Der Wagenkasten |
|||||||||||
Navigation durch das Thema | |||||||||||
Bevor wir uns dem Aufbau der Wagenkasten zuwenden, müssen wir uns
zuerst mit der Formation auseinandersetzen. Von den
Triebzügen
gab es drei verschiedene Varianten und dabei waren diese noch so verändert
worden, dass die Auswirkungen am Kasten gut zu erkennen waren. Im
technischen Bereich waren die Abweichungen jedoch nicht so gross, wie man
meinen könnte. Doch nun zu den Formationen der Triebzüge.
Dabei wurde der Zug auch auf diese Weise durchnum-meriert. Einfach
gesagt, der
Führerstand
eins wurde im ADt angenommen. Wir haben daher eine im Zug gültige Richtung
und die galt auch für die anderen beiden Va-rianten. Wenn wir nun zum RABe 502 kommen, dann wurde bei den langen Zügen die gleiche Anzahl Wagen eingereiht. Die Reihenfolge der einzelnen Fahrzeuge änderte sich jedoch auf At + A + A + B + B + B + B + Bt.
Wir erkennen sofort, dass bei diesen Zügen der kom-binierte
Speisewagen
durch einen Wagen in der zweiten
Wagenklasse
ersetzt wurde. An der Spitze fehlte zudem das
Gepäckabteil.
So dass sich die Anzahl der Sitzplätze erhöhte.
Sonderlinge waren die als IR 100 geführten RABe 502. Auf Grund der
kurzen Bauweise wurden die Anzahl Fahrzeuge auf vier verringert. Gegenüber
der Variante IR 200 wurden einfach einige A und B Wagen ausgereiht. Die
Formation wurde deshalb mit At + B + B + Bt angegeben. Wenn wir nun in die
Details gehen würden, gab es jedoch Abweichungen. Diese wirkten sich auf
die Anzahl der Sitzplätze aus und dazu kommen wir später.
Natürlich können wir nicht den ganzen Zug betrachten. Das würde
unübersichtlich und auch Wiederholungen gäbe es. Die Wagenkasten wurden
bei allen Fahrzeugen auf die gleiche Weise aufgebaut. Abweichungen gab es
nur bei der Anordnung der Fenster und Türen. Genauer ansehen müssen wir
uns eigentlich nur zwei Fahrzeuge, denn es gab Zwischenwagen und zwei
Steuerwagen.
Nur bei diesen wurde auch ein
Führerstand
vorgesehen.
Die Einhaltung der
Streckenklasse
C2 konnte daher eingehalten werden. Jedoch musste beim Aufbau Gewicht
gespart werden und das erfolgte hier mit der Wahl des Metalls. Für den Aufbau des Rohwagenkastens wurden Strangpressprofile aus Aluminium verwendet. Diese hatten bei geringem Gewicht eine hohe Festigkeit und waren daher ideal geeignet.
Mit Hilfe der elektrischen
Schweisstechnik
wurden aus den Profilen und weiteren Bauteilen ein selbst-tragender Kasten
erschaffen. Erstellt wurde er je-doch aus wenigen vorgefertigten
Baugruppen, die dann je nach Wagen verschweisst wurden. Als unterstes Bauteil wurde der Boden genommen. Bei dieser Art von Wagen lag dieser zwischen den beiden Drehgestellen und dabei ausgesprochen knapp über der Oberkante der Schiene.
Nur so reichte der Platz für zwei Stockwerke. Diese wurden mit
einem Zwischenboden getrennt und dieser lief, wie das Dach, über die ganze
Länge des Fahrzeuges. Abweichungen davon gab es nur im Bereich der
Führerstände
und wo vorhanden beim
Gepäckabteil.
Auf der Höhe gehalten wurden der Zwischenboden und das Dach mit
den beiden Seitenwänden. Diese waren mit den anderen Bauteilen
verschweisst worden und hier gab es Unterschiede. Diese betrafen jedoch
nur die Anzahl und die Position der für die Türen und Fenster benötigten
Öffnungen. Bei den Seitenfenstern gab es je nach Wagen unterschiedliche
Breiten. Damit haben wird jedoch die Breite und diese betrug 2 800 mm.
Diese besassen, wie auch die Seitenwände des Wagens an
verschiedenen Stellen unterschiedlich grosse
Lüftungs-gitter.
