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Der Basistunnel |
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Wenn wir nun den Basistunnel ansehen, dann müssen wir zuerst diese Basis
klären. Der Begriff wird an vielen Orten verwendet und hat dabei eine ganz
andere Funktion, aber alles schön der Reihe nach. Bergsteiger in den hohen
Zonen in Nepal kennen den Begriff Basislager und meinen damit das
Lager
am Beginn der
Tour
auf diese hohen Berge. Diesem Grundlager folgen dann noch mehrere andere
Lager, die sogar Nummern bekamen.
Wir
kommen damit der Lösung auf die Spur, denn beim Basistunnel handelt es um
einen Tunnel am Fusse des Berges. Steile Anstiege fehlen ebenso, wie lange
Zufahrten, denn diese Tunnel sind immer eine Ergänzung. Es gibt zahlreiche Tunnel, die weder eine Rampe besitzen, noch über Zufahrten verfügen und sich am Fuss des Berges befinden. Kein Mensch käme da-rauf, diese auch nur ansetzweise als Basistunnel zu bezeichnen. Es
gibt diesen nur, wenn wir auch einen Scheitel-tunnel haben. Die anderen
sind einfache Tunnel, die nicht speziell angefahren werden müssen. Wir
sollten uns einen davon ansehen und es geht zur RhB. Es scheint fast, dass wir immer die Rhätische Bahn RhB aufsuchen, wenn wir eine spezielle Situation haben. Ich hätte durchaus auch einen anderen Tunnel nehmen können. Hier ist jedoch wichtig, dass er über alle Merkmale eines Basistunnels verfügt und nicht so bezeichnet wird. Jedoch wird er immer mit diesen verglichen und das wollen wir auch machen. Wir müssen nicht immer einen eigenen Weg gehen, wenn schon einer vorhanden ist.
Der Vereinatunnel:
Kaum jemand ausserhalb des Kantons kannte die Vereina vor dem Tunnel. Ein
Pass der den nördlichen Teil mit den unteren Engadin verbindet. Als die
Bahnen in Graubünden gebaut wurden, wählte man für den Weg ins Engadin den
Weg über den Pass Albula. Damit kam man weit oben in das Hochtal und eine
weitere
Bahnlinie
führte durch diese bekannte Region mit dem Kurort St. Moritz.
Lange Zeit ging man davon aus, dass das Problem generell gelöst werden
könnte. Beim Bau der NEAT und dabei bei der Lösung mit der neuen Strecke
durch den Pass am Splügen, hätte das Engadin auch von di-rekten Zügen nach
Zürich profitiert. Mit dem Entscheid, dass die Splügenbahn nicht gebaut werden soll, musste eine andere Lösung her und so entstand der Vereinatunnel. Auf der nördlichen Seite beginnt dieser bei Selfranga und erreicht nach rund 19 000 Meter das südliche Ende bei Sagliains.
Wegen dem Gelände im Engadin mussten dort zwei Ausgänge gebaut werden.
Daher wurde die Länge mit 19 036 und 19 042 Metern angegeben. Wobei
Richtung Susch der Name ändert. Da es nun keinen anderen grossen Durchstich mit die-sem Namen gab, wurde der Vereinatunnel nicht als Basistunnel angesehen. Auch wenn es ein modernes Bauwerk ist, es ist nicht die Bauzeit, die dafür verantwortlich ist, denn es muss immer einen anderen höher gelegenen Tunnel mit diesem Namen geben. Wir werden das später noch ansehen, denn wir haben einen Basistunnel, der gar nicht in die Gruppe passt, aber korrekt benannt wurde.
Der Zimmerbergtunnel:
Der Zimmerbergtunnel zwischen Zürich und Thalwil wird oft als Basistunnel
bezeichnet. Dabei folgt der dem Hang und er hat auch eine relativ geringe
Überdeckung. Hinzu kommt, dass der gleichnamige Scheiteltunnel an einer
ganz anderen Stelle zu finden ist. Der Grund für diese Sache ist, dass er
zumindest als dieser Artikel entstand, noch nicht fertig gebaut worden
war.
