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Mechanischer Teil BFe 4/4 II |
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Wenn wir den Aufbau mit dem Wagenkasten beginnen, dann kann
grundsätzlich gesagt werden, dass hier die
Triebwagen
BFe 4/4 der Schweizerischen
Bundesbahnen SBB und die
Triebzüge
ABFe 4/8 mit
den Nummern 741 bis 743 der BLS-Gruppe
kombiniert wurden. Dabei wurde aber nur der
Führerstand
und damit die
Front
von der
Privatbahn
übernommen. Es war also nicht mehr das kantige Modell der Reihe
BFe 4/4 vorhanden.
Diese wurden mit Hilfe der
Schweisstechnik
unterein-ander und mit den zur Verstärkung benötigten Spanten und Säulen
zu einem tragendenden Element verbunden. Dieser Kasten teilte sich in den
Boden, die Seitenwände, den
Führerstand
und das Dach auf.
Wie bei den
Einheitswagen
wurde der Boden aus mit Längsträgern verstärkten Blechen hergestellt.
Alleine war dieser Teil jedoch nicht in der Lage das Gewicht des
Fahrzeuges zu tragen. Damit das erfolgen konnte, musste der Boden mit den
beiden Seitenwänden verbunden werden. Diese wurden wiederum durch das
verschweisste Dach abgestützt. Erst jetzt konnten die Kräfte von der
Konstruktion aufgenommen werden.
Die beiden Seitenwände des Fahrzeuges wurden durch die Öffnungen
jedoch geschwächt. Daher mussten diese bei den beiden Einstiegen und beim
Tor zum
Gepäckraum
zusätzlich verstärkt werden.
Auf beiden Seiten befanden sich zwischen den
beiden
Einstiegstüren,
die von den
Triebwagen
BFe 4/4 übernommen wurden,
sechs Fenster. Das waren mehr als beim Muster, was eine direkte Folge auf
den Verzicht eines zweiten
Führerstandes
war.
Bevor wir nun den
Kasten abdecken, müssen wir uns dem beiden Abschlüssen zuwenden, denn
diese waren nicht identisch ausgeführt worden. Ich beginne dabei mit dem
Ende zwei, das etwas einfacher war. Am hinteren Ende des Triebwagens wurde ein Abschluss verwendet, wie er bei den damals ge-auten Einheitswagen üblich war. So fand sich in der senkrechten Wand eine Schiebetüre, das Übergangsblech und der Faltenbalg.
Somit konnte das Fahrzeug nur mit dem dazu passenden
Steuerwagen in beide
Fahrrichtungen verkehren, eine Lösung, die es erlaubte eine beliebige
Anzahl Wagen einzureihen. Dazu sollten
Leichtstahlwagen verwendet werden. Auch wenn wir hier die Lösung vermuten wür-den, die bei den ABFe 4/8 der BLS-Gruppe der Fall war, gab es einen deutlichen Unterschied. Denn diese Seite wurde mit den normalen Zug- und Stossvorrichtungen der UIC versehen.
Daher konnten die beiden Fahrzeuge betrieblich getrennt werden. Es
wurde hier daher eine
Vielf-achsteuerung benötigt. Doch mit den
Zugvor-richtungen kommen wir auch zu diesen Bau-teilen. Bei den Zugvorrichtungen des Fahrzeuges gab es Unterschiede. Auf der vorderen Seite wurde nur ein mit Spiralfedern gefederter und quer ver-schiebbarer Zughaken verwendet.
Auch wenn dieser für die Aufnahme der
Schrau-benkupplung nach den Normen der
UIC vorbereitet war, wurde diese
hier nicht montiert. Es war also ein einfacher Haken vorhanden, der jedoch
nach den aktuellen Regeln eingebaut worden war.
Auf der rückwärtigen Seite des Fahrzeuges war die
Schraubenkupplung der
UIC jedoch vorhanden. Hier zeigte sich deutlich, dass der
Triebwagen nicht
für die Mitgaben von zusätzlichen Wagen vorgesehen worden war. Dank dem
vorne vorhandenen Haken konnte der Triebwagen jedoch ohne Probleme in ein
Depot, oder in die
Hauptwerkstätte überstellt werden. Das erfolgte nur in
Schleppfahrt, da dort ja
Wechselstrom vorhanden war.
Hier wurden dazu
Hülsenpuffer verwendet. Diese hatten sich durchgesetzt und sie wurden mit
Hilfe von Schrauben auf dem
Stossbalken befestigt. Jedoch waren die beiden
Puffer einer Seite nicht identisch und das zeigte sich bei den
Puffertellern. Es wurden überall runde Pufferteller verwendet. Jedoch war beim linken Puffer ein flaches und bei rechten ein gewölbtes Modell verbaut worden. Das war eine damals übliche Lösung.
Durch die Einhaltung der Seiten,
war gesichert, dass immer zwei unter-schiedlich
Puffer aufeinander trafen.