Diese waren als
Düsenlüftungsgitter
ausgelegt wor-den und konnten dank den eingebauten
Filtermatten
die angezogene Luft von Schmutz befreien.
Damit das ganze Gebilde auch noch stabil wurde, waren bei jedem
Wagen die beiden Stirnwände vorhanden. Dieser Aufbau galt für die
zahlreichen Mittelwagen. Bei den Endfahrzeugen wurde jedoch ein
Führerstand
benötigt. Dieser wirkte auf den Kasten so einschränkend, dass die Struktur
vom Aufbau des Wagenkastens im Bereich der vordersten
Triebachse
beendet wurde. Davor erfolgte schliesslich der Aufbau des
Führerhauses.
Der so aufgebaute
Rohwagenkasten
war in der Lage die von den Normen bei Wagen verlangten Zug- und
Stosskräfte
von 1000 kN ohne einen Schaden zu erleiden, aufzunehmen. Dazu wurden die
Fälle am Computer durchgespielt und dann an den Wagenkasten überprüft.
Diese Methode war auch in anderen Bereichen gängig und verhinderte, das
gerade so grosse Teile, wie ein Wagenkasten neu erstellt werden mussten.
Diese Verkleidungen erlaubten gerundete Formen und bei leichten
Kollisionen konnten sie leicht ersetzt werden. Die geschwungenen und
runden Kanten verringerten zudem der Lärm vom Fahrtwind. Die Frontpartie wurde nicht bis ganz nach aussen geführt. Es waren Abschrägungen in der Form von gerundeten Flächen vorhanden. Da die Frontwand zudem in einem weiten Bogen nach hinten abgelegt wurde, entstand eine windschnittige Front.
Bei einem schnellen für 200 km/h ausgelegten
Triebzug
ist das wichtig. Zumal wegen dem Aufbau als
Doppelstock-wagen
eine sehr hohe Wand entstanden wäre. Auch so, war die
Front
sehr hoch. In der Frontpartie war das grosse Frontfenster eingebaut worden. Dieses bestand aus dem üblichen Sicherheitsglas, das auch einen Vogelschlag aushalten konnte, wenn mit der Höchstgeschwindigkeit gefahren wurde.
Damit auch in der kalten Jahreszeit die Festigkeit gewähr-leistet
war, konnte die Scheibe mit einer elektrischen
Heizung
erwärmt werden. Diese
Scheibenheizung
konnte auch zur Befreiung von Frost genutzt werden.
Auch eine Reinigung der
Frontscheibe
war vorhanden. Dazu war am unteren Rand ein
Scheibenwischer
montiert worden. Dieser reinigte die komplette Scheibe von sich darauf
befindlichem Wasser. Um hartnäckige Verschmutzungen entfernen zu können,
war noch eine
Scheibenwaschanlage
vorhanden. Das Wischwasser wurde im Bereich des Wischerblattes auf die
Scheibe gesprüht. So konnte die Anlage sehr effizient arbeiten.
In der sonst von abstehenden Teilen befreiten
Front,
war im Bereich beim Übergang zum Dach die Antenne für die Funkverbindung
aufgebaut worden. Damit auch von dieser im Fahrtwind kein unnötiger Lärm
erzeugt wurde, war sie windschnittig aufgebaut worden. Es entstand so eine
glatte Front, die nur geringe Verwirbelungen erzeugte. Wichtig war das
deswegen, weil sich die
Stromabnehmer
unmittelbar hinter der Front befanden.
Um diese Normen einhalten zu können, wurden hinter der
Front
spezielle Absorber montiert. Diese sorgten dafür, dass der
Führerstand crashoptimiert aufgebaut
worden ist. Es waren zwei Ebenen vorhanden. Die unteren Crash-absorber waren für beschränkte Kollisionen mit Fahr-zeugen vorgesehen, die über die Stossvorrichtungen der UIC verfügten. Diese Absorber waren zudem mit einem Kletterschutz versehen worden.
Es sollte so verhindert werden, dass die
Puffer
in den
Führerstand gelangen konnten.
Es versteht sich natürlich, dass diese nur bis zu einer bestimmten
Geschwindigkeit ausreichten. Zusätzlich war über den Absorbern eine weitere Reihe eingebaut worden. Diese war eigentlich die Neuerung. Diese Crashabsorber wurden wirksam, wenn der Triebzug mit einem schweren Strassenfahrzeug kollidierte.