Weichen
sind keine verbaut worden und nur der Lok-führer kann erkennen, dass eine
Fortsetzung geplant war. Im Rahmen der hohen Kosten für
Bahn + Bus 2000
wurde dieser Teil nicht gebaut. Das eigentlich Ziel be-fand sich im Raum
Baar. Wenn diese Fortsetzung gebaut wird, haben wir den echten Basistunnel. Wenn wir die aktuellen Planungen ansehen, dann kann man sich fragen, ob man das Bauwerk als so etwas simples wie einen Basistunnel bezeichnen darf.
So
soll neben dem Endausbau auch ein weiterer An-schluss Richtung Chur
erfolgen. Die Züge würden so den Knoten Thalwil meiden. Damit gäbe es hier
nicht weni-ger als vier Ausgänge, was viel ist. Mit dem Zimmerbergtunnel haben wir eigentlich das grosse Problem von neuen Tunnel gefunden. Man will dem Bauwerk alle erdenklichen Anschlüsse hinzufügen und diese erhöhen die Kosten deutlich.
Wobei gerade hier der geplante Anschluss wirklich sinn-voll ist, denn
Thalwil ist stark ausgelastet und der
Fernverkehr fährt nur durch in den Tunnel. Wenn er das eher macht,
braucht es eigentlich den heutigen Anschluss nicht mehr.
Wenn wir nun die richtigen und angeblich fertigen Basistunnel ansehen,
dann werden wir ein Exemplar finden, bei dem der Endausbau nicht gemacht
wurde und eines, bei dem ein Anschluss vorgesehen wurde, der vermutlich
nie umgesetzt werden wird, weil das kaum zu finanzieren ist. Doch auch
hier soll uns eine Tabelle helfen und die stammt vom Scheiteltunnel, denn
wir wissen ja, es muss diesen geben, damit es einen Basistunnel gibt. |
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Name |
Beginn |
Ende |
Länge |
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Albula |
Kein Basistunnel vorhanden, da Vereina gebaut wurde |
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Monte Ceneri |
Camorino |
Vezia |
15,4 km |
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| Furka |
Realp |
Oberwald |
15 442 m |
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Gotthard |
Erstfeld |
Bodio |
57
km |
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| Lötschberg |
Frutigen |
Visp |
34,6 km |
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Hauenstein |
Tecknau |
Olten |
8 134 m |
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Sie
sehen, bei den Basistunnel gibt es wirklich die Längen, die einem viel
Angst bereiten können. 57 Kilometer und das ist auch nur ein grober Wert,
denn es ist leicht mehr. Erinnern sich noch an den Tunnel Moutier III am
anderen Ende der Liste? Dieser hätte in dem gigantischen Bauwerk 8 143 mal
Platz. Wir werden alle kurz ansehen müssen, denn jeder Basistunnel hat
eine eigene Geschichte und ich werte dabei keinen.
Die beiden Portale im Bereich Camorino erlauben erstmal direkte Züge zwischen den Ferienorten Lugano und Locar-no.
Zudem kann die
Fahrzeit zwischen Zürich und Mailand verringert werden. Damit haben
die Banken hier einen grossen Einfluss gehabt. Die beiden Röhren des Basistunnels haben unterschiedliche Längen und bei Vezia ein gemeinsames Portal. Dabei wird für die östliche Röhre eine Länge von 15 452 Meter ange-geben.
Auf
der westlichen Seite wurde jedoch nur eine Länge von 15 289 Meter
erreicht. Ursprünglich war in diesem Bereich wegen der verhältnismässig
kurzen Länge eine doppelspurige Lösung vorgesehen. Diese wurde aber noch
vor Baubeginn aufgegeben.
Bei
allen Basistunnel zeichnet sich der Monte Ceneri dadurch aus, dass er über
Neigungen bis zu 12 ‰ verfügt. Nötig wurden diese international eher hohen
Werte wegen dem Höhenunterschied zwischen der Ebene bei Magadino und dem
Bereich vor Lugano. Maximal können die Züge im Tunnel mit bis zu 250 km/h
schnell fahren, was den höchsten Wert in der Schweiz darstellt und ein
Merkmal der Basislinie NEAT Gotthard ist.