Daher können wir feststellen, dass es in diesem Punkt keine Unterschiede
gab. Aber auch die Länge des Fahrzeuges ist nun bekannt und die betrug
22 900 mm. Kommen wir zum Führerstand, dieser befand sich vor dem vorderen Einstieg und er wurde von den Triebwagen ABFe 4/8 der BLS-Gruppe abgeleitet. Es kam also nicht mehr zum kantigen Gesicht der Modelle BFe 4/4, die Pate für diese Baureihe standen.
Möglich wurde dies, weil hier auf einen
vollwertigen
Personenübergang ver-zichtet wurde. Verstärkungswagen waren
daher nicht vorgesehen und so konnte einfacher gebaut werden.
Sehen wir uns die
Front der
Baureihe BFe 4/4 II etwas genauer an. Diese
war abgerundet und nach hinten geneigt aufgebaut worden. Diese Lösung
sollte dem damaligen Zeitgeist entsprechen und das Fahrzeug so auch etwas
besser im Wind stehen. Im oberen Bereich der Front waren dann die in
diesem Fall erforderlichen Fenster vorhanden. Diese wurden durch die
mittige Türe für das
Zugpersonal getrennt und waren gleich aufgebaut
worden.
Ss wurden keine
gebogenen Scheiben benötigt. Ein Merkmal das viele
Trieb-fahrzeuge der
Schweizerischen Bundebahnen SBB besassen und so konnten teil-weise auch die
gleichen Scheiben verbaut werden. Beide Frontfenster konnten mit einem unten montierten Scheibenwischer gerei-nigt werden. Wie das bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB üblich war, wurden diese mit einem pneumatischen Antrieb versehen.
Auch hier
waren daher die üblichen Modelle verbaut worden und es zeigt sich, dass
für die beiden Exoten nicht zu viele spezielle Teile verwendet wurden. Wo
es ging, griff man auf andere
Baureihen zurück. Die Fronttüre war nach dem Muster der BLS-Gruppe aufgebaut worden. Musste diese benutzt werden, konnte unterhalb über dem Stossbalken das gut zu erkenn-ende Übergangsblech abgeklappt werden.
Damit sich das Personal
festhalten konnte, waren aufklappbare Handläufe vor-handen. Eine Lösung die
so bei den
Staatsbahnen der Schweiz nicht üblich war und dem Fahrzeug auch
etwas mehr Eleganz verleihen sollte.
In der Türe, aber auch in der Ecke und in den beiden Seitenwänden des
Führerstandes gab es auch Fenster. Diese bestanden ebenfalls aus
Sicherheitsglas und sie waren mit Ausnahme der Seitenfenster fest
eingebaut worden. Die erwähnten seitlichen Fenster waren als
Senkfenster
ausgeführt worden und konnten daher geöffnet werden. Wegen dem Aufbau
waren sie, wie das in der Schweiz üblich war, mit einem weissen Strich
versehen worden.
Auch das war eine damals übliche Lösung, die auch noch bei
den
Triebwagen
RBe 4/4 angewendet wurde. Hier kann man aber klar
feststellen, dass optisch das Modell der BLS-Gruppe sehr gut zu erkennen
war. Abgedeckt wurde der Kasten mit einem gewölbten Dach. Dieses war wegen den Aufbauten nur an den Rädern zu erkennen, jedoch entsprachen die Bögen und die Bauform den Leichtstahlwagen.
Das war im
Pflichtenheft so erwähnt
worden und die Werte galten auch für die neuen
Einheitswagen. Diese
konnten hier jedoch wegen der vorhandenen
Lüftung im Betrieb nicht
eingereiht werden. Daher der Hinweis zu den
Leichtstahlwagen.
Wie bei elektrischen
Triebfahrzeugen üblich, waren entlang des Daches
Stege verbaut worden. Diese erlaubten dem Personal beim Unterhalt einen
guten Stand. Unter diesem Steg verlief ein Luftkanal, der mit den
seitlichen
Lüftungsgittern mit Luft aus dem Fahrtwind versorgt wurde. Dank
diesem Kanal konnte auf viele Gitter verzichtet werden und es zeigte sich,
dass die elektrische Ausrüstung wirklich einfacher war.
Nachdem wir den Kasten aufgebaut haben, können wir diesen auf das
Laufwerk
stellen. Erst mit diesem wurde aus dem ungewohnt aussehenden Konstrukt ein
Fahrzeug. Die noch nicht betrachtete Disposition werden wir später noch
betrachten. Zuerst kommt das
Fahrwerk und dabei wurden zwei
Drehgestelle
verwendet. Diese waren gleich aufgebaut worden und daher können wir uns
auf die Betrachtung eines davon beschränken.
Im
eingebauten Zustand war daher der
Drehgestell-rahmen nicht mehr zu
erkennen, da er hinter den seitlichen Schürzen lag. Ein Merkmal, das auch
bei den erwähnten Wagen zu erkennen war und zum Zeitgeist gehörte.