Gerade die Aufbauten von LKW war für die normalen Absorber zu hoch
und daher wurden für diesen Schutz eine zweite Reihe erforderlich. Auch
hier kann gesagt werden, dass nicht alle erdenklichen Vorfälle
berücksichtigt werden konnten.
Um den Aufbau des
Führerstandes abzuschliessen, müssen
wir uns noch die beiden Seitenwände der Kabine ansehen. Diese waren
identisch aufgebaut worden, denn es war kein direkter Einstieg für das
Lokomotivpersonal
vorhanden. Wie bei
Triebzügen
oft der Fall musste dazu der Einstieg der Reisenden mitbenutzt werden. Bei
der Baureihe RABDe 502 stand auf der Seite mit dem
Gepäckabteil
kein Einstieg zur Verfügung, daher konnte das Tor benutzt werden.
Das war notwendig, da sich hinter dem
Führerstand ein technischer Bereich
befand. Sicherlich keine optimale Lösung, die aber auch bei anderen
Baureihen mit ähnlichem Aufbau immer wieder angewendet worden. Da der Lokführer von seinem Arbeitsplatz aus keine Möglichkeit hatte, den Zug nach hinten zu überblicken, wurde eine entsprechende Vorrichtung vorgesehen.
Zu den in der Schweiz üblichen
Rückspiegel
konnte jedoch nicht gegriffen werden. Da der
Triebzug
für die
Zulassung
in Deutschland vorbereitet wurde. Dort waren Rückspiegel schlicht verboten
und daher wurden als
Rücksehhilfe
auf beiden Seiten Kameras montiert. Unter dem Führerstand wurde zum Schutz für das Fahrwerk ein Bahnräumer montiert. Dieser war wegen der weit nach unten gezogenen Front jedoch nur schmal und kaum zu erkennen. Damit bleibt vom Kasten noch das Dach.
Auch wenn dieses offiziell benannt wurde, die Seitenwände gingen
im oberen Bereich schlicht nahtlos in das Dach über. Das Dachwasser konnte
so an den Wänden abfliessen. Nur im Bereich der Türen gab es Regenrinnen. Damit haben wir die Wagenkasten jedoch fertig aufgebaut und können den Triebzug formieren. Die einzelnen Kasten wurden nach der zu Beginn benannten Weise eingereiht.
Welcher Wagen es nun genau war, werden wir später noch ansehen.
Zum jetzigen Zeitpunkt ist eigentlich nur wichtig, dass zum Abschluss des
Triebzuges
immer ein
Steuerwagen
benötigt wurde. Auf einer Seite war das ein At oder ein ADt, gegenüber
jedoch immer ein Bt.
Zwischen jedem Wagen wurde dazu eine
Kurzkupplung
vorgesehen. Diese war für die Aufnahmen der Zug- und
Stosskräfte
ausgelegt worden. Betrieblich war der Zug daher ein Fahrzeug. Da aber so
lange Züge im Unterhalt schwer zu behandeln sind, konnten diese
Kupplungen
in der Werkstatt mit wenig Aufwand gelöst werden. So konnte jeder Wagen
einzelnen behandelt werden. Eine Lösung, die bei
Triebzügen
durchaus selten war.
Wichtig war jedoch der Aufbau des geschlossenen
Faltenbalges,
denn dieser war druck-dicht ausgeführt worden. Eine Massnahme, die aber
bei modernen
Triebzügen
üblich war und das galt auch für den Faltenbalg, der wirklich keine
Besonderheit mehr war. Damit haben wir den Triebzug formiert und können die Länge bestimmen. Dabei war hier speziell, dass diese nicht über Puffer, oder über die automatische Kupplung bestimmt wurde.
Letztere war mit einer Bugklappe abgedeckt worden und daher müssen
wir die Länge mit dieser bestimmen. Das führte zu einer besonderen
Situation, die wir erfahren werden, wenn wir uns die Länge der grösseren
Triebzüge
ansehen. Bei diesen wurde die Länge mit 200 600 mm angegeben. Damit wurde bei zwei Zügen die verlangte maximale Länge von 400 Meter überschritten. Da nun aber die Bugklappen geöffnet waren und die automatischen Kupplungen benutzt wurden, rückten die Züge näher zusammen.
