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Betriebseinsatz Ae 4/6 III |
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Die Überreste der
Versuchslokomotive
Am 4/6 wurde nach deren
Ausrangierung
nicht abgebrochen. Wenige Jahre später konnten sie daher wieder genutzt
werden. So sollte neuerlich ein
Versuchsträger
entstehen, der durchaus zu ersten Modellen auf der Welt gehörte, denn
bisher kam niemand auf die Idee eine
Lokomotive
für drei
Stromsysteme
zu bauen. Wenn es doch kam, waren zwei vorhanden, doch nicht drei Stück.
Der wichtigste Teil der Ausrüstung kam, wie seinerzeit die
Gasturbine
auf einem Hilfsrahmen. Dieser wurde anschliessend einfach in den Kasten
gesetzt. Wie so oft bei so komplexen Projekten kam es zu grösseren Verzögerung und auch zu schweren Rückschlägen. Die neu zur Reihe Ae 4/6 III mutierte Lokomotive konnte die Haupt-werkstätte daher nach einer Bauzeit von fünf Jahren erst im Juli 1961 verlassen.
Der bei der Bezeichnung eingefügte
Index,
sollte den Exoten von der
Baureihe
Ae 4/6 unterscheiden und dabei auf
die drei vorhandenen
Stromsysteme
hinweisen.
Durch die lange Zeit für den Umbau, konnte die neue Ae 4/6 III die
angedachte Aufgabe schlicht nicht mehr aufnehmen. So sollten dort Bauteile
für die neuen
Triebzüge
RAe TEE II getestet werden.
Das ging relativ schlecht, wenn der erste Triebzug für vier
Stromsysteme
nahezu gleichzeitig von der Industrie ausgeliefert wurde. Die
Versuchslokomotive
war daher eigentlich bereits überholt, als sie in Verkehr gesetzt wurde.
Da der Umbau wirklich ein grundlegend neues Fahrzeug zur Folge hatte,
stellt sich nun die Frage, ob die Reihe Ae 4/6 III überhaupt als umgebaute
Lokomotive
Am 4/6 angesehen werden konnte. Da dabei oft der Rahmen als massgebendes
Bauteil angesehen wurde, kann klar gesagt werden, dass es ein Umbau war.
Jedoch musste die neue
Mehrsystemlokomotive
noch unter Beweis stellen, dass sie die Aufgabe auch wahrnehmen konnte.
Wie
so oft sollten sie vom Gegenteil überzeugt werden. Doch zuerst musste sie
zeigen, was sie unter dem einheimischen
Wechselstrom
mit 15 000
Volt
und 16 2/3
Hertz
leisten konnte. Die umgebaute Lokomotive wurde dazu schlicht in einem Umlauf ge-steckt, der für die Maschinen der Baureihe Be 4/6 gedacht war. Die neue Maschine musste nach wenigen Gehversuchen zeigen, was sie konnte.
Dabei wurden planmässige Züge befördert. Gab es Probleme, dann musste eine
Hilfslokomotive
angefordert werden. Gerade am Anfang war das sogar sehr oft der Fall, denn
die
Lokomotive
blieb oft mit Defekt stehen. In der Werkstatt konnten diese jedoch nicht erkannt werden. Daher wurde die Maschine nach einem kurzen Aufenthalt wieder in den Betrieb genommen.
Nach wenigen Tagen stand dann die
Lokomotive
wieder in der Werkstatt und auch jetzt war die
Meldung
vorhanden, dass es zu mehreren Auslösungen bei den
Relais
gekommen war. War zweimal das gleiche betroffen, handelte das
Lokomotivpersonal
und die
Hilfslokomotive
kam.
