Die Steuerung der Lokomotive |
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Für die Steuerung der
Lokomotive wurde ein
Bordnetz, das mit 36
Volt
Gleichstrom
betrieben wurde, eingebaut. Dieses Bordnetz wurde mit der Hilfe von
Batterien
gestützt und stand daher auch zur Verfügung, wenn die Lokomotive
ausgeschaltet war. Das Netz der Steuerung entsprach von der
Spannung
her den bereits vorhandenen Lokomotiven, so dass in diesem Bereich
vorhandene Ersatzteile verwendet werden konnten.
Damit die passende
Spannung
von 36
Volt
entstand, mussten zwei solcher
Bleibatterien
in Reihe geschaltet werden. Daher waren effektiv zwei
identische
Batterien
bei der
Lokomotive eingebaut worden. Montiert wurden die Batterien in einem eigens dazu vorgesehenen Kasten. Dieser Kasten wurde zwischen den beiden Drehgestellen unter dem Kasten der Lokomotive aufgehängt. Damit waren die Batterien von der Seite her zugänglich.
Der nach unten öffnende Deckel dieses
Batteriefaches, war so
ausgelegt worden, dass die
Batterien
leicht darüber gezogen oder geschoben werden konnten. So war ein Wechsel
der schweren Bauteile leicht möglich. War die Lokomotive eingeschaltet, wurde die Versorgung des Bordnetzes über die Batterieladung sichergestellt und die Batterien wieder geladen. Die Ladung erfolgte dabei bei den älteren Lokomotiven mit den Nummern 11 401 bis 11 500 über eine Umformergruppe.
Bei den
Lokomotiven mit den Betriebsnummern 11 501 bis 11 520
wurde hingegen ein
Batterieladegerät
verwendet. Beide konnten aber zusätzlich die Versorgung der Steuerung
übernehmen.
Aktiviert wurde die Steuerung durch das Öffnen der
Hauptluftbehälterhähne.
Damit waren die ersten Funktionen der
Lokomotive bereits aktiv. Dazu gehörten einige
Sicherheitseinrichtungen
und der für die Steuerung vorgesehene Schalter. Erst wenn dieser
eingeschaltet wurde, standen alle Funktionen der Steuerung bereit und
konnten geschaltet werden. Das heisst, dass es erst jetzt möglich war, den
Stromabnehmer
zu heben.
Bei gewissen Störungen übernahm die Steuerung auch die
Aus-schaltung des
Hauptschalters.
Bei gewissen Problemen wurde zudem verhindert, dass der Hauptschalter
wieder eingeschaltet werden konnte. Im Gegensatz zu anderen Lokomotiven erfolgten hier kaum elektrische Schaltungen zur Steuerung des Stufenschalters. Die Steuerung übernahm dabei lediglich die Versorgung des Motors mit Spannung.
Die Ansteuerung der
Fahrstufen
wurde in erster Linie mechan-isch gelöst. Daher gehörten bei diesen
Lokomotiven bei der Steuerung auch ein paar
mechanische Komponenten dazu. Diese wollen wir uns nun genauer ansehen. Der Stufenschalter der Lokomotive wurde von einem in jedem Führerstand montierten Steuerkontroller aus gesteuert. Wurde der Steuerkontroller gedreht und so auf eine Stufe eingestellt, wurde der zur eingestellten Stufe passende Kontakt geschlos-sen.
Damit wurde der elektrisch angetriebene Motor des
Stufen-schalters
gestartet und schaltete die Stufen hoch. Dabei wurde immer eine
Fahrstufe pro Sekunde geschaltet. Sobald der Stufenschalter die am Steuerkontroller eingestellte Stufe erreicht hatte, musste der Kontakt wieder unterbrochen werden. Das erfolgte über eine vom Stufenschalter ange-triebene Welle.
Diese Welle wurde gleichzeitig auch zur Anzeige, der eingestellten
Fahrstufe genutzt. Wegen dieser mechanischen Kopplung des
Schaltbefehls am
Stufenschalter,
konnte die
Lokomotive nicht mit einer
Vielfachsteuerung ausgerüstet werden.