Damit war deren Länge wieder in den verlangten Distanzen und das
wird speziell, wenn wir uns nun die kurzen Einheiten ansehen, denn diese
waren mit 101 000 mm im Verhältnis länger. Die 400 mm mehr Länge rührten daher, dass die Wagen mit einem Faltenbalg eine Länge von 24 900 mm hatten. Die 100 mm weniger als 25 Meter wirkten sich bei acht Wagen mehr aus, als das bei lediglich vier Wagen der Fall war.
In der Folge waren die IR 100 im Verhältnis etwas länger geworden.
Bei vier Einheiten, wäre der Zug daher gleich lange. Das war jedoch wegen
der verbauten
Vielfachsteuerung
schlicht nicht möglich.
Betrieblich war vorgesehen worden, dass diese als
Verstärkungsmodul an einen langen
Triebzug
gekuppelt wurden. So wurde eine Länge um 300 Meter erreicht, was kein
Problem darstellte. Wurde mehr Platz benötigt, kuppelte man zwei lange
Züge. Um diese zu verbinden, mussten aber die Bugklappen geöffnet werden
und das konnte auch während der Fahrt erfolgen. Dabei musste jedoch
langsamer als 40 km/h gefahren werden.
Geöffnet wurde die Bugklappe mit der Hilfe von
Druckluft.
Diese konnte jedoch ausfallen und daher konnte die Klappe auch manuell
geöffnet werden. Im absoluten Notfall war sogar eine mechanische
Entriegelung vorhanden. Diese war wichtig, wenn ein defekter
Triebzug
abgeschleppt werden musste, denn in dem Fall musste die
Kupplung
zwingend zugänglich sein, denn nur so konnte das Hilfstriebfahrzeug
gekuppelt werden.
Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass es auch zu Kollisionen
mit einem anderen Fahrzeug, das ebenfalls eine
automatische Kupplung
besass kam, wurden auch die
Kupplungen
in die Crashnormen integriert. In dem Fall wurde ein bei der automatischen
Kupplung vorhandenes
Zerstörungsglied
aktiviert. Dieses baute die Kräfte ab und musste nachher ersetzt werden.
Eine Lösung, die auch bei anderen automatischen Kupplungen vorhanden war.
Gelöst wurde die
automatische Kupplung
mit elektrischen Signalen. Funktionierte das nicht mehr, konnte die
Verbindung
auch manuell gelöst werden. Bei Störungen konnte der
Triebzug
mit Hilfe der automatischen Kupplung abgeschleppt werden. Jedoch konnte es
sein, dass dazu ein Hilfstriebfahrzeug benutzt wurde, das mit den Zug- und
Stossvorrichtungen
nach den Normen der
UIC
versehen wurde. Deshalb war im Zug eine
Hilfskupplung
vorhanden.
Diese auf dem Fahrzeug mitgeführte
Hilfskupplung
wurde im
Zughaken
des benutzen Hilfstriebfahrzeuges eingehängt und dann mit der
automatischen Kupplung
des Zuges verbunden. Wegen dem Aufbau waren nun aber Beschränkungen
vorhanden. Maximal war eine
Zugkraft
von 300 kN vorhanden und es durfte maximal mit 100 km/h gefahren werden.
Wirkten auf die Hilfskupplung
Stosskräfte,
war nur noch eine Fahrt mit 30 km/h zugelassen.
Ob mit
Hilfslokomotive,
oder aus eigener Kraft, die so aufgebauten Wagenkasten konnten noch nicht
als Fahrzeug bezeichnet werden. Dazu mussten sie auf den
Fahrwerk
abgestellt werden. Diese werden wir uns nun ansehen und dazu kommen wir zu
einem neuen Kapitel und gerade des Fahrwerk mit den
Antrieben
war hier wichtig, weil mit den
Triebzügen
die
Kurven
schneller befahren werden sollten und das erlaubten die
Laufwerke.
|
|||||||||||
Letzte |
Navigation durch das Thema |
Nächste | |||||||||
Home | SBB - Lokomotiven | BLS - Lokomotiven | Kontakt | ||||||||
Copyright 2023 by Bruno Lämmli Lupfig: Alle Rechte vorbehalten |