Fachlich etwas mehr interessierte Lokführer fügten der Anweisung zur
Reparatur, dass es im Vorfeld der Auslösung zu starken Vibrationen
gekommen war. Die Lösung des Problem war daher klar, die Fallen der
Relais
fielen einfach durch die Vibrationen und das
Lokomotivpersonal
konnte sich daher nicht erklären, warum denn das Relais der
Zugsheizung
ausgelöst hatte, wenn diese bei 30°C im Schatten gar nicht benutzt wurde.
Das Problem war aber durch den Umbau entstanden und dabei war die
Ansteuerung der
Fahrmotoren
nicht so unschuldig, wie man meinen könnte, doch diese kam von der
Industrie. Fuhr die Lokomotive unter Wechselstrom, wurde die Spannung mit Siliziumdioden in einen Wellenstrom umgewandelt. Diesen mussten die Fahrmotoren ertragen. Das war technisch kein Problem. Durch
die geänderte Ansteuerung neigten die Motoren zu einem Problem, das man
bei den
Lokomotiven
mit
Wechselstrommotoren
schon beobachtet hatte. Bei
Gleichstrommotoren
war bisher alles in Ordnung gewesen. Doch galt das nicht hier. Wurde bei der Reihe Ae 4/6 III unter Wechselstrom eine hohe Zugkraft abgerufen kam es in den vier Fahrmotoren zu einer Drehmomentpulsation. Diese hatten so grosse Vibrationen zur Folge, dass die Relais auslösten, obwohl es gar kein Problem gab.
Die
Lokomotive
rückte daher zu Nacharbeiten in der
Hauptwerkstätte
ein. Dort wurde das Problem mit zusätzlichen Bauteilen entschärft. Es kam
immer noch vor, aber die Vibrationen entstanden nicht mehr. So konnten endlich die Fahrten mit dem einheimischen Stromsystem beendet werden. Es standen nun die Versuchsfahrten mit den anderen Systemen an. Dabei blieb man vorerst beim Wechselstrom.
Die
Lokomotive
aus der Schweiz sollte daher mit der
Spannung
von 25 000
Volt
und der
Frequenz
von 50
Hertz
betrieben werden. Das ging nur im Ausland und dort auch nur bei den
nördlichen
Verbindungen
zum Netz der SNCF.
Die Wahl fiel auf Basel. Das dortige
Depot
sollte die Anlaufstelle für die Fahrten in Frankreich sein. Die
Lokomotive
bespannte in der Folge planmässige Züge, die zwischen Basel und Strasbourg
verkehrten. Die
Spannung
in der
Fahrleitung
war dabei bei 25 000
Volt.
Für die Fahrt ins Depot, musste dann noch mit dem einheimischen System
gefahren werden. Die Fachleute der SNCF begutachteten das besondere
Gefährt aus der Schweiz genau.
Zwar gab es schon mit der
Baureihe
Am 4/6 in Frankreich ausgedehnte Fahrten, diese hier waren jedoch
speziell. Der Grund war dabei nicht einfach die elektrische Ausrüstung.
Vielmehr wurde neu auch die
Zugsicherung
«Krokodile» eingebaut. Diese wurde bei den Fahrten nach Strasbourg
natürlich auch geprüft, denn hier gab es keine Kompromisse. Zugsicherungen
mussten funktionieren, denn dazu waren sie ja gebaut worden.
Nach dem Abschluss der Fahrten unter
Wechselstrom
25 000
Volt
und 50
Hertz,
kam die
Lokomotive
wieder in die Schweiz. Nun sollte auch der
Gleichstrom
geprüft werden. Im Gegensatz zum
Triebzug
RAe TEE II
wurde hier nur die
Spannung
von 1500 Volt vorgesehen. Diese gab es tatsächlich im eigenen Land und
dabei erst noch bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB. Doch dazu musste
man ganz in den Westen des Landes.