Vom
Steuerkontroller
kam hingegen der Befehl für den Fahr- und Bremsbetrieb. Im Notfall konnte
der Wendeschalter mit einem langen Schlüssel auch von Hand umgestellt
werden. Was jedoch sehr viel Kraft erforderte. Die Welle vom Stufenschalter konnte jedoch genutzt werden, wenn der Motor des Stufenwählers einen Defekt hatte. Dazu musste der Stufenschalter auf Handbetrieb umgestellt und im Führerstand ein zusätzliches Handrad montiert werden.
Damit wurde nun die Welle der Rückmeldung dazu genutzt den
Stufenschalter
zu bewegen. Dabei musste nun aber mit dem
Handrad
eine ganze Drehung für eine
Fahrstufe vorgenommen werden. Der Handbetrieb war sogar im Sitzen möglich. Die Baureihe Ae 6/6 blieb die einzige Lokomotive der Schweizerischen Bundesbahnen SBB mit einigermassen bequemer Handbetätigung des Stufenschalters.
Die Umstellung von Fahren auf
Bremsen
erfolgte wei-terhin mit dem
Steuerkontroller,
dabei wurde die Kur-bel immer in der gleichen Richtung gedreht. Im
Uhr-zeigersinn wurde sowohl die
elektrische
Bremse als auch die
Zugkraft
zugeschaltet.
Unterschiedlich gelöst wurde die Ansteuerung der
Lokpfeife.
Bei den beiden
Prototypen
wurde dazu eine mechanische Lösung über ein Gestänge gewählt. Für die
Lokomotiven der Serie wurde jedoch eine elektrische
Ansteuerung der
Pfeife
verwendet. In beiden Fällen wurde jedoch nur ein
Ventil
mehr oder weniger geöffnet. Die Pfeife selber war auf dem Dach montiert
worden und wurde mit
Druckluft
betrieben.
Die Anzeigen für die
Fahrstufen, aber auch die Rückmeldungen der Wendeschalter
wurden elektrisch beleuchtet. Das galt auch für die im
Führerstand
montierten Manometer und die elektrischen Anzeigen. Diese Anzeigen waren
von hinten beleuchtet, so dass sie in der Nacht und bei Dunkelheit erhellt
wurden. Wobei einige Anzeigen nur zur Verfügung standen, wenn die
Dienstbeleuchtung
der
Lokomotive eingeschaltet war.
Während die unteren Lampen knapp über dem Umlaufblech, das auf dem
Bodenrahmen des Kastens montiert wurde, angeordnet wurden, war die
Position oben nahezu beim Dach. Es kamen jedoch bei den
Lokomotiven dieser Baureihe unterschiedlich
ausgeführte Lampen zur Anwendung. Bei den ersten 26 Lokomotiven wurden für die Beleuchtung Lampen mit einem klaren Glas verwendet. Dabei waren die unteren Lampen so ausgeführt worden, dass farbige Scheiben aufgesteckt werden konnten.
Da das oben jedoch nicht ging, wurde dort eine zweite mit einem
Sonnendach versehene rote Lampe mit geschliffenem Glas montiert. Somit
hatten diese
Lokomotiven vier Lampen erhalten, die mit
herkömmlichen Glühbirnen erhellt wurden. Die einzelnen Lampen dieser Lokomotiven wurden mit einem einfachen Kipp-schalter verwirklicht. So konnte jede einzeln ein- oder ausgeschaltet werden. Für die obere Position war ein zweiter Schalter vorhanden, der die rote Lampe für das Signal der Fahrberechtigung schaltete, vorhanden.
Über einen Lichtleiter konnte vom
Führerraum
aus kontrolliert werden, ob diese Lampe brannte. Die anderen konnten
jedoch nur von aussen auf das korrekte Bild kontrolliert werden. Bei den restlichen Lokomotiven kamen jedoch neue kombinierte Lampen zum Einbau. Diese besassen im inneren ein rotes Glas und zwei hintereinander montierte Glühbirnen.
