistung abzurufen. Ein Punkt, der aber vom Bedienpersonal eine
sehr gute Kenntnis über den Verlauf der Strecke und deren Höhenlage
verlangte. So war das ausgesuchte Personal wichtig.
Kehrte die
Lokomotive
nach der Arbeit wieder in das
Depot
zurück, wurde die
Gasturbine
abgeschaltet und dann wieder mit dem
Dieselmotor
gefahren. Der Grund für diese Massnahme lag beim Lärmpegel der
Turbine, denn dieser war sehr hoch. Zudem war sie auch
anfällig auf Brände, die so noch vor der Halle erkannt und bekämpft werden
konnten. Die weiteren Nacharbeiten erfolgten dann wieder nach den
Weisungen der
Staatsbahnen.
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