Die Strecke zwischen Genève und La Plaine befand sich in der Schweiz. Bei
der dort erfolgten Elektrifikation wurde das System genommen, das von
Frankreich zugeführt wurde. Die Züge können so bis in den
Hauptbahnhof
fahren. Mit der neuen Ordnung der Strecken kam der Abschnitt in der
Schweiz zu den Schweizerischen Bundesbahnen SBB, die somit einen Abschnitt
besassen, der mit
Gleichstrom
befahren werden musste.
Doch damit konnte auch die
Inbetriebsetzung
der drei
Stromsysteme
abgeschlossen werden. Der
Ver-suchsträger
wurde von den
Staatsbahnen
für den Betrieb übernommen.
Weit wurde die
Lokomotive
nicht überführt. Die Direktion für die Zugförderung in Bern teilte das
besondere Fahrzeug dem
Die Zuteilung an das
Depot
Genève erfolgte jedoch erst am 11. September des gleichen Jahres. Man
musste wohl lange überlegen, was man mit der
Lo-komotive
anstellen könnte, denn sonst wurden die
Triebfahrzeuge
meistens direkt den Depot über-geben.
Speziell war der
Dienstplan
und dieser könnte auch der Grund für die Verzögerung sein. Die als
Streckenlokomotive
ausgelegte Maschine wurde jedoch planmässig bei den
Rangierlokomotiven
geführt. Der Grund dafür war, dass diese als Ersatz für die nicht
unbedingt standfesten
Triebwagen
BDe 4/4 II genommen wurden und daher die Ae 4/6 III in den Einsatz kam. Im
Rangierdienst
war das Fahrzeug nun wirklich nicht optimal einsetzbar.
Die Zuteilung an ein
Depot
ganz im Westen der Schweiz hatte grosse Auswirkungen. So kam es nicht mehr
zu Fahrten unter
Wechselstrom
mit 25 000
Volt
und 50
Hertz.
Meistens wurde mit
Gleichstrom
gefahren. Wenn es dann einmal unter dem üblichen System zur Sache ging,
war die Fahrt in Lausanne schon wieder zu Ende. Es ging wieder zurück nach
Genève. Weiter in den Osten kam die Ae 4/6 III nur, wenn sie nach Zürich
in den Unterhalt musste.
Als sich daran die Leute störten, kam es zur Mon-tage des Wappens analog
der Reihe
Ae 6/6. So war die
Schweiz nun auch ganz im Westen vertreten und die beiden Typen konnten nur
anhand der
Puffer
unterschieden werden.
Das Parlament der Schweiz, schaffte es immer wieder, dass die
Staatsbahnen
vor grosse Probleme gestellt wurden. Der Entscheid im Jahre 1964 erneut
eine grosse Landesausstellung durchzuführen, war nicht so schlimm.
Politisch richtig war der Entscheid diese in Lausanne auszurichten. Die
Schweizerischen Bundesbahnen SBB mussten daher zusehen, wie sie die vielen
Leute aus dem östlich gelegenen Teil an den Lac Leman brachte.
Eine erste Massnahme war, dass sämtliche
Ausrangierungen
gestoppt wurden. Auch die Exoten mussten nun helfen und da war die Ae 4/6
III im fernen Westen gerade richtig. Da sie aber kompliziert bei der
Bedienung war, wurde kein so grosser Auslauf vorgesehen. Fahrten mit
Schnellzügen
entlang des Lac Leman sollten aber möglich sein. Dumm dabei war nur, dass
dieses Fahrzeug auch als Ersatz für die missratenen BDe 4/4 II benötigt
wurde.
Auch wenn sie unter
Wechselstrom
15 000
Volt
und 16 2/3
Hertz
verkehren konnte, kam die Maschine während der Expo hauptsächlich unter
Gleichstrom
zum Einsatz. Der Grund war nicht direkt die
Lokomotive,
sondern die beiden dort eingesetzten
Triebwagen.
Stieg einer aus, musste die Reihe Ae 4/6 III schnell in der Nähe sein.
Daher gab man der Maschine in Richtung Osten wirklich nur ungern einen Zug
mit auf die Reise.