In jedem
Drehgestell wurden in einem Abstand von 2 700 mm zwei
Achsen
eingebaut. Die
Achswelle besass dabei die Aufnahmen für die beiden
Vollräder mit einem Durchmesser von 910 mm und die aussen liegenden
Rollenlager mit einer
Schmierung aus
Fett. Diese
Lager hatten sich
durchgesetzt und sie erlaubten einen Einsatz des Fahrzeuges ohne
Nachschmierung bis zu einer anstehenden
Revision. Auch die beiden
Radreifen konnten von den Wagen bezogen werden.
Jede
Achse war mit seitlichen
Schraubenfedern gegenüber dem
Drehgestellrahmen abgefedert worden. Es wurden zur Beruhigung dieser
Federung hydraulische
Dämpfer verwendet. So entstand eine gute Führung der
Achsen und das
Laufwerk war daher auch für die
Zulassung zur
Zugreihe R
geeignet. Diese war hier jedoch wegen der geringen
Höchstgeschwindigkeit
nicht in der Bezeichnung zu erkennen, da das R erst über 110 km/h
aufgeführt wurde.
Dank den Pendeln wurde der Kasten zentriert. Es
entstand so ein Aufbau, der die Vibrationen vom
Laufwerk nicht auf den
Kasten übertrug und so zu einem ruhigen Fahrzeug betrug. Auch für die sekundäre Federung wurden Schrauben-federn verwendet. Diese nahmen die Stösse vom Drehgestell auf und übertragen diese nicht auf den Kasten. Um die kurze Schwingungsdauer aufzu-fangen, wurden auch hier Dämpfer verbaut.
Es entstand so eine Aufhängung, die gut abgefedert worden
war, die aber keine
Zugkräfte übertragen konnte. Daher war ein
Drehzapfen
vorhanden, der durch den
Drehgestellrahmen geführt wurde und im
Wiegebalken endet. Jede Achse war mit einem eigenen Antrieb versehen worden. Dabei stützte sich der Fahrmotor auf drei Punkten ab. Das war die Triebachse selber und der Rahmen des Drehgestells.
Damit mit dem Motor die
Federung nicht
blockiert wurde, wurden beim
Drehgestellrahmen spezielle Gummielemente
verwendet. Wegen diesen
Lagern wurde bei dieser Bauweise von einem
Tatzlager-antrieb gesprochen. Ein einfacher, wenn auch nicht optimaler
Antrieb.
Um die Drehzahl des
Fahrmotors anzupassen und um das
Drehmoment in
Richtung
Zugkraft zu verändern, war ein
Getriebe verbaut worden. Dieses
war gerade verzahnt worden und hatte eine
Übersetzung von
1 :
3.94
erhalten. Dabei sass das grosse
Zahnrad direkt auf der angetriebenen
Achse
und das Ritzel beim Fahrmotor. Es war daher ein damals übliches Getriebe
vorhanden, das auch bei anderen
Baureihen angewendet wurde.
Zum Schutz der Bauteile und für die
Schmierung der Zahnflanken, wurde das
Getriebe in einem Gehäuse eingebaut. In diesem Getriebekasten befand sich
am unteren Ende eine einfache
Ölwanne. Diese konnte über einen am Gehäuse
angebrachten Stutzen mit dem
Schmiermittel befüllt werden. Auch hier wurde
dazu das übliche
Öl verwendet, so dass keine speziellen Schmierstoffe für
diese beiden
Triebwagen benötigt wurden.
In
diesem Punkt waren die physikalischen Gesetze mass-gebend und daher konnte
nichts verändert werden und auch die Übertragung der Kräfte im Fahrzeug zu
den
Zugvorrichtungen war auf die übliche Art gelöst worden. Eine sonst übliche Lösung um die Adhäsion bei schlechtem Zustand zu verbessern, war jedoch nicht vorhanden. Es wurde also bei den Triebwagen BFe 4/4 II auf den Einbau einer Sandstreueinrichtung verzichtet.
Der
Verzicht wurde nötig, weil diese Lösung bei den SNCF nicht vorgesehen war.
Um trotzdem eine Gegenmass-nahme bei durchdrehenden
Rädern zu erhalten, war
als Ersatz eine pneumatisch betätigte
Schleuderbremse einge-baut worden. Der Aufbau des Fahrzeuges beim mechanischen Teil ent-sprach drei Fahrzeugen. Das waren die neusten Triebwagen BFe 4/4 und die Einheitswagen der Schweize-rischen Bundesbahnen SBB.
Die
Front und damit die
Führerstände
wurden als einzige Ausnahme von den
ABFe 4/8 der BLS-Gruppe übernommen. Es
entstand so ein speziell aussehendes Fahrzeug, das nun auf seinen
Rädern
steht und wir daher die Höhe ansehen können.
Weil wir die elektrische Ausrüstung auf dem Dach des Fahrzeuges noch nicht
angesehen haben, beschränken wir uns auf das Dach. Dieses befand sich
3 750 mm über der Oberkante der
Schiene. Damit war der
Triebwagen BFe 4/4
II höher als die
Reisezugwagen der
Bauart Leichtstahl, die nur eine Höhe
von 3 700 mm erreichten. Das wirkte sich optisch bei der
Front aus, denn
dort wirkte der Triebwagen deutlich höher, als er wirklich war.
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