Dabei waren hier bei der Wahl der Glühbirnen spezielle
Vorschriften vorhanden, denn die vordere Glühbirne musste einen klaren
Glaskörper besitzen. Bei der hinteren Birne konnten die herkömmlichen
Glühbirnen verwendet werden.
Diese Lampen wurden jedoch über einen Drehschalter angesteuert.
Stand dieser Schalter waagerecht, waren die Lampen dunkel. In der
senkrechten Position gab ein weisser Strich an, welche Lampe leuchtete.
Oben war die weisse
Beleuchtung
mit einem weissen Punkt gekennzeichnet worden. Unten war hingegen ein
roter Punkt für die rote Lampe vorhanden. In diesem Fall schien das Licht
durch die vordere Glühbirne.
Zur Kontrolle des Lokführers war eine
Sicherheitssteuerung
der Marke Asega vorhanden. Diese arbeitete mechanisch und wurde von einer
Welle an einem
Achslager
angetrieben. Daher musste, wollte man die
Lokomotive schleppen, die Sicherheitssteuerung
mit einem mechanischen Hebel ausschalten. Ansonsten lief die Einrichtung
ab, was bei der späteren Inbetriebnahme zu Problemen führen konnte, weil
die Einrichtung angesprochen hatte.
Die
Sicherheitssteuerung
arbeitete dabei mit einem
Schnellgang,
der nach 50 Metern eine
Warnung
in akustischer Form auslöste. Reagierte der Lokführer nicht, wurde nach
weiteren 50 Metern der
Hauptschalter
der
Lokomotive ausgeschaltet und eine
Zwangsbremsung
eingeleitet. War die Steuerung der Maschine nicht aktiv, erfolgte keine
Zwangsbremsung, so dass diese erst bemerkt wurde, wenn man die Lokomotive
einschaltete.
Als
Wachsamkeitskontrolle
war ein
Langsamgang
vorhanden. Dieser war aktiv, wenn das
Pedal
gedrückt war. Wurde während einer Distanz von 1 600 Metern keine Schaltung
am
Steuerkontroller
oder keine Bedienung der
Bremsen
vorgenommen, gab es eine akustische
Warnung.
Reagierte der Lokführer auf den weiteren 200 Metern nicht, wurde eine
Zwangsbremsung
ausgelöst und der
Hauptschalter
der
Lokomotive ausgeschaltet.
Das heisst, die
Lokomotive konnte von den Signalen die Meldung Frei
und
Warnung
empfangen. Eine
Haltauswertung
war bei den Lokomotiven der Baureihe Ae 6/6 jedoch nicht vorhanden. Passierte ein Zug ein „Warnung“ zeigendes Signal, wurde die Zugsicherung aktiviert, und eine akustische und optische Meldung ausgegeben. Gleichzeitig wurde aber auch der Schnellgang aktiviert. So hatte der Lokführer 50 Meter Zeit, die Meldung zu quittieren.
Tat er das nicht, wurde nach diesen 50 Metern eine
Zwangsbremsung
ausgelöst und der
Hauptschalter
schaltete die
Lokomotive aus. Eine Rückstellung war jedoch jeder
Zeit mit dem
Quittierschalter
möglich.
Damit haben wir die Steuerung der
Lokomotive beinahe kennen gelernt. Es gab auf der
Maschine keine
Vielfachsteuerung, daher mussten auch die dort
erforderlichen Einrichtungen, wie ein
Schleuderschutz,
eingebaut werden. Das hatte aber zur Folge, dass
damit die Überwachung der
Höchstgeschwindigkeit
nicht möglich war. Daher war diese Einrichtung auf den Lokomotiven der
Baureihe Ae 6/6 schlicht nicht vorhanden.
Es bleiben nur noch die von der Geschwindigkeit abhängigen
Schaltungen der
Lokomotive. Diese wurden von der Steuerung geschaltet.
Die massgebende Geschwindigkeit wurde dabei mit Kontakten im
Geschwindigkeitsmesser
des
Führerstandes
2 geschaltet. Da dieser die Kurzwegaufzeichnung mit
Farbscheibe
hatte, war der dazu erforderlich Platz vorhanden. Im Führerstand 1 wurde
die Registrierung eingerichtet.
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