Stieg dort einer der beiden Triebwagen BDe 4/4 II aus, wurde die Lokomotive als Ersatz im Regional-verkehr benutzt.
So musste der bescheidene
Güterverkehr
von einer
Rangierlokomotive
übernommen werden. An der Zuteilung änderte sich daher schlicht nichts.
Auf dem doch sehr bescheidenen Streckennetz mit
Gleichstrom
konnten nicht viele Kilometer gefahren werden. Im Jahre 1965 erreichte die
Lokomotive
eine jährliche
Leistung
von 29 000 Kilometer. Das waren bescheidene Werte, aber mehr konnte nur
gefahren werden, wenn man mit der Lokomotive unter
Wechselstrom
verkehrte. Das war jedoch zu selten, denn die Leitung des
Depots
wollte das Fahrzeug in der Nähe behalten.
Nicht unbedingt darüber erfreut war das
Lokomotivpersonal.
Dieses konnte sich mit dem Exoten nicht unbedingt anfreunden. Der Grund
war, das es oft zu Störungen kam und dann musste man suchen, denn so
richtig wusste niemand, wie das Teil aufgebaut worden war. Notschaltungen
für die Fahrt nach dem
Depot
waren nur mit grossen Einschränkungen möglich. Einem Lokführer gefiel das
nicht, denn wer will sich schon mit Störungen herumplagen.
Auch wenn es der
Dienstplan
nicht unbedingt vorsah, die Maschine kam immer wieder unter
Wechselstrom
zum Einsatz. Nicht benutzt wurde dabei nur das System mit 25 000
Volt
und 50
Hertz.
Der
Versuchsträger
für die
Triebzüge
RAe TEE II
war daher genau genommen nur noch eine
Zweisystemlokomotive,
wie es sie überall auf der Welt gab. Die Sensation war auch mehr die
Rangierlokomotive
Ee 3/3 IV, die mit vier
Systemen arbeiten konnte.
Auf der Strecke von Genève nach La Plaine wurde es wieder sehr knapp mit
dem Bestand bei den
Triebfahrzeugen.
Starben die
Triebwagen
BDe 4/4 II wie die Fliegen, mussten die
Diesellokomotiven
aushelfen. Die Reparatur in Zürich wurde so billig wie nur möglich ausgeführt. Daher baute man den defekten Transformator aus und als Ersatz wurde nur noch Ballast in den Kasten verbracht.
Aus der
Lokomotive
mit drei
Stromsystemen
wurde damit nur noch ein Fahrzeug, das mit
Gleichstrom
verkehren konnte. Die Bezeichnung wurde jedoch nicht geändert und bleib
daher bei Ae 4/6 III, auch wenn das nur noch eine Erinnerung an bessere
Zeiten war. Wieder in Genève angekommen, wurde die Lokomotive aber nur noch eingesetzt, wenn es nicht anders ging. Wegen der Beschränkung auf Gleichstrom war auch der Einsatz nicht leicht.
Das wirkte sich natürlich auf die
Leistungen
bei den Kilometern aus. Bis ins Jahr 1978 sanken diese auf sehr
bescheidene 1000 Kilometer. Das wurde selbst von
Rangierlokomotiven
überboten und so wurde die Ae 4/6 III wirklich nur benutzt, wenn es nicht
anders ging. Das blieb den verantwortlichen Stellen in Bern nicht verborgen. Daher wurde dort verfügt, dass die Lokomotive in die Hauptwerkstätte überstellt werden soll. Diesmal war es jedoch nicht Zürich, sondern jene in Yverdon. Dort wurde die Ausrangierung verfügt. In der Folge wurde noch das entfernt, was man bei anderen Baureihen brauchen konnte. Die Reste der Lokomotive wurden dann jedoch abgebrochen und die Karriere der Am 4/6, beziehungsweise Ae 4/6 III endete 1978.
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