Die
bereits schon einmal vorgestellte Strecke über Rivera-Bironico und durch
die nun als Scheiteltunnel geführten oberen Tunnel ist immer noch in
Betrieb, denn sie wird benötigt und das Gewerbegebiet im Valle Veddegio
anzuschliessen. So gesehen kann der Nutzen bezweifelt werden, da nun aber
auch mehr Verkehr nach Chiasso erwartet werden kann, zeigt erst der
Betrieb, wie sich dieser Basistunnel langfristig rechnet.
Es
ist auch der einzige Basistunnel, der über einen Auto-verlad verfügt und
seine Geschichte ist, wie der Bau mit vielen Problemen behaftet, denn der
Verkehr war dazu schlicht zu gering. So wurde er auch als einziger nur mit
einem
Gleis versehen. Das Problem bei der Furka war die Bergstrecke. Diese konnte nicht während dem ganzen Jahr befahren werden. Wegen den vielen Lawinen war dies schlicht zu gefährlich. Wir erinnern uns, dass hier selbst eine Brücke abgebaut werden musste.
Es
war ein Ärgernis, das immer wieder für viel politischen Zündstoff sorgte
und auch der Bau war immer wieder ein Thema, denn es sind Bauwerke, die
sehr viel Geld kosten.
Es wurde nicht alleine der Basistunnel Furka
gebaut. Auch ein als Bedrettofenster bezeichneter Zugang in den Kanton
Tessin wurde gebaut. Dieser Stollen hatte bisher kaum einen Nutzen und
wurde im Jahre 2023 wieder zum Thema, als der Ausbau für den Bahnbetrieb
vorgeschlagen wurde. Es sollte also nie so richtig ruhig um diesen
Basistunnel werden, der alleine die ganzjährige
Verbindung
ins Wallis erlaubt.
Von
der
Bahngesellschaft
wurde mit den Basistunnel die
Bergstrecke
aufgegeben. Ein Verein gründete sich, der diese Strecke der Nachwelt
erhalten wollte. Nach grossen Anstrengungen gelang das vorhaben und nun
sind auf der alten Strecke der Furka wieder Dampflokomotiven im Einsatz.
Jeweils in den Monaten im Sommer kann die gute alte Zeit an der Furka
geschnuppert werden. Erinnerungen an die Tage, wo Gletsch noch einen
Gletscher hatte.
Alleine die Überdeckung von über zwei Kilometer ist ein Rekord. Diese hat
zur Folge, dass in diesem Tunnel erstmals das Thema mit der Wärme im
Tun-nel aufgegriffen wurde. Er musste gekühlt werden und das ist speziell. Die Planung sah vor, dass dies durch die Züge er-folgt. Diese würden die warme Luft vor sich her aus dem Tunnel stossen. Durch den Unterdruck folgt kühlere Luft nach. Damit sollten die Werte von über 45°C auf einen erträglicheren Wert von 36°C verringert werden.
Jedoch zeigte der Betrieb, dass mit dieser Mass-nahme die
Kühlung
der im
Güterverkehr
einge-setzten
Lokomotiven
wegen den benötigten hohen
Zugkräfte
nicht ausreichte. An heissen Tagen im Sommer gab es mit diesen Probleme und daher wird der Tunnel in diesen Zeiten künstlich gekühlt.
Durch die für den Notfall geplante
Lüftung wird
kühlere Luft aus dem Alpenraum in den Basistunnel geleitet. Damit ist es
der erste Tunnel der künstlich gekühlt werden muss und das ist sicherlich
auch ein Punkt, der den Betrieb ausgesprochen teuer machte. Mit
zweifelhaften Massnahmen wurden die Züge in den Tunnel gelenkt.
Wegen seiner sehr grossen Länge von 57 Kilometer, wurde auch die
Sicherheit in Tunnel neu überdacht. Der Basistunnel verfügt über zwei
Nothaltestellen und eine Automatik. Verringert ein Zug im Tunnel ungewollt
die Geschwindigkeit unter einen bestimmten Wert, wechselt dieser in den
Ereignisbetrieb. Nach einer kurzen Zeit wird automatisch der Alarm für die
Rettungskräfte eingeleitet. Die Leute sollen nach 45 Minuten aus dem
Tunnel sein.
Bisher war das nur über Lausanne und die
Bergstrecke
möglich. Das waren lange Wege um schnell in die Haupt-stadt Bern zu
reisen. Daher forderte man diesen Basis-tunnel, der letztlich auch gebaut
wurde. Mit einer Länge von 34 577 Meter ist der Tunnel zwar lange, kann sich aber nicht bei den längsten der Welt ein-ordnen. Die maximal erlaubten Geschwindigkeiten liegen bei 250 km/h. Damit
auf dem gleichen Wert, wie das beim Gotthard und beim Monte Ceneri der
Fall ist. Damit gehören die neuen Basistunnel in der Schweiz zu den
schnellsten Strecken. Planmässig wird dieser Wert hier jedoch noch nicht
ge-fahren, da der Bau nicht fertig ist. Nur auf einem Teil ist der Tunnel in beiden Röhren befahr-bar. Das ist auf dem Abschnitt zwischen Ferden und Südportal der Fall.
Auf
dem Abschnitt bis zum
Spurwechsel
Mitholz wurde der Rohbau erstellt. Auf den Weg von dort bis Frutigen ist
nur der Rettungsstollen vorhanden. Aktuell ist der Ausbau von Süd bis
Mitholz in der Diskussion. Der Endausbau ist jedoch immer noch nicht
vorgesehen und somit kann auch nicht mit 250 km/h gefahren werden.
Der
Grund ist, dass dazu durchgehend getrennte Röhren vorhanden sein müssen.
Wegen dem Gegenverkehr kann es zu Problemen kommen. Der Wassereinbruch in
diesem Basistunnel während dem Betrieb zeigte deutlich, dass auch mit
modernen Massnahmen nicht alle Gefahren ausgeschlossen werden können. Der
Basistunnel am Lötschberg ist daher immer noch eine politische Geschichte,
denn nicht alle sehen den Sinn beim Ausbau.
Mit
einer Länge von 8 134 Metern durchquert dieser das Ge-birge des Jura und
er erlaubte den Verzicht auf die alte
Bergstrecke
mit den
starken Gefällen
von bis zu 26 ‰. Der Basistunnel Hauenstein wurde schon sehr früh gebaut und daher kann er nicht mit den anderen vergleichbaren Bauwerken verglichen werden.
Dank dem neuen Basistunnel, der offiziell genau als Hauen-stein-Basis
bezeichnet wird, konnten die Steigungen auf die im Mittelland üblichen
Werte verringert werden und das war für den Verkehr sehr wichtig. Zumal
nun die Werte der Strecke über den Bözberg erreicht wurden. Beim Bau dieses Tunnels kamen die damals üblichen Lösun-gen zur Anwendung. Daher sind keine speziellen Merkmale vorhanden und es handelt sich um ein Bauwerk das es auch an anderen Orten gibt.
Der
viele Jahre befürchtete Rückbau der alten Linie kam jedoch nicht. Sie wird
im bescheidenen
Regionalverkehr
betrieben und kann auch für Umleitungen genutzt werden. Oft ist das bei
Arbeiten im Basistunnel der Fall, die immer wieder nötig sind.
Wir
sind nun mit dem Basistunnel Hauenstein mit den Bauwerken durch, die
Strecke ist so wichtig geworden, dass jeder der vom Hauensteintunnel
spricht eigentlich nicht den oberen Tunnel meint, sondern den Basistunnel.
Es zeigte sich hier, wie wichtig diese für den Betrieb waren und das gilt
natürlich bei allen Basistunnel. Jeder hat seine Probleme und das macht
sie so besonders, dass wir etwas mehr Zeit damit verbrachten.
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